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Der Jüdische Arbeiter · 1932-11-21 · Heft 22 (21.11.1932) · page 1

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 22 (21.11.1932)
Date
1932-11-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Organ der Vereinigten zionistisch-sozialistischen Arbeiterorganisation Poale Zion—Hitachduth in Osterreich Erscheint jeden zweiten Freitag ■-■ m; " 1 ■ ■ _; •, t ■ ■ ' '■' : ' " Redaktion und Administration: Wien, II., Blumauergasse 1 — Postscheckkonto Nr. 17.878. Bezugspreis: ganzjährig S 4.80, halbjährig S 2.50 , r ,*, ^. Einzelne Nummer 20 Groschen Nr. 22. Wien, 21. Novemjber 1932. 9. Jahrgang; Sozialistische Liste Montag, 28. November 1932 im Cafe „Altes Rathaus", L, Wipplingerstraße 24|26 8 Uhr abends, \ Reüner: Dr. Rudolf Glanz (Kultusvorsteher), Hendel Singer (Kultusvorsteher), Dr. Saul Sokal, Karl Rottenstreich, Dr. Fritz Spitzer. Wer führt den Kampf für den Wer besudelt die sozialdemokratische Partei? Die „Werktätigen" ahnen bereits, daß ihnen1 alle anstandigen Menschen, insbesondere aber die sozialdemokratischen Juden, am 4. Dezember die gebührende Antwort erteilen: werden./ In ihrer Angst vor der richtigen Belohnung ihrer verräterischen Tat greifen sie nun zu den niedrigsten Mitteln. Da aber auch diese Methode bei reifen, denkenden Menschen! nur" Abscheu und Empörung hervorruft, und düa Uriidlsflähigen in den eigenen Reihen sich gegen) die Nazi-Taktik auflehnen, versuchten1 es jetzt die sauberen Gegner mit dem Verschieben einzelner Geflossen, 'die in den Bezirkten verdienstvolle Arbeit leisten und sich1 mit Recht einer allgemeinen' Beliebtheit erfreuen. Den „Werktätigen", denen keine Lüge zu niedrig ist, gelang es, einzelne in jüdischen) I Fragen nicht eingeweihte Genossen, irrezuführen, und I sie für ihre schmachvolle Sache zu gewinnen'. Nun! treten' sie an Genossen' mit dem Verlegenheitsargument heran: Für uns tritt Genosse A. oder B.. eim, auf unserer Liste kandidieren die Genossen G. und. iW., die sich1 in ihren Bezirken große Verdienste erworben' Waben, kannst du uns also deine Stimme veiiweilgjern?. Wie man uns mitteilt, hat man den Agitatoren! der „Werktätigen", die mit solchen Redensarten ani soziäldem'okratischte Wähler herangetreten sind1, vielfach folgende Antwort erteilt: .' Der Umstand, daß verdienstvolle Genossen 'diese schmachvolle Sache fördern, ist nicht entscheidend, da jene Genossen wahrscheinlich über Fragen! des jüdischen Lebens nicht genügend informiert und wahrscheinlich1 auch schlecht beraten sind. Im übrigen bandeltes sich hier nicht um die Bekundung persönlicher Sympathien oder Antipathien, hier geht es um die Ablehnung , .oder Unterstützung einer Politik des Verrates und des Manidatsschach^rs im jüdischen Leben. Kann1 noch ein) Spzial- Demokrat zweifeln, ober für die „Sozialistische Liste" stimmen soll? Da also die „Werktätigen" auch mit diesem' Scheinargument abgeblitzt sind, haben sie eine völlig neue Walze aufgelegt: Wenn,1 die jüdischen Genossen;sie. bei VerwirküchU'ng des schmachvollen! Planes nicht unterstützen . — heißt es nunmehr droht die 'Gefahr einer jüdischnationalen Landespolitik gegen die Sozialdemokratie Auch bei Vorbringung dieser verlogenen Redensart spekulieren; die „Werktätigen" auf die Uninformiertheit unserer Genossen'. ' Es soll deshalb vor aller Oeffentlichkeit festgestellt werden: Seit dem Bestände der Republik führt die sozialdemokratische Poale Zion unablässig einen Kampf gegen die Feinde der Sozialdemokratie im jüdischen Leben Wiens. Sie führt diesen Kampf niemandem zu Liebe und niemandem zu Trotz, sie führt ihn völlig selbstlos,aus innerer Ueberzeugung und tiefem Pflichtgefühl. Dieser intensiven Aufklärungsarbeit ist es auch gelungen, die jüdischen Wähler für die Sozialdemokratie zu gewinnen und die bürgerlichten Jüdischnationalen zu Fall zu bringen. Als-der kürzlich verstorbene Genosse Janecek zum ersten Male das Nationalratsmandat des Wahlkreises' eroberte,' hat auch die Bezirksorganisationj Brigittenau unser großes Verdienst an diesem politischen Erfolge öffentlich anerkannt. Damals gab es noch in Wien keine „Werktätigen". Der eine „Führer" der „Werktätigen" war damals noch,nicht Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, oder gehörte ihr erst einige Monate an, der zweite?,Führer" aber war damals — Kommunist Diesen Kampf für /den Sozialismus und für di§ Landespolitik der sozialdemokratischen Partei* »nter den Juden Wiens setzen die Poalezion^riitacihduth und der „Verband sozialistischer Juden" unablässig fort. Auch das letzte Manöver der um ihr« Schathermandate im Kultusvorstand' verzweifelt l^mpfeaden) „Werktätigen" ^wird fehlschlagen. Die verläßliebeau Kämpfer für den Sozialismus und für die Landespolitik der sozialdemokratischen Partei unter dem Juden Wiens bei voller Wahrnehmung der berechitigten Interessen der arbeitenden jüdischen! Bevölkerung dieser Stadt, die Poalezion^riitachduth undi.elen. „Verband sozialistischer Juden" werden1 nie ierv lahmen, diese Tätigkeit ohne' , Unterlaß, lortzon setzen. , ■ . . ' , , Aber ist es unseren1 Genossen! bekannt, da'fij dies Geldjuden und Scharfmacher der „Union"/ 4feT jetzigen Verbündeten der „Werktätigen" kein« ihrte« passend erscheinende Gelegenheit im Kultusvarstan'de vorübergehen ließen', ohne über die* Sozialdemokratie und' die sozialdemokratische Verwaltung der Gemeinde Wien herzufallen? Ist es unseren Genossen bekannt, daß noch bei deni letzten Wifeiner Gemeinderatswahlte'n'.im April diesem Jahres das offizielle Organ; der „UnifcÄ" i — „Die Wahrheit" — gegen die Sozialdemokratie Stellung genommen und ge nau wie das Blatt des Herrn Stricker — y Wahlenthaltung; d. h. Unterstützung}.'deiit Reaktion propagiert hat? . Und im Verein mit diesen Geldjuden> den» schlimmsten Feinden der Sozialdemokratie, wollen die „prinzipientreuten Werktätigen" angebliche Gefahren für die Landespolitik der "Sozialdemokratie abwehren? Wie trauen sie sich; an politischreif e? jüdische Wähler mit solchen Mär ehein) 'heranzu treten." Die Antwort auf' diese Zumutung. kann tmrr , lauten: , Sozialistische Liste

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