Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 17 (17.9.1932)
- Date
- 1932-09-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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dfe-s&h äiüf ihren flätehenv von 10—15 Dunam ansiedeln Wöileni sobald die Pfläniziungbri fruchte tragen werden. Im Jahre 1931 fiel die Bffen>£' dies Jachin Sehr gut Ätrs, die* des Jahres 1932 dürft© sich noch besser gestalten ••Für da«' Jähr 1933 sind dein jachin. große Aufträge zugesichert worden. Die Leitung des Jächin ist jetzt bemüht, Bodenreserven zu sichern, 'sowohl vom Nationälfonds als rvdn privaten Besitzern, um eine Erweiterung der Pflanzungs1tätigkeit-zu ermögliicher». -Auf Verlangen, von Interessenten aus unseren Kreisen wollen wir einige^Frägeifr, die dert Jachih betreffen und von ätlgemeirieth Interesseäittd,' hier Beantworten: ' Ii Es ist-nicht richtig, wie die Vertreter der Gesellschaft ,,Hanotea" behaupten., daß der Preis des PflanzUngsbödäns siür 10 Prozent des: öesamtörfordernisses darstellt und es daher vom ,,kaufmääniischieri" ■ Standpunkt falsch ist, auf Boden des Nationatfonds zu pflanzen. Abgesehen von den sonstigen Vorteile«, den der nationale Boden bietet, verhält es sich - tatsächlich so, daß kleine Pflanzer billigen Boden nicht" erwerbein können, da er nur fern von den bewohnten Gegenden zu haben Ast, die kleinen Bodenflächen aber in der Nähe von Siedlungen kosten per Dunäm 15—20 Pfund, so daß der " Preis des Bodens nicht 10, sondern 25 Prozent des Gesamterforderniisses beträgt, wobei auch nicht übersehen werden darf, daß. der Kaufpreis des Bodens zur Gänze im ersten Jahre erliegt werden muß. 2. Die Forderung nach gemischter Wirtschaft in der Pflanzungszone list ebenfalls für den kleinen Pflanzer von Bedeutung. Der reiche Pfferazer, der über große Flächen verfügt und nur vom geschäftlliichen Gesichtspunkte die Pflanzungen anlegt, darf sich ausschließlich auf Plantagen beschränken. Der kleine Siedler aber ist darauf angewiesen, daß auf seiner Fläche von 10 Dunam nicht nur Plantagen, sondern auch Gemüse, Geflügel, Milchprodukte etc. ermöglicht werde. Die gemischte Wirtschaft gewährt ciem Siedler ein Mehr am Einnahmen und sichert seine Existenz, insbesondere in Jahren, von Krise auf dem Weltmarkt, oder von 'lokalen Schwierigkeiten. 3. Das Budget des Jachin für eine Pflanzenanlage von 10 Dunam beträgt 600—620 Palästina-Pfund, die innerhalb von fünf Jahren einzuzahlen sind (mit Ausschluß des Bodens, für welchen andere Zahlungsbedingungen gelten), und gegen 300 Pfund, die nach Abiauf der fünf Jahre zu investieren sind, für den Baiu der Wohnung, der Stallungen und für die Anlage des Gemüsegartens. Der Jachin leistet nicht nur gediegene Arbeit, er ist aucfi billiger als die anderen Gesellschaften. 4. Die Interessenten im Auslände können das Geld in Monatsraten durch eine Bank für den Jachin unter der Bedingung überweisen, daß eine Vertrauensperson sich überzeugt, ob dies Arbeiten vertragsgemäß durchgeführt werden. Die Lage des Nationalfondsbesitzes Die Schwierigkeiten, die dem KKL im Zusammenhang mit seinem unbesetzten Bodenbesitz entstehen, werden nicht geringer. Von dem gesamten Bodenbesitz des KKL von insgesamt 292.380 metr. (318.045 alten) Dunam waren per 31. Mai 1932 43.951 metr: (47.810 alte) itnbesiedelt. Die unter der arabischen Landbevölkerung systematisch geführte Hetze, das passive Verhalten seitens der Behörden und ihre Duldung der immer häufiger werdenden Uebergriffe auf jüdischen Boden haben einen Zustand der Unsicherheit geschaffen, der die größte Gefahr für unseren Bodenbesitz darstellt. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, alle erforderlichen Maßnahmen für die Erhaltung des KKL-Bodenbesitzes zu treffen, so lange die Böden nicht besiedelt werden können, was angesichts der Lage der Zionistischen Organisation in der allernächsten Zukunft kaum zu erwarten war. Die Zahl der Prozesse hat sich infolge der Uebergriffe vermehrt, was neue . Ausgaben verursachte. Um dies alles zu vermeiden, war es vor allem nötig, die Böden bearbeiten zu lassen, denn, wie die Erfahrung zeigt, stellt die Bearbeitung . der- Böden einen Schutz dar. Da die Mittel der Jewish Agency eine, wenn auch nur extensive Besiedlung nicht gestatteten, mußten die Böden von uns in einer Weise bearbeitet werden, die die Möglichkeit der Uebergriffe vermindert, wenn' nicht überhaupt ausschaltet. Wir mußten die Böden Okkupatiansgruppen übergeben, die sie bewachen und bearbeiten, oder wir mußten sie in eigener Regie extensiv pflügen und. säen lassen. Trotz allem hatten wir Fälle zu verzeichnen, wo die an den Grenzen unserer Ländereien gepflanzten Bäume ausgerodet und sonstige Beschädigungen der ausgeführten Arbeiten vorgekommen sind. Die Inbesitznahme unseres Bodens erfordert bedeutende Investierungen seitens des National fonds, was angesichts unserer bedrängten Lage nicht leicht gewesen ist. Dies hatte auch zur Folge, daß die "Mittel des Nationalfands von seinem eigentlichen Zweck — Bodenerwerb — auf einen anderen abgeleitet wurden, der außerhalb des Arbeitsbereiches des Nationalfonds liegt. Anstatt unseren Bodenbesitz zu vergrößern, mußten wir Arbeiten machen, deren Kosten zum großen Teil Ausgaben a fonds perdu darstellen. Und dies wegen der geradezu unzulässigen Haltung der Regierung, die jeden Üebergriff duldet, wenn er nur unter dem Vorwand des Schutzes der, wenn auch nur illusorischen, Rechte ehemaliger Bearbeiter der Böden, die in den Besitz des Nationailfonds übergegangen sind, ausgeübt wird. Charakteristisch hiefür ist die Geschichte der Verpachtung von 3000 Dunam Nationalfonds-.Boden an die Regierung für die Beduinen von Wadi el-Chawareth. Der KKL war gezwungen, diese Fläche gegen die bessere Ueberzeugung der Mitglieder des Direktoriums an die Regierung zu verpachten, wobei von der Erwägung ausgegangen wurde, daß damit schlimmere Folgen für unsere Arbeit verhütet wurden. Unter den obwaltenden Umständen wurden von uns die besten-Bedingungen bei def Verpachtung des Bodens erzielt: so eine klare Verpflichtung der Regierung, daß dte Böden jrtach Ablauf der Pachtfrist von 18. Monaten an den KKL zurückgegeben werden. Der High Conynissioner hat hiefür persönlich garantiert.. Auch wurde in den Vertrag die Bestimmung aufgenommen, ,daß die Beduinen „weder Pflanzungen noch Bauten odef sonstige .dauernde. Anlagen auf dem Boden, errichten dürfen. Diese und auch sonstige Bedingungen haben zum Zweck,, alles zu verhüten, was. den Beduinen irgendwelche Rechtsansprüche geben könnte, nach Ablauf der Pachtfrist auf, dem Boden zu verbleiben. Immerhin bleibt die Tatsache bestehen, daß die Regierung es für nötig und möglich befunden hat, den KKL zu zwingen, ihr Boden zu verpachten für die Beduinen von Wadi el-Chawareth, die bei der Uebernahme des Bodens durch den KKL hinreichende Kompensation in Geld erhalten hatten. Dieser Vorfall ist für die gesamte Situation, die auf dem Gebiete des Bodenkaufes und der Bodenrechte in Palästina herrscht, bezeichnend. Die zwei größeren Bodenkomptexe, auf denen Arbeiten ausgeführt wurden, sind Haifa Bay, wo eine Fläche von Aus der Organisation Die Vereinigte Zion.-Soz. Arb'eiterorgianisatiion Poale Zion-Hitach'duth beruft laut Leitun'g'sbeschluß vom 6. September 1932 für den 26. September 1932 um] 8 Uhr abends nach1 Wien, II., Blumauerg'asse 1, ihre ordentliche Generalversammlung! ein. Tagesordnung: 1. Eröffnung und Bericht über die Weltkonferen'zl inj Danzig: Gen. S. Weinreb. 2. Tätigkeitsbericht: Gen. J. Münzer. 3. Unser Kibuz in Rischon! le Zion: Gen'. Dr. W. Schor. ' 4. Unsere Tätigkeit in der Kultusgemei'nde unidl die Neuwahlen: Gen. Singer. - 5. Diskussion. 6. Wahl der Leitung. 7. Allfälliges. Saul "Weinreb - Josef Münzen Obmann. Sekretär. Unser Genosse Willi Hirschhorn vermählte sich' mit Fräulein Berta Fischer, Genosse Arnold Wiesen vermählte sich' mit Gen. Mitkä Löwenb'aum, Gen. Asriel Skolnik vermählte sich mit Gen. Dora! Zell. . « , Die vereinigte Organisation und die jüd'.-soz. Arbeiterjugend gratulieren herzlichst. 20.000, und Wadi el-Chawareth, wo 15.000 Dunam bestellt wurden. Außerdem wurden an einer Reihe anderer Punkte kleinere brachliegende Flächen, kultiviert. Wir haben in der Berichtsperiode für Arbeiten dieser Art die Summe von 14.000 Pfund ausgegeben. Diese Ausgabe wird sich demnächst reduzieren, denn mit der Uebergabe der Böden an die Siedler hört für den KKL die Notwendigkeit auf, sie bearbeiten zu lassen. So wurden mit Verteilung von etwa 20.000 Dunam Boden in Wadi ei-Chawareth an 14 Siedlüngsgruppen die Ausgaben für die Erhaltung der Böden in diesem Gebiete auf ein Minimum reduziert. Immerhin wird auch im nächsten Jahre mit der keineswegs geringen Summe von etwa 7000 Pfund für diesen Zweck gerechnet werden müssen. Eine Stimme aus Amerika über unsere U/ahlenthal* tungspolitiker Im New Yorker „Tug" trimmt Dr. A. Koralnik in einem größeren Aufsätze zur Wahle nthaltungstakük der Wiener „Radikalen" und „Revisionisten" Stellung. Wir entnehmen diesem Artikel einige Stellen: Der Autor meint, man wird an ihn die Frage stellen: Mit welchem Rechte greift er als Amerikaner in unsere Fragen ein? Ich bin aber der Ansicht, daß es nicht bloß eine jüdisch-österreichische, oder eine jüdisch-deutsche, sondern eine allgemein zionistische Angelegenheit ist und mir daher dasselbe Recht zusteht, in dieser Frage das Wort zu ergreifen, wie dem Herrn Robert Stricker, dem Führer der Wiener Revisionisten, der seine Anhänger auf Irrwege führt. Wahlen in Österreich. Das Hauptaugenmerk ist auf Wien gerichtet, da es ein Bollwerk der Sozialisten ist, da dort die Sozialisten die Macht besitzen. Ein Sozialist — Seitz — ist Bürgermeister, ein zweiter Sozialist — Breitner — „Finanzminister" in Wien. Die sozialistische Fraktion ist auch im Parlamente' die stärkste. Und wenn Wien noch heutzutage eine Stadt ist, wo Menschen ein erträgliches Leben führen, so ist es ein Verdienst der Sozialisten. Es nimmt deshalb nicht Wunder, daß die Christlichsozialen und Faschisten wütend sind über die „Austromarxisten" und sie rücksichtslos bekämpfen, begehen sie doch ein zweifaches Verhrechen, sie sind Sozialisten und haben viele Juden unter sich. ' Dr. Koralnik charakterisiert nun die zwei „Jüdenblätter": „Neue Freie Presse" und „Neues Wiener Journal", die gegen die Sozialdemokratie hetzen und setzt dann fort: Das alles ist nicht neu und nur natürlich, Gerade, weil die Lippowitze, die Benedikte und die Wengrafs zum großen Teile daran schuld sind, daß der Antisemitismus in Wien Würzel faßte* versuchen, sie sich jenen anzubiedern, die die „echten", oder künftigen Herren von österfeicht zu werden scheinen. Wenn sich aber Zrohisten und gar von der radikalen Richtung in eine Reihe mit den Lippowitzen und Benedikts stellen,, wenn' jene, die auf Hefzls Erbe stolz sind, zu den Leuten überlaufen, die Hefzis erbitterte Gegner waren uHd ihn unaufhörlich höhnten, wenn sie ihre sozialreaktioriäre Gesinnung ül die weißblaue Fahne hüllen, ist' es nicht mehr tragikomisch, sondern nur tragisch. Nun gibt Dr. Koralnik einen Artikel der Wahlenthaltungspolitiker wieder und knüpft daran folgende Bemerkung gen: „Jeder logisch denkende Mensch, jeder Jude mit Selbstbewußtsein müßte den Juden empfehlen, für die Sozialisten zd stimmen/ So denkt auch jeder Wiener Jude, der Hirn im Kopfe und Würde hat. Aber die Zeitung der Radikalen mit Dr. Plaschkes an der Spitze (das Organ der Revisionisten mit Stricker an der Spitze hat es noch bunter getrieben! Die Red.) denkt anders, gelangt zu anderen Schlüssen. Sie erklären: „Die Sozialisten sind genau solche Judenfeinde wie die anderen, sie sind rote' Antisemiten", „rote organisierte Zerstörer der zionistischen Landesorganisation, und deshalb — Wahlenthaltung am 24. April." Ich höre aus diesen Worten den tragischen Ton der westeuropäischen Zionisten, besonders der Radikalen — je radikaler, desto schlimmer —, die auf Irrwegen sind. 'Ich kann wohl einen Dr. Plaschkes, oder einen anderen Wiener Juden verstehen, der ein Feind der sozialistischen Partei ist. Es mag wahr sein, daß sie ihm nichts Gutes bringt. Es ist auch nicht ihre Absicht und sie kann es nicht. Die sozialistische Partei hat keinen Punkt in ihrem Programm, daß sie jeden Juden schützen muß, auch wenn er Börsenspekulant, oder Hausbesitzer ist, der von seinen Mietern hohe Zinse herausschinden will, oder gar ein Unternehmer, der seine Arbeiter rücksichtslos ausbeutet. Einen solchen Punkt finden wir nicht im Erfurter Programm, nichtim Stuttgarter, auch nicht im Linzer Programm der österreichischen Sozialdemokratie." „. . . Und da Bauer und Adler Antizionisten sind, darf man sie Zerstörer der zionistischen Organisation nennen? Und daher auf das schwarze Brett mit allen Reaktionären und Pogromhetzern? Daher Wahlenthaltung? In einer derartig tragischen Zeit, da sich die Demokratie auf des Messers Schneide befindet, da wenige Stimmen über das Schicksal der Verfassung entscheiden können, sind einige tausende zionistischer Stimmen von großem Wert. Nicht für die Sozialisten stimmen, ist gleichbedeutend mit stimmen für Hitler, oder die Klerikalen. Ich will hier auf die Motive Otto Bauers und der österreichischen Sozialisten nicht eingehen. Es ist begreiflich, daß sie mehr antinationalistisch als ihre Genossen in Deutschland und England sind. Erstens sind sie bessere Sozialisten. Zweitens sind die Wiener Zionisten eine eigenartige Gruppe, besonders in den letzten Jahren. In zionistischen Fragen sind sie radikal, in sozialen. Fragen sehr unradikal. Sie lärmen über Zion und erblicken darin ihre Pflichterfüllung. Viel Kaffeehauspolitik,, viel Lärm und das Resultat ist Null. Welche sonderbaren' Begriffe die radikalen Zionisten - vom Zionismus haben! Ist denn der Zionismus eine Angelegenheit von Bierbankpolitikern, oder eine ernste, tiefe, menschlich erhebende, regenerierende, geistige jüdische Bewegung? Steht der Zionismus auf einer Stufe mit dem ukrainischen oder hitlerischen Nationalismus? Mag sein, daß die Herren Plaschkes und Stricker wirklich so denken. Aber wenn das der Zionismus wäre^ hätte ja Otto Bauer Recht. Es muß ja die Geduld reißen: das jüdische Volk ringt, um seine Existenz, es besteht die Gefahr, daß es vom sozialen Rad zermalmt werde und "jene Herren kommen mit ihren Kindereien. Ist das Zionismus? Ist das der „jüdische Weg"? Oder bloß der jüdische Weg der Wiener Hausbesitzer, die keine höheren Mietzinse herauspressen können, da sie die Sozialisten daran hindern? Wenn ich letzteres bestimmt wüßte,, wäre ich um die Zukunft des Zionismus weniger besorgt." Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresberichte 1931: Versicherungsbestand Prämien- und Zinsen- Einnahmen Garantiemittel Auszahlungen an die Versicherten S 2.746,000.000'— „ 182,000.000- „ 472,000.000 — 42,500.000- T&tigkelisgebiet: Oesterreich! Deutsches Reich, Tschechoalovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jngoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tünte und Aegypten Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Pinkas Kornblüb, Student, Wien, II.» Schiffmühlen straße 45/8. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstraße 52b.