Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 9 (1932)
- Issue
- Heft 9 (28.4.1932)
- Date
- 1932-04-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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idöfi. Der - i jüdische At-beitef nur ein Prödukt des Jahres. 1932 bleiben, sondern muß in jedem Winter, so lange die große Wirtschaftskrise dauert, für die jüdische Jugend sichergestellt sein. Die Erfahrung und der Bestich zwingen uns, schon jetzt für den kommenden Winter 5 Tagesheime (3 für Burschen und 2 für Mäckheri) zu sichern. Dies wird aber nur möglich sein, wenn wir von der allgemeinen Aktion „Jugend in Not" unterstützt und subventioniert werden. Wir müssen mit Bedauern feststellen, daß wir bei den Funktionären der „Winterhilfe" auf Schwierigkeiten gestoßen sind, die wir niemals vermuteten. Abgesehen davon, daß der J.S. A. J. die Aufnahme in den Jügendbeirat der Arbeiterkammer verwehrt wurde, verweigerten dieselben Genossen, die sowohl dort als in der Winterhilfe sitzen, uns auch nur die kleinste Unterstützung. Wahrend die Kultusgemeinde für unsere Aktion S 1240.— zur Verfügung stellte, bekam die Aktion „Jüdische Jugend in Not" von der Gemeinde Wien, bezw. Winterhilfe nicht einmal ein Kilogramm Kohle als Anerkennungsbeitrag. Wir werden uns aber durch diese erste Absage nicht entmutigen lassen. Die jüdische Jugend in Wien hat genau dasselbe Recht wie die katholische und die allgemein-sozialistische. Wir werden das Recht der arbeitslosen jüdischen Jugend mit allem Nachdruck vertreten und uns für sie einsetzen. Mit Unterstützung der jüdischen Arbeiter und der jüdischen Öffentlichkeit werden wir unsere Forderungen durchbringen müssen. Ein Bericht über die Aktion „Jüdische Jugend in Not" folgt in der nächsten Nummer. Franz Lustig. Jüdisches Theater. Komödien. Zwei Komödien sollen in den „Jüdischen Künstlerspielen" das Gastspiel Paul Baratoffs abschließen: „In'jed e ni Hau s" von G o r i n und „Der dunkle Punkt" von K a d e 1 b u r g. Warum gerade zu diesen Komödien gegriffen wurde, bleibt unerklärlich, „In jedem Haus" — ein blühender dramatischer Unsinn, beweist bloß, daß auch ein berühmter und talentierter Theaterforscher (Gorin ist der erste Geschichtsschreiber des jüdischen. Theaters und nebst Schipper die bedeutendste Autorität auf diesem Gebiet) ein talent- und geschmackloser Dramatiker sein kann. Es war wirklich schade um die Anstrengungen des glänzenden Ensembles (Schlifko witsch, Weintraub-Graf, Zelniker, Preis, Segal, Lehrer und Weiß mann), die mit Baratoff an der Spitze auch dieser dramatischen Belanglosigkeit zum Erfolg verhalfen. „Der dunkle Punkt" von Kadelburg, eine blutige Satire auf den deutschen Adel, die vor zwei Jahrzehnten mit Erfolg auf deutschen Bühnen gespielt und nach Rußland hinübergespült wurde, gelangte auf diesem Umweg auch an das jüdische Theater. Unter Schigorins Regie feierte dieses Stück in den „Jüdischen Künstlerspielen" eine lustige, erfolggekrönte Auferstehung. Das Ensemble zeigte sich auf voller Höhe und bot eine ausgeglichene, glanzvolle Leistung. Baratoff als Neger, Schigor in als Baron und Zelniker als Bick bildeten einen idealen Dreiling. Preis in überschäumendem Temperament als jugendlicher Liebhaber, Frau- Meiseis in ihrer kleinen aber scharf pointierten Rolle, Frau Weintraub-Graf, Frl. Schlifko w i t s c h und alle anderen Ensemblemitglieder, verhalfen dem in vielen Belangen unmodernen und unzeitgemäßen Stuck zu einem großen Lacherfolg. d—. Ein Palästinenser debütiert Konzert H. S. Urstein. Es war ein großer Tag für die kleine Gemeinde der Palästinenser und ein unerhörter, auch die besten Erwartungen übertreffender Erfolg ihres Exponenten, des in Jerusalem gebürtigen jungen Sängers H. S. Urstein, der im überfüllten Musikvereinssaal debütierte. Ein lyrischer Bariton von wunderbarem, metallischen Klang, aus dem man noch dann und wann den Tenor heraushört, in langjähriger Arbeit geschult und entwickelt und noch weiter entwicklungsfähig. Schon das weitgespannte Programm bot ein Bild vom großen Können des jungen, zukunftsicheren Sängers: Lieder und Arien in. deutscher, italienischer, englischer und hebräischer Sprache. Anfangs etwas zaghaft und befangen, gewann der Debütant rasch die Sicherheit und sang immer schöner und schöner. Besonders gelungen waren die Darbietungen in italienischer und hebräischer Sprache. Die Begeisterung schwoll mit jedem Lied höher an und zwang den Sänger, trotz Uebermüdung und Ueberanstrengung, zu immer neuen Zugaben. H. S. Urstein hat seine Feuerprobe glänzend bestanden und sich den Weg in eine erfolgreiche Zukunft gebahnt. d—. Unsere Toten. Abraham Palachi. Am 18. d. J. um 8 Uhr 15 abends erlosch im Rothschild-Spital ein junges Leben, das sich ganz dem Palästinaaufbau widmete. Abraham Palachi (von Haus aus hieß er Palechowitsch) stammt aus Semjatizi (Polen) und gehörte dort dem „Haschomer Hazair" an. Noch als Jugendlicher wanderte er nach Palästina aus, trat dem Kibuz bei und zählte zu den Besten, die ihre Kraft dem arbeitenden Palästina widmeten. Zuletzt arbeitete er in Pethach-Tikwa und kaufte sich von den Ersparnissen seiner schweren Arbeit 10 Dunam Boden, auf denen er sich ein Nest zu erbauen hoffte... Er hinterläßt eine Frau in Palästina und alte Eltern in Polen. Es fällt schwer,-.Trostworte für. seine Hinterbliebenen zu finden, der Schmerz des Verlustes ist zu stark und frisch. Mögen sie ihren Trost darin finden, daß er sein Leben der Arbeit für den Aufbau Palästinas geopfert hat und daß diese Arbeit ohne Unterlaß weitergeht. Sein Andenken bleibt uns als Symbol der Arbeit für Palästina heilig! Alexander. Moses Allerhand. Freitag, den 15. d. M. schied nach einem langen Leiden Gen. Dr. M ö s e g Allerhand von uns. Sein Leben war ganz von dem Wunsche erfüllt, sich in Palästina dauernd anzusiedeln. 1*)20 wanderte er auch als Chaluz nach Palästina ein, kehrte dann zurück, um sich in seinem wissenschaftlichen Studiui* zu vervollständigen und es dann in Palästina zu verwerten. An der Wiener und Pariser Hochschule vertiefte er seine wissenschaftlichen Kenntnisse in den historischen Fächern und noch ehe sein Lebenswtinsch — die dauernde Ansiedlung in Palästina, in Erfüllung gehen konnte, wurde sein junges Leben jäh geknickt... Unsere Genossen werden ihm ein treues Andenken bewahren. Aus der Organisation Veranstaltungen. Vorigen Monat sprach in unserem Heime .Amtsleiter Julius Rosenfeld über „Ernstes und Heiteres aus dem Matrikelamte". Der Referent schöpfte das Material aus seiner außerordentlich reichen Erfahrung und fesselte die zahlreichen Zuhörer sowohl durch die heiteren Episoden als durch die ernsten statistischen Ziffern. Gen. Singer, der den Vortrag auch einleitete, konnte dem Referenten namens aller Zuhörer den aufrichtigen Dank für die sehr aufschlußreichen Ausführungen aussprechen. Montag, den 21. März hielten wir die erste Nummer unserer gesprochenen Zeitung ab. Gen. Singer sprach über die bevorstehenden Gemeinderatswahlen. Herr Dr. Goldhammer referierte über die Bedeutung des Jubiläums des „Nationalfonds" und wies insbesondere auf seine soziale Tendenz hin. Gen. Dr. Tartakower berichtete über Palästina und gab den Verlauf der Tagung der Assefath-Haniwcharim (Jüd. Nationalversammlung) wieder. Gen. Münzer machte Mitteilungen über die Organisationstätigkeit und Gen. Willi Hirschhorn schloß die gelungene Veranstaltung mit bunten humoristischen, Vorlesungen als Ersatz für eine Purim- Beilage. 1 Die Veranstaltung fand bei den zahlreichen Genossen und Genossinnen Anklang. Diese Form von Veranstaltungen verdient ausgebaut zu werden. Schulim-Alejchem-Abend, Der Schulim-Äiejchem-Abend am 18. April im Hotel Post nahm einen glänzenden Verlauf. Der große Saal war überfüllt und die zahlreichen Besucher folgten dem Programm mit großem Interesse. In seinen einleitenden Worten skizzierte Genosse Singer das künstlerische Profil Schulim Alejchems. Herr Krybus sang jüdische und hebräische Lieder und. fand lebhaften Beifall. Der Clou des Abends war Herr Sakaschansky, der hier bewies, über Welctje reiche Mittel er verfügt. Saka^chansky konferiert mit Humor und Geschmack, er singt, charakterisiert und liest vorzüglich vor. Besonders gelangen ihm die chassidischen Lieder und die Vorlesung; von Schulim-Alejchems „Liegen". Sakascliansky würde votf allen Anwesenden mit Recht bejubelt. iLHimnrmiiiimiif Raöio« ReparafurwerMälle Uebernähme sämtlicher Efektröärbeiten Anodenbatterien, Radioröhren, Kondensatoren Glühbirnen, Bügeleisen u. einschlägiges Kleinmaterial FRANZ LUSTIG WIEN VI, ITIE0ENGAIIE16 iiiiiiiiiiimiiiiiiiiii An unsere Abonnenten! Diejenigen Abonnenten, welche die Bezugsgebühr für das Jahr 1932 noch nicht bezahlt haben, werden nochmals ersucht, die Ueberweisung auf unser Postsparkassen-Kto. B-17.878 vorzunehme» Gegründet 1882 Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX 2.560 Millionen Schilling Versicherungsbestand Ende 1930 2.560 Prämien- und Zinsen- Einnahmen i. J. 1930 150 Qarantiemittel Ende 1930 378 Auszahlungen an d. Versicherten i. J. 1930 35,5 Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugp» slavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten 1000 neue Abonnenten für den „Jüdischen HrDeiteri Genosse! Du bemängelst es, daß dein Organ bloß einmal in 14 Tagen erscheint, daß es bloß 4 Seiten stark ist, du möchtest es jede Woche haben, vergrößert* vervielfacht, schlagkräftig gegen Gegner von rechts und links Genosse, es liegt an dir! Du kannst dein Organ größer, wirkungsvoller, zugkräftiger gestalten 1000 neue Abonnenten heiftt üas Eosungswort! Hast Du deine Pflicht erfüllt? Wieviel Abonnenten hast du geworben? Kein Freund des arbeitenden Palästina, Kein Sympathiker des proletarischen Zionismus Ohne den „Jüdischen Arbeiter"! 1000 neue Abonnenten!!! jgtypntfitner, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur:'Pinkas Kornblöh, Student, Wien, IL, Schitfmuiilen «iraße 45/8. — Druck; „Adria", Wien, II., Tabwstr«8e 52b,-