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Der Jüdische Arbeiter · 1932-03-18 · Heft 6 (18.3.1932) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 6 (18.3.1932)
Date
1932-03-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Stite 4 D« jikiia^ Arbeiter werdet* zurückgewiesen!, die GesuchJe um Erhöh'utig des Regieruiteszusch'iis^es fürt das jüdische Sch'ttfwesön! \wfd#ri äbgeieh'nf;, Wodurch die jewish" Agieficy gezwungen worden ist, die Sdhultätigkeit einizusch'rän:- ken;; für den' dadurch' ertrtsteftenideni Schäden fr^e die Regierung die Mitverantwortung. Der Bericht des Landentwicklungsdirektors Lewis French', vorn dem der Jewish' Agency eine Abschrift bisher nicht gegeben! worden ist, wird sich doppelt ungünstig auswirken!; durch' eine Nich'tdurchführung des Landentwickrungsplanes werden1 die Araber enttäuscht und die Entwicklung deil jüdischen Landsiedlung wird aufgehalten werden. Die jüdische Haltung gegenüber dem La'ndentwicklunigsplan drücke sich' in der Forderung nach gleicher Behandlung mit den Arabern und gleichzeitiger Durchführung der aus dem Landentwicklungsplan 'den Juden wie den Arabern erwachsenden Wohltaten aus. Dr. Arlorosoff erklärte, daß trotz der, Erbitterung gegenüber dem' Mandatar Palästinas, die immer mehr platzgreift, dennoch' bessere Beziehungen und eine engere Zusammenarbeit mit der britischen Administration in Palästina unentwegt anzustreben seien; auch sei ein modus vivendi für eine Zusammenarbeit mit den gemäßigten Arabern, die durchaus möglich sei, zu suchen'. Am Freitag, den 4. März, ging die zweite Jahressession der Assefath HaniwCharim in Tel Awiw zu Arbeitermangel In den Kolonien. . 4 t tjt den1 Kolonien Jst keine Arbeitslosigkeit mähr. Die Arbeitslosen' im Emek werden für die Koloniteni angefordert. Trotzdem kann man nicht behaupten, daß sich das Verhältnis zur jüdischen Arbeit geändert habe. Eine In Peth'ach Tikwa anfangs Februaii vorgenommene Zählung hat sogar ergeben, daß der Anteil der jüdischen Arbeit in den Pflanzungen um, 10 Prozent zurückgegangen ist. Von seiten der zionistischen Organisation ist faktisch nichts ernstes unternommen worden, um diesem Uebelstand abzuhelfen. Die jüdischen Kolonisten bedienen sich1 der jüdischen Arbeit, nur wenn es an arabischen Arbeitenil mangelt. Dieser Zynismus der Bauern gefährdet den Aufbau Palästinas, drosselt die Einwanderung und hemmt die Entwicklung des Palästinawerkes. Die angebahnten direkten Verhandlungen mit der Bauernpartei haben noch1 vorläufig keinen praktischen Erfolg gezeitigt. Der „Hapoel" und die Makabiade. Nach langen Verhandlungen1 iund Ueberlegungen beschloß der „Hapoel", sich an der „Makabiade" nicht zu beteiligen. Schuld daran; trägt die Leitung des „Makabi", die den Forderungen des „Hapoel" nicht Rechnung tragen wollte. Der „Hapoel" forderte: 1. Gleichen Anteil an der Leitung der „Ma- 1000 neue Abonnenten für den „JQOisdien Arbeiter"! Genosse! Du bemängelst es, daß dein Organ bloß einmal in 14 Tagen erscheint, daß es bloß 4 Seiten stark ist, du möchtest es jede Woche haben, vergrößert, vervielfacht, schlagkräftig gegen Gegner von rechts und links Genosse, es liegt an dir! Du kannst dein Organ größer, wirkungsvolle!', zugkräftiger gestalten 1000 neue Abonnenten heißt das Losungswort! Hast Du deine Pflicht erfüllt? Wieviel Abonnenten hast du geworben? Kein Freund des arbeitenden Palästina, Kein Sympathiker des proletarischen Zionismus Ohne den „Jüdischen Arbeiter"! 1000 neue Abonnenten!!! Ende. Sie bradWte eine Uebeneinstimmünigl betreffend das Projekt der Sdhäff un!g| eines Palestime. Legislativie Council und dem Vorschlagt, eine arabfec'frj indische Round Table-Konferenz abzuhalten1. ' Die 'n'euigewäMte , > Leitungi setzt sich1 aus 10 Vertretern: der Arbeiterschaft, 5 Revisionisten; 2 Allgemeinen Zionisten, 2 Misrachisten, je einem Vertreter der sephardisdhen! Juden, undder Yemeniteni ,und einer Vertreterin! der Frauen) zusammen: Die Assefath1 HaJnlwCh'arim bestätigte im einer einimüti^ gefaßten Entsch'ließiimg! ihre in1 den Sessionen v<ön 1931 rund 1930 bereits gefaßte. Resolution),'in .der erklärt wird, „der Jisdh'uw werde keinerlei parlamentarische Institution) anerkennen, bezw. alt, ihr teilnehmen, die die Tendenz verfolgt, die Entwicklung! des Jüdischem! Nationalheims zu hemmen." Die neuerlich1 gefaßte Resolution enthält noch' dert Nachsatz: ,„Die politische Situation rechtfertigt keinerlei; Aender,ung: in1 dieser! Haltung, sondern im .Qegenteil: sie^ 'bekräftigt sie.'' ' . Einmütig faßte die Tagung eine Entschließung betreffend den Palästina-LanderLtwiicklunigsplanr in der erklärt wird, die Palästina-Juidenheit werde sich' jedem Plan! widersetzen, der die jüdische Entwicklung ignoriert und darauf 'hinausgeht, jüdische Einwanderung und jüdischen1 Boden'kauf zu beschränken. An unsere Abonnenten! Diejenigen Abonnenten, welche die Bezugsgebühr für das Jahr 1932 noch nicht bezahlt haben, werden nochmals ersucht, die Ueberweisung auf unser Postsparkassen-Kto. B-17.878 vorzunehmen kabiade". 2. Das gleiche Recht beider Organisationen, sich ih'rer eigenen Fahneni und Uniformem zu bedienen. 3. Die Einladung ausländischer judischer Sportvereine, an1 die der „Hapoel" interessiert ist unld die sich! beteiligen wollen. 4. Den; Ch'arakten der künftigen Makabiaden zu bestimmen1. Im Verlauf der Verhandlung! hat der „Hapoel" auf die Parität in. der Leitung, der, Makäbiade verzichtet, aber auf eines koninte der „Hapoel" nicht verzichten: Auf das elementare Recht, alle jene jüdischen Sportvereine der Galuth1 zur Makabiade einzuladen!, die ihm nahestehen und die vom: Makabi! noch nicht eingeladen wurden. Die Leitung des Makabi hat diese Forderung entschieden abgelehnt, und der „Hapoel" faßte daher den Beschluß, sich1 am der Makabiade nicht zu beteiligen. DessenungieaCh'tet steht der „Hapoel" diesem erstem Versuch1 einer Makabiade freundlich gegenüber-und h'offt, daß die nächste Makabiade die ganze sporttreibende jüdische Jugend repräsentieren werde. Amerikanische Juden wandern nach Palästina. 150 amerikawfeehe Juden haben am' 5. März an1 Bord der „Aquitanfia" die Reise nach Palästina! angetreten, um sich dort dauernd als Farmer niederzulassen. Bekanntlich haben" sich am 14. Februar d. J. in1 Newyork 200 amerikanische Juden; nach1 Palästina eingeschifft. Der größte Teil will sich' im Palästina! der Orangenzuch't widmen. Wir machen unsere Genossen und Freunde auf das Inserat unseres Genossen Josef M, Horowitz aufmerksam. Jüdisches Theater* Gastspiel Paul Baratoff. Der große Erfolg Paul Öafatoffs im „Theater Reklam'*, die Tatsache, daß „Hinketfiatin" z. B. vier Wochen laug: unter andauerndem Erfolg gespielt wurde, beweist ein übriges-. Mal, daß nicht immer das jüdische Publikum allein die* Schuld am Niedergang des jüdischen Theaters trug. Gutes* interessantes Repertoire, künstlerisch vollwertiges Spiel, Ernst und Theaterkult vermögen noch trotz Assimilation und trotz: Krise zahlreiches Publikum ins jüdische Theater zu locken.. Der Erfolg Paul Baratoffs beweist es. Steht das jüdische Theater in Wien vor einem neuen- Aufschwung? Wird es den Anstrengungen des von Ernst und gutem Willen beseelten Ensemble im „Theater Reklam" gelingen, das zu Schund und Kitsch erzogene jüdische- Publikum an ein besseres künstlerisches Theater für lange Zeit hinaus zu fesseln? Es ist eine Hoffnung, die man kaum auszusprechen wagt, ein Wunsch, dessen Erfüllung die Grundlage für eine erneute jiddische Kulturtätigkeit in Wien bilden könnte. Nach dem „Fremden" kamen „Gott der Rache",, „Schmates" von Lejwik und als größter Erfolg Tollers. „Hinkemann". Dieses Antikriegs-Drama für den ■ Bühnengebrauch geschickt zurechtgemacht, hat gewaltig eingeschlagen, hat Kontakt mit dem Publikum geschaffen, hat ein brennendes Zeitproblem in plastischer Fülle und Ausdruckskraft auf die Bretter gebannt. Mag auch die expressionistische Art dieses Tendenzdramas im besten Sinne heute nicht mehr zeitgemäß sein,, aber sein politischer Gehalt ist gerade jetzt aktueller denn je und dürfte auch für seinen Erfolg ausschlaggebend gewesen sein. Baratoffs Spiel überraschte, überwältigte, riß mit und übertraf alle gar nicht kleinen Erwartungen. Frl. Schlifkowitsch, Frau Floren, Zelniker und Preuß lieferten eine schöne künsterisch gelungene, dem hohen Niveau der ganzen, Aufführung angepaßte Leistung. Für die nächsten Wochen-; ist eine ganze Reihe von wertvollen Stücken vorgesehen,, denen hoffentlich der künstlerische wie materielle Erfolg; nicht versagt bleiben wird. d—. Aus der Organisation. . Der Jüdische Arbeiter. Wir machen unsere Mitglieder nochmals auf den Be-r Schluß des erweiterten Ausschusses aufmerksam, nach welchem sie die Hälfte der Bezugsgebühr für den Jüd. Arbeiter (S 2.40 pro Jahr) bezahlen müssen und bitten, den Betrag: ehebaldigst überweisen zu wollen.. Sekretariat. Parteienverkehr: Montag, Dienstag von 5—8 Uhr abends*. Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 5—7 Uhr abends. Rechtsberatung. , Auskünfte in Rechtsangelegenheiten werden in unserem*; Sekretariate jeden Dienstag von 7—8 Uhr abends erteilt. Bibliothek. Ausgabe von Büchern in jiddischer und deutscher Sprache Montag und Donnerstag von 8—9 Uhr abends. Liga für das arbeitende Palästina. Februarsammlung der Jugendbünde: Haschomer-Hazair Blau-Weiß S 66.14, Gordonia S 60.70, Haschomer-Hazair 50.46,* Jüd. soz. Arbeiterjugend, Mischmar Ovdim S 8.—. Ring des „Jüd. Arbeiter". Herr Ing. Josef Frischmann beantwortet die Aufforderung der Frau Stella Hochstim und spendet S 2.—. Gen. Josef Münzer spendet S 2.— und ruft folgende Genossen und Freunde auf, einen Betrag zu spenden: Salomeai Rottenberg, Dr. Josef Pollatschek, Adolf Langer, IsidoK Löwensohn, Dr. Meir Pais, Anny Hecht, Gisi Kaufer, Leas Kaschl, Friedl Fischer und Dr. Isidor Klaber. f Gegründet 1882 Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Versicherungsbestand Ende 1930 2.560 Prämien- und Zinsen- Einnahmen i. J. 1930 150 Oarantiemittel Ende 1930 * 378 Auszahlungen an d. Versicherten i. J. 1930 35,5 2.560 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiets Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslovaklscbe Republik,, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten £jfcw*firaer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Pinkas Kornbläh, Student, Wien, II., Schiffmühlen straße 45/8. — Druck; „Adria", Wien, II., Taborstraße 52b.

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