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Der Jüdische Arbeiter · 1932-03-04 · Heft 5 (4.3.1932) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
9 (1932)
Issue
Heft 5 (4.3.1932)
Date
1932-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite!4 Der flfeiisdhie ArBeSter, arbeiter Tel Avivs. Außerdem1 existiert noch die Sektion der Jungarbeiter, die 150 Mitglieder umfaßt. ßüdier-Produktion. Im Jahre 1931 erschienen in Palästina 427 hebräische Werke. 1930 erschienen 469, 1929 360, 1928 320 Werke. Nach dem Ausland wurden im letzten Jahre Bücher im Betrage von Pfund 939(5 ausgeführt, gegenüber dem Betrag von Pfund 7775 im Jahre 1930. Steigende Keren Hajessod-Eingänge. Das Hauptbüro des Keren Hajessod teilt mit, daß es im Monat Dezember 1931 21.647 Pfund gegen 18.351 Pfund im November und 16.205 Pfund im Oktober erhalten hat. An den Gesamteinnahmen des ersten Quartals des laufenden Budgetjahres im Betrage von 56.204 Pfund sind die Vereinigten Staaten mit 16.628 Pfund, England mit 10.753 Pfund, Südafrika mit 8729 Pfund und Polen mit 4002 Pfund beteiligt. -Die Vergleichsziffern für das Quartal Oktober-Dezember 1930 und 1929 betragen 43.091 Pfund bezw. 59.116 Pfund. Die Eingänge sind also erheblich besser als im letzten Jahre und etwas geringer als vor zwei Jahren. Die herrliche Entwicklung des Hadar Hakarmel. In den letzten zwei Jahren hat sich die Bevölkerung von Hadar Hakarmel, dem jüdischen Stadtviertel Haifas, um 2000 Seelen vergrößert. Heute zählt Hadar Hakarmel gegen 7000 Einwohner von der Gesamtzahl von 16.000 Juden in Haifa. In dieser Zeit sind auch 80 neue Wohnhäuser hinzugekommen, deren Baukosten über 100.000 Pfund betragen. Zusammen gibt es in Hadar Hakarmel mehr als 400 Häuser. Aber es gibt noch gegen 700 freie Bauplätze, die noch eine dreifache Ausdehnung der Siedlung zulassen. 53 jüdische Kameltreiber gibt es in Tel-Aviv, die gegen 100 Kamele besitzen. Dank der zunehmenden Bautätigkeit sind die Kameltreiber, die hauptsächlich beim Transport von Baumaterial beschäftigt werden, wieder sehr gut beschäftigt. Die palästinensische Polizei zählt gegenwärtig 135 Offizierre, 1466 einheimische und 650 britische Schutzleute. Ein Schutzmann kommt in Palästina durchschnittlich auf 467 Einwohnerrr (in London schon auf 367). Für einen Schutzmann in Palästina wird jährlich durchschnittlich 177 Pfund verausgabt (in London 363 Pfund). -4075 jugen kamen 1931 nach Palästina, im gleichen Jahre verließen 666 Juden das Land. — Die nichtjüdische Einwanderung betrug im Jahre 1931 2456, im gleichen Zeiträume verließen 680. Nichtjuden. das Land. 65 Schüler haben das Hafaier Technikum bis jetzt absolviert. Von den 65 Absolventen sind, wie wir einem Berichte des Leiters der Anstalt, Gen. S. Kaplansky, entnehmen, die meisten in Palästina und in den benachbarten Ländern beschäftigt. Das fliegende Kamel, das Abzeichen der Levante-Messe in Tel-Aviv, wird von der Post in Tel-Aviv mit einer Einladung zum Besuch der Messe als besonderer Poststempel verwendet. Der Stempel ist hebräisch, englisch und arabisch gehalten. Die Post in Jerusalem und Haifa wird demnächst gleichfalls alle Post mit einem solchen Stempel versehen. Orangen und Honig aus Palästina für die Bata-Fabriken. Bei seinem Besuch in Palästina bestellte Th. Bata durch den „Palestine & Egypt Lloyd" große Quantitäten von Orangen und Honig für seine Fabrik in Zlin. Bata bestellte auch Muster von palästinensischem Leder. Zeitschrift „Palästina". Redigiert (in E. A.) von Adolf Böhm, Wien. — Nr. 1/2 des XV. Jahrgangs ist soeben erschienen. David Horowitz, Tel-Aviv, schreibt über die „Agrarfrage". Diese Abhandlung hebt einige grundlegende Momente dieses wichtigsten Problems hervor, indem sie zeigt, daß durch die Wirtschaftsverhältnisse eine sukzessive Verdrängung des arabischen Mittelbesitzes stattfindet, da eine Verwendung von Lohnarbeitern unrentabel ist und daß auch die Kleinwirtschaften zusammenschrumpfen. Eine Vergrößerung der Bodenflächen per Wirtschaft, wie Simpson sie vorschlägt, wäre daher kein Heilmittel. Auch in Syrien und Aegypten zeigt sich dieselbe Entwicklung. Eine Besserung kann nur durch Intensivierung der Landwirtschaft erfolgen. — Michael Assaf, einer der besten Kenner der arabischen Frage, schreibt über „Muselmanische Konferenz und Panislamismus". In einem großangelegten Referat mit historischem Rückblick zeigt er, daß der Panislamismus heute keine wirkende Macht mehr sei, daß aber die islamischen Völker zu politischem Leben erwacht seien. — Dr. Arthur Ruppin schreibt über „Die Volkszählung" und untersucht speziell das Wachstum der jüdischen Bevölkerung, Dr. Walter Preuß über „Drei Zählungen der Jewish Agency" (Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe, Arbeiterschaft), aus denen interessante Schlüsse gezogen werden. —( Weiters wird eine Publikation über „Die Ernährung der Bevölkerung Palästinas" im Auszug wiedergegeben, welche zeigt, wie die arabische und wie die jüdische Bevölkerung lebt, wobei günstige Resultate zutage treten. — Der „Bericht des Handelsdepartements" wird in den Hauptzügen wiedergegeben. — Von Dr. Robert Weltsch wird die Rundschau „Jewish Agency" bearbeitet und u. a. die neueste Wendung bezüglich der Verhandlungen über die Konstitution erörtert. — „Nachrichten und Daten", so wie „Bücherbesprechungen" schließen das ungemein reichhaltige und instruktive Heft. Jahresbezugsgebühr Oesterreich: 12 Schilling; Ausland: 2 Dollar. — Verlag Josef Hayek's Nachf., Wien, XVIL, Kalvarienberggasse 22. Nach Palästina! Anläßlich' ihrer Abreist nach' Palästina verab'schieh (den sich1 auf diesem Wege die Genossen Jasch'a Hendl, Edith' Kopper, Benno Silberherz und Siegfried Moteq von allen Genossen und Genossinnen aus der Jugendi und Partei. ' , Auf Wiedersehen' in Palästina! Jubiläumsaktion des Keren Kajemeth. (National-Fonds.) Anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Chibat Zion und des 30jährigen des Keren Kajemeth rüsten die Zionisten aller Schattierungen zu einer von der Leitung des K. K. L. in Oesterreich inaugurierten großangelegten Aktion, die auf die Aufbringung von S 50.000 für die Erwerbung von 500 Dunam Bodens durch den Keren Kajameth abzielt. Die Vertreter unserer Organisation im Präsidium des K. K. L., die Genossen Kanner, Picker und Weinreb, widmen der Vorbereitung und Durchführung dieser Aktion täglich viele Stunden. Nach dem Verlauf der bisherigen Vorbereitungen, nach der Stimmung, die in mehreren Organisationen durch intensives Arbeiten erzeugt wurde, zu schließen, verspricht die Aktion trotz aller vorhandenen Schwierigkeiten einen Erfolg. Die Sammlung wird auf eine Form von Dunam- Einheiten gestellt, wobei S 100 der Widmung eines Dunams, S 10 eines Zehntel-Dunams gleich ist. Bei der Aufteilung der aufzubringenden Summen verpflichtete sich unsere Organisation auf eine Quote in der Höhe von S 500, die im Laufe der Purimwoche vom 20. bis 27. d. M„ in der die Aktion vor sich geht, aufzubringen ist. Zur Durchführung der übernommenen Verantwortung wurde eine Arbeitskommission, der die Genossen Münzer, Dr. Judit Horowitz, Silberherz, Morgenstern und Chpmet angehören, eingesetzt. An allen erwachsenen Genossen und Genossinen liegt es, dieser Kommission zu ermöglichen, die nicht leichte Aufgabe durchzuführen. Gleichzeitig wird hier auf eine in der Monatsmitte stattfindende Jubiläumskundgebung aller Parteien hingewiesen. S. P. Ring des „Jüd. Arbeiter". GeWosse Norbert Weichsel bäum beantwortet die Aufforderung deg Genossen: Braver, spendet S 2 — und ruft folgende Genossen auf, denselben Betrag! zu spenden: Dr. M. Timteg, Simon: Silbermanin1; Genosse Zwi Kanner 'beantwortet die Aufforderung! des Genossen Bloch', spendet S 2— und ruft folgende Genossinnen 'und Genossen auf, denselben Betrag zu spenden: Klara Blum, Margit Sch'warz, Moses Salzhauer, Gerson! Schräge, Joseil Kohlm.! {Genosse Karl Leder er beantwortet die Aufforderung des Genossen! Blodh1 und spendet S 2.—. Genossin Hilde Wadlen beantwortet die Aufforderung der Fraui Stella HoChstim und spendet S 2.—. Genossin Frieda Ludmer beantwortet die Aufforderung des Genossen Braver und spendet S 2.—. Genosse Salomon W e i n i g 'beantwortet die Auffordernug des Genossen Braver und spendet S 2.—. Aus der Bewegung.! PoafepZion-Jubiläuirri. Im Jahre 1932 werden es 20 Ja'hre seit der Gründung des Weltverbandes Poale-Zion. Anläßlich' dies'es1 Jubiläums' wird das Verbandsbüro eine Reihe von Büchern herausgeben, deren erstes1 ein Band Schriften von Gen. Ing. Kaplanski in jiddischer Sprache, sein wird. Das1 Buch wird Wichtige Materialien aus der poale-zionistis'chen Bewegung enthalten. In Amerika hat die Vereinigte Organisation Poale- Zion-Hitachduth, bei der sozialistischen Partei Amerikas1 angesucht um Aufnahme als besondere geschlossene Föderation. Die letzte vor kurzem abgehaltene Konferenz hat das Ansuchen zurückgewiesen mit der Begründung, daß die Vereinigte Organisation nur aus dem Grunde aufgenommen werden will, um dort für den Zionismus Propaganda zu machen. Und da doch der Zionismus eine bürgerlich-klerikale Angelegenheit ist, hat er unter Sozialisten nichts1 zu suchen. Es ist bemerkenswert, daß die sozialistische Partei unter dem Einfluß des „Bund" steht und auch diese ablehnende Resolution von Bundisten durchgeführt wurde. In Polen hat die Poale-Zion-Bartei für die .Wintermonate eine große Werbeaktion proklamiert. Alle Organisationen werden von Z.-rC-Mitgliedern besucht, und neue Organisationen werden geschaffen. In Rumänien begann die Poale-Zion von neuem mit der Herausgabe einer jiddischen Zeitschrift „Arbeter- Zeitung". Die ersten zwei Nummern sind bereits1 erschienen. In Warschau hat die Monatsschrift „Dos arbefende Erez1 Israel4* von neuem zu erscheinen begonnen. Der A. D. Gordon-Abend Die „Gordonia"-Jugend bot am 13. v. M. einen A. D, Gordon-Gedenkabend, der einem breiteren Publikum, das4 den Theatersaal in der Riemergasse füllte, die hell leuchtende Gestalt des leider frühzeitig dahingegangenen Mustermenschen und Schöpfers des Arbeitszionismus vor Augen führte und auch in animiert verlaufenen Darbietungen manchen Ausschnitt aus dem Leben des arbeitenden Palästina darbrachte. Die Mitglieder der chaluzisch eingestellten „Gordonia", der Jugendgruppe der früheren Hitachduth bestritten, mit Ausnahme eines Mitwirkenden, allein ein Programm, das an Vorführungen wie namentlich an Belehrendem einen anspruchsvollen Geschmack befriedigen konnte. In seinem stylistisch besonders beachtenswerten Hebräisch gab Juda Meilen eine Charakterskizze des Vorbildes des weitverbreiteten „Gordonia"-Bundes, die volle Aufmerksamkeit beanspruchte. „Am-Adam" — dieses arbeitende „Mensch- Volk" Gordons, für das er selber voranleuchtende Feuersäule ward, ist durch das nur dem menschlichen Frieden dienende, schaffende Arbeits-Palästina im Entstehen. Auf einem beachtenswerten Niveau stand auch die nachfolgende Würdigung Gordons, die Aron Singer gab. Ausgezeichnet waren die Sprechchöre nach Bialik, Reisen, Naidus u. a., der Gesangschor hingegen, darunter manchmal mit szenischer Untermalung, zeigte, daß so fleißig diese Jugend ~ ebenso wie die anderen Gruppen — sich im Singen übt, endlich ein wenig Schulung doch schon am Platze wäre. Geschickt war die darstellerische Umrahmung einer Vorlesung aus Gordons Briefen, drastisch gestaltete sich die tragikomische vielfältige Auseinandersetzung zwischen jüdischen Arbeitssuchenden und Arbeit(nicht)gebenden in den Kolonien Erez Israels. Auch der Konzertsänger S. Krybus tat sein bestes, um zum Erfolg des Abends beizutragen. S. P. Aus der Organisation. Sekretariat. Parteienverkehr: Montag, Dienstag von 5—8 Uhr abends, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 5—7 Uhr abends. Rechtsbeiratung. Auskünfte in Rechtsangelegenheiten werden in unserem1 Sekretariate jeden Dienstag von 7—8 Uhr abends erteilt. Bibliothek. Ausgabe von Büchern in jiddischer und deutscher Sprache Montag und Donnerstag von 8—9 Uhr abenda Die Miläamsaftfion des Keren Kajemeth wird im der Purimwodh'e (20. bis 28. März) durch1-*: geführt. Wir erwarten', daß sich' alle Genossen' und' Genossinnen in den Dienst der guten Sach'd stellen werden. Montag, den 7. März 1932, um 8 Uhr abends im Borochowheim, Blumauergasse Nr. 1 wichtige Mitgliederversammlung Tagesordnung: Unsere aktuellen politischen Aufgaben (Gemeinderatswahlen Kultusgemeindewahlen) Referenten; Gen. Dr. S. Sobal u. Gen. Dr. R. Glanz Genossen! Reserviert den ersten und dritten Montag abend im Monat für die Veranstaltungen der Organisation Gegründet 1882 Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Versicherungsbestand Ende 1930 Prämien- und Zinsen- Einnahmen i. J. 1930 Garantiemittel Ende 1930 Auszahlungen an d. Versicherten i. J. 1930 2.560 Millionen Schilling 150 „ 378 „ 35,5 „ Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, Polen, Jugo- •lavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Pinkas Kornblütu Student, Wien, II., Schiffmühtenstraße 45/8. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborst-raße 52 b.

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