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Der Jüdische Arbeiter · 1931-02-27 · Heft 3 (27.2.1931) · page 5

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
8 (1931)
Issue
Heft 3 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Seite 4. Der jüdische Arbeiter 2. Ueberlassung aller freien und nicht bebauten Böden diesseits und jenseits des Jordans für jüdische und arabische Ansiedlüng, wobei dem Art. tl des Mandats Rechnung getragen werden soll, der die Mandatafmacht verpflichtet, die intensive Besiedlung des Bodens zu ermutigen. 3. Förderung der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern durch die palästinensische Verwaltung.. IV. Das Komitee entbietet seinen Brudergruß den jüdischen Arbeiterorganisationen in Palästina der jüdischen Arbeiterpartei Palästinas und der Allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation in Palästina (Histadruth), die einen schweren Kampf um die Schaffung einer nationalen jüdischen Heimstätte führen, stolz das Banner des internationalen Sozialismus tragen und den Frieden mit der arabischen Arbeiterschaft erstreben. menschliche Versagen, der doch übertönt wird von der Kraft des palästinensischen ,,B'chol soth" (trotz alledem) — das also, was diese Arbeiterinnen hier über ihr Leben, Denken, Fühlen, Kämpfen und Erleiden mit der äußersten' Wahrheit der Selbstzergliederung und der Beobachtung an* den Genossen und doch mit der synthetischen Kraft des Schöpfertums und der Liebe bekennen1 — das ist noch weit mehr als äußere Geschichte je zu geben' vermöchte. Das ist kein Längsschnitt durch die Geschichte, das ist ein1 Querschnitt durch die zuckende Gegenwart. Es gibt schwerlich ein anderes Werk, das uns so unmittelbar hinein in die lebendigste Wahrheit jedes Herzschlages der arbeitenden Frau irr Palästina versetzen könnte. Gewiß, ein wenig Pathos und ein wenig Sentimentalität ist in manchen! dieser in Worte gebändigten Schreie und Tränen enthalten. Wir fühlen die inneren Spannungen und Konflikte dieser idealistischen Sozialistin'- nen inmitten der harten und nüchternen Wirklichkeit. Wir fühlen manches Ersticken und manches Verbluten. Aber wir fühlen auch' Kraft, Wille, Begeisterung .und schöpferischen Atem, der aus den Worten dieser Frauen' die Scharen: der Arbeiterschaft in Palästina durchweht. Diese beiden Bücher ergänzen und durchdringen einander wie Schale und Kern. Es sollte keiner versäumen, diese reife Frucht zu genießen, die die palästinensische Arbeiterinnenschaft uns doppelt bietet. Weidah des Haschomer-Hazair. Am 16. und 17. d. M. fand die Konferenz des Wiener Haschomer statt. Es war die erste Konferenz nach1 der Fusionierung der beiden größten' zionistischsozialistischem Jugendbünde, des Schomer und des Blau-Weiß. Die Eröffnung der Weidah, ihre Verhandlungen nahmen einen; außerordentlich würdigen Verlauf, nicht nur die Referate der Genossen Feninger, Galili und Ch'aim Hoffmann über den Weg der Schomerbewegung, über das Problem Kibuz-Arzi und Kibuz meuchad, sondern auch' die Debattenreden erreichten eim ansehnliches Niveau. Noch erfreulicher war das moralische Niveau der Debatte insbesondere am; Samstag: niemand konnte sich des Eindrucks erwehren, daß) hier gesunde, wirklichkeitsnahe, von jeder haltlosen Schwärmerei freie jüdische Jugend die Verwirklichung des zionistischen' Sozialismus in ihr Lebenszentrum gestellt hat und nun mit sachlichstem Ernst mit den Problemen1 der Selbstverwirklichung ringt. Die Zeit, die seit der Gründung der neuen vereinigten Organisation verstrichen ist, ist, wie mit Recht von Feninger betont wurde, noch' zu kurz, um ein Urteil über ihr Gelingen fällen zu können. Die organisatorische Grundfrage des Schomer ist nun unserer Ansicht nach' die folgende: Vor der Vereinigung hat der Blau-Weiß im Wesentlichen! die westjüdische, der Schomer die ostjüdische Jugend für die bündische zionistisch-sozialistische Jugendbewegung zu gewinnen gesucht; wird der neue vereinigte Bund diesen beiden Aufgaben gerecht werden, besteht nicht die Gefahr, daß eines der beiden Reservoirs nunmehr nicht bearbeitet werden wird, und daß aus ihm nunmehr die bürgerlich-zionistischen; Bünde, der faschistische. „Trumpeldor", vjor allem schöpfen1 werden? Dazu kommt, daß der Schomer heute absolut auf dem Standpunkt der unbedingten Ch'aluziut steht;, das enthebt ihn wie übrigens auch' unseren chaluzischen Bund Mischmar Ovdim nicht der Pflicht, sich die Frage vorzulegen: welchen: Weg geht die nichtchaluzische Jugend? Wir können uns nicht den' Luxus erlauben, auf jene Jugend, die das schwere Joch der Ch'aluziut nicht auf sich nehmen kann, zu verzichten, 'und sie durch1 unsere Nichtbeachtung, die manchmal in1 Geringschätzung ausartet, ins Lager der Assimilation oder des bürgerlichen Zionismus zu treiben. Mit dieser ^dringenden Frage hat sich die Weidah nicht befaßt Es ist dies allerdings eine Frage, um deren' Lösung sich1 die gesamte zionistisch-sozialistische Jugendb'ewegniig bemühen1 sollte und schon um dieses Gegenstandes willen sollte sich das Linkskartell reaktivieren! Der größte Teil der Verhandlungen: war mit Erörterungen über die Frage Kibuz Arzi und Kibuz Meuchad ausgefüllt. Bekanntlich haben sich die Wiener Schomrim. nach der Spaltung des Weltschomer jenem Teil der Bewegung angeschlossen, der zum Kibuz Meuchad, das heißt zur jüdischen1 Arbeiterpartei Palästinas steht Es ist nun den Emissären des scheinradikalen! Kibuz Arzi gelungen, Zellen' innerhalb' des Wiener Schomer zu schaffen!. Die Weidah hat die Gefahr der Spaltung des Bundes beschworen. Wird aber die ideologische Auseinandersetzung Kibuz Arzi- Kibuz meuchad ihr Ende finden? Wir fürchten, daß nein. Wir fürchten: denn wir halten die Ueberlastung der chaluzischen Jugend sowohl in1 Erez als auch im! Gallith mit ideologischen Auseinandersetzungen für schädlich1. Ideologien, Genossen, in Ehren: aber primum vivere deinde disputare. Die Chaluzbewegung wird sich1 zur Anerkennung des Primats des Wirtschaftlichen! durchringen' mJüssen. Glaubt nicht Freunde, daß es sich hier um eine bürgerliche Forderung handelt; es waren sozialdemokratische Kritiker unseres proletarischen1 Aufbauwerkes, die darauf hingewiesen haben, daß ja unsere genossenschaftlichen Siedlungen auf Zuschüsse angewiesen sind, daß sie wirtschaftlich" nicht seil ständig sind. Das muß die erste Sorge der Chaluzb wegung sein: ihren Mitgliedern eine solche berü liehe und fachliche Erziehung zu geben, daß si fähig sind, die jüdische Gemeinwirtschaft in Paii stina ökonomisch unabhängig und aktiv zu gestalte! Auf eine andere, besonders wichtige Folge dies* ideologischem Streites innerhalb der wichtigsten ch; luzischen Jugendbewegung ist bei der Weidah selb aufmerksam gemacht worden. Genosse Arjeh Men*i hat denen, die den unseligen Streit in die Bewegun hineintragen wollen, gesagt: „Die Revisionisten habe keinen Streit über Kibuz m. und Kibuz a!" Und h; damit politisch Wesentliches berührt. Die einzigei die aus dem unseligen Streit innerhalb der zionistiscl sozialistischen) Jugend Gewinn schlagen, sind die äc nistischen Faschisten, So ist denn unser Wunscli möge es der neuen Leitung des Schomer gelingen, di innere Einheit der Organisation zu bewahren und si zum Kampfe gegenunseren gefährlichsten Gegnei den Revisionismus, zu erziehen. lzer. Oeffentliche Anklage gegen di Zionisten-Revisionisten. Am Donnerstag, den 5. März 1931, finde um halb' 8 Uhr abends im Festsaale des „Ältei Rathauses", I., Wipplingerstraße, eine Massenvei Sammlung statt, in welcher gegen; die Zionisten Revisionisten die Oeffentliche Anklage wegei Verrates an der zionistischen Idee und Beweguni erhoben werden wird. Den Vorsitz wird Dr. Adoi Bernay führen, die Anklage wird Mendel Singer ver treten. Alle zion. Gruppierungen sind eingeladen woi den, als, Sachverständige auszusagen. Die Zionisten Revisionisten sind aufgefordert worden, einen Verteiäi ger zu bestimmen. Es ist Pflicht aller Ge uossen zu erscheinen! Freitag, den 27. März 1931, 8 Uhr abends, II, Blumauergasse 1. Die Poale-Zioru im Welt krieg, Referent: M. Singer. Samstag, den 28. März 1931, 8 Uhr abends, II, Blumauergasse 1. Heiterer Abend, anschiies send Tanz. Neue Bücher der palästinensischen Arbeiterinnen. Von Dr. Martha H lo f m a n n. Zwei Bücher aus dem Leben der palästinensischen Arbeiterin sind im letzten Jahre erschienen: das zuerst vor etwa einem Jahre in hebräischer Sprache (Hapoel- Hazair-Verlag) herausgegebene, inhaltsreiche und wertvolle Buch' von Ada F i s c h m a n n „Die arbeitende Frau in: Erez Israel", das anschaulich und sachlich die mehr als 25 jährige Geschichte der palästinensischen Arbeiterinnenbewegung darstellt, liegt nun erweitert, mit sehenswertem Bildermaterial und aufschlußreicher Statistik versehen, in deutscher. Sprache vor. Es wurde von der Moazatlf Hapoaloth (Arbeiterinnenrat) in Palästina gemeinsam mit der Weltorganisation] zionistischer Frauen (W. I. Z. O.) in London herausgegeben. Zweifellos bestand ein großes Bedürfnis nach' diesem Handbuche der Arbeiterinnenbewegung in Palästina und so ist das große Interesse erklärlich, dem dieses für den ersten Anblick spröde, historisch-pragmatische, deskriptive Buch begegnet, das sich' zum Teil auch auf Protokollen von Konferenzen den Arbeiterinnen sowie aus Berichten über den Rechtskampf der Frauen um die politische Gleichberechtigung im Lande zusammensetzt. Viel Material von einleuchtender Genauigkeit und Echtheit ist in diesem Buche der aktivsten Führerin: auf dem Gebiete des ökonomischen und politischen Kampfes der Arbeiterinnen Palästinas umi ihre Gleichstellung, um lihr Recht auf Arbeit und Lohn und Anteil am öffentlichen Leben! in! Erez Israel enthalten. Dieser Kampf war um; so schwerer, als nicht nur die bürgerlichen! Kolonisten den ersten Einwanderung und insbesondere deren Frauen den anfänglich isoliert arbeitenden! und ikämpfenden Ch'aluzoth mit dem Vorurteil ihrer Klasse und der Rückständigkeit ihrer aus der Kleinstadt und •'dem orthodoxen Milieu mit übernommenen „Moralbegriffe" gegenübertraten und es nicht dulden wollten, daß „jüdische Töchter" (!) auf dem1 Felde und noch dazu — Gott behüte — neben männlichen Arbeitern schwere körperliche Arbeit verrichten sollten1, sondern daß auch' die männlichen Genossen ihnen in den ersten Jahren wenig Vertrauen entgegenbrachten und •die Leistungsfähigkeit der arbeitenden Frau unterschätzten.' Es ist ein-psychologisch interessanter Weg, den die kämpfende Arbeiterin, die aus dem Milieu des unumschränkten jüdischen Patriarchates, das das Eigenleben der Frau und ihre Menschenrechte in so ■hohem: Maße negiert, inmitten all dieser Schwierigkeiten zurücklegt, ohne sich dadurch in ihrem Kampfe entmutigen zu lassen. Wir verstehen, wie stark der Protest. dieser Generation gegen die herkömmliche Stellung der jüdischen Frau gewesen sein muß, daß ihr kein Preis zu hoch für die zu erringende Freiheit und Gleichheit erscheint. . Wer Ada Fischmann, die Verfasserin des Buches und Führerin auf diesem! Wege, kennt, weiß ja, wie sehr Protest gegen die Vaterherrschaft, und gegendie Unterdrückung der Frau im! ^traditionellen' jüdischen Milieu ihren Weg mitbestimmt hat. Und so liegt in der sachlich genauen und 'historischen Darstellung dieses Vierteljahrhunderts jüdischer Arbeiterinnenbewegung in Palästina so viel Selbsterlebtes und Durchkämpftes, daß das Buch sich •zugleich1 spannend liest, wie nur je ein Dokument des Freiheitskampfes der Arbeiterklasse. Ganz anders ist die Wirkung des zweiten palästinensischen Arbeiterinnenbuches der letzten Zeit; ich Spreche von „Divre Hoaloth" (Arbeiterinnen sprechen), gleichfalls vom1 Arbeiterinnenrate in Tel-Aviv herausgegeben. In diesem Buche handelt es sich nicht um die pragmatische Darstellung der Entwicklung der Frauenarbeit. Jiier handelt es sich um unmittelbare 'Aussprache aus der nackten Seele der arbeitenden Frau und Mutter oder des jungen Mädchens in den Siedlungen und Städten, den Fabriken und Pflanzungen von Palästina. Das, was diese Mädchen und Frauen ihrer Mutter, ihrer Freundin, ihrem Geliebten oder sich selbst in Form von Briefen oder Tagebuch- Mättern — denn aus diesen besteht das'Sammelbuch — bekennen, sei es innere Zerrissenheit und Qual der Einsamkeit inmitten der Genossen ihrer Kommune, sei es Analyse des Motivs ihrer Flucht aus dem Golus, sei es das Leiden um das Kind, dem die arbeitende Mutter sich' nicht widmen kann, sei es Kritik und tiefsinnige Philosophie über aktives und passives Heldentum oder tiefster Schrei der Not über das letzte Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantworü. Redakteur: Franz Lustig, Elektromonteur, Wien, VI., Stiegeng. 16. - Druck: „Adria", Wien, IL, Taborstr. 52b\ Brigitten'au. In einer am Dienstag, dei 17. d. M., stattgefundenen Besprechung wurde zu: Durchführung der Werbeaktion in der Brigittenai ein Aktionskomitee, bestehend aus den Genossen Tischler, A. Horowitz, Orkin und Samuel Halperi sowie ein Jugend Vertreter, bestellt. Die Organisation arbeiten liegen in den Händen des Genossen Halpern Das Aktionskometee beschloß1, die Werbeaktion au den „Jüdischen Arbeiter" und die Jugendorganisatioi auszudehnen. Es werden daher zwei Werbeversamm lungen für die Poale-Zion und eine Jugend werbever Sammlung stattfinden. Die erste Werbeversammlun^ findet bereits am Mittwoch1, den 4. März, 8 Uh'i abends, im1 Ehrlichhof, XX., Klosterneuburgerstrafo Nr. 10, statt. Weitere Versammlungen folgen! Mittwoch, den 4. März 1931, 8 Uhr abend; im' Restaurant „Ehrlichhof", XX., Klosterneuburger Straße 10. Werbeversammlung. Tagesordnung Was will die Poale-Zion? Referent: Dr. Sau Sokal. Vor- und nachher: Musik und jüdische Schallplatten. Ring des „Jiid. Arbeiter". Dr. Klaber beantwortet die Aufforderung, dei Gen. S. Weiner und spendet S 5.—. Dr. Alfred Löwy beantwortet die Aufforderung der Gen. S. Weiner und spendet S 2.—. Leb ensversi eher urigs** Gesellschaft PHÖNIX Zentrale:■ Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand per Mitte 1930: 8 2,450,000.000*- Oarantiemittel Ende 1929: H 300,000.000 - Prämlen-und Zinsen einnahmen itn Jahre 1929- 8 2^,000.000- Ausz-hlungen an die Versicherten im Jan e 1929: S 30 50O.OOO — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, gechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien.Oriev henland Türkei. Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60 oder 65. Lebensjahr oder bei früheier BEFUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unveifallbarkelt.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs «'Aktien** Gesellschah früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr. 1

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