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Der Jüdische Arbeiter · 1930-06-20 · Heft 13 (20.6.1930) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
7 (1930)
Issue
Heft 13 (20.6.1930)
Date
1930-06-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4. Def jüdische Arbeitet sehen Arbeiterschaft in Polen organisiert» Sowohl der »ßund« als auch die Kümmunistert führen innerhalb der öewerkvereine eine destruktive Politik \ind nützen sie für ihre engen parteipolitischen Ziele aus. . Der Gesinnungsterror gegen Andersdenkende stößt viele unparteiische Arbeiter ab. Auch die Kulturarbeit der professionellen Vereine steht auf einem sehr niedrigen Niveau. 2. Weiter auf dem Standpunkt verbleibend, daß früher öder später eine volle Einigkeit der jüdisch gewerkschaftlichen Bewegung zustande kommen wird, und die letztere ihre frühere Geschlossenheit errreichen wird, bevollmächtigt die Konferenz das neue Zentralkomitee das Problem unserer gewerkschaftlichen Arbeit gründlich und weitgehendst zü klären und gibt ihm in dieser Frage die weitgehendste Vollmacht — bis zur Gründung zentraler gewerkschaftlicher Verbände. 3. Für unsere gewerkschaftliche Arbeit soll ein eigenes Ressort geschaffen werden, daß sich mit dem Hechaluz und anderen in Betracht kommenden Organisationen in Verbindung setzen soll. VII. Arbeitendes Palästina. 1. und 2. haben deklarativen Inhalt. 3. Die Konferenz begrüßt den Beschluß der Histadrut, eine allweltliche Konferenz für das arbeitende Palästina einzuberufen und hofft, daß dieser Kongreß eine große Solidaritätsdemonstration für das arbeitende Palästina werden wird und den Weg zur Regulierung und Verstärkung der Arbeit der Ligen in den verschiedenen Ländern eröffnen wird, 4. Die Konferenz drückt ihre Freude darüber aus, daß unsere Organisationen die führende Rolle in der Arbeit für das arbeitende Palästina innehaben. Insbesondere anläßlich der letzten großen Aktion haben überall unsere Genossen die Hauptlast der Arbeit auf sich genommen. 5. Die Konferenz fordert die Organisationen zur Intensivierung der praktischen und aufklärenden Arbeit für das arbeitende Palästina. 6. Die Konferenz erinnert die Genossen ,daß die Zugehörigkeit zur Liga für das arbeitende Palästina obligatorisch ist. VIII. Zur Arbeit im Hechaluz. Die Konferenz spricht ihre Genugtuung über den aktiven Anteil, den die Partei an der Arbeit im Hechaluz nimt, aus: Ejeweis dieser Aktivität sind dje Hunderte der Partei- und Jugendgenossen, die sich gegenwärtig auf Hachscharah befinden, die Genossen, die nach den Geschehnissen nach Palästina aufgestiegen sind und Mitarbeiter sind, am Aufbau des Landes. 2. Die Konferenz erkennt, daß in diesen Tagen der Prüfung für das Land ein Stamm gut vorbereiteter Arbeiter notwendig ist. 3. Zu diesem Zweck ist eine starke Chaluzbewegung notwendig, in deren Tätigkeitsbereich alle Zweige der Hachscharah; die physische und geistig-kulturelle fallen, und welche in der kibuzischen Bewegung einen Hatiptfaktor in der Erziehungsarbeit sieht. 4. Die Konferenz erkennt auch die Bedeutung des Hechaluz als Träger der Produktivierung der jüdischen Jugend an, als Organisator und Eroberer neuer Arbeitsplätze für die jüdische Jugend und Arbeiterschaft. 5. Die Konferenz beauftragt die Partei, ihre Tätigkeit im Hechaluz. zu verstärken. In Orten, wo es keine Chaluzorganisationen gibt/ sollen solche von unseren Lokalorganisationen gegründet werden. Wo es solche gibt, muß unser Anteil und Einfluß auf ihre Arbeit vergrößert werden. 6. Die Konferenz sieht im Hechaluz die einzige Organisation, die der Hachscharah und Alijäh dient, und fordert alle Chaverim, die ihr Leben mit dem arbeitenden Palästina verbinden wollen, zur Mitarbeit im Hechaluz auf. 7. Die Genossen müssen für die Aufrechterhaltung der ideologischen und organisatorischen Einheit der Chaluzorganisation, die durch die separatistischen Bestrebungen gewisser Jugendorganisationen bedroht ist, eintreten. Besondere Aufmerksamkeit muß irn gegenwärtigen Augenblick der kulturell-erzieherischen Arbeit zugewendet werden, deren Zeit insbesondere die Festigung des kibuzischen Strebens und sozialistischen Bewußtseins. sein muß. 8. Die Pflicht unserer Genossen ist es, darüber zu wachen, daß die Kulturarbeit des Hechaluz in He b r ä i s c h und jiddisch geleistet wird. "Jödisehe Arbeiterbewegung in England. (Von1 unserem Berichterstatter N—s.) Wie euch' bekannt ist, besteht in London ein jüdischer Arbeiterrat. Nunmehr wurde auf Initiative 'des, Londoner Arbeiterrätes die Arbeit auch' auf die Provinz erstreckt. Am 6. April fand in London eine Konferenz der jüdischen ArbeiteVorganisationen von 'ganz England statt, die beschlossen hat, den „jüdisch- Ttationalen Arbeitercouncil" für England zu gründen. An der Konferenz nahmen 34 Delegierte teil, die 18 Organisationen zu vertreten Tratten. Viele Organisationen, die nicht vertreten waren, haben• schriftlich Solidaritätskundgebungen gesandt. Die 34 Delegierten Sin'd im Auftrag'folgender Organisationen1 erschienen: Mäntelschneiderorganisationen, Kinderkleiderarbeiter (London); Vereinigte Damenschneider, Jüdischer Bäckerverein: (Leeds); Londoner Zweigverein der Poale- Zibn, Jugendorganisation der Poale-Zion, die Arbeiternngzweigvereine. Die 18 Organisationen zählen fast 10.000 Mitglieder. ' Die Konferenz hat folgende Beschlüsse gefaßt: Der gegründete' Arbeitercouncil soll von folgenden Körperschaften gebildet werden: Trade Unions, jüdische Sektionen der englischen Trade Unions, sozialistische Arbeiterorganisationen und Zweigvereine vom Arbeiterring, Der nationajjüdische Arbeitercouncil verpflichtet sich, die Interessen der jüdischen Arbeiter politischer, ökonomischer un'cP kultureller Natur zu vertreten, und1 zwar sowohl in England1, als auch in altert übrigen Länder mit jüdischer Siedlung. Die Grundlage .der Tätigkeit des Councils sollen die Prinzipien der englischen sozialistischen Arbeiterbewegung bilden. Der Council soll in jeder Hinsicht die Agitation gegen die „Fremden" bekämpfen und sich" auch gegen die bestehenden Fremdengesetze wenden. Er soll das Asylrecht verteidigen1 und für bessere Naturalisationsbedingungen für diejenigen eintreten', die schon: fünf Jahre oder länger in England leben. Der Council hat in jeder Hinsicht, insbesondere durch Beteiligung an allgemeinen und Munizipalwählen, die british Labourparty zu unterstützen.. Zu den Aufgaben des Councils gehört auch die Kulturarbeit unter den jüdischen Arbeitern. Die Exekutive gliedert sich in drei Sektionen: in die politische, ökonomische und kulturelle. Das Generalsekretariat iurid! andere wichtige Funktionen werden von unseren Genossen! besorgt. Von unserer Rumänischen Bruderpartei. Am 26. und 27. April fand eine Beratung Unserer Organisationen 'in Bessarabien statt. Vertreten' waren 6 Orte, die zusammen 400 Mitglieder (Jugendliche und Erwachsene) zählen. Diese Organisationen sind erst am Anfang der Entwicklung. Es wurde die Errichtung eines Sekretariates in Kischinev und die Herausgabe eines Organes beschlossen. Die Beratung hat sich auch mit der Frage des Jehud befaßit und folgende Resolution gefaßt: „Die Beratung erkennt an, daß die Frage des Jeh'ud auf die Tagesordnung der Bewegung gestellt werden' m'ußi und daß, die Jehud vollzogen werden! muß auf dem Boden der Poale- Zion-Weltbewegung." Weiters wurde dem Verbandsburea'u das Vertrauen: ausgesprochen1, die Schaffung von! Ligen für das arbeitende Palästina in1 ganz''Rumänien beschlossen und wurden die Parteimitglieder zur verstärkten Arbeit für den jüdischen Nationalfonds aufgerufen. Jerusalem. Von Irma Singer,1 Dagania. Das Antlitz dieser Stadt gleicht' einer Brücke,. Die zwischen Süd und Ost und Nord und West erbaut, Mit granitgrauem, hartem Denkerblicke Auf buntes Treiben vieler Völker schaut. Armenier, das Haar gerafft in Knoten Und Jesuiten mit dem Rosenkranz. Griechen, in Westen, goldbetreßten, roten, Perser in Farben mit verblaßtem Glanz. Ein Mufti, stolz und schön, wie ein Prophet, Und hinter ihm versklavt ein Eseltreiber, Der schnalzend durch die Stadt sein Grauchen lenkt. Hastig, im Kaftan und mit Schläfenlocken geht Geduckt, ein stubenblaßer Thoraschreiber, Auf dessen Stirn noch Fluch des Galuth hängt. Richter Brandeis spendet 15.000 Dollar für den PAK- Richter Brandeis, der Mann, der immer für die Rechte des Privatkapitals im 'Zionismus eingetreten ist und der als Zeuge für den Teil des Zionismus galt, der gegen den kooperativen Geist innerhalb Erez Israels hetzt, hat in Anerkennung des initiativen Wirkens der Histadruth, der heldenhaften Haltung der palästinensischen Arbeiterschaft, sei es in einer Krise der Bewegung oder zur Verteidigung der Positionen im Lande, 15.000 Dollar für den PAF, gespendet. An dieser Spende soll uns nicht ihre Größe, denn sie ist die größte aller bisherigen Einzelspenden, sondern der Spender selbst freuen. Denn hier wurde einmal von der praktischen vernünftigen Seite die Realität des Schaffens der palästinensischen Arbeiterschaft anerkannt. Die Kultusgemeinden in Polen gegen die Sperre! Die Beratung der Kultusgemeindevorsteher, die nach Warschau zum Protest gegen die Drosselung der Alijah einberufen wurde, hat die ganze Misere der Kultusgemein ■ den in Polen zu Tage gebracht. Daß man sich an solch eine Zusammenkunft nur bei dieser Gelegenheit erinnert hat, zeigt klar den Charakter der Kultusgemeinden in Polen, in welchem der Wille der breiten Massen der jüdischen Arbeiterschaft und Jugend nicht zum Ausdruck kommen darf. Anstatt eines mächtigen Protestes der organisierten jüdischen Oeffentlichkeit in Polen, die ihr klares Wort in dieser, für unsere national-soziale Befreiungsbewegung, entscheidungsvollen Stunde sagen sollte, war diese Zusammenkunft eine gewöhnliche Konferenz mit einem sehr niedrigen Niveau. Mit der Ausarbeitung des Memorandums hat man sich auf Herrn Farbstein, den Vorsitzenden des Jüdischen Sejmklubs, verlassen - er weiß es schon, wie man mit »Herrschern« sprechen muß — und es wurde auch ohne vorherige Prüfung durch eine Kommission und ohne Debatte angenommen. Unser Genosse Marz, der Vorstandsstellveftreter der Kultusgemeinde iri Piofrkow, hat im tarnen der Partei die Erklärung abgegeben, sie. könne unter diesen Umständen weder für dte Konferenz, noch für das Memorandum die Verantwortung tragen. B. An die judische Bevölkerung! Der jüdische Höchschulausschuß, die Exekutive des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs »Ju* däa«, dem die Aufgabe der Linderung der großen Not der jüdischen Studenten zufällt, ist ohne Geldmittel. Da es sich um das Schicksal der jüdischen Studenten handelt, muß der Jüdische Hochschulauschuß, im Bewußtsein seiner Verantwortung, an die breite jüdische Oeffentlichkeit mit der Bitte herantreten, den Institutionen der jüdischen Studentenschaft zu Hilfe zu eilen. Für den jüdischen Studenten ist die Lage durch die ökonomische Krlsis und den Mangel jeder Verdiertstmög^ lichkeit eine sehr traurige geworden. Hunderten von Studenten droht die Gefahr, daß sie ihr Studium knapp vor der Absolvierung werden aufgeben müssen und so um die Früchte ihrer Arbeit gebracht werden. Auch die lebenswichtigen Institutionen der jüdischen Studentenschaft, wie: Krankenfürsorge, Studentenheim, Mensafreitische, Lehrbehelfaktion usw. stehen wegen des Geldmangels vor dem Zusammenbruche. , Der jüdische Höchschulausschuß sieht sich deshalb gezwungen, die gesamtjüdische Oeffentlichkeit auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen und zur raschen und ausgiebigen Hilfe aufzurufen, um den Zusammenbruch aller lebenswichtigen und unter großen Opfern geschaffenen Institutionen der jüdischen Studentenschaft zu verhindern. Es handelt sich um die Zukunft des jüdischen Nächwuchses, der von den Quellen der Bildung nicht abgeschnürt werden darf. Die blutigen Ereignisse in Palästina (1929) und der internationale Sozialismus Preis S 1.50 zu beziehen durch: „Der jüdische Arbeiter" Wien, II. Bezirk, Blumauergasse Nr. 1 Für jeden S die der Gemeinde Wien ü 8 Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermögen für alle Einlagen in der Zen- - - - ■ tralsparkasse - - - - .:. mm L eb en s v ersi ch er ungs*» Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr, 2 Versicherungsbestand Ende April 1930: 8 2,400,000.000«- GarantiemitFel Ende 1929: 8 300.000.000'— ___ Prämien-und Zinsen einnahmen im Jahre 1929: s »20,000.000 — Auszahlung an die Versicherten im Jan e 1929: 8 28.000.000'— TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoßlavien, Bulgarien,Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung Hqii mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei frühet er BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie, Sofortige Unveifallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs^Aktien* Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handeh Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr, 1 Eigentümer, Verleger, Herausgeber u, verantwortl. Redakteur: iMarkus Lachs, Angestellter, Wien, IL, Gr, Sperlgasse 19. — Druck: »Adria«, Wien, II., Taborstraße "52 fe,

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