Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- Heft 10 (20.9.1929)
- Date
- 1929-09-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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>* ain ü oCInS 4 utarmtiawiiirf Der jüdische Arbeiter Nf* 9 ties jüdischen Proletariats ablegen' konnten!: bei der ^fthtei^ItfeendöJ, Wahrhaft i n t e r n a t i o n a I e n Er- Öffnun^skundgebüttg am Hetdempläte, wo unser Sprecher in hebräischer Sprache die jugendmternationale begrüßte und1 nach seinen Begrüßungsfworten die Musik unser Schwurlied spielte, beim Fackelzug lund1 dem großen Aufmarsch über den Hing, an welch letzterem unsere Jugend; 600 Köpfe stark, teilnahm überall das gilt insbesondere für die Palästinenser begeistert begrüßt wurde. Zum Kongreß der sozialistischen! Ijugendinternationale entsandte unsere ijugend fünf Delegierte, die sich auch an der Arbeit "der Kommissionen beteiligten, im Plenum ergriffen die palästinensischen Genossen Czertok und Scherf das Wort. Die jüdischen Veranstaltungen im Rahmen des Jugendtreffens nahmen mit einem Begrüßiungsabend unserer Organisation für die ausländischen Genossen ihren Anfang; es sprachen die .Genossen Singer und Lustig und die Vertreter der Delegationen. Die Welt- 'konferenz der jüdisch-sozialistischen Jugend wurde Äni einer feierlichen Versammlung eröffnet, im Namen ties Verbandsb'ureaus begrüßte Gen. Dr. Sokai die Beratung. Folgende Referate würden auf der Konferenz gehalten: Czertok (Palästina): der Weg der jüdischen Arbeiterjugend; Berdischovsky (Polen): der •Kampf der jüdischen Jugend in Polen; Spießmanri (Zentralbureau): Organisationsbericht; Kagan (Polen), Stander (Wien): zofeh ovedi; K. Lieb'stein (Tschechoslowakei): die Lage und die Aufgabe der jüdischen ijugend inj Westeuropa. Was den Inhalt der Referate anbetrifft, so waren sie, soweit sie keine Berichte darstellen, außerordentlich allgemein gehalten, was nur bei einem theoretisch so interessanten Vortrag wie dem Liebsteins verzeihlich' ist; die Rede Czertoks war von der Besorgnis erfüllt, daß das jüdische Volk im Konkurrenzkampf u m Palästina ins Hintertreffen geraten könnte, eine Befürchtung, die auch in: den 'Referaten Ben Aris und Rezniczenkos anläßlich einer Versammlung des Hechaluz zum Ausdruck kam. und wohl als charakteristisch für die Stimmung der palästinensischen Arbeiter bezeichnet werden darf. In der Debatte der Beratung brachten Scherf und Teitelbaum 'kluge Bemerkungen zu den prinzipiellen! Fragen der .. (Jugendbewegung vor, während insbesondere die mossen Lustig und Silver (Amerika) in außerordentlich scharfer Weise auf die absolute Unzulänglichkeit des von S pießm a n geleiteten Organisationsbureaus hin .wiesen, welche Kritik man nach' der schwächlichen Verteidigung S pießm an s leider als berechtigt an erkennen muß, um so mehr, als diese organisatorische Unfähigkeit auch das Ergebnis gezeitigt hat, daß die Konferenz nach einer Ansprache des Gen. Reiß, ohne Beschlußfassung auseinanderging: denn die gewählte Resolutionskommission, die von der Konferenz auch zur ßeschlußfassung ermächtigt wurde, trat nicht mehr "•zusammen. Trotz dieser durch die schlechte Vorbereitung seitens des Organisationsbureaus (Leiter: Genosse Spieß; mann) verschuldeten Unzulänglichkeit der Arbeit der Konferenz hoffen wir, daß der nunmehr bestehende Kontakt der Führer unserer in aller Welt zerstreuten Jugendorganisationen ihrer Arbeit förderlich sein wird! Entscheidung über den Zusammenschluß beü der Gesamtmitghedschaft der beiden Parteien. Das Referen dum hat nunmehr stattgefunden und hatte ein positives Ergebnis, so daß die Vereinigung endgültig voll zogen ist. Von der Achdüt-Avodah beteiligten sich 2453 Mitglieder an der Abstimmung: 81,6 Prozent stimmten für, 16,6 Prozent gegen die Vereinigung, 1,8 Prozent gaben leere Stimmzettel ab. Die stärksten Minderheiten wiesen die Organisationen in den Städten (18,5 Prozent) und in den-Kolonien (18,7 Prozent) auf Beim Häpoel-Hazair war das Ergebnis vom Stand punkt der Vereinigungsfreunde etwas günstiger: von den 1522 abstimmenden Mitgliedern stimmten 85 Pro zent für die Vereinigung, 10 Prozent dagegen und 5 Prozent enthielten sich des Votums. Die vereinigte jüdische Arbeiterpartei in Palästina. Nach der von uns seinerzeit veröffentlichten) Plattform, die die Grundlage der Vereinigung der Achdut- Avodah mit dem Hapoel-Hazair bildet, lag die letzte Vorzügliche Informationsquelle. Erscheint einmal wöchentlich illustriert. Kapay-Mitteilungsblatt! (jiddische Ausgabe) Bio Zentrale des PalästanaoArbeiterfondö in Tel-Aviv, Palästina, bringt die neuesten Nachrichten aus der palästinensischen Axbeiterbewegung. Vorzügliches Naohsohlagmaterial. Abonnementgebühr für l/a Jahr iy? Dollar, für 1 Jahr 2V8 Dollar. AnrneWnngen nimmt entgegen: Verein der* Freunde des arb. Palästina, Wien, II., Taborstraße Nr. 1 Beschlüsse der achten Weltkönferenz. Leider sind1 uns vom Verbandsbureau bis nun nur diese Beschlüsse zugekommen: a) 1. Die Weltkonferenz sieht in der Zustimmung zu der Vereinigung von Achduth Awodah und Hapoe Hazair zu einer zionistisch-sozialistischen Partei den Ausdruck eines Einheitsstrebens der Arbeiterschaft zur Stärkung der Mächt der jüdischen Arbeiterklasse in Palästina. Die Weltkonferenz bedauert, daß; diese Vereinigung die Genossen in Palästina zu einer zeitweiligen organisatorischen Absonderung vom Weltverbänc führt. 2. Der Weltverbänd1 stellt die weitere Zugehörigkeit der gemeinsamen Vertretung der Vereinigten Partei und' des Weltverbandes Poale-Zion (vereinigt mit Z. S.) zu der 'sozialistischen Arbeiterinternaticmale fest; dieser Zustand soll bis zur Normalisierung der gegenseitigen [organisatorischen Beziehungen fortdauern. 3. Die Vereinigung in Palästina stellt den Weltverbänd vor die Aufgabe, die Möglichkeit einer Vereinigung aller zionistisch-sozialistischen Kräfte der Welt zu klären. Die Weitkonferenz übersieht dabei nicht die ernsten prinzipiellen und taktischen Differenzen in der politischen und kulturellen; Tätigkeit zwischen Poale-Zion und Hitach'duth'. Die Weitkon ferenz ermächtigt, das Verbandsbureau, die Verhand lungen mit wallen zionistisch-sozialistischen Organisationen betreffend eine Vereinigung im Weltmaßstab auf Grund1 der Prinzipien: des Weltverbandes und der Wiener Plattform für Vereinigung einzuleiten. Die Resultate der Verhandlungen müssen einer kommen den Weltkonferenz vorgelegt werden. In der Diaspora darf, eine Vereinigung im: Landesmaßstab nur mit Zustimmung des Weltverbandes vollzogen werden, b) Die Weltkonferenz nimmt den Bericht des europäischen Sekretariats und des Londoner politi sehen Bureaus zur Kenntnis und spricht den Genossen, die die Arbeit daselbst geleistet haben, ihr Vertrauen aus. c) Die Weltkonferenz nimmt den Bericht unserer Vertreter in der sozialistischen Internationale zur Kenntnis. d) Die Weltkonferenz begrüßt das sozialistische Komitee für das arbeitende Palästina und beauftragt unsere Vertreter, daselbst die politische Aufklärungsarbeit für das arbeitende Palästina fortzusetzen und zu verbreiten. (Zwei weitere Beschlüsse beziehen sich' auf den Zionistenkongreß und sind somit nicht aktuell.) Das hebräische Unterrichtswesen in Amerika. Unter dem Vorsitz Dr. Tartakovers fand am 25. August ein Empfangsab'end zu Ehren der in Wien weilenden hebräischen Schriftsteller und Lehrer aus Amerika statt. Die Versammlung stand1 ganz unter dem Eindruck der furchtbaren Nachrichten aus Palästina und nicht ganz mit Unrecht fragte Dr. Zyp* kin, ob angesichts dieses Unglücks sich diese Veranstaltung rechtfertigen ließe, Persky und Biber gaben interessante Informationen über die Verbreitung des hebräischen Unterrichts in den Vereinigten Staaten1. 25 Prozent der jüdischen Jugendlichen genossen hebräische« Unterricht. Man dürfe sich von den Namen der verschiedenen Schultypen nicht verführen lassen: was dort Talmud-Tora und Jeschiba heißt, hat mit den gldchnamigen' rein religiösen! Institutionen im Osten nichts zu; tun. Die Talmud-Tora Äst eine moderne hebräische Sprachschule, In der auf Grund der Ber» litzmethpde unterrichtet wird, und Jeschwot sind Schultypen; in welchen allgemeine und jüdische .Bildung vermittelt wird. Wichtig als Krisallisationspünkte des jüdischen Lebens sind die sogenanntem „Zentren", klubärtige Institutionen, in welchen sich das jüdische Leben konzentriert. Im übrigen wird in der hebräischen Sprachbewegung drüben ein Kampf . um die »richtige" Aussprache geführt, AschkenasisCh! oder Sephardisch ist die Frage. So hat man den Rednern und Veranstaltern für manche' interessante Information zu danken und dafür, daß« einem einmal zum Bewußtsein gebracht wurde, daß das amerikanische Judentum mehr ist, als. der Kassier des jüdischen Volkes. I Adolf Melzer. | Adolf Melzer, der einst gefeierte jüdische Schauspieler und Sänger; starb vor kurzem ein Krakau. Ihn ereilte das Schicksal vieler Schauspieler — rasch vergessen zu werden. Melzer spielte am jüdischen Theater eine hervorragende Rolle. Er trug sehr viel zur Entwicklung des jüdischen Theaters in Galizien bei. Er wirkte auch viele Jahre (zum letzten Male im Jahre 1928) in Wien.;; Die Wiener städtischen Elektrizitätswerke. Kein Mensch könnte sich heute mehr die Welt ohne Elektrizität vorstellen. Elektrische Schnellbahnen sind heute für eine Großstadt ebenso unentbehrlich1, wie für den Spaziergänger in der Nacht die Straßenbeleuchtung und für die moderne Hausfrau der Elektrokochautömat und der Elektroheißwasserspeicher. Die Wiener städtischen Elektrizitätswerke, die Wien mit elektrischer Energie versorgen, sind Riesenwerke. Den Anforderungen der Zeit entsprechend wurden sie von( der gegenwärtigen Stadtverwaltung gewaltig ausgebaut. Wasserkraftwerke wurden 'geschaffen, Ueberlandzentraien errichtet und die Werke selbst modernst ausgestaltet. Die Energieerzeugung, die im Jahre 1913 nur 199,158.021 Kilowattstunden Strom betrug, stieg im Jahre 1928 auf 538,003.534: Kilowattstunden. Dementsprechend ist auch die Zahl der Stromabnehmer gewaltig gestiegen. Jm Jahre 1913 gab' es in Wien nur 92.500 Stromkonsumenten.. Am 1. September dieses Jahres aber versorgten die Wiener städtischen Elektrizitätswerke schon 592.461 Abnehmer mit Strom. Trotz der gewaltigen Ausgestaltung des Werkes ist es der Stadtverwaltung gelungen, die Strompreise sehr niedrig zu halten. Die Wiener städtischen Elektrizitätswerke arbeiten nach dem: Grundsatz der Selbstkostendeckung und haben daher keinen Reingewirin an die Gemeindekassen abzuführen. Dadurch wurde erreicht, daß die Preise für den elektrischen Strom heute weit unter dem Friedenspreis stehen. (Entgeltlich.) iiiiiiiiiii'iiiimiihiriiiiiiiii^ Lebensversicher ungs«Ges ellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand Ende Juni 1929; 8 2,000,000.000*- Qarantlemittel Ende 1928: 8 242,000.000«- Primien- und Zinsenelnnahmcn Im Jahre 1928: 8 97,500,000*— Auszthlung an die Versicherten im Jan e 192i; 8 26,500.000'— TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, JugoslavJen, Bulgarien.Griechenland.Türkei, Aegypten, Palastina. Pensiqris-Versicherung HCU; mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Primie. Sofortige Unvei fall barkeit.) gemeinschaftlich mit der Vcrsicherungs A k t i en * G e s e 11 s c h a f t früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr, 1 h,,HI^!ii!,Mili''!;;!,«(lH,!;;!«iliHi^;,uiiiiM!:;: ISgwtiime*, Verleger, Öer»u9geber u. vwaotwortl, RedaM»ur: Markus IaoIis,. Angwtenter, Wie», II., Gr. Sperlgasse 19. — Druck: „Adaria", Wien, II., Tabwtreö© 63 b,.