Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 6 (1929)
- Issue
- Heft 8 (9.7.1929)
- Date
- 1929-07-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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SdtaJ Der jüdische Arbeiter Nr. 8 Felix Saiten spricht über Theodor Anlä&lichl des 25. Todestages veranstaltete das zionistisch'e Landeskomitee eine Herzl-Feier und lud Herrn Saiten ein, die Festrede zu halten. Herr Saiten sprach., ein Feuilleton, mit zahlreichen Geschmacklosigkeiten gewürzt. Insbesondere verwährte sich Herr Saiten dagegen', als Nationaljude oder Zionist bezeichnet zu werden. Wer Herzl versteht, dürfte nicht überrascht sein, Einige Tage nachher mußte Mausend Saiten dem internationalen Pen-Kongreß als Deutscher eröffnen. Außerdem mußte ja diese „Rede" am nächsten1 Tage im Wortlaut in der „Neuen Freien Presse" veröffentlicht werden.; , Aber, was geht das das zionistische Ländeskomitee an? Darf jeder Schmock*, der Herzls Kollege in einer Redaktion war, eine Festrede in einer zionistischen Veranstaltung halten? Die „Fahnenfrage". .Das zionistisch'e Wien hat nun auch seine Fahnenfrage gehabt und der sensationslüsterne Vertreter der I. T. A. hat diese,Nachricht in-der gesamten' jüdischen Presse publiziert. .Was ist nun daran wahr? Die' „Radikalen", ^Revisionisten" und die Couleur- Studenterii muteten unserer Jugend zu, daß sie nicht unter ihrer rotem Flagge zum Herzlgrabe ziehen soll. Es ist selbstverständlich1, daß unsere Jugend darauf 'b'eharrt und es durchgesetzt hat, daß jede Gruppe •unter ihrer Fahne marschieren soll. Und unser imposanter Zug zum Herzlgrabe stand im Zeichen, unserer roteni Fahnen. von Quer durch Wien im Autobus. ' < i' * ' . . ■ * ■'■' •*'' ' r Den Anforderungen /des modernen Großstadtverkehres entsprechend, ist die Wiener "Gemeindeverwaltung;' stets bemüh't, den1 schon bestehenden Aiitobusverkehr mach jeder Richtung hin auszugestalten. * . Es ist Tatsach'e, daß sich' der städtische Autob'usverkehr in Wien! immer mehr einbürgert. Wäh •reffdim Jahre 1927 11,4 Millionen Fahrgäste den städtischen! Autobus benützen, wurden im vergängegen Jahre schöhl 12,7 Millionen Fahrgäste beförderte Die Zunahme beträgt 1,25 Millionen; Fahrgäste Der städtische Autobusbetrieb weist im vergangenen Jahre eine Fahrtleistung, von 929.000 Kilometer auf. Davon entfallen auf den Tagesverkehr 673.000, auf den Nachtverkehr 181.000, auf- Sonderwagenfahrten 75.000 Kilometer. Gegenüber der Fahrtleistung im Jahre 1927, die 891.000 Kilometer betrug, ist die Fahrtleistung im Jahre 1928 um 38:000 Kilometer gestiegen. Gegenwärtig besorgen' an Werktagen 7 Uhr 30 in Zeitfolgen von 4 bis 6 Minuten folgende Linien! den 'Tagesverkehr: Schottenring—Stübenring, Kärlspjatz—Schweden platz, .Bellaria—Börse, Westbahnhof—Mariahilferstraße—— Holland , straße—Praterstern;,Gersthof—GentzgaSse—Volksöper —Währingerstraße—Herrengasse, Oper—Argentinierstraße— Südjbahn^Amalienbad, Franz-Josefsbahnhof (Alth'anplatz)---Piorzellangasse—Hohenstaufengasse — Renngasse—Am Hof —. Graben — Kärntnerstraße— Margaretenstraße—Siebenbrunnengasse —Margaretengürtel j(Reumannhbf), Elterleinplatz—Hernalser Hauptstraße—Alserstraße—Schottengasse — Wipplingerstr. —-Hoher Markt—Wollzeile—Landstraßer Hauptstraße —St. Marx und Kriemhildplatz—Gablenzgasse—Neustiftgasse—Rathlaus—Teinfaltstraße—Tief er Graben! — Salzgries V- Franz-Josefs-Kai — Löwengasse — Rotundenbrücke. Von Mitternacht bis 3 Uhr früh' verkehren in Intervallen! von 7 bis 30 Minuten die Linien: Praterstern—Stefansplatz—Südbahnhof,"" Stefansplatz—Nußdorf erstraße—Silbergasse, Stefansplatz—Währingerstr. —Gersthof, Stefansplatz—Alserstraße—Wattgasse^und Stefansplatz—Mariahilferstraße—.Hietzing Am Platz. (Entgeltlich.) Wir ersuchen die p, t. Abonnenten, die Abonnementsgebühr mittels beiliegenden Erlagscheines auf 'unser Pöstsparkassenkonto Nr. 17.878 überweisen zu wollen. mm^SSS3^EESES&*m wm^tSSSm^BSSSO^m I r*^P^^^^^^^P2S£# ESmmm^^^^^EmmSmmmJ ^^EmmmmmW^ ^^ES^ Die Delegierten-Versammlung des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina, Wien* Samstag, den 27. April d. J< tagte im großen; Saale des Arbeiterheimes „Borochow" die Generalversammlung des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina. Den Vorsitz der gut besuchten Tagung] führte* Ing. Krämer. Für die zurücktretende Leitung erstattete Gen. Schapira den Bericht. Drei Fragenkomplexe sollte die Vereinsleitung einer Lösung zuführen oder deren Lösung wenigstens anbahnen. Nach innen sollte die Verbindung mit den korporativ angeschlossenen 8 Organisationen verstärkt werden/ — In propagandistischer Beziehung mußten Wege gesucht werden, um den1 Verein und dessen Ziele nach' außen hin zu popularisieren'. Dieses Arbeitsgebiet war des wegen so schwer zu meistern/weil fast alle Propagandaarten einen recht problematischen W e r t a u f w e i s e n. Nur die geschmeidigste Anpassung an die Verhältnisse in Verbindung mit der Nutzbarmachung, der bereits gemachten Erfahrungen vermochte die eine Erkenntnis in die Tat umzusetzen: „Propaganda muß so betrieben! werden, daß keine Geldversch'wendung eintritt." Dies erschien nicht bloß aus dem Gründe notwendig, weil die Anhänger unserer Bewegung effektive materielle Leistungen im weitesten Maße wünschten, sondern noch mehr wegen der unsicheren. und auch zu schmalen finanziellen Basis. — Das Hauptgewicht mußte auf finanziellem Gebiete vorwiegend auf die Systematisiert!ngi, auf die regelmäßige Gestaltung der Eingänge gelegt werden. Es war auch klar, daß daneben neue Einnafomsquellen erschlossen1 werden mußten. Der Erreichung dieser Ziele stand ein großes Hindernis — das Zusammenschrumpfen der Leitung — im Wege. Dennoch wurden Fortschritte erzielt Die Durchdringung der kollektiv angeschlossenen Organisationen hätte sicherlich Erfolge aufzuweisen. Die zionistische Arbeiterpartei „Hitachduth1" ist in der abgelaufenen Periode das erste Mal wirksam für die Ziele des Vereines eingetreten. Die Anteilnahme der Mitgliedschaft der jüd. soz. Arbeiterorganisation! „Poale Zion" an der Aktion zugunsten des Palästina-Arbeiter-Fonds ist .beträchtlich gestiegen. Die Vereinigung „Werktätige Juden" hatte dem Vereine die Spalten der Jüd. Volkszeitung zur Verfügung! gestellt. Die breitere Tätigkeit des. Vereines hatte Höhere Anforderungen an die'Tcollektiv angeschlossenen fünf Jugendorganisationen gestellt und diesen Anforderungen ist die Jugend auch, nachgekommen. Die sechste dem Vereine kollektiv5 angeschlossene Jugendorganisation, der Wanderbund „Blau-Weiß", konnte nicht: in demselben Maße in Aktion treten, nachdem der Beitritt erst "knapp vor der Generalversammlung erfolgt ist. Immerhin war eine bemerkenswerte Beteiligung in der April-Woche festzustellen. — Sind diese Fortschritte sehr zu begrüßen, so darf für die Zukunft doch das Ziel nicht außeracht gelassen werden. Die •Durchdringung der Gruppen hat noch 1 ange nicht jenen Grad erreicht, über den hinauszugehen praktisch unmöglich sein sollte. Höchstens 5 bis 8 Prozent der Gruppenmitgliedschaften der kollektiv angeschlossenen 9 Organisationen ist im Vereine als Einzelmitglied eingetragen. Die Beteiligungsziffer der Mitglieder der Gruppen an der Aktion zugunsten des Palästina-Arbeiter-Fonds kann sicher noch um das drei- bis vierfache gesteigert werden. Deswegen müssen die Bemühungen zur Herstellung einer innigeren Verbindung mit den kollektiv angeschlossenen Organisationen fortgesetzt werden und die Losung lautet auch für das nächste Jahr: Tretet dem Vereine als Einzelmitglieder bei! Die Zahl der .Einzelmitglieder ist um ca. . 180 gestiegen. Ungelöst ist die Frage der Propaganda, der A u f k 1 ä r u n gs a r b e i t. Das; Nächrichtenblatt ist wohl, notwendig,. aber diese Verbindungsmöglichkeit würde auch1 dann dürftig erscheinen, wenn, was nicht der Fall war, das Nachrichtenblatt regelmäßig einmal monatlich erschienen "wäre. Ein Korrektiv kann nur in den Leistungen des Vereines und ihrer publizistischen Auswertung gefunden werden. Diese indirekte Beeinflussung erscheint als die momentane Möglichkeit, sowohl für die Einzelmitglieder des Vereines, als auch1 für die Mitgliedschaft der korporativ angeschlossenen Organisationen. Mit dem Unterschiede vielleicht, daß' die Führerschaften, der letzteren in stärkerem Maße auf die eigenen Kreise einwirken könnten. In propagandistischer Beziehung wurden, Verschiedene Wege gesucht. Die breiter angelegten frei zugänglichen Veranstaltungen, erfreuen sich nur dann regeren Zuspruches, wenn ausländische Delegierte, z. B. Vertreter der palästinensischen Arbeiterschaft als Referenten auftreten. In dieser Hinsicht wäre der Preußsche Besuch' zu werten. Seine Vorträge (Hotel Post, Zentralstelle für sozialistisches Bildungswesen; Jugendmeeting u. a.) haben aufrüttelnd gewirkt. — Die Aktion zugunsten der. Arbeiterkrankenkasse (zwecks teilweiser Ausstattung des zentralen Spitales im Kolonisationsgebiete des Emek), welche mit der Publikation des mit Unterschriften bekannter Persönlichkeiten] verseherieri! Aufrufes eingeleitet wurdey brachte eine Annäherung weiterer Kreise. Deren organisatorisches Erfassen gehört, zu den zukünftigen Aufgäben. Die gemein-* sänt mit der Bruderligä der tschechoslowakischen Rew publik herausgegebene Broschüre gestattete den Atif*' gabenkreis des Pälästina-Arbeiter-Fonds einer breiteren Oeffentlichkeit näherzubringen. E i n e g a n ze R e i h1e von Verbindungen wurden neu geschaffen, deren Ausnüt2urtgiundi Ausbau eben* falls zu den kommenden Arbeiten gehört* Hinsichtlich des Nachrichteriblattes sind gewisse Vorarbeiten getroffen worden. Hoffentlich, wird es bald möglich sein, mit einem gedruckten, illustrierten Blatte vor die Oeffentlichkeit zu treten. Zu den künftigen Arbeiten gehört auch die Vorbereitung einer Palästinareise, ebenso die Vorarbeiten für den» Kongreß. Die finanziel 1 en Leistuwgen des Vereines sind, dank verbesserter Methoden, sicherer, und grÖ| ßer. Der Kulturkommission der Arbeiterorganisatiori wurden in diesem Jahre ca. 450 weitere Bände zur Verfügung gestellt, so daß sich' diese Leistung des Vereines in der vor- und diesjährigen Arbeitsperiode (1927/28 und 1928/29) auf ca. 1200 Bücher stellt. Erwähnenswert ist auch der Versuch, für die Arb'eiterinnenwirtschaften Interesse zu wecken. Ueberhaupt haben alle Referate eine e'rweiferte Arbeitsbasis aufzuweisen. So Kassa (E. Welt), Presse- Broschüren (Ing. Krämer), Veranstaltungen (Hecht), Krankenkassa (Dr. Teitelbaum).usw. > Der Berichterstatter kam dann noch' einmal auf die finanziellen Leistungen zurück und1 betonte die Notwendigkeit größerer Regelmäßigkeit bei den Ueberweisungen an die Zentrale des Palästina-Arbeiter-Fonds. Als Losung gelte es, nunmehr die bisherige 200-Pfund-Grenze zu überschreiten und sich der 500-Pfund-Grenze zu nähern. . Im Kassabericht erläuterte Gen. Welt die einzelnen Posten und wies auf die im Interesse der Uebersicht lind Klarheit notwendige Trennung zwischen Regie und Leistungsbudget hin. Gerade durch diese Trennung sei es am leichtesten zu kontrollieren, inwieweit diejenigen Einnahmen, welche eindeutig zur Regiedeckung, herangezogen werden können, die Regie auch decken. Die Ueberweisungeit an die Zentrale. des Palästina-Arbeiter-Fonds in Tel- Äviv haben, dem Vorjahre gegenüber,; eine" 20prözehttige Erhöhung erfahren. , v '■■.'. s,•.;«. . v. ,. r f; ■". % . Für die .Gebarungskbntrolle — Gen. Buchwald Und Wolynski — erklärte letzterer,, daß die Bücher in Ordnung befunden worden sind. Die anschließende Diskussion war vongroßer Sachlichkeit getragen. Mit der DeCharge für. die abtretende und der Wahl der neuen Leitung fand.die Delegierten Versammlung ihren Abschluß'. Leb en s v ersi ch er ungs** Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand Ende Pebruar 1928: S 1,600,000.000*- Garantiemitte] Ende 1927: 8 192,000.000*- . Prämien-und Zinaeneinnabmen im Jahre 1927: 8 71,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich* Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien. Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland.Tfirkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung NCU" mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr * oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs* Aktien*» Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggas8e Nr. 1 Vorzügliche Informationsquelle, Erscheint wöchentlich illustriert. einmal Kapay-Mitteilun gsblatt (jiddische Ausgabe) Die Zentrale des Palästina-Arbeiterfonds in Tel-Aviv,- Palästina, bringt die neuesten Nachrichten aus der palästinensischen " Arbeiterbewegung. Vorzügliches Nachschlagmaterial. Abonaementgebühr für 1/2 Jahr lVa Dollar, für 1 Jahr 27a Dollar. Anmeldungen nimmt entgegen: Verein der Freunde des arb. Palästina, Wien, IL, Taborstraße Nr, i Eigentümer, Verleger, Herausgeber u, yerantworti Redakteur: Madras l^hs, Aj^ Sperlgasse 19. — Druck; „Adria", Wie», II,, ^borstraße 52b.