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Der Jüdische Arbeiter · 1929-03-15 · Heft 3 (15.3.1929) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
6 (1929)
Issue
Heft 3 (15.3.1929)
Date
1929-03-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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\ mm «foiiTWmm txrr,.l Aus der Weitbewegung«! fai*agü4*yV Wie ausBrasilien; gemeldet wird, ist itt •; Täir&gn&f eine Organisation „Poale-Zion." gegründet ^rtMeni ' n. - '.f. •' . ' . : ' " ■ England. Die Anwesenheit des Gen. Dow ,Hoß wurde von unserer englischen Partei benützt, eine Reorganisation der einzelnen Ortsgruppen durchzuführen. Bisher wurden die einzelnen Organisationen von Groß-Landcm neu umgestaltet. Unsere englischen Genossen rüsten bereits für .den Wahllcampf, der in den nächsten Monnaten (V?. U:^ ■ .stattfinden .wird, um in aktiver. Mitarbeit die Labour- Partt zu unterstützen. Rumänien1. Wie dem Verbandsbüro mitgeteilt wird, .wurden in verschiedenen Städten Beßarabiens in jüngster Zeit „Poale-Zion"-Organisationen gegründet. Bisher wurde das Bestehen solcher Organisationen von der reaktionären Bratianu-Regierung nicht geduldet. Polen. Bei den jüngst stattgefundenen Wahlen in Ko 1 o und Baranowicz hat unsere Bruderpartei zwei Gemeinderatssitze erobert. Kolo (1 rechter P. Z., 3 linke P. Z., Bund 0); Barano wicz (1 rechter P, Z>J( 1 Bundist, linke P. Z. 0). Beda und Lippowitz. Im jenem Blatt, das. ohne Uebertreibung als Zentralblatt der österreichischen Reaktion bezeichnet werden ■darf, und zu dessen wichtigsten Einnahmequellen — wie jüngst Karl Kraus; gezeigt hat — die Annoncen der unter der Firma von Massagesalons gehenden Bordelle gehören, -dessen Herausgeber also Anteil an der Ausbeutung der ärmsten .Opfer des Kapitalismus hat, im „Pöffelblatt", dessen .charakteristisches Merkmal es. ist, daß seine Redaktion .der Administration untergeordnet ist, kurz, im „Wiener Journal" des Herrn Lippowitz erscheint jeden Montag mit der Regelmäßigkeit des Amen im Gebet ein Gedicht des Herrn Beda, dessen Spitze — nebbich — ,gegen ..die Sozialdemokratie gerichtet ist,» Beda der. Wengraf am Montag 1 Nicht als ob wir uns über den „Kampf" des Herrn Boda gegen die sozialistische Gemeindeverwaltung wundern würden 1 Er, der für sein Sakrileg.an dem größten deutschen, ja abendländischen Dichter Tantiemen bezieht — ,wir meinen die Goethe Operette „Friderike" —, er s ollte nichc. gegen 'die „Fürsorgeinflation" auftreten, die zum Teil auf der LustbarkeitsSteuer aufgebaut ist? Aber -Herr Beda ist ija nicht nur Librettist, er ist auch Präsident des; größten jüdischen Sportvereines und . spielt auch sonst in der bürgerlich-zionistischen Welt eine hervorragende Rolle. Daß ihn diese seine Stellung (vom Kuiturgefühl sprechen wir nicht . . .) nicht gehindert hat, jenes Sakrileg zu begehen und damit den Antisemiten für ihre These: Judentum — Ehrfurchtslpsigkeit ein Beweisstück zu liefern, auch das wollen wir ihm nicht vorwerfen. Wir fragen nur jene jüdischen Angestellten, die noch immer in den Reihen des bürgerlichen Zionismus stehen: quousque tandem, wie lange noch 1 Wann werdet ihr endlich die Lüge vom allgemeinen Zionismus, dessen Repräsentant ein Herr/Beda ist, erkannt haben, und wann werdet ihr endlich erkennen,, daß es für den jüdischen Lohn- und Gehaltempfänger nur eine Möglichkeit politischen Wirkens innerhalb der jüdischen Gemeinschaft gibt — in der jüdischsozialdemokratLschen Organisation Poale-Zion? M. Die P. A- F. Aktion in unseren Kreisen. Die. einmalige Aktion zugunsten des Palästina-Arbeiter- Fonds schreitet innerhalb unserer Partei recht günstig vorwärts. Die Genossen, welche von den Sammlern bis jetzt nicht aufgesucht werden konnten, werden darauf aufnierksam gemacht, daß sich Vertreter der Partei in den nächsten Tagen bei ihnen einfinden werden. Wir erwarten •£ine' -.Yollzahlige Beteiligung an dieser einmaligen jährlichen Sammlung. .....' ><•■■■■■■• .......- "«j Unsere Jugendorganisation „Hazofeh 1 Haowed" veranstaltet am 24. März 1929, um l|8.8 Uhr abends im Saale der Kunstspiele, I., Riemergasse 11, eine PURIMFE1ER V;zi(i^der alle Qenossen eingeladen wtrden. i karten im Sekretariat und bei der Kassa. d \ . +* .. ^rigjjNt.......• *— Jüdisches Theater* .'*' Vera Kamiews'ka\Äöih'.ef'-^erl'maa'ü. Die „Jüdischen! Künstlerspiele" in der Praterstraße unterscheiden sich vielfach! vorteilhaft von den anderen Theaterensembles, die .wir in Wien hatten, und haben. Die Leitung hat die Ambition, von Zeit zu Zeit ein literarisch wertvollem Stück aufzuführen. So konnten wir dort Seh Aschs „Inser Glojben" tinds Kazisnes „Dukes" sehen. In den „Künstlerspielen" wirkt eine Auslese unserer besten Kräfte mit: Die Frauen: öraf - Weiatraub, Deutsch und Meisels, die Herren Beißmann, Iris und Sigall. Seit einiger Zeit wirkt dort auch Isak Deutsch, dessen Name mit der Blütezeit des jüdischen Theaters verknüpft ist, mit.; Auch die Operetten und Melodramen1, die die „Kunst lerspiele" ajufführen, sind im guten Geschmack gehalten. . . In dieser Spielsaisön wirkten dort zwei weibliche Stars mit, die es verdienen, daß man sich' mit ihnen befassen soll. Es sind' dies Vera Kaniewska und Esther Perl mann. Vera Kaniewska ist eine typische Soubrette. Bekanntlich' muß eine Soubrette kein großes schauspielerisches Talent, keine ausgezeichnete Sängerin und auch keine erstklassige Tänzerin sein. Spielen, Singen und Tanzen müssen nur, wenn auch in kleinen Dosen, vorrätig, so zusammenwirken, daß sie genügen, um eine Operette zu — halten. Das ist auch Vera Kaniewska imstande. Sie hat auch1, noch eine ausgezeichnete Bühnengestalt und besitzt echte jüdische Anmut. Vera Kaniewska amüsiert, fesselt ,dasi Publikum, aber sie bemüht sich nicht einmal, auf der Bühne Menschen zu schaffen. So faßt Vera Kaniewska die Aufgabe einer (Soubrette auf. Von völlig anderem Holz geschnitzt ist E s t h e r. P e r 1mann, die gegenwärtig i ein Gastspiel in den „Künstlerspielen" absolviert. Das ist echtes, feines1 Schauspielerblut. Intuition, Intelligenz und Temperament paaren sich hier wunderbar Esther Perlmann spielt, singt und tanzt vorzüglich, aber, sie vermag, mehr: sie verleiht den Gestalten, die sie schafft, Blut von ihrem Blute. Wir sehen nicht nur. die Soubrette, sondern auch die Menschen, die sie gestaltet. Und wenn Esther Perlmann ein Volkslied singt, dann sieht man das Städtchen^' das jüdische Heim in Osteuropa, leibhaft vor sich. Esther Perlmann ist'eine Schauspielerin und eine Soubrette von ganz besonderer Eigenart. *' Die Regie Deutschs »hat das künstlerische Niveau des Ensembles bedeutend erhöht. Die „Jüd. Künstlerspiele" verdienen, daß die jüdische Arbeiterschaft und die jüdische Jugend ihr Wirken unter stützen. Gegenwärtiger Einlagenstand 406 Millionen Schilling Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermögen für alle Einlagen in der Zen- - - - - tralsparkasse - - - - , I. jüdls<&<^^ tnattti*, V Letzt e Ö p i ele f g e b ri i s se: Andermann—Ottakringer Arheiterschachklub: 5l/ß—ity, Andermann—Arbeiterschachklub Weißgarber: 9—2." Büchereinlauf. Max Adler: Neue Menschen, Gedanken über sozialistische Erziehung. Angelika Bä 1 aba n p ff: Erziehung der Massen! zum Marxismus. Richard Wagner: Der Klassenkampf um den Menschen. v Alle drei angeführten Bände erschienen im Rahmen' der Schriftenreihe „Neue Menschen", die Max Adler in der E. Laubschen Verlagsbuchhandlung G. m. b. H., Berlin W. 30, herausgibt. Die folgenden Broschüren erschienen in demselben Verlage im. Rahmen der „Jungsozialistischen Schriftenreihe" herausgegeben von der Reichsleitung der Jungsozialisfcen;, mit Unterstützung von. Dr. Max Adler, Engelhart Grafi und Dr. Anna Siemsen. x Max Adler: Die Aufgabe der Jugend in unserer Zeit. Max Adler: Ueber psychologische und ethische Läuterung des Marxismus. Dr. Klaus Zweiling: Aufstieg und Niedergang .der 'kapitalistischen Gesellschaft. Dora Fabian: Arbeiterschaft und Kolonialpolitik. Siegfried Marek: Reformismus und Radikalismus .in der deutschen Sozialdemokratie. Heinz H.ornung: Zur Soziologie der Bürger-Eunktionäre. , " Franz Lepinski: Die jungsozialistische Bewegung, ihre Geschichte und ihre Aufgaben. Gg. Engelbert Graf: England am Scheidewege. Die eingelaufenen Bücher werden in der nächsten Nummer besprochen werden. Aus Raummangel mußte die Palästina-Rundschau sowie andere Materialien zurückgestellt werden. Vorzügliche Informationsquelle. Erscheint einmal wöchentlich illustriert. Kapay-Mitteilungsblatt (jiddische Ausgabe) —. t Die Zentrale des Palästina-Arbeiterfonds in Tel-Aviv, ' I Palästina., bringt die neuesten Nachrichten aus der /} palästinensischen Arbeiterbewegung. Vorzügliches { Nachschlagmaterial. \ Abonnementgebühr für 1/2 Jahr iy2 Dollar, für 1 Jahr i 2i/2 Dollar. i Anmeldungen nimmt entgegen: Verein der Freunde. 1 des arb. Palästina, Wien, IL, Taborstraße Nr. 1 \ iiiliiiii. •iiiiiiii.:. 1111111 i::.1111111■.:"ir 1M111 •.::. 1 ff 1 f 111 .^T.«1111111«.. .miiiu.. .iiiiiin.ü.iiiiiiii, Leb ensversi eher ungs* Gesellschaft PHÖNIX Zentrale : Wien, I, Riemergasse Nr. 2 Veralcherungsbeatand Bode Februar 1928: 9 1 600,000 000' Qarantiemitiel F.nde 1927: S 192.000.000*- Prätnien-und ZmstnHnnahmen im Jahre 1927: 8 71,000.000— TÄTIGKEITSOEBItT: Oes.erreich, Deutsches Reich, Prankreich, Belgien. Holland, Italien. Spanien, cechoslov. Repur>lk, Pole , Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien,Grle henland Türkei.Aegypten, Palästina, Pensions-Versicherung NCU! mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60 oder 65. Lebensjahr oder bei frühe-er BERUFS-UNFÄHlGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs**Ak* ien*Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel. Industrie und Gewerbe Wien, I, ScheWngga88e Nr. 1 ,7^T'l.Mf' "■ ' ' "W -; T*-?-- ^■'^•^-'.;" - ' ■■■■ ..■ "'" ' EigeBtünaer,"" Verleger, Herausgeber u. vera-ntwortl, Ile4akt*eur: Haxlfus Jwka, Apg^l*ellter, .^Tieo,.,IJ., ^r,' -Qper||^sse 19. — Druck: .,Adria,", Wie», 11.^ Taborstraße 53b,.

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