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Der Jüdische Arbeiter · 1929-02-15 · Heft 2 (15.2.1929) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
6 (1929)
Issue
Heft 2 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite % Der jüdische Arbeiter Nf. 2 die Gen. B. Locker, D. Bloch' sowie J. Mereminski, der ein ausführliches Referat über die Lage im Lande erstattete. In der zweiten Sitzung, die am 30. Dezember, vormittags stattfand, führte Gen. Brown den "Vorsitz. Gen„ Hamlin, der Sekretär des nationalen Arbeiterkomitees1, legt© einen ausführlichen Bericht über die letzte Aktion vor, sowie einen Plan für die diesjährige Arbeit. Gen. Gold© Meiersohn referierte dann über die Tätigkeit dar jüdischen Arbeiterin im Lande, In der dritten und letzten Sitzung führte Gen. B. Zuckermann den Vorsitz. Gen. Dr. Arlosoroff hielt ein ausführliches Referat über den Bericht der Expertenkommission. Es wurde für dieses Jahr eine Aktion zur Sammlung von 300.000 Dollar beschlossen, xxm die Histadruth in ihrem Kampfe für die Nationalisierung des Bodens zu unterstützen. Ferner wurde eine Kommission gewählt, deren Aufgabe es ist, die Arbeiterjugend Palästinas bei der Errichtung der „Handwerker-Häuser", benannt nach Max Pine, im izweckdeinlicher Weise zu unterstützen. Weiters wurde beschlossen, sich an dem allweltlioh'en Kongresse für das arbeitende Palästina, den die Histadruth1 einzuberufein plant, zu beteiligen. Begrüßungstelegramme wurden] geschickt: an Öie Histadruth1, Arbeiterjugend Palästinas sowie an1 das internationale sozialistische Komitee für das arbeitende Palästina. .; Zum Leiter der Kampagnje wurde Gen. Schiflakow gewählt. Zur Festversammlung, die am selben Abend in? Opernhaus stattfand,, kamen über 5000 Personen, eine Zahl, die in New-York nur von den gelungensten Veranstaltmagern erreicht, wird. Gen. Norman Thomas', der sozialistische Präsidentschaftskandidat, hielt eine begeisternde Bede für das arbeitende Palästina. Dann sprachen die Gen. Schiflakow, Hamlin, Arlosoroff, Merenimski und Bloch. In der Versammlung selbst wurden gesammelt 10.000 Pollar bar und 40.000 Verpflichtungen. befriedigen — es ist ein' noch nicht behobenes Manko der Poale-Zion-Ideologie selbst. Doch dies mindert den Wert und die Güte der Broschüre nicht im geringsten, die man um so höher schätzen muß, wenn man weiß, daß sie geschrieben wurde inmitten vollster politischer Tätigkeit in wortwörtlicher Abringung jeder Minute für ihre Niederschrift. Ja ihre Kürze, Klarheit und Geschlossenheit in Inhalt und Form sind so vollkommener Art, daß sie für jedem ohne Schwierigkeiten lesbar, wirklich' nicht nur einen Weg, sondern einen wichtigen Wegweiser bedeuten kann. Und das ist schließlich ihr Zweck, den Weg zu zeigen und auf ihn zu führen, wohl eingedenkt, daß es mit dem „Weg" allein noch nicht getan, denn nicht der Weg ist's, der zum Ziele führt, sondern das Wandern." K. Liebstein. U>er sozialistische Jugendtag in Wien. „Der Weg des jüdischen Arbeiters zum Sozialismus." In der Bücherei der Poale-Zion ist in der geplanten Bücher-Reihe die erste umfangreiche und sehr gut ausgestattete Broschüre Mendel Singers erschienen, die „Der Weg des jüdischen Arbeiters zum Sozialismus"*), betitelt, in eingehender Weise versucht, den Stand der poale-zionistischen Ideologie in kurzer gedrängter Form zusammenzufassen un'd. so fast den ersten Versuch darstellt, in deutscher Sprache über die Poale-Zion zu informieren'. Sie erfüllt im dieser Funktion eine ungeheuer wichtige Bolle und!' füllt eine bisher immer sehr spürbare Lücke aus, die in jeder, besonders aber der propagandistischen Hinsicht als großes Negativum erschien. Die Broschüre Mendel Singers füllt diese Lücke aus, ja sie füllt sie sogar sehr gut aus-, denn sie bietet, soweit in Broschürform möglich ist, wirklich1 umfasseen'd viel Wissenswertes, das' Zionisten und! 'Nichtzionisten, die nur in deutscher*Sprache zu lesen verstehen, bisher verschlossen war; sie bietet aber auch dem mit poale-zionistischer Ideologie vertrauten Chawer eine gute Zusammenstellung, die er besonders, was1 die dort gesammelten statistischen Erhebungen und Zahlen betrifft, immer und immer wieder braucht. Doch nicht nur Wissenswertes allein bietet Mendel Singers Broschüre, sondern gleichartig viel lebendigen M a rxismu©. Denn sie ist nicht nur in ihrem Inhalt vom Sozialismus durchdrungen, sondern ihr ganzer Aufbau ist auch durchaus marxistisch'. Denn wenn wir den Grundsatz marxistischer Methode: „daß das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein bestimmt", uns vorhalten, so sehen wir gerade hier, wie Mendel Singer vorerst das gesellschaftliche Sein des Judentums analysiert; das Faktum der nichterfolgten Assimilation, die Struktur der jüdischen Wirtschaft, die „Landflucht" der Juden, ihre Wanderungen, ihre Konzentration und kulturelles Aufleben, die Ungelöst- (h'eit der Judenfrage in der bestehenden Wirtschaftsstruktur — dann zum Bewußtsein der jüdischen Massen übergeht, das notwendigerweise zum Zionismus tendieren muß und liier eine detaillierte^ sein* informierende Schilderung des Werkes der jüdischen Arbeiterschaft gibt, die nur auf diesem Wege sich die Möglichkeit als Juden' am allweltlioh'en Sozialismus teilzunehmen, schafft. An Handl der dem Zionismus scheinbar entgegenstehenden Faktoren (z. B. Araberfrage) lernt man einen großen Teil der Ideologie der palästinensischen Arbeiterschaft, ihre Institutionen und ihre bewußte, planmäßige Aktion kennen. Neben einem sehr aufschlußreichen Dokumentenanhang versucht Mendel Singer auch einen kurzen Ausblick auf d'epi Poale-Zionismujs1 in Westeuropa, und es ist nicht seine Schuld, daß die dort gegebenen Antworten nicht restlos Am 13. und 14. Juli findet in Wien der zweite internationale Jugendtag statt. Jugend, revolutionäre Jugend, aus allen Ländern, in welche die Ideen des Sozialismus eindringen konnten, wird in Wien versammelt sein, um in gemeinsamen Beratungen die besten Methoden des Kampfes und der Werbung für den Sozialismus h'erauszufinden. 30.000 junge, klassenbewußte Proletarier werden durch ihr Zusammenkommen dokumentieren, daß trotz Unterdrückung und Verfolgungen, überall, wo es arbeitende Menschen gibt, der Sozialismus von der Jugend, der Trägerin der Zukunft, hochgehalten wird. Auch die jüdische Arbeiterjugend Wiens wird Gelegenheit haben, Parteigenossen aus den verschiedensten Ländern zu begrüßen. Unter den vielen jungen. Proletariern, die nach1 Wien kommen werden, werden sich sicherlich Hunderte von Genossen aus den Gruppen des Weltverbandes poale-zionistischer Jugend befinden. Genossen aus Litauen, Polen, der Tschechoslowakei, Palästina, Amerika und allen Ländern, wo es junge Poale-Zionisten gibt, werden in Wien versammelt sein.- Diese Gelegenheit Söll nun benützt werden, um im Anschlüsse |an den Jugendtag, in Wien den ersten Weltkongreß jüdisch-sozialistischer Arbeiterjugend abzuhalten. Probleme spezifisch jüdischer aNtur sollen Mer besprochen und geklärt, organisatorische sowie kulturelle Fragen einer Lösung zugeführt werden. Das Sekretariat des Weltverbandes poale-zionistischer Jugendgruppen gibt folgende vorläufige Beteiligungsziffern bekannt: Polen zirka 200 Genossen, Tschechoslowakei und Deutschland 150 Genossen, Palästina 20 Genossen, Amerika 15 Genossen. Aus anderen Ländern kleinere Delegationen. Besonders interessant ist die Tatsache, daß der „Haschomer-Hazair" ans Antwerpen bei dem Verband der J. S. A. J. Oesterreichs eine starke Gruppe angemeldet hat. Lax — Kassa; Schuler — Organisation; Welt — Fonds; Grad — Schriftführer. Das Komitee hat im Monat Jänner einige gelungene Veranstaltungen durchgeführt und auch für Februar und März ein reichhaltiges Programm beschlossen. Leider läßt die Teilnahme der Mitglieder, insbesondere der älteren, noch viel zu wünschen übrig. Freitag, den 15. Februar, Blumauergasse 1: Dr. Bloch und Singer: Unsere Stellung zur Konstituierung der Jewish Agency. Samstag, den 16. Februar, Blumauergasse 1: Teeabenc! mit heiterem Programm. Freitag, den 1. März, Blumauergasse 1: Vertrauensmännerkonferenz. Freitag, den 8. März, Bhimauergasse 1: Erweiterte Ausschußsitzung. Samstag, den 9. März, Blumauergasse 1: Musikalischer Abend. Donnerstag, den 14. März: Große Versammlung. Thema: Probleme des Palästina-Aufbaues und der XVI. Zionistenkongreß. Bibliothek: Montag und Donnerstag von halb 8 bis halb 10 Uhr abends. Kechts schutzberatung: Jeden Montag 8 bis 9 Uhr abends. Organisationsreferat: Jeden Mittwoch' von 8 bis 9 Uhr abends. Werbet Mitglieder für unsere Organisation und beteiligt euch an den Veranstaltungen! *) Verlag „Zukunft" Wien, in Kommission der jüd.- aoz. BildungssteUe Wien, IL, Blumaaiergasse 1. . J". » .l'IT Die Entwicklung des jüdischen Arbeiterschachklubs „Andermann" Es ist fast ein Jahr her, seitdem dieser Zweig unserer Bewegung über Beschluß der Parteileitung ins Leben gerufen wurde. Welche Schwierigkeiten sich' solchen Neugründungen in den Weg stellen, welche Hindernisse bei einer auf Dauer berechneten Gewinnung neuiecr Menschen zu überwinden sind, wird jeder organisatorisch Geschulte nur zu gut verstehen. Als die Fluktuation] der Mitglieder gegen Ende des vorigen Jahres' so weit geschwunden war, daß sich ein1 Stock treuer Spieler herausgebildet hat, mit dem man jederzeit rechnen konnte, war der Klub in der Lage, durch1 den rasch dm-chgeführten Ansicfaluß an den Arbeitei-Schachbund', auch' einen Teil jener Spieler neuerlich! heranzuziehen, der im Verlaufe des Jahres1 durch den Klub gegangen ist, ohne richtigen Halt zu finden. Heute ist es dem Klub durchaus möglich, mit zwei Mannschaften anzutreten. Die nunmehr gelungene Komplettierung des Spielparkes wird die Abhaltung von Klubspielen im eigenen Klubheime gestatten. Den Spielabenden des Klubs wird auf diese Weise ein der Propaganda günstigeres Bild abgewonnen. In den Spielen gegen die Vereins „Brigitte'nauer Schachklub", „Donaustadt", „Schachklub. Leopoldstadt" hat die junge Mannschaft des „Aridermanh" recht günstig abgeschnitten. Diese Spiele sowie die sich jede Woöhb wiederholenden Wettspiele gegen eine ganze Reihe weiterer Schachvereine dienen in vorzüglicher Weise zur Vorbereitung der „Amdermann"-Spieler für die kommende Herbst-Meisterschaft. Dem in der ersten Jännerwoche dieses Jahres neu konstituierten Axissc'liusse gehören an: Mathias) Ewinger, Walter Guttenberg, Leo Lichtenfeld, Siegmund Schapira und Ernst Winter. Unsere Leser werden auf diesem Wege auf den Sch'achklub aufmerksam gemacht. Die Klubabende finden jeden Montag und Mittwoch zwischen 7 und 10 Uhr abends statt. Ort: Großer Saal des Arbeiterh'eims Borochow in Wien, II,, Blumauergasse 1. Lebens versieh er ungs** Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand Ende Februar 1928: 8 1,600,000.000'- Qarantiemittel Ende 1927: 8 192,000.000'- Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 71,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien,Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung fjgU; mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs^Akt ien* Gesellsc haft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr. 1 Mitteilungen aus der Organisation 1. Gen. Singer hat für die Monate Jänner, Februar, März aus beruflichen Gründen die Leitung der Organisation zurückgelegt. Für diese Zeit hat Gen. Rottenstreich die Leitung übernommen. 2f $5ur Durchführung der Beschlüsse des Ausschusses?\furde ein Sechserkomitee gewählt. Diesem gehören an; Rottenstreich Vorsitz; Goldstaub -r- Veranstaltungen; die der Bemeinde Wien 8 iaiwhii'jv« im ut Gegenwärtiger Einlagenstand 406 Millionen Schilling Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermögen für alle Einlagen in der Zen- - - - - tralsparkasse - - - - Jägeatümer, Verleger, Herausgeber u.~ verantwortL Red^Ä; ..Mätte Uehs, Angestellter, Wien, II., Gr, Sperlgasse 19. — Druck; .,Acb;ia", Wie«, II,, Tabprsfcaße JJ&fc

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