Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- Heft 16 (28.11.1928)
- Date
- 1928-11-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Eter jüdfcehö Arbselfer ,._ , f #*» —r Srfte-ii # fWerbet und stimmet am 2. w die Liste der Wahlvcreinjgung werktätiw ger Juden. Listenführ er $ zusammenhängende Dringlichkeit der Berufsumschichtung und» Zuführung der Jugend zu produktiver Tätigkeit macht die Einrichtung der Lehrfarm zur Sachte der gesamten Judenheit unserer Bepublik. Wir sind daher sicher, daß dieser unser Appell, der sich an alle Juden Oesterreichs richtet, nicht uugehört bjeiben wird. ' *' ■. Der. Chaluzverband an Verbindung mit zahlreichen anderen Organisationen beginnt seine Werbetätigkeit.; Helfet uns das große Ziel zu erreichen, zeichnet den Jahresbeitrag für die Lehrfarm des Chaluz I . . Das Komitee zur Errichtung, einer Lehrfarm des österr. Hechaluz: Dr. L. Goldhamnier, Hofrat Dr. S.. Frankfurter, Babb. Dr. A. Kaminka, Babb. Dr. D. Feuchtwang, Dr. B. Glanz, Dr. N. M. Gelber, Dir. Dsr. V. Kellner, Frau M. Pollak, Prof. M. Bath, M. Singer, Dr, Gh. Tartakower, Min.-Bat M. Weiner. Aus der Bewegung. Deutschland. VI. Landeskonferenz der Poale Zion in Deutschland. Am 13. umM4. Oktober tagte in Berlin die VI. Landeskonferenz der Poale Zion in Deutschland. Die Konferenz rief allgemeines Interesse hervor. Es langten Begrüßungen von vielen Landesparteien, von der Zentrale des P. A. F., vom Eeichstagspräsidenten Löbe und von mehreren anderen an. . Dem Berichte des Sekretärs Babinowitsch war zu entnehmen,.- daß die Partei bei den Wahlen zum Zionisten-Kongreß und zu den Gemeindevertretungen in einzelnen Städten' bedeutende Erfolge errungen hat.. Genosse Wahl sprach über den Ausbau der Organisation und regte d,ie Gründung eigener Jugendgruppen an. In der darauffolgenden Debatte traten! fast: alle Teilnehmer gegen jeden Versuch eines organisatorischen Anschlusses an die Zio-. nistische Vereinigung für Deutschland auf. Tiefen Eindruck machte die Ansprache des - Genossen B u b a s c IV o w, der die Konferenz im Namein des Verbandsbüros und der ,-,Achduth! Haawodah" begrüßte. Am zweiten Tage der Konferenz referierte Genosse Budel über die Möglichkeit poalezlonistischer Tätigkeit in Deutschland., Auf .Grund einer genauen Analyse gelangte er zum Schlüsse, daß es gegenwärtig in Deutschland große Möglichkeiten für^Poale-Zion gibt. Es sprachen v noch Gen. E i.s e n s t a d t über Jugendarbeit und1 Gen. L ub i ns k i über die Gründung der Liga für das arbeitende1 Palästina. Den Höhepunkt der Tagung bildete eine Kundgebung iiach Beendigung der Konferenz. Colone! Wedgwood, der nach Deutschland kam, ihn für den Reren-Hajessofl zu werben, begab sich' gleich nachl seiner Ankunft zu unseren Genossen. Er wurde von den Genossen Dr. Oscar Cohn1 und. Salman Bubaschow herzlich begrüßt, worauf Wedgwood eine' begeisterte Bede hielt, der wir folgenden Atiszug entnehmen:' ' Genossen, sägte er, ich freue mich, in den ersten Siunden meinesi Berliner Aufenthalts in eurer Mitte zu weilen'. Ich'' überbringe euch die Grüße der englischen Arbeiterpartei,«die keine englische Regierung ist, aber doch hofft und glaubt, einmal eine-englische Regierung zu werden'. Wenn auch 'Ereignisse, wie die an der Kl'agemauer es nicht gestatten, viel Erfreuliches über die gegenwärtige Lage Palästinas zu berichten, so stehe ich doch unter dem Eindruck meines letzten Besuchs in Palästina," wo nicht alle Juden an der Mauer klagen, wo viele Juden des zweitausendjährigen Klagens genug haben und produktiv an dem Werden ihres nationalen Heims arbeiten, das Ziel der Befreiung vor Augen haben. .Glücklicherweise sind nicht alle Juden j,Mauerklager". Wir „sollen über die Mauer klettern und nicht klagen. Es ist dabei selbstverständlich, daß die Labour Party das Unrecht an der Klagemauer mißbilligt. Wir Engländer haben die Aufgabe übernommen, an der Verwirklichung der zionistischen Idee mitzuarbeiten. Es wird vielleicht lange dauern, bis eine jüdische Mehrheit in Palästina zustandekommt und bis der jüdische Staat geschaffen wird. Soi lange aber die Juden in der Minderheit sind, besteht die Gefahr der Majorisierung durch die Araber. Die arabische Bevölkerung ist aber augenblicklich auf einer niedrigen Zivilisations stufe und kann von wenigen Intelligenzlern zu einem Kampf gegen das jüdische Siedlungswerk mißbraucht werden. Es könnte daher der Fall sein, daß es durch ein solches Parlament die jüdische Einwanderung und Kolonisation unmöglich macht. Wir müssen warten, bis diese Gefahr vorüber ist, sonst müssen wir auf unsere Pläne einer jüdischen Masseneinwandeiavng nach Palästina verzichten.' Ich habe den Eindrück, daß die Juden und die Araber freundschaftlich zusammen leben können. Für uns genügt eine nationale Bewegung allein nicht. Palästina soll anders aussehen wie der gewöhnliche kapitalistische Staat. Das kann nur dann geschehen, wenn in der zionistischen Bewegung ein stärker Arbeiterflügel vorhanden ist. Dann ist es möglich, das Grundprinzip des Nationaleigentums an Grund und Boden aufrecht zu erhalten. Wäre der Keren Kajemeth stärker, wären die Bodenspekulationen, die einen großen Teil Schuld an der Krise haben, unmöglich. Wenn genügend freier Boden vorhanden wäre, hätte di© Arbeitslosigkeit nicht dieses Ausmaß annehmen können, E,in echt jüdischer Staat ist nur möglich, wenn 'die Juden in Palästina Arbeiter sind. Man muß die Begierung zwingen, Boden und Kapitalleiber zu finden. Die englische Regierung ist in Palästina der größte Kapitalist: sie muß den Arbeitern genug zahlen, damit auch die Juden Arbeiter sein können. Im Rahmen der großen Aufgabe, die wir übernommen haben — die Verwirklichung des National Home — wollen wir dem jüdischen Volke verhelfen, einen' jüdischen Staat zu bilden.1 Aber nicht einen Staat von! Maklern und Händlern, sondern einen, Staat mit einer produktiv arbeitenden Bevölkerung. Ich habe mich auf meinen Reisen besonders in Amerika überzseüig|eö können, daß die Poale Zion der Aufgabe efaies flolch&ä Standes gewachsen ist; Präsident Dr. Oskar Colin dankte Wedgwoodlüj* seiirä Ausführungen. Mit dem Absingen der Internationale ging die sechste Landeskonferenz der Poale Zion tu Detrtschland zu Ende. Da 'stellte die Regierung ihrerseits Untersuchungen an und bestätigte nur 600. Darüber schreibt der;,Dawar": 5,Was'• veranlagte denn die Regierung, daß sie die Za,hl der neuen Einwanderer, die schon an und für sich sehrbescheiden war, noch weiter beschränkte? Auf welche authentische Materialien, mehr authentischals die der zionistischen' Organisation, basiert ihre Verminderung der Alijah'? Welche fleißigen Beamten sind es denn1, die es für ihre Aufgabe halten, das Land vor einer schrecklichen „Gefahr zu beschützen — vor der Einwanderung 1000 neuer jüdischer Arbeite!', nach zwei Jahren Auswanderung? Wir haben doch' faktisch die falsche Behauptitng, die die Vertreter der Regierung sowohl im Lande als auch in Genf betonen, ,,daß die Einwandererzahl der Aufnahmsfähigkeit des Landes angepaßt werden müsse", anerkannt. Was fordern sie noch' von uns? Nach! Untersuchungen der Institutionen der Arbeiterschaft sind jetzt Möglichkeiten und wirtschafts-kolonisatorische Notwendigkeiten für die Einwanderung einer bedeutend größeren Zahl von Arbeitern. Die Zionistische Exekutive, die dooh die finanzielle Verantwortung für die Ein-' wariderer trägt, hat, als sie sich an die Regierung wandte, ihr« Forderungen auf ein Minimum beschränkt. Die Mitglieder und'Beamten der gegenwärtigen zionistischen Exekutive sind bekanntlich keine Anhänger einer großen Alijah, wenigstens nicht im gegenwärtigen Augenblick. Man kann also als sicher annehmen, daß ihre Berechnungen tiefer als die faktischen Möglichkeiten liegen; Jetzt kommt erst die Regierung mit ihrer Beschränkung. Ist denn dies nicht ein Beweis mehr, daß die Re« giei'ungsbeamten, sowohl die niedrigen, die das Land bereisten, als auch die hohen, die in. Jerusalem das Urteil der Besclrränkung gesprochen haben, daß diese' Regierungsbeamten als Grundlage' ihrer Kalkulation nicht die wirtschaftlich-kolonisatorischen Möglichkeiten wählten, sondern sich von politischen Motiven Jeifcen ließen', welche den jüdischen Arbeitern die Tore der 'Stadtverwaltungen sperren, jene Motive, welche es dem jüdischen Arbeiter fast unmöglich' machen, reguläre Regieningsarbeiten' zu bekommen; Und wenn wir schon durch die schwere Lage des Zionismus gezwungen sind, eine gewisse Zeit hindurch bei der.Einwanderung nurwirtschaftliche Maßstäbe anzulegen, so sind wir nicht berechtgit und' auch nioht verpflichtet, ,5politische" Motive der Regierungsbeamten in Kauf zu-nehmen.'* Tschechoslowakei. Die erste Landeskonferenz?der Poalei Ziofi^in^ Podkarpi-Rust Sonntag; den' 28. Oktober 1928, fand in Uzhorod dte w erste Landeskonferenz der poalezionistischen" 'Partei ■*Kair^u pathorußlan'ds statt; In der außerordentlich' gut beschickte"!*^7 Konferenz waren folgende Orte 'vertreten: Dic Landeshättp^'* stadb Uzhorod, Beregsas',Solötvina, Biichovo,Vereoki^Beafcina, Jasina und Hiist. Der Delegierte aus MunkaceVo'■■wafciVi. am Erscheinen verhindert. Die Parteileitung war durch Gen. Lindenbaum (Brünn) : vertreten. Für die tschechische Sozialdemokratie erschien"1,'■ Gen. Kolaa*: Als Gast war Frau Valy Waldsteih^: UzhürödV : anwesend. Die Sitzung eröffnete Gen. I. Güntzler, der die Gäste und Delegierten begrüßte. Sein Vorschlag, den Gen. D. Maurer zum, Vorsitzenden der Tagung zu wählen, wird einstimmig abgenommen. Gen. Maurer übernimmt nun den Vorsitz. Er dankt ■- für das ihm erwiesen© Vertrauen und begrüßt die Tagung, im Namen der Uzhoroder Ortsgruppe. Er begründet die Notwendigkeit und Wichtigkeit' unserer Organisation. Der Vorsitzende erteilt dann das Wort dem Gen. Lindenbaum; der t die Tagung" im:. Namen der .Parteileitung aufs herzlichste begrüßt. ^Nach'^iher kurzen DajsteUung unserer' Arbeit 'in der ganzen''' Repu1jlikKsagtHer' unter'ftnderem: Von' dieser •Tagüngy-die'-',eia •"••Mefl!enstfeäöÄ^a ■*<tarWi Entwicklung unseres Volkes in diesem Lande "ist;; "ergeht3 vnun •zumv ersten Mal an die^'jüdischen^ Ma^ zur Organisation' und'zur Solidarität, der Ruf'des jüdischen*3* Sozialismus;' Die Poale-Ziott als ■ dieeinzige©hrli'che-lcVer-,i; treterin der Demokratie' innerhalb' des Judentums1 dieaeä^ Landes; hat die Aufgabe, <di© '•jüdischen;-'MaSäen^-äufztikl^re^'^ und zu erziehen, denn nur in dieser - 'Weise'1 karä^äde1*^ korrupte Politik der bürgerlichen;v Parteien; die t;zur voll«y,i. ständigen Demoralisierung ünseres Volkes"* ^l^'-erfölg^^i''"^ bekämpft werdenV Und dieser Kahipf' 'ist zugleicl^;;einl'; ra-<Ui tionaler und. sozialer:, Wir sind ein Teil der'1 großen ^üd^s'cöeait,ii Arbeiterklasse der .ganzen Welt und'ein"-Teil -'des '''fotfer**» nationalen 'Proletariates. Wir sind"solidarisch1 :mit°"der'*iAi--i v beiter&ch'aft 'Erez-Israels ih ihrem Kampfe' üm: dieu,-Vex^if wirklichung unserer großen sozialistisch-ziortfstte^ und1 sind solidarisch mit der gesamten -'Sbzt&äeniÖfö^fc^ dieses Landes im Kampfe um 'die Bechte. •'•'diea-'irl^tÄäd«ö^V. Volkes. In diesem Sinaie begrüßt die Parteileitilng'-'die"*** Tagung Und wünscht ihr vollen Erfolg. Nun folgt das Referat über die bevorstehenden« Wali* len. Der Referent schildert die Begtebenheiten.rder jüdjsohoii Politik in den vergangenen zehn Jaüren. Der Mangel an. Zusammenarbeit und Solidarität ist die Ursache,, daß .wir . keinen Vertreter im Parlament haben, daß die. jüdischer-tr Masse ohne Bechte und die wirtschaftliche Lage die. djejnkT<r<- bar schlechteste ist. Wir können weiter nicht .neutra,!..-^ bleiben, jeder fühlt es heute, daß unsere Politik nac;h; einer«., bestimmten Bichtung und planmäßig, geführt -werden.-muß, »., Wir müssen die Lebens.interessen der armen jüdischen Bayölkerung in Podk. Bus schützen. Der Referent empfiehlt; an den Wahlen selbständig als Partei teilzunehmen jind niit dieser Partei zusammenzuarbeiten, die die Interessen der jüdischen Massen; ©rnst 'nimmt undsie verteidigt. Diese Partei ist die sozialdemokratische'Arbeite'rpaai3e4jJdi« auch' in Bi*üssel während des' Sozialistisöheja' :sKongrE!Bfe!e)iJW die-Arbeit des sozialistischen Pro-Palästina^KomiteesTunterstützt undso ihr Verständnis für die;Lagecd^^jüd^soh-e»"'^ Proletariates'bewififs. Wem das- Wohl' der -Judeart in Po.d!lR<( Rus uüd der Aufbau Palästinas am Herzen s liegfcj.r' ka«wi i hur diesen Weg gehen, : f . . Geh. Kolaa* begrüßt im Namen - der 'JtschechoäläwÄ^i fischen sozialdemokratischen Partei^ und-' wünscht^aer^Kori^ ferenz den'besten' Erfolg. * Nach einer regen Debatte, an der1 sich die " Qe/üda^^ Wolf Earkasv (Hust), Hejökovits, Jampely'Akiba- <Heri3«w?/ E. Earbenblum^ D. Maurer beteiligten, werden auf. Auta-ag