Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- Heft 13 (24.8.1928)
- Date
- 1928-08-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2641551-2641567-2641580--182-2642106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-Seite 4 Der jüdische Arbeiter Nr. 13 f<i\-- 1 ' ■ ■ / '\' ■ ■ . ■'' ^isf'eru ng, was meiner Ansicht nach mindestens sj^schlecht ist wie das Desinteressernent an theoretis^en jVVbhandlungerii j . Iii der ersten Zeit^ da herrschte die Aussicht auf ^eftrürhmerung der bürgerlichen zionistischen. Ju- ^öjdgruppen; die errungene Ideologie befeuerte die jbifgen, wenn auch nichtmehr ganz jungen Menschen ifn'ä der Verband erlebte einen Aufschwung, wie; er rm^ österreichischen Verhältnissen angemessen ist. Äpein die bürgerlichen Zionisten schlössen sich' zusammen sie erkannten die Gefahr, die ihnen von der J. S. A. J. droht und bewirkten durch ihren Zusammenschluß, daß die J. S. A. J. sich nun anstatt mit einzelnen Jugendbünden, mit einer „Einheits-1 liste" von Bünden auseinanderzusetzen hat. Und gerade jetzt, wo Idealismus, Hingabe an den Verband 'dringender denn je ist, gerade jetzt zeigte es sich, daß dieser Idealismus auch bei Leuten, die die Ideologie des Verbandes, die e*ine poalezionistische ist, kennen und ernst nehmen, nicht anzutreffen ist, weil sie keine Lust haben, ihre Zeit für die Organisation zu opfern, eine Tatsache, die angeblich auch bei überzeugten und alten Poalezionisten anzutreffen ist. Natürlich''spielen auch die mangelhaften organisatorischen Qualitäten eine Rolle. Aber „es wächst der Mensch mit den höhern Aufgaben", vorausgesetzt, daß der Wille vorhanden ist. Der Mangel an Lust zur Arbeit in einer Organisation, die, wie sozialistische Organisationen nun einmal sind, Disziplin und Unterordnung verlangen, ist nur darauf zurückzuführen, daß der größte Teil der Führer aus dem Jugendbit n d e stammt. Aufgabe der Poale Zion ist es, die Führung der Jugenc soweit zu beeinflussen, daß die f. S. A. J. das wird, was bei ihrer Gründung geplant war: eine Jugend der Poale Zion, die die Durchzugsorganisation f ü r die Poale Zion zu s e i n h a t. Samu H a I p e r n. Unsere Bildungsarbeit An die Freunde jüdischer sozialistischer Bildung und Aufklärung! Genossen und Freunde! Um das Bilcliiugisweiseai in seiner mamnigiaahen Art Hinter der arbeitenden;jüdis;cih'en Bevölkerung] zu vereinheitlichen und in geregelte Bahimen zu lenken, haben sich einige Organisationen zu einer Bil'dtragssteile der jüdischsozialistischen Organisationen1 zusammieingie'S'ch'l'ossen. Die Veranstaltung von Kursen, Feiern jüdischen und sozialistischen Inhaltes, Aufldäiiuigsarbeit über die Ziele 'der jüdischen Arbeiterschaft in der Diaspora und in Palästina, die Erziehung jüdischer Arbeiter und Angestellten zum Judentum und zum Sozialismus — das sind in1 kurzen Umrissen die Aufgaben, die wir uns gestellt haben1. Folgende Kurse und Veranstaltungen sind einstweilen festgesetzt worden: Kurse. (Im Rahmen der Selbsthilfe Organisation jücl. Arbeiter.) Hebräisch' für Anfänger und Fortgeschrittene. Jiddisch, Sprache und Literatur. Jüdische Gr es chi chte. (Von der Entstellung des Christentums..) Geschichte d. Jüdi sehen Arbeiterbewegung: 1. Judentum und Sozialismus; 2. Zionismus und Klassenkampf; 3. Theorie und Geschichte des Poale Zionismus. Jüdische Volkskunde. (Sitten und Gebräuche und Jüdische Gegenwartskunde [Statistik].) ' Das arbeitende Palästina: 1. Entwicklungsgeschichte der palästin, Arbeiterschaft; 2. Die palästinensische Arbeiterschaft und ihre Ein- : richtunjgen. | v; ■■ .,; . Englisch für Anfänger. Arbeitsgemeinschaften (im Kähmen des Verbandes der jüdischl-sozialistisehen Arbeiterjitgend). Monographien in der jüdischen Literatur. Einführung in den Marxismus. Die Entwicklung des Kapitalismus und' die Kampfmethoden der Arbeiterschaft: 1. Was ist Klassenkampf? 2. Geschichte der Gewerkschäften. Die Eroberung der Staatsmacht und die Verwirklichung des Sozialismus. Unsere sonstigen Einrichtungen. Chöre. 1. Gesangschor. Mitte September beginnen die "Hebungen unseres Chores. Der Ch'or wird jüdische und sozialistische Lieder pflegen. Vorherige und rechtzeitige Anmeldung ist geboten, damit das Notenmaterial, welches unentgeltlich zw Verfügung gestellt wird, rechtzeitig beschafft werden kann. 2. Sprech ohior. Die Hebungen des; Spreobtahores hängen ' von der Anzahl und von der Zeit der Anmeldung ab. Auch dieser Chlor wird auf die Pflege des jüdischen Wortes besonderen Wert legen. Theater und F üh'ru ngen. Wir werden in regelmäßigen Abständen in den jüdischen Theatern Vorstellungen veranstalten. Mit der Sozialdemokratischen Kunststelle sind Vereinbarungen getroffen worden, die uns die Möglichkeit geben, das unter ihrem Einfluß stehende Carltheater zu besonders' ermäßigten Preisen zu besuchen. Auch Führungen in die verschiedenen Ausstellungen sind' vorgesehen. Mand olinenkur s. Ein Maaidolinenkurs', der Mitte September beginnt, ist nur gegen rechtzeitige Anmeldung zu besuchen. K olp or tageabte i lung. Durch unsere Kolportageabteilung können sämtliche Schriften. jüdischen und sozialistischen Inhaltes zu besonders günstigen Zahlungsbedingungen bezogen werden. Schriftenreihe. Eines der wichtigsten Aufldämngsmittel ist bekanntlich das gedruckte Wort. Wir haben uns daher entschlossen, eine billige Schriftenreihe htea'aus'zugeben, welche aktuelle jüdische sozialistische Probleme behandeln wird. Als Erscheinungsweise ist vorläufig eine vierteljährige Broschüre in der Stärke von 16 Seiten halboktav in Aussicht genommen. Preis- 30 Groschen. Die erste Broschüre ist soeben erschienen und behandelt die Ideologie der jüdisch-sozia,- listischen Jugendorganisationen. Demnächst erscheint: Die Theorie des Poäle-Zionismus. Wir laden. Sie alle zum Abonne» ment ein. ' Halbjährig 60 Groschen. L e s e z, i m m e r. Das Lesezimmer der Poale Zion wurde von der Bildungsstelle in Verwaltung übernommen und modern eingerichtet. Die verschiedensten Zeitschriften liegen dort auf. Das Lesezimmer ist täglich mit Ausnahme des Sonntag von 19 bis 21.30 Uhr geöffnet. Bibliothek. Die Bibliothek der Poale Zion, die über jüdische und sozialistische Literatur verfügt, stehlt uns zur Verfügung. In der nächsten Zeit erscheint ein Katalog, der eine Uobersicht über die vorhandene Literatur, die in jiddischer, deutscher und hebräischer Sprache vorhanden ist, geben wird. Sonstige Veranstaltungen. Im Jahre 1928/29 werden wir außerdem regelmäßig eine Reihte von Veranstaltungen machen, die der jüdischen Literatur und der jüdischen Musik (Leiter: Prof. D i m it r o w s k y) gewidmet sein werden. Wir bitten alle, die für die hier angeführten Kurse und Veranstaltiingen Interesse haben, sich sobald als möglich im Sekretariat: Wien, IL, Blurnauergasse 1, von 7 bis 9 Uhr abends zu melden. Der Begiebeitrag wird ein äußerst minimaler sein. Anregungen für die Veranstaltung eines Kurses, der hier nicht vorgesehen wurde, werden mit Dank entgegengenommen. Bildungsstelle der Jüdisch-sozialistischen Organisationen. Dr. Rudolf Glanz Vorsitzenidbr. Samu Halpern Sekretär. 439.683 Gaskonsumenten in Wien, Die Wiener städtischen Gaswerke haben in den letzten Jahren eine umfangreiche Installationstätigkeit entfaltet. Die Tatsache, daß die Oaspreise in Wien weit unter dem Friedenspreis stehen, hat die Verwendung von Gas im Haushalte, im Gewerbe und in der Industrie ungeheuer popularisiert. Ein Beweis dafür ist die fortwährend steigende Zahl der Gaskonsttmenterr. Auch im abgelaufenen Jahre haben die Wiener städtischen Gaswerke eine umfassende Installationstätigkeit entwickelt und insbesondere die Einleitung von Gas auf Teilzahlung in großem Umfang durchgeführt Während am 31. Dezember 1913 die Zahl der Gasabnehmer nur 211.815 betrug, wurden am 30. Juni dieses Jahres schon 439.687 Gaskonsiimenten gezähTt. Die Zahl der Gaskonsumenten hat sich gegenüber der Friedensziffer jetzt nicht nur verdoppelt, sondern ist darüber hinaus noch um rund fünfzehntausend weiter angestiegen. Diese Zahlen sind die besten Kennzeichen, daß sich das Gas den Haushalt und viele gewerbliche Betriebe nun vollends erobert hat. (Entgeltlich.) *Af *AC ft Mitteilungen der Bildungsstelle. & •w» mW*. Samstag, den 25. d., 7 Uhr abends, findet im Großen Saale, Blurnauergasse, eine Versammlung des Gesangs'- chores statt, wo verschiedene, den Chor betreffende .Frageta behandelt werden. Um 8 Uhr abend® findet einne Besprechung von Interessenten für das jiddische Theater statt. Alle Genossen, die für beide Besprechungen Interesse haben, sind herzlichst eingeladen. * , Ab Montag sind Karten für das RUSSISCHE JÜDISCHE THEATER im Carltheater zu haben. NÄHMASCHINEN fl If mit kostenlosem Stickunterricht w9 ■ FAHRRÄDER 1928 * a * Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon A 16-5-64, A 16-5-65, A 30-0-36 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel Soeben erschienen: Dr. Walter Preuß: (Vorwort: S. Kaplänsky) Die juöisihe Arbeiterschaft in Palästina. Preis S 2.— M. Neustadt: 15 Jahre Palä"stinasHrbeifer*Fonö nimm Preis S 2.- M. Neustadt: Der PalästlnasHrteiferionö und seine Aufgaben Preis S —.60 Zu beziehen nur durch die KOLPORTAGE-ABTEILUNG der Bildungsstelle der jüdisch-sozialistischen Organisationen Wien, II., Blurnauergasse 1, Leben sversi eher ungs** Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I„ Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand Ende Februar 1928: 8 1,530,000.000'- Garantiemittel Ende 1927: 8 190,000.000'- Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 70,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien,Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei frühe» er BERUFS-UNFÄHIGKEIT, Monatliche Prämie. Sofortige Unveifallbärkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs **Akt ien* Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für, Handel/ Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr, 1 Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. veraatwortl. Bedakfcenr: Markus Lachs, Angestellter, Wien, IL, Gr. Sperlgasse 19. — Druck: „Adria", , Wien, IL, Taborstraße 52b.