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Der Jüdische Arbeiter · 1928-07-13 · Heft 11 (13.7.1928) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 11 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seife 4 ifalMHIil i1iirii.ii I. Def' jüdische Arbeiter Nr.-Ii Der unerfreuliche Streit, der in der Konferenz in der »Sprachenfrage zum Ausdruck kam, ist geeignet, einen unzutreffenden und verzerrten Begriff von der Auffassung, die in dieser Frage in der Arbeiterschaft im Lande und •der mit ihr verbundenen Arbeiterbewegung in der Diaspora vorherrscht, zu geben. Aus der tiefen Erkenntnis heraus, daß die jüdische nationale und soziale Renaissance, die der jüdische Arbeiter im Lande auf sein Banner geschrieben luvt, die Erneuerung der Kidturschätze des jüdischen Volkes, sowie die restlose Wiederbelebung der hebräischen Sprache und ihre Verwurzlung' im Volke einschließt, betrachtet es das Exekutivkomitee als seine Pflicht, zu erklären, daß unter diein Genossen, die sich im! Auslände um die Fahne der Tätigkeit für das „Arbeitende Palästina" scharen, kein Platz für Erscheinungen vorlianden sein kann, die dazu geeignet sind', als Kundgebung der Geringschätzung oder der Gegtnerschaft gegen die hebräische Sprache ausgelegt zu werden. ( Aus der Erkenntnis heraus, daß die Erneuerung des jüdischen Volkes durch' die Steigerung seiner Kräfte übetr- •all verwirklicht werden wird und in Verehrung der schopfe- rischen Kräfte des Volkes im der Diaspora, in allen ihlren 'Erscheinungen, betrachtet es das Exekutivkomitee als seine ..Pflicht, zu erklären, daß unter den Genossen, die sich' Im Auslande um die Fahne der. Tätigkeit für das „Arbeitende Palästina" scharen, kein Platz für Erscheinungen Vrohandetn ist und . vorhlanden sein kann, die dazu geeignet sind, als Kundgebung der Geringschätzung oder 'der Gegnerschaft gegen die jiddi sohle Sprache ausgelegt zu werden, in der die Massen des jüdischen Volkes der Diaspora den Ausdruck ihres Lebens finden. Im dem allgemeinen und gemeinsamen Werke für das ^Arbeitende Palästina" ist kein Platz für den' unfruchtbaren lind demonstrativen Sprachenkampf vorhanden. Das Exekutivkomitee glaubt, daß die arbeitenden Massen in Polen, die mit der Arbeiterbewegung im Lande verbunden sind, die Kraft aufbringen werden, ihre zeitweilige Niederlage zu überwinden und sich wie ein Mann in die Reihten der Bevyegung einzufügen, um mit gemeinsamen Kräften und mit vereinter Tätigkeit dem Werke in Palästina zu Hilfe zu kommen. Die neun Aera, vor welcher unser Werk im Lande steht, erfordert die Erweiterung der Grenzen und Konzentration aller Verbündeten der Arbeiterschaft in gemeinsamer Tätigkeit, die alle .Beteiligten; am Werk im Lande und dessen Freunde überall ohne Parteigrenze und ohne traditionelle Organisationsschranken umfassen muß. Das Exekutivkomitee kennt die Schwierigkeiten, die dem palästinensischen Werke in der Diaspora, im Wege stehen und weiß die vielen Gefahren, die unsere gemeinsame Arbeit im Auslände bedrohen, richtig abzuschätzen. Zugleich aber kennt es die latenten treuen und ergebenen Kräfte, die trotz der Hindernisse im Lande und im Auslande, trotz der Krisis und der Schließung der Tore des Landes ihren Ursprung' in den breiten Massen des Volkes haben und in der Hechhliiz- und Arbeiterbewegung sich offenbaren. Die Wahlen zur Konferenz des „Arbeitenden Palästina" in Polen waren eine lebendige Kundgebung die- {3er Kräfte.. Im Namen der Arbeiterschaft im Lande und der Verantwortung für das große Werk, das uns auferlegt wurde, fordert das Exekutivkomitee alle Parteien: und öffentlichen Organisationen in Polen auf, die nebensächlichen Meinungsdifferenzein und die Streitsucht zu überwinden und sich mit voller seelischer Energie, mit dem ganzen moralischen Gewicht und mit voller gesellschaftlicher Veraaitwortliöhkeit in der einen Tat zu konzentrieren', die unserer würdig ist — der Tat, die die Erneuerung! des jüdischen arbeitenden Volkes in seinem Lande vorwärts bringt." Exekutivkomitee der allg. Arbeiterorganisation in Palästina. Verbot der linken Poale Ziön in Rußland. Die oberste Sowjetbehörde hat das Zentralkomitee der linken Poale Zion in Rußland aufgelöst, den Borocliow- Klub versiegelt und' das Archiv beschlagnahmt. Die „Linken" haben geglaubt, daß sie sich durch die Liquidation des Poalezjcnismus1, die sie seit Jahren Vornehmen, die Gunst der „Jewsekzda" erwerben werden. Sie konnten aber ihrem Schicksale nicht entgehen. Obwohl sie das Sowjetsystem anerkannten, da sie aber die „Jewsekzia" zu „KonteiTevolutibnäron" stempelte, müssen sie verschwinden. Aus der Bewegung. Deutschland. Aus der jüdischen Gemeinde Berlin. In der Generaldebatte zum Etat/ das die respekttable Höhe von 10 Millionen Mark' erreicht hat, ergriff Genosse Dr. Öskar Coh'n das Wort. Er wies nach', daß die Fülle von sozialen und kultureilen Aufgaben, die die Gemeinde heute erledigt, auf . ihr© Entwicklung zu einer V'olksgeme.inde zu schließen berechtigt. Genosse Dr. dahin; sprach! über die Bedeutung! des Palästi'naaufbaues für die gesamte jüdische. Welt und kündigte die •Einbringung eines Antrages auf S u b v e n t i o n i e r u n g des Paläs tina-Arbeiterf onds an. Es besteht die Aussicht, daß dieser Antrag angenommen werden wird. Das allgemeine Wahlrecht in der Leipziger jüdischen Gemeinde abgelehnt In, der Leipziger jüdischen1 Gemeinde brachte Genosse S e e 1 i vi g!<e r, der Vertreter der Poale Zion, einen Antrag auf Einfügung des allgemeinen, gleichen Wahlrechtes ein. In einer ausfülirlichten Rede widerlegte er die Argumente der Gegner. Sein Antrag wurde mit 17 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Die Poale Zion betrachten den Kampf .natürlich' noch lange nicht als beendet. Sie werden nicht locker lassen, bis die jüdischen Massen diesem sclnnachvollen Zustande ein Ende setzen wird. Oesterreich. Delegiertentag der „Vereinigung werktätiger Juden«. Samstag, den 23. und Sonntag, den 24. Juni fand der Delegiertentag der Vereinigung Werktätiger Juden statt. An dem DelegLertentage nahmen 125 Delegierte als Vertreter von 12 Ortsgruppen teil. In seiner Eröffnungsrede wies Dr. Bader auf die erfreuliche Entwicklung, die die „Vereinigung" durchgemacht hat, hin. Wir sind an Zahl und an geistiger Kraft gewachsen. Die nächste Zukunft wird ©rweisien, daß hinter uns die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung! steht. Dr. Bader erstattete auch den) Bericht der Exekutive und zählte h'iebei die organisatorischen und programmatischen Leistungen der .Leitung auf. Dr. Glanz berichtete über die Tätigkeit der Mandatare im Kultusvorstande. Er hob hervor, daß in allen Fragen die fünf Manxlatare einmütig vorgegangen sind. Wir konnten wohl als' Minderheit keine greifbaren Erfolge erzielen, aber wir liaben beide herrschenden Parteien demaskiert unld dadurch sie gezwungen, unseren Wünschen Rechnung zu tragen. In vorgerückter Stunde wurde die Sitzung Samstag nachts geschlossen. Sonntag vormittags' referierte Gf u s t a v M o r i z, über dein Kampf um das allgemein© Wahlrecht in der jüdischen Gemeinde. In gewohnter scharfsinniger Weise fertigte er alle Gegner des, allgemeinen Wahlrechtes1 ab. Die Schmach der Reaktion im jüdischen1 Wien muß beseitigt werden. Mendel S inger' referiert© über den! Prograrnmentwurf, den die Exekutive vorgeschlagen! hat. In einer mehrstündigen Rede entwickelt© er die Aufgaben der „Vereinigung", die das Monopol des! Bürgertums a.uf jüdische Betätigung brechen und die werktätige jüdische? Bevölkerung für die Sozialdemokratie gewinnen soll. Leo Rath erstattete hierauf ©in! Koreferat und schlägt einige Abänderungen in dem von Singer vorgelegten Entwürfe vor. Ueber diese Referat© entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, an der viel© Delegierte teilnahmen. Ein© Minderheit des, Delegi.ertentages', die anscheinend To Unterhandlungen, die außerhalb des) Delegiertentages geführt wurden, unbefriedigt war, verließ den Beantungssaal Unter dem Vorsitz des Bez.-Rates1 Hi'rsehifeld wurde; dann der Delegiertentag fortgesetzt und beendigt. In die Exekutiv© wurden gewälüt: Albers1, Dr. Bader, Di-, Glanz, Grubergier, Josef Grünhüt, Dr. Herzig, Bez.-Rat Hirschfeld, Leo Ki-amer, Kupfer, Dir. LÖwy, Gustav Moriz, Arnold Pick, Leo Rath, K. RottenstreicW. Nach Schlußansprachen des Vorsitzenden Bez.-Rat Hirschfeld und des Da*. Glanz wurde der Delegierten tag geschlossen. Jossele Rosenblatt in Wien. Jossele Rosenblatt, der populärste Kantor imd jüdischer Volksliedersänger Newyorks, gab in Wien ein Konzert. Der große Kon'zerthaussaal war überfüllt, die gesamt© Pr©sse lobte die musikalischen Leistungen Rosenblatts. Dieser Abend gestaltete sich zu einem wahrhaften Ereignisse im jüdischen Wien. Aus unserer Organisation, In der Zeit Vom 20. bis einschließlich 30. Juli bleib t sowohl da s S e k r e t a r i a t, als auch das Lesezimmer geschlossen. Unser Gang zum Grabe Herzls. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages Theodor Herzls, beschloß das Zentralkomitee — das ist die neue Körperschaft, welche die Poale Zion, den Verband der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend undi den Zofeh Haowed, 11—17jährige umfaßt — einen selbständigen' Gang zum Grabe Herzls zu veranstalten. Am 1. Juli fand dieser Ganig statt. Der Besuch dieses, von uns zum erstenmal if dieser Art veranstalteten Herzlgirabbesiich' war den Vorbereitungen entsprechend ein zufriedenstellender. E @fw«rrttt«rfrtittttrittttrt tei £t1>ctöWtfi$cvnmHeWlfä<iU Haitis, ßüi-älid) tft bic 45. ocbettttidje (Stenetalbetfamm* luug ber. ©efellfcfjaft unter oem SSorfi^e t>e§ SBisepräftbettten Sßaul Sedjner, SDtteftor ber. Ctefterceidjtfdjen ©rebttanftalt für ^artbel rntb ©efcer&e, aoQefjalten toorbett. $m Satyte 1927 ttutbett ßeöenSberfitfjermtöen fiöer @. 476,004.713 aögefdftloffen. $er 93erfidierüitgS6eftattb Bat (Sttbe 1927 <5. 1.399,439.738 Betragen unb BIS 30. Sunt 1928 auf ungefähr @. 1.600,000.000 erfjöljt. $te ©efellTifjaft Bat bie 58erft(fjerung$6eftänbe einer SJtetlje ö[temtd>tfä)er SeBenSberfttfjerungSanftattett in Steu^talten unt> tt» tet tf*ed;oflott)a!ifd)en SftepuBIif üBernommen unb rtetter bie 9lBtt>t(fIung ber tföecfyonotoat'tfdjeit aSerftcfjerungSBeftänbe ber refccfjSbeutfcfjett ©efenfd&aften Dlorbftern, griebttdj SBtlljelm unb Sitten ßei^jtger bmxfjgeffiljrr. ®ie Ueoetnaljmeber ßeBenSberf^erungSBeftättbe ber <£ottfoItbat*b Snfurance ©ontyemt) in ßonbi>n, in Spanien, in ©rtedjeitlanb, in ber Surfet, iti 9legt)^ten unb in Sßaldfttna ift im abgelaufenen ftafjre arö&tenteiis bolljogen morben. Site $rä* mieneinnanmen ber ©efeltfdjaft B^aBen im S^re 1927 @. 63,691.607 36, bie erträgniffe ber ÄatottalSanlagen Ijafjen <5. 7,333.360 Betragen. Sie getesteten SBerfige» ruttgSaafjluttgcn Betiefen . ft<f) auf <§. 15,338.638.38?. Me ted)ntfa)en SReferben B^aBen fidj um <5. 40,110.369.94 auf <5. 165,745.265.82 erW. Sie gefamten ©arantiemittel ber ©efeltfäjaft Betragen @. 192,368.487.51. SDie ©efellftt^aft Bat im 9Jeri4t«iaB,ne btei »leuBauten in Ißrag, Je einen fteuBau in wubxoetä, in l&ratiftaba, in ÄöniggrÄft unb in Sfflö^rif^sDftrau in Slngriff genommen, unb weiter im erften £aI6jaf)r 1928 ^ttet ©runbftttrfe in Ärarau unb ein ©runbftücf in SÖut>a)jeft erlvorBen. Leb ensversi eher ungs*Ges ellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Verslcherungsbestand Ende Februar 1928: S 1.510,000.000'- Qarantletnittel Ende 1927: 8 190,000.000*- Prämlen- und Zinseneinnabmen im Jabre 1927: 8 70,000*000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich. Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavieri, Bulgarien, Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung Hgii« mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unveifallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherüngs **Akt ien* Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr. 1 für jeden Sparer die der Gerade Wien l IppliDoersM II Gegenwärtiger Einlagenstand 355 Millionen Schilling Die Gemeinde Wien haftet mit ihrem gesamten Vermögen für alle Einlagen in-derZen- - - - - tralsparkasse - - - - Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantwortl. Bedakteur: Markus Lachs, Angestellter, Wien, IL,. Gr. Sperlgasse 19. —- Druck: „Adria", Wien, IL, Taborstraße 52b.

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