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Der Jüdische Arbeiter · 1928-06-26 · Heft 10 (26.6.1928) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 10 (26.6.1928)
Date
1928-06-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite % Der jüdische Arbeiter Nr. 10 Deutschland. Die Bezirkskonferenz der Poale Zion in Rheinisch-Westfalen am 3. Juni in Hamborn. Nach dem. Kriege, mit. dem Einsetzen; der ost,jüdischen. Wandermigswello, kämmt Tausende von jüdischen Arbeitern nach dem Rheinland, nm in den Gruben zu arbeiten. Diese ostjüdische Arbeiterschaft begann auch in Deutschland gewerkschaftlich und politisch arbeitende Gruppen zu scharfen. Obwohl ein großer Teil dieser Arbeiter inzwischen kleinbürgerliche J>cntfo ergriffen hat, ein linderer Teil weitergewa.ndert ist noch Belgien, Frankreich, Palästina, und Amerika, befinden sich auch "jetzt dort in vielen' »Städten ponle-zionistisehc Ortsgruppen, die verstärkt durch jugendliche! .Elemente', eine rege Arbeit für dio Poale-Zion-TJeweg'ung entfalten. Am 3. Juni fa.nd in Hamborn eine llczirk'skonferen.z statt, an der F. ftabiiiowicz, ein Mitglied des Zcaitral- Komitees der deutschen Organisation,, und Fritz Fraenkel, clor Sekretär der deutschen Organisation, teilnahmen. Die Sozialdemokratische Partei, die freien Gewerkschaften; der Bund, der Ostjuden verband, der neutrale Jugendverein, hatten Delegierte emtsaudt, die die Konferenz begrüßten. Der Vormittag war den drei Hauptreferaten gewidmet, erst am Nachmittag begann die Diskussion. Der Leiter des1 Bezirksverbandos, S. Ka.tzenstein, der aueh dio Konforenz eröffnete, referierte in außerordentlich' klarer unld eindringlicher Weise über die Lage im Zionismus und in Palästina.. Er schilderte die Ursachte der Krise in' Palästina, und griff die Stellung der Poale-Zion-Delegierten auf dem letzten Zionistenkongreß an. Er kritisierte dio Arbeit der zionistischen Exekutive seit dem Kongreß und brandmarkte ihr völliges Versagen und ihre Arbeiterfeindlich keit. Die Selbsthilfe der jüdischen Arbeiterschaft (PAF), der Gedanke des Kl/ussetikampfes, muß bei der zukünftigen Arbeit der Partei stärker im Vordergründe stehen. Gegen jeden von. einer Minderheit unternommenen Versuch', dio Poale Zioni in einen linken. Block innerhalb des biirgeiiicheu Zionismus umzuwandeln, müsse schärfstens Front gemacht, werden. Dagegen ist eine engere Zusammenarbeit mit den freien Gewerkschaften und der S. P. D. unerläßlich'. Fritz Fraenkel ging in seinem liefe rat, das die Situation der deutschen Juden in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht wiedergab, auf die zunehmende Klassendifferenzieruug im deutschen Judentum ein, l>elenolrtete die Proletari-sie.rungsteadenzen, deii "Wirfcselm.ftsantisendfcismus!, dio weiße und die rote Assimilation und forderte Erziehung des jüdischen Angestellten Und Arbeiters zum Klassenbewußtsein und Klassenkampf, Arbeit, zur Verweltliclrung der jüdischen Gemeinde, politischen1 Kampf gegen .'die Reaktion, und den Antisemitismus1, vcr.stii.rkte Arbeit für das arbeitende Palästina, und •'Unterstützung aller fortschrittlichen Tendenzen in der jüdischen Gesellschaft. F. ."Rabinowi.cz faßte die Aufgaben der Partei, die Palästmaarbcit, und die Galutharbeit zusammen, rechtfertigte das Zentral-Komitee und die Tätigkeit der Delegierten auf dein Kongreß. Er forcierte stärkere Unterstützung der Arbeit des Zeutra.l-Komitces 'durch' die Parteimitgliedschaft. Eingehend sprach er über die Pläne zur Schaffung einer Liga, für das arbeitende Palästina, den Ausbau der poa-1 e-zionistischen Presse und verzeichnete als Erfolg die künftige Gestaltung der Verwaltung des K. K. L. in Deutschland, in deren. Zentrale die Poale Zion durch drei Menschen vertreten, ist. Pabinowicz nahlm da.nn Stellung zmn J. J. W. B., der sich immer mehr aai. den bürgerlichen Zionismus assimiliere, seine revolutionäre Britb- Haolim-Tradition verleugne, und forderte die Schaffung einer eigenen Jugendbewegung. Die Diskussion am Nachmittagbrachte einen heftigen Zusammenstoß der Cha.wcriin Katzen stein; Gerler und Fraenkel mit Cha.wer Goldsch'inidt, der von der Partei eine Revision der Stellung zur 2. Internationale verlangte. Besonders Chawer Katzonsiein rechnete sehr scharf mit Chawer Goldsehrnidt ab. Katzen«tein betonte, daß diesos Verlangen völlig verantwortungslos sei. "Wenn sich' auch viel gegen dio Haltung der Partei auf dem letzten Kongreß zur liußlandresolution sagen ließe, so dürfte-n wir doch' niemals vengessen, daß wir in unserer praktischen Tagespolitik in Palästina, und hier einen starken Halt an der 2. Internationale hätten. Auch' in Deutschland müßten wir in Max Aldier, Paul Lovy, Max Soydewitz, den Führern der sozialdemokratischen: Opposition, unsere .sozialistische politische Führung erblicken. Die unermüdliche klassenbewußte- Politik der Opposition könne sich nicht so schnell auswirken, wie wir wohl wollten. Chawer Oolds'chniidt sprach' auch' über die Jugendarbeit un'd gab seiner' Freude über die Gründung der Poalc- Ziou-Jugond Ausdruck. Wenn viele Ohawerim auch' weiterhin im J. J. W. B. arbeiteden, so müßten1 doch1 die poalezionislischen J. J. \Y. B.er vom nächsten Bundestag eine klare Entscheidung verlangen, wohin der Weg des Bundes fühieu solle. Chawer Syue und Chawer Gerler verteidigen das Zentra'L- Komitee sehr energisch' gegen unberechtigte Angriffe. Chawer Ball sieht keine Möglichkeit, in der 2. Tnter- nationale dem marxistischen: Klassenkauipfgedankeu Geltung zu verschaffen. Clnwcira Katzenstein betont, daß die Partei von ■ TJoroclitov abgewichen sei. In die neue Bezirksleitung wurden die Chawerim Katzenstein:, Syne und Dnnzigcr gewählt. Die angenommenen Resolutionen: werden wir in der nächsten Nummer veröffentlichen. Brief aus Karlsruhe, Der Kampf um die jüdische Gemeinde. — Unsere Stellungnahme zu den Reichsratswählen. — Gute Beziehungen zur S. P. D. — Interne Arbeit. Unsere Ortegruppe ist hier die einzige jüdische Organisation, die eine rege Tätigkeit entfaltet. Nicht die zahlenmäßige Stärke unserer Organisation, sondern die Begeisterung unserer Genossen für die Idee des jüdischen Sozialismus erhält unsere Regsamkeit. Unsere Mitgliedschaft besteht fast durchwegs aus Angestellten. In Kreisen des jüdischen Bürgertums ist man über uns sehr ungehalten, weil wir oft Gelegenheit nehmen, um die Assimilaioren. vor der jüdischen Bevölkerung zu demaskieren. Vor kurzem fanden l>ei uns Wahlen in die jüdische Gemeinde statt. Wir riefen die jüdische- Bevölkerung zum Kampfe gegen das veraltete Kehilah'-System auf. Wir unternahmen einen Versuch, alle sozial denkenden Juden, unter unserer Flagge zu sammeln. Das noch' immer geltende Statut des Jahres 1.882 schaltete einen Wahlcrfolg für uns von vorne herein aus, aber unsere Aufklärungsarbeit ta.t ihre Wirkung. Unser Auftreten zwang dio Herren, die Demokratisierung1 des Wahlrechtes auf dio Tagesordnung zu setzen und wir dürfen hoffen, daß wir bei don nächsten Wahlen einen Erfolg erzielen, werden. Bei den Reichs tags wählen haben wir die sozial-demokratische Partei in Baden aktiv unterstützt. Unser Aufruf a.n alle Juden Deutschlands ist in vielen lausenden Exemplaren, verteilt worden und machte einen starken Eindruck. Unsere Beziehungen y,u den 'deutschten Sozialdemokraten sind freundliche. Das lokale Organ der sozia.listi- sehen Partei, „Der Volks freund", befaßt sich' oft mit uns und bekundet viel Verständnis für unsere- Bestrebungen. Besonders gute .Beziehungen, herrsehen zwischen uns und dem Bunde evangelischen* Sozialisten. Unsere Ortsgruppe entfaltet auch eine rege interne Bildung«- und Aufklärungsarbeit. Politische und literarische Themen werden erörtert, es finden auch' gesellige Veranstaltungen statt. In: letzter Zeit leitete unser Obmann, Gjen. Josef Holländer eine Vortragsreihe über die Geschichte des jüdischen »Sozialismus ein: es sind auch' viele andere Vortrüge für die nächsten Monate angekündigt worden. Unsere Ortsgruppe wird' in der nächistcu1 Zeit versuchen, mit den benachbarten Ortschaften in Baden in Fühlung zu treten, um auch dort Ortsgruppen der Poale Zion ins Leben zu rufen. M, L. Mandelbaum. Partefnachrichten der deutschen Organisationen. Alfred Berg er ist der Zion istischen. Vereinigung für Deutschland beigetreten. Dieser Schritt ist mich den Statuten und den. wiederholten Beschlüssen unserer Parteikonferenzen mit der Zugehörigkeit zur Partei Poale-Zion unvereinbar. Somit hat sich' Alfred .Borger außerhalb der Partei gestellt. Das Zentralkomitee der Poale-Zkm in. Deutschlniiul hat Alfrod Berger aufgefordert, sämtliche Mandate, die er als Poale-Zionist innegehabt hat, niederzulegen. * Das Weltverba.ndsbüro hat der deutschten Organisation eine Reihe von. Exemplaren des 2. Bandes Boroch'ov zur Verfügung gestellt. Das Werk ist von Cha.wer Locker redigiert und enthält eine Reihe von. wichtigen theoretischen Arbeiten Borochovs. Der 2. Band kostet M G.30, kann jedoch von Parteigenossen zum Preise von M f.— erworben worden: Aus dem Inhalt-: Bibliographie, Vorrede, Boiträgo von M. A, Boroch'ov, Ljuba Biorochöv, I. Bcm-Zwi, S- Ka.plan.ski, Vorbemerkungen von. Berl Locker zu den drei Abteilungen: Gründungszeit, Zwischen. Konterrevolution und Weltkrieg, AVcltkrieg und Revolution. Von Boroch'ov selbst sind die Aufsatz©: „Die Rolle der Arbeiterklasse bei der Realisierung des Territorialismus." „iVojekt-Programm der j. s, d. A. P. Poale-Zk>u.rt „Ein neues Kompromiß-Programm." „Zur nationalem Frage in Belgien." „Die Regnlierimg der jüdischen Emigration und der Emigrationskongreß." „Die autizionislischo Konzentration." „Die Schwierigkeiten des Poa.lc-Zionismus." „Was kann mau gegen die wirtschaftliche Verdrängung tun?" „Die ökonomische Entwicklung des jüdischen Volkes." „Nationale Ohnmacht und nationale Selbsthilfe." „Im Kampf für jüdische Rechte," PICK NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1928 Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtensteins^. 27, IV., Wiedner Hauptsir. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel „Mit dem Gesicht zur Wirklichkeit." „Erez Israel als Land für die jüdischen Ma.ssen." „Der Terrorist und der Wächter." „Zwei Strömungen im Poale-Zionismus." „Der Sozialismus der hiesigen Roale Zion." „Zionisteu und Poalc-Zionisteu." „Umwertung aller Werte." „Von Boston bis Philadelphia." P. -Z. -Sekret ar iat In r I )eu tschlaud Berlin N 21, August st raße 17. Oesterreich. Die Beendigung des Propagandistenkurses. Der Beendigung des Propagandistenkurses wohnte eine ansehnliche Zahl von Genossen bei. Genosse Singer schloß den Kurs mit einer Erörterung der aktuellen Probleme unserer Bewegung. Es entwickelte sich hierauf eine lebhalte Aussprache. Es ,wird geplant, den Kurs im Herbste zu wiederholen. 437.270 Gaskonsumenten in Wien. Die .Wiener städtischen Oaswerke haben in den letzten Jahren eine umfangreiche Installationstätigkeit entfaltet. Die Tatsache, daß die Oaspreise in Wien weit unter dem Friedenspreis stehen, hat die Verwendung von Gas im Haushalte, im Gewerbe und in der Industrie ungeheuer popularisiert. Ein Beweis dafür ist die fortwährend steigende Zahl der Gaskonsumenten. Auch im abgelaufenen Jahre haben die Wiener städtischen Gaswerke eine umfassende Installationstätigkeit entwickelt und insbesondere die Einleitung von Gas auf Teilzahlung in großem Umfange durchgeführt. Während am 31. Dezember 1013 die Zahl der Gasabnehmer nur 211..815 betrug, wurden am 31. Mai dieses Jahres schon 437.270 Gaskousumenten gezählt. Die Zahl der Gaskonsumenten hat sich gegenüber der Friedensziffer jetzt nicht nur verdoppelt, sondern ist darüber hinaus noch um rund dreizehntausend weiter angestiegen. Diese Zählen sind die besten Kennzeichen, daß sich' das Gas den Haushalt und viele gewerbliche Betriebe nun' vollends erobert hat. (Entgeltlich.) ■ Soeben erschienen: ■ ■ ■ ■ Die jüdische Jugend auf dem ■ ■ Wege zum Sozialismus J ■ ■ ■ Erläuterungen zur Gründungsresolution ■ ■ des Verbandes der jüdisch-sozialistischen ■ ■ —— Arbeiterjugend Oesterreichs ■ Von Samu Halpern Preis 30 Groschen 2 Kommissionsverlag: Bildungsstelle der jüdisch- £ ■ sozialistischen Organisationen, Kolportageabteilung ■ Lebensversicherungs^Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbestand Ende Februar 1928: 8 1,550,000.000*- Garantiemittel Ende 1927: S 190,000.000-- , Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 70,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, äechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina, Pensions-Versicherung mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs* Aktien** Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr. 1 Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantwovtl, Redakteur: Markus Lachs, Angestellter, Wien, II., Gr, Sperlgasse 19. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstraße 62 b,

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