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Der Jüdische Arbeiter · 1928-06-08 · Heft 9 (8.6.1928) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 9 (8.6.1928)
Date
1928-06-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seita 4 Def jfl.<jticha Afbdtef Nr. 9 werden. Wir müssen bestrebt, sein, für den Gedanken des Chaluz jtu. werben und die bestehende Chaluzorganisation mit sozialistischem Geist, mit dem Geiste der kämpfenden jüdischen Arbeiterschaft in .Palästina zu durchdringen. Der Parteitag* sagt dem neuen Kurs im Zionismus seinen schärfsten Kampf au. Dieser neue Kurs, der sich in erster Linie gegen die Arbeiterschaft richtet,, ist in Wahrheit ein ant(zionistischer Kurs. Die von diesem neuen Kurs gewählte Exekutive hat sich in Ercz Israel nicht bewährt. Der Ausdruck ihrer Jiquidatorischeii Tätigkeit kommt in der Aliahfrage am stärksten zum Ausdruck. Die Einwanderung neuer elialuzische'r Elemente ist eine Lebensfrage der palestinensischen Arbeiterschaft und der Mit Eulrüstung hat der Parteitag die Mitteilungen über Oeifnung der Tore Erez Israels für die Chaluzalialv. Deutschland. Aus der Berliner jüdischen Gemeinde. Der Berliner jüdischen 'Eepräsentantenversammlung vom 23. Mai lagen eine 'Reihe von wichtigen Anträgen vor. AuP der Tagesordnung stand u. a. die Frage der Errichtung eines jüdischen Sportplatzes, "!ie Verpflichtung der jüdischen Gemeinde, bei den von tk Gemeinde vergebeneu Bauaufträgen jüdische Bauarbeiter und Handwerker zu beschäftigen, die Frage, in welcher Höhe die Gemeinde eine .Subvention für die erdbebengeschädigten bulgarischen Juden geben solle u. m. a. Die Errichtung eines jüdischen Sportplatzes ist sehr dringend. Die arbeitende jüdische Jugend Berlins braucht einen Platz, auf dem sie sich nach' der Arbeitszeit (und am Sonntag der Pflege ihres Körpers widmen kann. Hoffen wir, daß die Gem 'u ie fliesen Plan bald verwirklichen kann. Bei der Behau'-'"'ud'^ des Themas: Beschäftigung von jüdischen Arbeitern durch die Gemeinde konnte man erfreulicherweise konstatieren.. ciati die Forderungen der Poale- Zion von den anderen IV eien geteilt werden. Mehrere Hedner betonten, daß die Gemeinde die Pflicht habe, bei Vergebung von Aufträgen darauf zu achten, daß vor allem jüdische Arbeiter und Handwerker, die durch den Wirtschaft saiitise nvifcismus in erheblichem Maße unter Arbeitslosigkeit leiden, beschäftigt werden. Schon heute sind auf dem jüdischen Friedhof in AVeiBcnsec zirka. 200 jüdische Gärtner .ivncL Arbeiter beschäftigt. F. F. * Mitteilungen des Sekretariates Berlin. 1. Die Aktion: zur Werbung von Abonnenten für den 7,Jüdischen Arbeiter", Wien, gellt weiter! Im Laufe der nächsten Wochen müssen wir Hunderte von neuen Abonnenten haben. An die Arbeit! 2. In allen .Ortsgruppen muß die Finauzarl>cit reorganisiert werden. Die Ortsgruppen und Einzelcha-werin müssen von' jetzt ab ihren Vorpfliehfcungen dem Sekretariat gegenüber pünktlich nackoinmen, sonst ist eine geregelte Arbeit der Partei nicht, denkbar. 3. Die Öhawerin müssen die von den örtlichen Schekel- Kommissionen erhaltenen Schekalim abrechnen. 4. Berichtet über eure Parteiarbeit, schickt uns die Polemiken in der. sozialistischen und jüdischen Presse über uns berührenden Dinge ein. Versucht wichtige Artikel des „Jüdischen Arbeiters" in die allgemeine 'Soziaiistische Presse zu lancieren. 5. Beteiligt euch durch1 Annoucenwerbung an dem Ausbau unserer gemeinsamen Zeitung. ( 6. Teilt uns alle Adresscnveränderungeu von Parteimitgliedern mit. Sekretariat Deutschland, Berlin N. 24, Auguststr. 17. i. A. Fritz Fraenkel. Oesterreich. Die Bildungsarbeit der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend. (Eine Erwiderung auf den Artikel des. Gen. Liudenba,\un in der Nummer 8 (15. Mai 1928) im Jüdischen Arbeiter.) In der Nummer S (15. Mai 1928) des Jüdischen Arbeiters war eine Vernichtende Kritik des Genossen" Elclacl Linden bau in über die Jugendorganisation der Poa'le Zion zu lesen. Er wirft den Führern Unfähigkeit xuid Unverstand vor und spricht von einer „geistigen Sterilität" der Jugendorganisation. Abgesehen! davon, daß Genosse Lindenbaum die Saehhige viel zu «ch'w.arz sieht, vergißt er außerdem, daß e-iuio Jugendorganisation aus jungen Menschen besteht, die nicht das Partei ideal so fest wie alte Parteigenossen in sich tragen können. Was ist denn geschehen? Nach einem starken Aufblühen der Jugendorganisation, das bedingt war von der Neuheit derjldee für uns Jugendliche, kam ein Hückschlag, der -sich' bloß in einer Stabilität bemerkbar machte und der daiuuf zurück/aiführen war, daß der Teil der jüdischen Jugend, der. für die poale-zionistische Idee in "Betracht kam, tatsächlich' erfaßt und organisiert wurde und andere Kreise, die unserer Idee nahes landen, allerdings aus .mivn- Ciher'lei Gründen nicht bei uns sind. Es gibt wohl in ganz Wien keine Jugeudgruppe einer Partei, die finanziell so schlecht gestellt wäre, wie die unsere. Und seien wir aufrichtig, zur Werbung von neuen Mitgliedern gehört, wie zum Kriegführen, Geld, Geld und wieder Geld. Werbeschriften müssen gedruckt werden, die Post arl>eitet auch nicht umsonst,: die Versammlungslokale kosten Creld und Ortsgruppen brauchen geräumige Heime. So ist z. P). die Ortsgruppe Drigittenau die zahlenmäßig und auch aktiv stärkste Gruppe unseres Verbandes ohne Lokal und die Leute müssen wegen eines Vortrags oder eines Heimabends von ZwischenbriVkeu in die Leopoldstadt gehen, und man sieht, daß das auch die aktivsten Mitglieder in ungünstigster Weise beemfrr'1*. Und wer die Brigittenau kennt, weiß, daß es in in O'e proletarische und jüdisch bewußte junge Menschen -.iV nir die die jüdisch-sozialistische Arbeiterjugend u; ihr als Folge die Poale- Zion. die erlösende Partei v»\-.ineu könnte. Um ein. geistiges Innenleben in einer Organisation zu schaffen, müssen Referate gehalten und Arbeitsgemeinschaften gegründet, werden. Und da ist es mir als Bildungsroferenten oft geschehen, daß, wenn ich an führende Genossen der Poale-Zion mit der Bitte herangetreten bin, daß sie sich für .Referate und Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung stellen, mögen, ich oft Absagen erhalten liabe, die nicht auf Zeitmangel, sondern auf Unlust zurückzuführen sind. Die Fehler, die unserer Jugendorganisation, anhaften, wie Trägheit und Unernst, werden also von' unseren Parteiführern gar nicht bekämpft. Genosse Lindenbaum spricht von Parteistars und parlamentarischen Größen und meint weiter, die Arbeit eines jüngsten Genossen wäre für uns wichtiger als z. B. ein Referat des Genossen Fried jung. Ich bin da. ganz anderer Meinung und glaube, daß unsere Jugendlichen vom Genossen Friedjung mehr lernen könnten alsvom Referat des besagten Knaben. Wir sind auf die Werbung von zionistischen linken Jugendgruppen und der vielen jüdischen jungen Menschen, die noch keiner Organisation angehören',- eingestellt, und da ist es vor allem notwendig, diese jungen Menschein mit dem Sozialismus vertraut -zu machen und sie von der bürgerlichen Ideologie zu befreien. Die jüdische Bildungsarboit muß in Kreisen besorgt werden, die sich dann für bestimmte Gebiete spezialisieren könnten. Jüdische Themen sind keine Werbemittel und sozialistische Parteigroßen ziehen au. Es ist einmal so und nicht anders. Was den Propagandistenkurs betrifft, so werden wir ihn ausgestalten, indem wir im Herbst eine Vertraucnsmünnerschulc neu errichten werden, auch eine Knnststcllo ist geplaut-, die billige Theaterkarten und Exkursionen vermitteln, wird. 'Wenn' uns also die Partei die Munition und die Generäle zur Verfügung stellen wird, glaube ich, daß sich in unseren Reihen genug, junge Menschen, finden werden, die die Fahnen der Poale-Zion ergreifen und ihre Idee zum Siege führen werden. Siegfried Steiner. Der Zustand Ben-Gurjons und Berl Katzeneisohns. Ben-Gurjon und Berl Katzenclsohn sind uif dr-r Fahrt: zu einer Tagung der Arbeiterjugend durch einen Autoun,f:iH schwer verletzt worden. Wie mau uns aus Palästina, mitteilt, hat sich ihr Zustand gebessert. Der außerordentliche Verbandstag der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend Als vor zwei Jahren da« elementare Streben der jüdischen Jugend nach1 einem eindeutig bestimmten, bewußten Sozialismus den Verband der jüdisch-soz. Arbeiterjugend entstehen ließ, war man sich1 über den weiteren Weg eigentlich nicht ganz im' klaren. Die damalige Zeit ließ eine Arbeit, die nicht auf unmittelbare Werbearbeit gerichtet war, einfach nicht zu. So hat die damalige Begeisterung wohl einen Verband zu schaffen, verstanden, aber keineswegs ihn zu fundieren gewußt. Es ist klar, daß in einer Zeit der Stabilisierung, die unter ganz anderen Voraus- Setzungen und für ganz andere Zwecke geschaffenen. Arbeitsformen nicht mehr entsprechen konnten. Anderseits bedurfte die damals unter dem gewaltigen Eindruck. der Massenbeitritte geschaffenen Grundsätze einer nochmaligen Durchsicht und einer eventuellen Revision. ALI diese Gründe drängten gewissermaßen zu einer Aussprache über all die Probleme. Der zur Ansprache und zur inneren Klärung einberufene 'Verbandstag sollte sich mit allen diesen Fragen befassen, um den Bau und eventuell sogar die Urganisationsform der neuen Zeit anzupassen. Nun der außerordentliche Verbandstag hat zum großen Teil diesen Forderungen der Zeit entsprochen. Es haben sich eine A n z a h 1 v o n Menschen ge f u »den, die sie b e r n s t m i t de n Problemen des Verbandes befassen wollen. Eine Gruppe von' Agitatoren soll geschaffen werden, die imstande sein solle, die große Idee unserer poale-ziouistischou Bewegung in die äUliscbe Weit zu tragen. Und wenn in unserem Verbände der belebende Geist gefehlt hat, der Geist, der die M aschen zu begeistern vermag, so haben wir einen Weg g jn, wie wir unserem erstarrten, bloß zur Organisation ge-?n Verbände neue Mensehen und ein neues Leben... z.;« i können. Damit haben wilden ersten Schritt getan zu einer Aeraeines neuen Aufstieges. Wir stehen am Anfang einer neueu Jugendbewegung. r. st. In den nächsten Tagen erscheint: ■ Die jüdische Jugend auf dem S Wege zum Sozialismus Erläuterungen zur Gründungsresolution des Verbandes der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend Oesterreichs =* Von Samu Halpern Preis 30 Groschen Kommissionsverlag: Blldungsstelle der jüdischsozialistischen Organisationen, Kolportageabteilung Leb ensv ersieh er ungs* Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 VerBicherungsbestand Ende Februar 1928: 8 1,550,000.000*- Qarantlemittel Ende 1927: 8 l90.000.0001- Prämlen- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 70,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland,Türkei, Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. 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