Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- Heft 8 (15.5.1928)
- Date
- 1928-05-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1*4* Der jüdlidie Arbeiter Nr. 8 liehen Parteien, gegenüber durch den Mangel an Wahlmitteln stark im Rückstand gewesen sind. In allen gegnerischen Wahlversammlungen traten unsere Genossen mit Erfolg auf. Einer der Führer der Liberalen, Rechtsanwalt Ooldsclnnidt, betonte in einer Versammlung, daß er, wenn er nicht Liboialnr wäre, or I\;>;i,le Zion gewählt hätte, die durch ihren bisherigen Vertreter in der Gemeinde .eine .Keihc von wichtigen sachlichen Forderungen für die (temeindcarboit erhoben hätte. Die l'onle Zion hatte nur eine einzige öffentliche Kundgebung in Leipzig einberufen, in der unsere Ocnosscn Sehechter und Selingcr sprachen. Die sozialdemokratische Presse nahm für uns and gegen diejenigen „Genossen" Stellung, die glauben, sine Zugehörigkeit zum bürgerlich-reaktionären Centrai- Verein 'oder zum klerikalen Misrachi, ließe sich mit ihrer Zugehörigkeit zur Svv/.ialdcmokratic vereinen. Im W'ahlkampf und nach dem Ausgang der Wahlen, hatten wir eine Reihe von Neueintritten in die Partei zu verzeichnen. Tschechoslowakei. Brünn. Montag, den 30. April fa.nd im Festsaa-lc der Kultusgemeindo unsere Eestversammlung anläßlich des 1. Mai statt. Die Versammlung wies einen guten Besuch auf. Den Vorsitz führte Gen. Keßler, Gen. Grün leitete die Versammlung durch eine kurze tschechische Ansprache ein. Das Hauptreferat erstattete (Jen. Singer aus Wien. Die zahlreichen Anwesenden folgten, seinen Ausführungen mit großem Interesse. Anschließend an die 'Versammlung haben wir die Konstituierung unserer Leitung vorgenommen. Wir sind bemüht, alle alten Genossen wieder um uns zu sammeln. Wir hoffen unsere Organisation in absehbarer Zeit wieder völlig aktiv zu gestalten. Ol mutz. Am I. Mai nah tue ti die Genossen der Poale Zion am gemeinsamen Umzug der tschechischen und deutschen Sozialdemokraten teil. Abend fand eine interne Maileier statt, in der die Genossen Singer (Wien) und Tauber sprachen. In der Kultusgcuieinde sind wir durch vier Genossen vertreten, eine Zahl, die den politischen Verhältnissen gar nicht entspricht. Unsere Mandatare haben in der Kultusgemcinde einen sehr schweren Stand, der durch die Indifferenz einzelner bürgerlicher Zioniston auf allen national-kulturellen Gebieten besonders erschwert wird. Die zionistischen Postulate werden in der Kultusgemeinde hauptsächlich von uns vertreten. So wurde über Antrag des Gen. Huber dem hebräischen Schulwerk in Munkacs eine Subvention von ö()ü Kc erteilt. Unseren Mandataren ist es auch zu danken, daß die Kultusgenieinde 1ö Bäume für den O'lnüitzer lleldenhaiu in Palästina gespendet hat. Wir sehen also, daß \insore Uhavcrim, trotz der ungerechten Disproportion in der Mandatszahl, ganze Arbeit leisten. Plößnitz. Gelegentlich' der Tagung in Olmütz hat Gen. Singer aus Wien vor einem kleinen Kreis von Angestellten über unsere Aufgaben, in der Tschechoslowakei referiert. Es wurde damals beschlossen, an die Neukonstituierimg der Organisation zu schreiten. Am 27. April fand auch bereits die Konstituierung; statt. Die Referate erstatteten die Gen. Hub'h und lag. Fest aus Olmütz. An der Versammlung beteiligten sich Vertreter der zionistischen Ortsgruppenleitung, der deutschen Sozialdemokraten, des Einheitsverbandes der Angestellten, der Union der Reisenden und Vertreter, sowie Senator Mechura als offizieller Vertreter der tschechischen Sozialdemokraten. Aus technischen Gründen konnten viele Interessenten der Versammlung nicht beiwohnen, es wurde deshalb be-' schlössen, eine provisorische Leitung zu wählen. Die- Vertreter der anwesenden Organisationen gaben ihre Befriedigung über die Neugrüuduug der Organisation kund. In die provisorische Leitimg wurden folgende Genossen gewählt: Obmann: Leo Spiel mann, Obmann-Stellvertreter: Hermann Antseheri, Kassier: heiser Schwarz, Schriftführer: Leo Glückselig, Revisor: Salo Hosenheck, Beisitzer: Sigmund Schwed, Ludwig Staugel und Ernst Sommer. Am 1. Mai marschierte unsere Gruppe gemeinsam mit den tschechischen und deutschen Genossen. In der gemeinsamen Versammlung begrüßte der Vorsitzende unsere Gruppe als die jüngsten Mitkämpfer. Der Referent Abg. Bechyne heb die große Bedeutung der Zusammenarbeit der Tschechen, Deutschen und Juden hervor. Oesterreich. Unsere Maifeier. Unser Zug, der an den Leopold Stadlern war, gestaltete sich heuer sehr .sdiön und Spitze marschierten zwei Reihen Genossi und Wimpeln und eine Gruppe Hadfahm_ unsere „Zofiin-Owdim" in ihrer schmucken Dreß; dann die Chaluzim mit einem Transparent in hebräisch und deutscher Sprache, „Es lebe das arbeitende Palästina". Dahinter schritten, stramm unsere Jugendorganisationen. Hinter der geschlossen bunt. An der mit Fahnen ihnen folgten Jugend rangierte die „Hihtchduth", dann marschierten dio ,,Chenit"-Sportlcr und den Abschluß bildeten unsere Poale - Zion - Genossen. Auf. dem Rückmarsch, in der Blnmauergasse, hielt. (Jen. Hilruk eine kurze Ansprache. Mit einem ,,Hoch" auf die Internationale und Ponle Zion schloß der imposante Aufmarsch des Vormittags. Am Abend lerische Mai feie des Genossen M; sain vorgetragen Violinvortrag voi Dura Toreuberg. fand in den „Kunstspielen" eine künststuft. Unser Ohor unter der Leitung x Ilönig leitet die Keier durch den wirkn Sozialistenniarsch ein, dann folgt ein Gen. Schuster, begleitet am Klavier von Rezitationen vom Gen. Franz Bnchwald (deutsch), sehr eindrucksvoll vorgetragen., werden sehr beifällig aufgenommen. Die palästinensische Hora wird vom Chor sehr gelungen vorgetragen, worauf die glänzende Fest rede von Gen. Dr. Sokal folgte. Dieselbe übte auf alle Genossen eine starke Wirkung aus. Jehuda. Ehrenkranz trug revolutionäre Lieder (jiddisch) vor. Er erntete verdienten reichhaltigen Beifall. Gen. Ma-x König saug einige Arbeiterlieder, am besten gefiel, das fein pointierte revolutionäre Chanson „Der1 Revoluzzer" von Pela Heinitz. Es folgten Cellovorträge von Willy Deisler, ein Chorus: Wie lang, t> wie lang (jiddisch), und zum Schluß „Die Internationale", welche von den Anwesenden stehend mit Begeisterung mitgesungen wurde. So schloß würdig unsere L-Mai-Feier. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß diese Maifeier von unserer Bildurigsstclle arrangiert war. M'ojsche II. Konferenz des Hechaluz in Oesterreich. In den letzten Wochen tagte in unserem Arbeiterheime die Ja.hresk'Dnferenz des ,.Hechaluz". Die Verhältnisse in der Organisation wurden eingehend besprochen. Es wurde der allgemeine Wunsch zum Ausdrucke gebracht, daß die Tätigkeit für den Hechaluz wieder energisch aufgenommen, werden soll. Wir werden uns in der nächsten Nummer mit den Verhältnissen des Hechaluz in Oesterreich noch eingehend befassen. « Gedenkfeier für die Opfer des 1. Mai in Jaffa. Zur Erinnerung an die Opfer, welche die jüdische Arbeiterschaft Palästinas anläßlich der ersten von ihr einberufenen großen 1.-Mai-Feier bringen mußte, hat unsere Organisation gemeinsam mit dem Verein der Freunde des arbeitenden Palästina in der „Scholle" eine Gedenkfeier veranstaltet, für die Erinnerungszeichen ausgegeben wurden. Die Feier, an der der Chor der JSAJ mitwirkte und Gen. Singer eine., die Bedeutung dieses Ereignisses würdigende Ansprache hielt, nahm einen schönen Verlauf und war stark besucht. * Mitteilungen des Sekretariats. Partein verkehr im Sekretariat. Am 15. Mai tritt folgende Parteienverkehrsordnung in Kraft: Montag von 10—12" Uhr vormittags und von 5—9 Uhr abends; Dienstag von 10—12 Uhr vorm. und 5—8 Uhr abends; Mittwoch von 9—12 Uhr vorm. und 4—7 Uhr abends; Donnerstag von 10—12 vm. und 5—9 Uhr abends; Freitag von 10—12 vm. und 4—7 Uhr abends; Samstag von 9—12 Uhr vorm. und 4—6 Uhr nachmittags. Diese Ordnung; gibt den Genossen die Möglichkeit, während des Tages das Sekretariat aufzusuchen und wichtige Angelegenheiten, wie z. B. Rechtsschutzfragen erledigen zu lassen. Versammlung in d e r B r i g i 11 e n a u. Samstag, dem 19. Mai, 8 Uhr abends findet im Cafe Neptun, XX., Gaußplatz 7, ein öffentlicher Diskussionsabend über das Thema: Die Bedeutung einer jüdischen sozialistischen Organisation in Wien, statt. Einleitendes Referat: Gen. Dr. Leo Ginsberg. Die Genossen werden gebeten, zu dieser Versammlung zu erscheinen und auch ihre Freunde mitzubringen. W a u d e r g r u p p e der Poale Zion. Genossen, die früher bei unseren Jugendlichen mitgearbeitet haben und jetzt der P. Z. beigetreten sind, gehen daran, eine Wa n dergr u p pe zu konstituieren. Die erste Wanderung fand am 13. d. statt. .Wir ersuchen alle Genossen, die hiefiir Interesse haben, Freitag, den 18. d., 8 Uhr abends in der Blumauergasse zu erscheinen, wo eine wichtige Besprechung dieser Wandergruppe stattfinden wird. Nächste Wände r u n g: Sonntag, den 20. d. Treffpunkt: 8.30 Uhr Endstation Mauer. Für das Sekretariat H a l p e r n. Erklärung. Die unterzeichneten zionistischen Organisationen erklären sich' auf das entschiedenste gegen die Zersplitterung in den Reihen des „Hechaluz. Insbesondere lehnen sie jede Gemeinschaft mit den von ehemaligen Mitgliedern des „Hechaluz", Oesterreichischer Landesverband, gegründeten sogenannten ,,Allgemeinen Flechaluz" ab. Sie forclern alle zionistischen Organisationen und einzelnen Zionisteu auf, den „Allgemeinen Hechaluz" nicht zu unterstützen. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich (Doktor Leo Goldhammer m. p.), Jüdische Sozialdemokratische Arbeiterorganisation Poale Zion (M. Singer m. p.), Zionistische Arbeitspartei „Hitachduth" in Oesterreich (S. Weinreb m. p.), Organisation zionistischer Frauen Oesterreichs (Sofie Löwenherz m. p.). Infolge Fülle des Materials mußte die Palästina-Rund- . schau diesmal entfallen. Die Redaktion. ' NÄHMASCHINEN Ii I T V mit kostenlosem Stickunterricht 9 |l FAHRRÄDER 1928 * 1 % M Auch gegen Teilzahlung!! Reparaiurannahme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. 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