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Der Jüdische Arbeiter · 1928-04-30 · Heft 7 (30.4.1928) · page 1

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 7 (30.4.1928)
Date
1928-04-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Organ der sozialdemokratischen Poale Zion Deutschlands, Österreichs und der Tschechoslowakei Erscheint zweimal monatlich;■; Redaktion mtf Wien, IL, ttttttütfmin/ti ' , >JU. * } * Pöstsöheekkonto Nr* Bezugspreis.* vleftellfihrJg. S 1.20 halbjährig . . , 2.40 Einzelne Numtnef 20 Groschen Nr. 7. Wien, 30. April 1928. 5. Jahrgang. 1. Mai 1928. Genossen und Genossinnen!; Arbeiter und Angestellte! Gemeinsam mit dem klassenbewußten. Weltproletari'at demonstrieren wir geg6n* Reakt i o n u nd Fasch'ism us,, gegen Krieg und Militarismus, gegen die Unterdrückung der Kolonialvölker; für die internationale Verwirklichung des Achtstundentages, für die organisatorische Einheit des Proletariats in den' einzelnen Ländern und inj 'der Internationale, f ü r d i e W e 11 o r d n u n g d es Sozial i s nY u s! Als jüdische Arbeiter, als Teil der .Weltbewegung Poale Zion1, erheben wir, an diesem Tage auch die: Forderungen! des jüdischen Proletariats, das gezwungen ist, in den meisten Ländern der, .Welt einen schweren Kampf um seine freie nationale Entfaltung zu führen. ■ ' : In den Ländern jüdischer Massensfediung genießen 'die Juden noch1 immer nicht die Rechte einer nationalen Minderheit. ^Die Umgestaltung der, wirtschaftlichen und politischen Struktur vieler Länder nach1 Beendigung des Krieges hat die Lage der Juden erschüttert. Die berufliche Umschichtun'g der Juden ist gegenwärtig eines der brennendsten Probleme, breite Schichten! der jüdischen Bevölkerung ringen um die Möglichkeit des Ueb'erganges zu produktiver. Arbeit. / Die wichtigsten' Einwanderungsländer haben ihre Tore"vor diesen zehntausenden Arbeit suchenden Juden verrammelt. Durch' die kurzsichtige Politik der .arbeiterfeindlichen Gruppen innerhalb der. zionisti- Treffpunkte für die Demonstration: Poale Zion'. L'eopol'dstadt. Treffpunkt 8 Uhr im Arbefterheim Biaumauergasse .1. B rig i 11e n au. Zusammenkunft 8., Uh'r Gaußplatz. Sportklub „Ch'eruth". 8 Uhr Gaußplatz. Verband der jüdisch-sozialistischen Arbeiterjugend. L eo p ol d s tad t. Treffpunkt 8 Uhr, im Arbeiterheim Blumauergasse 1. West. Zusammenkunft 7,45 Mariahilferstraße- Ammerlinggasse (Hotel Kummer). Ottakrin'g. Zusammenkunft 7.30 Johänn-Nepomuk-Berger-Platz. .Br.igi ttenau. Zusammenkunft 8 Uhr Gaußplatz. - Die Zof im schließen,sich den Ortsgruppen an. - Jüdische Sozialistische Studentengruppe. Zusammenkunft 7.45 Uhr Bayrischer Hof. Hech'al uz. Zusammenkunft 8 Uhr Blumauergasse 1 (Arbeiterheim). Brith' 'Hamischmar. Zusammenkunft 7.45 Uhr Ausstellun'gsstraße 19. Der Abmarsch der einzelnen Gruppenzüge mußi so eingerichtet sein, daß sie längstens 8% 15 Uhr am Zentralsammelplatz Blumäuergasse eintreffen. Der ganze Zug schließt sich dann dem Zuge der Leopoldstadt an1. schert Weltbewegung, sind1 auch die Tore Palästinas vor der jüdischen Einwanderung geschlossen worden. iWir fordern! deshalb' heute am Feiertage des Wel tprole'tariätes: .;Sejbitpes11im m'ungsr echt f ür das jüdische Vol k. * Freie Einwanderung in alle Länder. Freie Entwicklung-des Palästina des a r b eit e n den j ü d i s c h e n Volkes. Mit unvergleichlicher Energie, mit beispielloser. Ausdauer gelang es unsern Brüdern, den jüdischen Arbeitern in1 Palästina die Wirtschaftskrise zu' überwinden. In vorbildlicher Weise wirken; 'unsere Genössen in Palästina für den Sozialismus, für die Verständigung mit den arabischen Klassengenossen. Wir grüßen .'Unsere-tapferen', schöpferisch'en' Genossen in. Palästina und versieh e r n i hnen, daßt win zur .Mi t a r b e i t jederzeit bereit sin:jd,v' ' . .. ■■ ... .... :.i,-:r- .. f~-"tarf''.' ■ .. .. . In den schwierigen Kämpfen, die wir zu:führen gezwungen sind1, fühlen wir uns nicht vereinsamt. Im Weltverbande Poale Zion marschieren wir mit zehntausen'den gleichgesinnten jüdischen Arbeitern im alten Ländern der Welt .und, als Weltbewegung sind wir der Sozialistischen Arbeiter-Internationale angeschlossen. Das verleiht uns Mut und belebt in uns' die Hoffnung auf den endgültigen Sieg unseres Ideals. Es lebe der Weltverband Poale Zion! Es lebe die Sozialistische Arbeiterin ter natio nal e! Jüd.-soz.-dem. Arbeiterorganisation! Poale Zion1, Wien. t m Dem 1.-Mai-Aufrufe unserer Bruderpartei, in der Tschechoslowakei entnehmen wir folgende auf die Politik im Lande, bezügliche Stelle: In der tschechoslowakischen Republik hat sich eine geschlossene Front des Bürgertums aller Nationen, die sich gegen den sozialen Fortschritt, gegen die Rechte1 der Arbeiterschaft wendet, gebildet. Die jüdische Arbeiterschaft betrachtet es als ihre Aufgabe, gemeinsam mit den Proletariern der anderen Völker der Republik das Recht der Arbeiterschaft, des so- zialen Fortschrittes, z uyvertei digen. Voraussetzung für den gemeinsamen! Kampf des gesamten Proletariates: der Republik, ist die Verstand igiung iri der nationalen Frage und die Anbahnung) ihrer Losung im Geiste der Demokratie, des Sozialismus. Wir jüdischen! Arbeiter fordern die volle Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der. Juden in der Tschechoslowakei. Erste-Mai-Vers&mmliingen in der Tschechosiovakei. Am 30. April spricht Genosse Singer in einer öffentlichen Versammlung! der Poale Zion in Brünn, am 1. Mai in Proßnitz. Die Poale Zion und die Wahlen in Deutschland. Das Zentralkomitee der Jüdisch'-sozialde- - mlokratischen1 Arbeiterorgia.nisa.tion' Foale-Zfcrain Deutschland veröffentlicht folgenden Aufruf: jadische Arbeiter und Angestellte! Jüdische Arbeitslose! Der 1. Mai, der Feiertag, der Arbeiter aller Völker und aller Lander, steht dieses Jahr im Zeichen schwerer Wahlkämpfe. In Deutschland! finden am 20. Mai die Wahlen zum Reichstag statt. Es gilt alle proletarischen! und freiheitlichen Kräfte für diesen Kampftag zu rüsten'.. Der 1. Mai ist der Tag der Mobilmachung der Arbeiterklasse, der Tag, anl dem das Proletariat feiert, um sich Rechenschaft zu geben für. das Vergangene und seine Kräfte zu prüfen: für zukünftige Kämpfe. In den Reihen des deutschen1 Proletariats kämpfen ■ jüdische Arbeiter und Angestellte; mit für den Aufstieg der Arbeiterklasse, für die Sicherung und Eroberung der Republik, für den Sieg des Sozialismus- Noch ist in vielen deutschen Ländern die " alte feudale Gesellschaftsklasse, unterstützt vom reäktiö-' nären Bürgertum, im Besitze des Staatsapparats; der voll und ganz gegen das Proletariat ausgenützt: .wirdv Das Proletariat'kämpft über die Durchsetzung},' geK wisser demokratischer Sicherungen hinaus für'eine revolutionäre Umgestaltung des staatlichen, und wirf-: ■ schäftlichen, Lebens. Der kommende Reichstag wird die Aufgabe Waben, die alten reaktionären Elemente ausY dem Beamtenapparat, aus Heer, Justiz, Polizei und Marine radikal zu entfernen und an ihre Stelle frische Kräfte aus dem . Lager der Arbeiterklasse zu setzen. Nur eine gründliche Niederlage des Bürgerblocks kann den Weg frei machen für den Aufbau einer wahren sozialen! Demokratie! Jüdische Arbeiter und Angestellte! Dieser Kämpf * ist auch der eure! Es geht um eure Lebens- und Wirtschaftsintejeessen. .Wählt am 20. Mai sozialdemop kratisch! Macht euch frei von allen bürgerlichen Illusionen! Jede Indifferenz stärkt die bürgerliche Klasse. Gleich-; gültigkeitt bedeutet Verrat an den proletarischen Interessen. Hütet Euch vor der Unterstützung der Unklaren stalinistischen Politik! Es geht um die Einigung der Arbeiterklasse und gegen ihre unheilvolle Spaltung! Jüdische Arbeitslose, jüdische Kleinbürger! Die Konzentrationsbewegung innerhalb der ka-; pitalistischen Wirtschaft hat (Unzählige von euch ins Proletariat herabgestoßen. Seid euch eurer. Klassen-- lage bewußt! Tausende von euch sind durch dem WSrfschaftsantisemitismus aus dem Berufsleben ausgestor ßen worden. Kämpft gegen eure Totfeinde auf der. Rechten! Gebt eure Stimmen der Parte?, die gegen Kapitalismus un'di Rassenhaß zu Felde zieht, der sozialdemokratischen! Partei! Denkt daran, daß zahlreiche sozialdemokratische Führer im Einklang mit der sozialistischen Arbeiter- Internationale, eingedenk des vielhundertjährigen Unv rechts, das man an den jüdischen Massen beging, füti den Aufbau eines jüdisch-sozialistischen Palästinas eingetreten sind. Es kann für die jüdischen Arbeiter und Ange* stellten, für die jüdischen1 Arbeitslosen1, wie, für. die! jüdischen Intellektuellem am 20. Mai nur die Parole geben!: ■ '; ' m

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