Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- Heft 5 (6.4.1928)
- Date
- 1928-04-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Der judische Arbeiter Nr. 5 Der Wiener städtische Autobus* verkehr. Im Rahmerr des ausgedehnten und dichten Verkehrsnetzes der Stadt Wien ist besonders der Autobusverkehr kreuz und quer durch die Innere Stadt von besonderer Bedeutung. Von 7.40 früh bis 19.30 Uhr abends stehen für Fahrten kreuz und quer durch die Innere Stadt mehrere Autobuslinien zur Verfügung. In der Wagenfolge von 2 bis 4 Minuten laufen die Autobusse vom Schottentor über den Stephansplatz auf den Stubenring. Eine zweite Linie führt vom Karlsplatz über den Stephansplatz auf den Schwedenplatz. Die 'dritte Linie geht von der Bellaria über den Stephansplatz zur Börse. Der Tagesfahrpreis beträgt auf den Autobuslinien zehn und zwanzig Groschen. Von 12 Uhr nachts bis 3 Uhr früh stehen sogenannte Nachtverkehrslinien zur Verfügung, die vom Stephansplatz zum Nordbahnhof und Südbahn- 'hof, nach' Hietzing, Hernais, Gersthof und Döbling führen. Auf diesen Linien kostet eine Nachtfahrt zwanzig, vierzig, sechzig und achtzig Groschen. Die (Wiener städtischen Autobuslinien haben sich schon so in' den' Wiener Großstadtverkehr eingelebt, daß' man sich diesen ohne Autobuslinien nicht mehr vorstellen kann. (Entgeltlich.) Sonderbare Gesinnungsfreunde. .Wir haben1 schon oft darauf hingewiesen, daß die Beziehungen der Presse der sogenannten „Radikalen Zionisten", die sich' um Stricker und Plaschkes scharen, zur Presse der Großkapitalisten und sogar zum Erpresser Herrn Sandor Weiß (hat ja Herr •Dr. Plaschkes gelegentlich des Preßprozesses, den er gegen uns angestrengt hat, zugeben müssen, daß er und Stricker mit dem Erpresser gesellschaftlichen Verkehr pflegen) sehr enge sind. Wir wollen diesmal nur registrieren, daß in Strickers „Neue Welt" und In Sandor Weiß's „Freiheit" zu gleicher Zeit Angriffe' gegen die „Werktätigen Juden" erfolgt sind und' daß vor den Wahlen in Währing alle arbeiterfeindlichen, gegen die Sozialdemokratie gerichteten Artikel des Stricker-Blattes in den großkapitalistischen Seipel-Blättern „Neues Wiener Tagblatt", „Neues iWiener Journal" und „Neue Freie Presse" veröffentlicht, wurden. Es dürfte ein Zufall sein, daß, die politischen Kompagnons des Hakenkreuzler-Rieh'l stets die Presse der Herren1 Stricker und Plaschkes in ihren Dienst stellen. iWer glaubt, wird selig. Borochows Schriften. Zweiter Band. Unter der Redaktion, des Genossen Boll Locker erschien anläßlich' des zehnten Todestages Bei- Bor-ochows der zweite Band) der Schriftein Borochlows. Dieser Band zeigt uns Borochows. Dieser zeigt uns Borooli'ow zum Teile von einer ganz anderen Seite. Wir werden' den Inhalt dieses Bandes noch ausführlich besprechen. bebensuepfidiepungsgefellfdiaH „Phönix". Sw Saljre 1927 firtb .ijiu btrefterc ®efd)äft§&ctrie&c ber ©efe'ftfcfjaft 110.184 SeöeuöüerficljeruitgguertxÄge ahtx föbrhrf+itr üou @. 425,372.645.— tiew o^fc&loffeu tm K Äwnbnt; I^eücm 37.512 SJerf^caiwgeit über 330,744.229— mit ÄraWcr Itnterfacfymtcj! unb :72.672 $Ali£$at über @. 94,628.416 otjite ärgtU^B Unter* futfning.!£[i,e Don bcr ©efeftfcfyaft üDernontmetten 9tücE= Ueifitfyeritttflen [inb hierbei ittcfyt ntitgerecCjn^et. üßou beu neu .ai&Q'efdjtoffenen Berficfyeiiumjen entfafteit cttoct 32 $ro* jent iaiuf bie Sättgfeit -ber ®>tfottfd)aft iit ber StefluuKf ßeftervißirf), tuäfyrenb 'bie reftlicfyeN 68 ^rogent mt§ frem .atteu iitnb neuen, ^u^faube fyerrüfyrm. $n beti Vortaten Sanitär «.«nb fte&ruiat 1928 finb m beut igefamten $eftf)Äft3ttetrtebe ber Glefettfdjrtft neue $etfidjeriumgien .über ©. 84,393.388 (um 34 $xo* i^ent ntefyr afS ine SBorjaftre) ctöfjefcf>ruffen mürben. $ür freu reic^beutfcfjen (^cfyäft3öetrieb f>at bie ©efeltfcfyaft einen j&efonbereit SSertoattunöv3au§fcW ('Sl.irief txonä* n ü i f ü r b a §> $i e u t f cf> e dt«i cfy) #e6,ifbet, bem bie $errett;®e{jeimrat §cm§ 9temäf)arb, 'Siiirettor ber »ifttj'erifdjen ^potffdtn* unb 3Becr>[eIbauf im Ulünfym, t&xin% Mba lB ert tion'Sa\j evu in 9Mucfyen, ©ttnatö* »rovifter a. %k $t. <$-rai% ©cfynmjer iit 9Mncf)en, ft'om* ineiBienrat Jß« teufen, ^tireftor hex OTgemetnett Seilt* "")ett (Srebit&anf in Seidig, $euerafbireftor Robert \ü\tox in-.'Min arit sJtfye?n, Sir. *J$ituf auf mann, ciäfibent be§ ^eid^^osiatöeriic^eruug^amteg a. "Si. in Jexlin« & ^aut Sftari', ©efc^ftainga&eu beS Farmer *3ait!t>etetnc3 w MffeTborf, $teU>err Sl'urt üou cfyroeber, äÄitänlja&ev ber finita 3- §• Stein in ■ fl&lu am 9rTjeiu, Sr. brutto XIjiergarleu*ScT)ut^ WaxUxuftt unb ^uftisrat Sir. ^ermann ©teiuüt&er, ffiftnc§en, angelernt. (®ntge(tlid>.) Die Generalversammlung des Vereines der Freunde für das arbeitende Palästina. Am 1. April fand im großen Saale des Arbeiterheimes in der Blumauergasse die (reneiulversammlung des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina unter starker Beteiligung von Delegierten aller angeschlossenen Gruppen imd vieler Einzelmitglieder statt. Es waren 90 Delegierte und Einzelmitglieder anwesend. Nach einleitenden Worten der Begrüßung erteilte der Vorsitzende Gen. Ing. Zwi Krämer dem Genossen Schapira das Wort zur Erstattung des Berichtes über die Arbeit, im abgelaufenen Jahre. Gen. Schapira wies auf die Schwierigkeiten .hin, welche sich anfangs betreffs Konsolidierung des Vereines, mangels au ernsten Mitarbeitern entgegenstellten. Der Verein hatte vor dieser Arbeitsperiode nur ein Scheinleben geführt und dementsprechend auch' wenig Arbeit für den Pahistina-Arbeitor- Fonds geleistet. Als unsere Partei vor einem Jahre die Initiative zur Reorganisierung der Arbeit gab und Gen. Schapira damit beauftragte, gelang es, dank dem Umstände, daß sich noch einige Genossen teils von unserer Partei, teils von anderen Gruppen fanden, welche sofort aktiv mitzuarbeiten begannen, dem Vereine jene Grundlage zu geben, welche im Zuge der weiteren Entwicklung dazu führte, daß die kontinuierliche Arbeit für den P. A. F. eino feststehende Tatsache geworden ist. Vor allem gelang es verschiedene Gruppen und Organisationen als kollektive Mitglieder zu organisieren und zur Leistung von Kollektivmitgliedsbeiträgen zu veranlassen. Später wurde dann auch! an die Werbung von Einzelmitgliedern geschritten und in letzterer Hinsicht ist eine breit© Tätigkeit in dem vor uns liegenden Arbeitsjahre notwendig. Es soll hier erwähnt werden, daß die Erfassung der Mitglieder der Jugendgruppen, bisnun weiter fortgeschritten ist, als die Erfassung der Mitglieder der angeschlossenen Parteien und Organisationen, wobei festgestellt sei, daß bei unserer Partei in dieser Hinsicht der beste Erfolg erzielt wurde, was sich im besonderen bei der Notabgabe und der Häusersammlung' auswirkte. Wenn auch die Jugend leichter und iü größerem Maße sich an der Arbeit beteiligen kann, wird: es eine unserer wichtigsten Aufgaben im' kommenden Arbeitsjahro sein, auch die Mitglieder der Parteien und Organisationen zu erfassen und sie durch Aufklärung über die Ziele und Forderungen der Arbeiterschaft Palästinas unserer Arbeit näher zu bringen. In Bezug auf die Pxopaganda bestanden in der Leitung selbst gebeilte Meinungen, von denen die eine die Ansicht vertrat, rege Propaganda zu betreiben, auch' wenn dieselbe auf längere . Zeit ohne materielle Erfolge bliebe, während die andere die Ueberweisung sämtlicher Beträge: unter womöglich1 jeder Ausschaltung von Propagandaarisgabeii, befürwortete. Wir glauben, daß Propaganda zur Verbreitung unseres Tätigkeitsfeldes unerläßlich ist und daß in der neuen Leitung sich beide Meinungen durchsetzenwerden, wobei allerdings zu berücksichtigen sein wird', unproduktive Ausgaben, so wie es auch in der abgelaufenen Arbeitsperiode der Fall war, auf ein Minimum zu beschränken. Ueber die durchgeführten Aktionen wurde an dieser Stelle, bereits anläßlich des Besuches des Gen. Ing. Reiß berichtet. Es sei nur bemerkt, daß die Zentrale des1 P. A. F. mit großer Freude den guten Erhalt der beiden Bücherkisten bestätigt hat, im Namen der Genossen anch für die Arbeit des Einbindens der Bücher dankt und auf den großen Mangel an Büchern in den Arbeiterheimen, Kooperativen hinweist, woraus erhellt, daß wir die Sammlung von Büchern weiter fortsetzen müssen. Die Markena,ktion, Sammelblockaktiiou, Veranstaltungen, konnten im vergangenen Jahre nur teilweise intensiv dui'chgefüh'rt werden und wir hoffen, daß dieselben in dem vor uns liegenden Arbeits jähre weitaus besser gelingen werden. Dies vornehmlich1 deshalb, weiL wir durch das seit zwei Monaten erscheinende und von Gen. Ing. Krämer redigierte Nachrichtenblatt ein Verbindungsmittel mit allen uns nahestehenden Menschen gefunden haben. Die in' den Rahmen unserer Wirksamkeit für die Institutionen der palästinensischen Arbeiterschaft neu/ hinzugekommenen Gebiete, wie der Absatz von Aktien der Arbeiterbank, die Arbeit für die Arbeiberkrankenkasse, die Tätigkeit für die Arbeiterinnen-Wirtschaften, werden uns durch' Mithilfe der ohne Zweifel an diesen Aufgaben interessierten Mensehen unseres Kreises gelingen. Wir haben auch mit der Einkaufsgenossenschaft „Hamaschbir" Verbindung gesucht und derselben bezüglich Einkäiife Vorschläge gemacht, welche aber bis nun nicht realisiert werden konnten. Wir haben' und werden auch im kommenden Jahre eine Systematik in der Durchführung1 unserer. Arbeit beibehalten in. der Art, daß eine Aktion die andere nicht kreuze und wir unsere Mitarbeiter und Freunde nicht zu viel in Anspruch nehmeu. Wir hoffen allerdings, daß eine große Anzahl neuer Freunde uns dies ermöglichen wird. Es> hat sich deutlich gezeigt, daß der Kreis der für unsere Tätigkeit interessierten Menschen ein großer ist. Wir haben durch unsere Arbeit die ersten Grundlagen zur Scluiffung eines Organisations-Apparabes gelegt,, welche es ermöglichen wird, alle diese Mensehen zu erfassen. Immerhin wird in dieser Hinsicht noch vieles verbessert und ausgebaut werden müssen, Aufgaben, welche die größten Anstrengungen im Arbeitejahre, welches ror uns liegt, erfordern werden. Gen. Welt erstattete den Kassabericht. Aus demselben war zu ersehen, daß alle Arbeiten von unbezahlten Mitarbeitern geleistet wurden, daß die unproduktiven Ausgaben, wie Porti, Drucksachen etc. einen sehr geringen Prozentsatz betragen, obwohl, als wir mit unserer Arbeit beganuen. gar kein Material vorhanden war. Wir werden uns bemühen, in der kommenden Arbeitsperiode auch diese Ausgaben zu vermindern. Im ganzen wurden S 528S.38 der Zentrale des P. A. F. überwiesen. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Straßberg, S. Halpern, Hecht, Melzor, Schnabel, Manoach Zwi Huber, Kohn, Brand sowie Dr. Heinrich Glanz u. a. Die rege Beteiligung an der Aussprache und der sachliche Inhalt derselben bewiesen, daß unserer Arbeit volles Verständnis entgegengebracht wird und daß der aufrichtige AVille besteht, an derselben teilzunehmen. Aus der Diskussion ging hervor, daß die meisten der Genossen der Ansicht sind, daß die innere Organisation durch eine Rationalisierung der Geschäftsordnung schlagfertiger gestaltet worden müßte und daß Wege gefunden werden müssen, den Kontakt mit den angeschlossenen Gruppen und Mitgliedern durch ein Vei'trauensmäunerkollegium reger zu gestalten. In dieser Hinsicht brachte Gen. Halpern Vorschläge ein, welche angenommen wurden. Es wurde ferner die Tätigkeit der Propaganda nach außen erörtert. Die Entlastung erfolgte durch die Revisoren Aron Singer und Zwi Huber. Nachdem Beschlüsse zwecks Verbesserung der Geschäftsordnung gefaßt wurden, wobei besonders das Vertrauensmännersystem hervorzuheben ist und der Beschluß,, daß die Vertrauensmännerkonferenz vor jeder Aktion, zumindest aber jeden zweiten Monat zu tagen hat, wurde die neue Leitung gewählt. Dieselbe besteht aus einer siebengliedrigen Exekutive, welcher Dir. Altmann, Bloch', Brand, Hecht, Kohn, Schapira und Welt angehören, sowie einem erweiterten Ausschuß, in welchem alle angeschlossenen Gruppen und Organisationen sowie die neugeschaffene Sektion der Einzelmitglieder vertreten sind. Zu Revisoren wurden' die Gen. Buchwald und Wolinsky gewählt. Die Aprilnummer des Nachrichtenblattes des Vereines wird einen detaillierten Bericht über die Generalversammlung enthalten. J. B. ▼—:-:-¥ -g Aus unserer Organisation £ Feier für die Pogromgofallen'en. Am Sonntag, den 29. April, halb 8 Uhr abends findet in der „Scholle", IL, Lilienbrunngasse 1 (Diauabadgebäude) eine Feier für die Pogromgefallenen in Jaffa am 1. Mai 1920 statt. Das -Programm wii'd in der nächsten Nummer unserer Zeitung und in einem Rundschreiben bekanntgegeben werden. 1. - M a i - F e i e r. Dienstag, den 1. Mai, halb 8 Ulrr abends findet in den „Kunstspielen", I., Riemergasse 11, eine von unserer Organisation und von der Organisation unserer Jugendlichen veranstalteten und von der Bildungsstelle der jüdisch-sozialistischen Organisationen organisierte 1. - M a i - F e i e r statt. Das genaue Programm wird in der nächsten Nmnmer -unserer Zeitung und durch1 Flugzettel bekanntgegeben werden. Die Genossen werden ersucht, sich1 zum Vertriebe der Karten' zur Verfügung zu stellen. Propagandis teufeurs. Der Propagandistenkiu'Ä hat Freitag, den 30. März begonnen und war schön besucht. Wir machen nochmals auf den Kurs aufmerksam. Er wird vier bis fünf Wochen dauern und findet jeden Freitag punkt 8 Uhr abends in der Blumauergasse 1 statt. Referent: Genosse Mendel Singer. Für das Sekretariat: Halpern. - Lebens versicher ungs** Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Ver8lcherung8bestand Ende 1927: H 1,500,000.000*- Garantlemlttel Ende 1927: 8 190,000.000'- Prämiea- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 70,000.000 — TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, «Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland.Tflrkel, Aegypten, Palastina. Pensions- Versicherung f\HUl mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unveifallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs* Aktien*» Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel/ Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggasse Nr. 1 «!9MtW»«r, Verfegw, H«m,wgober *• Y»mu*vTortl. Roclttkt**r: Jo*öf Golärtwab, Harid«l«w^t»Ut«a-, Wi#Ä, II., TftbanrtraBe 61. — Bruck: „Adria", Wien', IL, Taborstiuße 53b.