Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 5 (1928)
- Issue
- Heft 3 (6.3.1928)
- Date
- 1928-03-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nfc&. Der jttdfeehfi Arbeiter Nr, 3. flicht wiederholt zw werden. Aber erwähnenswert, ist «st, c§& #6 l^dient vow den Angemeldeten, denen der Boden ZtJfdetölt. würfle, auf ihr tfecht verzichten. Tis ist klar, Öteö roll den bereits Angesiedelten viele einen anderen Beruf, der ihnen bessere Ausrichten böte, ergreifen würden. Der wichtigste Unterschied sind die Kolomsationskosten. Die kostenlose Verteilung freier Böden und die a»Üeren Begünstigungen seitens der Regierung wurden schon ww&hjit. Aber abgesehen da,von sind die Kosten in Palästina viel höher. Während die Ausgaben für Haus und ^bäud® für dem einzelnen Siedler auf 900 Rubel (neunzig Pfttrid) kommen, wird in Palästina, dafür 250 Pfund (vor drei Jahren noch1 350 Pfund) ausgegeben. Hier stellt Ruppin dd» Frage, ob nicht in diesem Punkte in Palästina, durch Vereinfachung der Bauten eine Verbilligung in Erwägung m ziehen wäre. Die Kolonisation in Rußland kann sich damit begnügen, das bestehende Wirtschaftssystem von den russischen Bauern jüu übemehmen. Wohl hält die russische J^dwlrfcschaft mit der Westeuropas oder Amerikas keinen Vergleich aus, aber die jüdischen: Siedlungsgesellschaften: ftsntii tticht sp sehr bestrebt, das Sj'Stem zu verbessern;, als die jüdische Land Wirtschaft der russischen vollständig anzupassen. Hingegen ist man in Palästina. bestrebt, die neuesten Methoden einzuführen und .sich nicht den arabischen, anzupassen. ■In Palästina existieren, sowohl individuelle als auch kollektive Wirtschaftsformen nebeneinander. Dem einzelnen ist es freigestellt, eine von: den beiden zu' wählen. Tn Rußland bestehen gegenwärtig, nur in Reißrußland Genossens'chaftssiedlungen,, im übrigen herrscht immer die Einzelwirtschaft vor. Es,gibt, noch'drei von. Chaluzim gegründete Kollektiv wirtschaften. Tel-Ch'ai, Mischma.r und Maajan. Die Mitglieder-'der Ohaluzwirtschaften halten an ihrem Plan der Uebersiedlung nach ■ Palästina fest. Die Chaluzwirtschaften haben auch einen größeren Mehrertrag gebracht, so Tel-Ch'ai in!-dm' vier Jahren seiner Existenz mehr als 20.000 Rubel. Wo sich' noch alte Kollektivwirtschaften befanden, wurde de/r- Boden unter die Siedler aufgeteilt. •-. * 1 Was lehrt uns nun Ruppins Bericht im Gegensatz zu den politischen Schreiern? Die russische Kolonisation, ein großzügigem sozialpolitisches und philnntropischos Werk, wird wohl die Judennot in Rußland nicht mehr als: lindern' können; aber größere Teile des jüdischen Volkes werden durch' sie .produktiven und gesunden Berufen zugeführt. Von' einer Lösung der nationalen Frage durch die Kblo- •nisati-ön kann vorderhand keine Rede sein. Aus diesem Grunde können auch die Kolonien in der Krim und Ukraine nicht als Koukuri^enzunlerneli'men Palästina gegenüber betrachtet werden. Die russische Siecüunjg'sarbeifc will, wenn ihre Initiatoren sich auch manchmal anders gebärden, nichts fpoehV'.als ■-eine Gesundung der wirtschaftlichen Lage der Juden: in Rußland herbeiführen. Gelingt Rußland dieses -große' Werk, so werden wir sicher alle dieser Arbeit Dankbarkeit, bewahren. Ein jüdisches Palästina aber ist, wenigstens für uns, identisch mit der Renaissance des jüdischen Volkes. Eldad Li'udeubaum. Schekelauf^rüf der zionistischen Exekutive. Die Zionistische Exekutive veröffentlicht einen Schekelauf ruf, dem wir folgende Stellen entnehmen: Die Schwierigkeiten, mit denen wir in den letzten beiden Jahren in Erez' Israel■ zu kämpfen hatten, werden von Widersachern unserer Bewegung im jüdischen und nichtjüdischen1 Lager im .steigenden Maße ausgebeutet, um böswillige Nachrichten über den Niedergang des Zionismus und seines Werkes auszustreuen. Wir wissen wohl, daß die Kraft und die Größe der zionistischen Bewegung von der ,Zweifel- und Eifersucht ihrer Gegner nicht berührt wird. Der Zionismus erweist sich heute mehr denn je als stärkste bewegende Krafl ini geistigen Leben des jüdischen Volkes, auf seinen , Ruf ""folgen hunderttausende, zu schweren materiellen, und persönlichen Opfern für das Aufbauwerk bereit. Unsere Arbeit in Erez Israel sehreitet, allen Hindernissen •zum Trotz, vorwärts. Unser Glaube an den Sieg des Zionismus ist ungebrochen. Aber es ist h'eute bedeutsamer als je, daß wir diese innere Gewißheit auch bekunden und von der Stärke und Geschlossenheit unserer Organisation ein sichtbares Zeugnis ablegen. Ein solches Zeugnis unserer Kraft ist eine erfolgreiche Schekelarbeit. Ihre Vorbereitung, Leitung und Durchführung ist eine zionistische Aufgabe von ernstester Bedeutung und Verantwortung. Die Exekutive erklärt hierdurch1 die Monate Nissan und Ijar 5688 — April und Mai 1028 — zu ' SOHEKEL-MONATEN. ' ' 'Zionisteu! Nach Ablauf eines Jahres werden wir bereits'''wieder in der Vorbereitung des XVI. KONGRESSES ■stehen.' Die Stärke der Kongreßdelegation, jedes Landes riohtet sioh naoh der Anzahl der in den beiden zwischen zwei ,Kon^e«s^ft;r»j[iegejiä©n .ffixipvL,. gesammeltexi Schekalim. Nur die Länder, in denen die Schekelarbeit in diesem Jahre nicht weniger energisch betrieben wird als in dem •kommenden Kongreßjahre, können auf eine angemessene und würdige Vertretung auf dem XV.T. Kongreß rechnen. Hebräisches Konzert. Wenn man von jüdischer Vokalmusik spricht., s-o meint, man in der Regel die Lieder, -Chorwerke und eventuell auch Operetten und Opern, denen ein jiddischer Text unterlegt ist. Von der Existenz jüdischer Kompositionen in hebräischer Sprache weiß man in weiten jüdischen Kreisen fast gar nichts. Die weuigen bedeutenden hebräischen Komponisten, wie der vor einem Jahr verstorbene- Joel Engel und Idelsohn, ltabcnsich noch nicht durchgesetzt. Auch die Lieder, die in den Kreisen des Schomer, Blau weiß Chaluz und in anderen jüdischen Gruppen entstanden sind, gingeu in Ihrer Verbreitung nicht über diese Kreise hinaus. Und da ist nun der Versuch des in Wien lebenden Musikers Artur Wolf, die jüdisch-hebräische Musik zu beleben und größeren Massen zugänglich zu machen, gewiß ein dankenswerter Versuch. Das .Programm des Abends des hebräischen Konzertes bestand aus Originalkompositkmen von Pr. Wolf und Bearbeitungen jiddischer und hebräischer Volkslieder für eine Solostimme und Ch'or und Solostimme und Klavier. Die Kompositionen von Wolf scheinen mir nicht besonders gelungen, sie sind oft an synagogale Themen angelehnt und arm an bemerkenswerten Melodien. Bemerkenswert sind die Bearbeitungen, nur dort, wo sie an das Volkslied anklingen. Das Chorlied „Legbomer", eine Komposition von A. Wolf, gefiel ganz besonders (es mußte auch wiederholt werden), allerdings ist es ganz volksliedmäßig gehalten. Auch da.s für Altsolo und Chor gesetzte „Rosinkes in Mandeln" fand eine herzliche Aufnahme, besonders die summenden Begleitstellen des Chores wirkten sehr originell. Allerdingsbleibt gerade bei diesem Liede die. Frage offen, ob es nötig war, das Lied aus dem Jiddischen ins Hebräische zu übertragen —, statt es im schlichten Jiddisch vorzutragen. Erwähnenswert noch1 das sehr geschickt bearbeitet« ,,Kewer Rachel". Die Mitwirkenden waren mit großem Ernst, bei der Sache. Tn erster Reihe. Professor Wolf, der Initiator des Abends, daun die Solisten .Pfiffer-La.x, die für ihre Liedervorträge besonderen. Beifall erntete, die Sängerin Koller, die ihre schwierigen Partien, besonders die Koloraturen im 93. Psalm mit großem Erfolg meisterte, die Sänger Margulies und Schwestka., ein Sänger von großem Format. Prof. Lafite besorgte die Klavier- und Orgolbegleitung in ganz besonders musikalischer Weise. Der mitwirkende Chor ließ leider sehr viel zu wünschen übrig. Mangelhafte, schlechte Einsätze, langes Halten des Tones waren ständig festzustellen, auch überschrie sehr oft der Sopran alle übrigen Stimmen. Die Mitwirkung mehrerer Solisten beim Chor machte sich in unangenehmer Weise bemerkbar, man hörte oft eine Stimme aus dem Ch'or heraus. Alles Mängel, die sich bei einer Wiederholung des Konzerts gewiß abstellen ließen durch Einstellung geübter Chorsänger in den Chor und gründlichere1 Probenarbeit. Das Konzert gestaltete sich .zu einem'großen Ereignis für die Wiener Jndonschaft, doch scheinen die Erwartungen, die man in dieses Konzert gesetzt, nicht ganz erfüllt worden zu sein. Das Publikum war zwar begeistert, doch schien dies weniger den Kompositionen als der Idee der Sache zu gelten und in diesem Sinne sehen auch wir in dem Konzort einen, wenn auch nicht voll gelungenen, so doch belebenden und dankenswerten Versuch', die jüdische Musik mit der hebräischen Sprache enger zu verknüpfen und der so entstehenden hebräischen Musik einen Weg ins 'Volk zu bahnen. Max Hönig. \- : ,, .w . ~ . w % Aus unserer Organisation % Achtung! Die Genossen, welche die ihnen vor längerer Zeit zugegangene Erklärung, bzw. neue Betrittserklärung nicht ausgefüllt haben, werden darauf aufmerksam gemacht, daß im Falle dies nieht in den nächsten Tagen nachgeholt wird, sie die Zeitung nicht mehr erhalten werden. M ä r z f e i e r. Wie aus der Ankündigung im Innern des Blattes ersichtlich, findet am Sonntag, den 11. d. M., 8 Uhr abends,- im Heime, Blumauergasse 1, eine Märzfeier statt. Wir machen auf diese Feier besonders aufmerksam und ersuchten für diese. Feier regste Propaganda, zu machen. Eintritt 50 Groschen. P r o p a g a nd i s t e n k u r s. Unsere Leitung hat beschlossen, einen Propagandistenkurs einzurichten, der unsere Genossen mit unseren Ideen vertraut machen soll. Dieser, für uns außerordentlich wichtige Kurs beginnt am Mittwoch, den 14. d. M. in der .Blumauergasse. Anmeldungen bis zum 10. d. M. im Sekretariat. O r t s g r u p p e B r i g i b t e n a u. Unsere Ortsgruppe XX wurde am Freitag, den 24. Februar eröffnet. Gen. Singer zeigte in kurzen. Umrissen die Aufgaben, die uns bevorstehen, auf und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Gruppe XX ihren Teil dazu beitragen wird, die kommenden Aufgaben erfüllen zu können. Die 'Rezitationen der Genossen L i n d e n f e 1 d und B u c h - wald, sowie die Mitwirkung de? Chores unserer Jugendlichen unter der Leitung des Gen. Hönig verschönerten den Al>end. Der überaus gute Besuch berechtigt zu den besten Hoffnungen. Donnerstag, den H. d. M., 8 Uhr abends, findet im Restaurant Sternbach, Jägerstraße, Ecke Gaußplatz, eine Versammlung statt, in welcher Gen. Dr. Sokal über Juden und Sozialismus und Gen. Dr. Gins borg über die politische Lage referieren werden. Flugzettel für diese Versammlung sind im Sekretariat zu beheben. Ermäßigtes „Kampf- Abonnement. Es ist die Möglichkeit vorhanden, den „Kampf zum Preise von S 1.60 statt S 2.— per Quartal zu beziehen. Die Genossen, die darauf reflektieren, mögen di*8 dem Sekretariat bekanntgeben. Lebensversicherungs^Gesellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Versicherungsbesland Ende 1927: 8 1,500,000.000'- Oarantiemittel Ende 1927: 8 190,000.000*— Framiea- und Zinseneinnahmen im Jahre 1927: 8 70,000.000.— TÄTIOKEITSQEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslavien, Bulgarien,Griechenland.Türkei, Aegypten, Palästina. Neu: mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei frfihefer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs*Akt ien^ Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Schellinggas8e Nr. 1 mit kostenlosem Stickunterricht Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme alier Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport und Touristenartikal ■ aBBBBOa*HBB««'e«Ci«i*>l4i»!It.7tMiSBaBB«BOSOOBB!aB>lieCOBBeiS«S»BaaBBBHBB 6 1 1 I in den der werbe VIII., Josefstädterstraße 10 XII., Theresienbadgasse 39 XX., Denisgasse 39 8 bis 18 Uhr I! TEILZAHLUNGEN;! waM<>««»»»Ma«S4«acwms»«a*aMa»««ti«au8Miiw(i«iiwaa«a«giaaaa»aaB« :Eigentümer,Verleger, Herausgeber u. verajitwwt1. Redakteur; Josef Goldstaub, Handslsangesijellter, Wien, IL, Tabwstraße Gl. -— Druck: ,,Adxia", Wien, II., Taborstjoße 52b.