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Der Jüdische Arbeiter · 1928-02-22 · Heft 2 (22.2.1928) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
5 (1928)
Issue
Heft 2 (22.2.1928)
Date
1928-02-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Der jüdische Arbeiter Nr. .2, Ab^r ähnlicbl wie es den Verbrecbler imm$r zumTalj- •öft a&iaes Verbrechens zieht, entlarven aiönV die zioniStischoo GegTicx der russischen Kolonisation .selbst, indem sie immer wieder vom Oelde, das nach Rußland fließt, sprechen. Und dieses Geld allein tut ilmen leid. Sie rührt rtjeht die jüdische Not in Rußland. Eldad TAhdcnbaum. (Schluß folgt.) Für das a bettende Palästina in Wien. Vorträge des Gen. Reiß. — Aktion für dlo „Ar1 bester-Bank". — Die Sa»m meläktion-f ür d e ft P. A. F. — Die Grü nd u n geiri!er Fraüen- " ■ gruppe. Die Tätigkeit des Vereines1 d-er Freüride des arbeitenden Palästina, . dessen Aufgabe es isfy-tffe Institutionen der Allg. jüd. Arbeiterdrgafiisation (jfrlistadrüth Haowdimi) in Palästina zu fördern, hat sieh in den letzten Monaten, dank der Tatsache, daß sich .einige Genossen dieser Arbeit imit vollem Verständnis und Hingebung widmen, erheblich iritenh srtöert. „ / , Die Iiistadruth entsandte zu uns einten direkten Vertreter in.der Person unseres Genossen Ing. Ansielm Reiß. Der vdm Vereine gemeinsam mit der Poalegioh dsm 5. Februar im Motel Post veranstaltete Vortrag wies einen, sehr guten Besuch, auf und wir freien uns, imitteüen zu können, daß wir auch riieht- JiütJische...Genossen! bei Uns sahen. Gen. fteiß referierte über die aktuellen Probleme des" arbeitetjjden jjis/chuw .in Erez Israel und vermittelte ein anschaü- ^ches., Bild über die derzeitige Lage der jüdischen; i^rbeitierschaft, welche trotz iihrjes;, sehr schweren Mimjp-fes. nicht nur die bereits innehabenden Arbeits-' il^^ti'öneii hält, sondern, wenn auch , langlsam, aber hebe Gebiete der Arbeit erobert. Insbesondere i^eryorzüheben ist, daß die in der letzten, Zeit von der ^beifcerbriganiisation1 ausgegangene Initiative, statt der 'Arbeitslosenunterstützung endgültig nieufe ArbÄts/mögliChkeiten zu beschaffen, den Erfolg hatte, daß die ij^^erti.n'g Arbeiten verschiedener .AH und größeren UmjFänges (Straßen-, Häuserbau, Vorarbeiten für den zu* 'hkü&riäsm Hafen in Haifa usw.) be^'nn'Ä nat, •:we1t?he - eine -große Zahl auch judischer Arbeiter auf längere Zeit beschäftigen werden. Dadurch wird die •Arbeitslosigkeit wohl1 gemindert, trotzdem bleibt 'aber'die Läge unsener Arbeiterschaft eine sehr schwere. ■^ß$j$0Sifi ist es Notwendigkeit und Pflfcht aller tfngenossen und der Arbeitersdhäft m Palästina liNähie^fche'nden, derselben imoralfedhe und materielle |fllf8.. zü Igeben, um ihren schweren l<ariff)f zu er- ■$mli£fn.... v fMt\ 9. Februar sprach Gen. Reiß 'im einer Vpr-' fing der werktätigen Juden in; f^fe^ /ufeer Mb.sozialistischen Aufgaben des arbeitenden jischüw,;^fehe'r 'steh 'seiner Aufgabe, als Verbreifö* des sbzia- .^^öjifen Gedankens,' auch unter den arabischen Genossen voll .bewußt ist. Vorsitzender Gen. Mayer . dähfcte dem Referenten im Namen der Versammlung f# .sSihe interessanten Ausführungen (und, 'der.' spon- :|anje' ^feifall zeigte, welch waqmes Interesse, aktuelle ^ntorimätionen über das arbeitende Palästina, bei einer tjjfijf sozialistischen Kämpfen unserer Zeit im all- •^meinen und im jüdischen Volke im besonderen -interessierten Zuhörerschaft stets finden. ' Geh. Reiß , leitete auch eine Aktion zwecks Ver- . kaufes, .von Arbeiterbank-Aktien ein. Zur Durchführung derselben bildete sich ein Komitee, welchem, die Genossen Dr. Sokal, Dr. Bader, Dr. Bauer und /Schapira angehören. ' Es ist ferner die Gründung eiri.es Komitees jüd.- . soz. feuen geplant, welches sich zur Äufg^be niachen soll-, die jetzt sich in Palästina als sehr wertvoll lerweKenden1 „Arbeiterinnen-Wir tschaften" zu fördern. Wir ersuchen die Genossinnen uh'4 uiis .ntihe- - Stehenden Frauen, an dieser sehr wichtigen Arbeit teilzunehmen1 und sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen. Die im Zusammenhange mit dem Besuche des1 Gen. Reiß sich im Zuge befindliche Aktion zugunsten .'(Jes Palästina-Arbeiter-Fonds, welche in den RalVmeh , 'dervom Vereine alljährlich einmal durchgeführten (Sammelaktion fällt, wurde mit einem Aufrufe ein- •geleitet, welcher u. a. von den Gen. Eduard Bernstein, fc>r. Oskar Cohn, von Martin Buber, Prof. Sigm. ' Freud und Regierungsrat Dr. Kampfmeyer mitunter- ' zeichnet. war. Das vorläufige Ergebnis der Aktion von „60 Pfund Sterling wurde bereits der Zentrale; des •Palästina-Arbeiter-Fonds überwiesen. Die Aktion ,y$rd weiter fortgesetzt und der Verein; erläßt an aTle Genossen und Genossinnen den dringenden Ruf, durch Sammlungen in ihren Bekanntenkreisen die Sarrtmeläktton zu einem günstigen Endergebnis bringen zü helfen. Sa'mrhclbogeri im Sekretariat (Gen. Halpern) oder durch den Verein der Freunde des arbeitenden Palästina, lt., Tabörstraße 1, Postscheckkonto 3.461. Jüdisches Theater. Ohne viel Aufsehen zu erregen, wirken "zurzeit in Wien 3 jiddische Theater. Zwei in der Pra.terstraße und das"" dritte in der Tabörstraße. Es ist wohl wahir, daß das Repertoire aller drei Theater nicht auf der Höhe ist (nuf die Ausnahmen werden wir noch zurückkommen), aber die Tatsache, daß überall ein guter Besuch festzustellen ist, kann als Beweis dienen, daß das Theater berufen ist, eine bedeutende kulturelle Aufgabe im jüdischen Wien zu erfüllen. Das sollte zum Nachdenken anregen. In diesen drei kleinen Bühnen finden wir eine stattliche Zahl vorzüglicher .Schauspieler. Joneh Beißmann und lx>ra" Glücksmann in der „Jüdischen Bühne", Streng in den „Kammerspielen"; in den „Jüdischen Künstlerspielen" Wirkern mit: Isak und Mina Deutsch, Frau Graf-Weintraub, Herr und Frau Brin, die Herren Zelniker und Feld baui n und einige talentierte jüngere Kräfte. Mit diesen Schauspielern ließe sich manche schwierige künstlerische Aufgabe lösen. Wh' denken: hier nicht au: die Neugründung einer Sprechbühne nach Muster der „Freien jüdischen Volksbühne", das halten wir jetzt nicht für durchführbar, aber der Versuch, neben dem jetzigen Repertoire von Zeit zu Zeit ernste Kunstwerke aufzuführen, sollte unternommen werden. Diesen Versuch können nicht die Theater, sondern die- -jüdischen Kulturvereino unternehmen. Es sollte sich ein Verein zur Ergreifung der Initiative entschließen. *! Es soll, mit Genugtuung festgestellt werden, daß die „Jüdischen Künstlerspieie",- die im schönen Saale des „Intimen: Theater" spielen, sich wirklich bemühen, von Zeit zx& Zeit literarische Werke in ihr Repertoire aufzunehmen. Als Eröffnungsstück wurde hier „Inser Glojben" von Sch'. Asch aufgeführt. Die Leistungen; der Frau Deutseh, des Fräulein Goldberg (die leider inzwischen Wien verlassen hat), der Herren Wittler, Brin und Sigall waren ausgezeichnet; Auch in den Singspielen, die im diesem Theater aufgeführt werden, bemüht man sich, ein gewisses künst- ' . lerisehes Niveau einzuhalten. So enthält die Revue „Auf naeh Tel-Aviv!" von Herrn Meiseis manches wertvolle Bild. Öiese Äovuo bietet dein vorzüglichen Charakterkomiker, Herrn Zelniker, Gelegenheit, uns durch seinen naturcchfeeh Humor zu-belustigen und einige Einlagen geschmackvoll zu singen. Herr Feld bäum bewies hier,., was er als Arrangeur und Tänzer zu leisten vermag. In der jungen ^Schauspielerin! Fräulein Bell richtet er sich eine gute Partnerin ab. Vorzüglich die Bilder „Im Glieder" (Frau Gr a f - Weiatraub, Herr W i 111 er) xmd „Zwei Kolporteure" . (Meise 1 s und Feldschuh). Gute Leistungen, boten , auch Frau Meiseis und die Girls. Dieses Ensemble hat zweifellos günstige Entwicklungsmöglichkeit. Die 'Leitung der ,,Jüdischen Künstlerspieie" verstand es auch, in Herrn Gibsoii sich einen' vorzüglichen Dekorateur, lindin Herrn Timäri einen sehr begabten Kapellmeister zu sichern. : - Seit einigen Wochen, wirkt in den „Jüd. Künstlerspieie n'ljb uch Isak Deutsch1 mit. Wenn es gelingen sollte, diesen Künstler in,' Wien festzuhalten, wäre es von ganz besonderer Bedeutung. Die jüdischen Vereine müßten dem jiddischen Theater mehr Beachtung schenken. - L. 11. W. 2L Aüs unserer Organisation W. * Reorgaui sierung der Ortsgruppe XX.; , Einem schon öfters geäußerten Wunsche unserer Brigittenauer Genossen folgend, wurde auf Initiative? der Leitung, die früher selbständige Gruppe Biigitteaau der „Poale- Zion" wieder ins Leben gerufen. Es fanden bereits' zwei Zusammenkünfte im engeren Kreise statt, in welchen die zukünftige Arbeit besprochen wurde. Bei allen Genossen zeigte sich das lebhafteste Interesse für die Sache xuiel es ist zu hoffen, daß die Arbeit eine gedeihliche Entwicklung nehmen1 wird. Für Ende Februar, sowie anfangs März wind größere Versammlungen1 geplant und ergeht scbö'Ui jetzt an alle Genossen die Aufforderung, sich für dio rixjpagandaarbeit zur Verfügung zu stellen. Anmeldungen im Sekretariate, Blurnauergasse l. * . G ou. o r a 1 v e r s a m m 1 u n g. Am 14. Januar d. J fand in unserem Heime unsere diesjährige Generalversammlung statt. I>er heurigen Jahresversammlung sind eine Reihe von Veranstaltungeii vorausgegangen, die das Leben der Organisation bedeutend zum Ausdruck brachten. Die heurige Generalvea,si>.mmlung zeichnete sich' aber insbesondere durch zahlreichen Besuch und, was ein besonders erfreuliches Zeichen ist, durch1 die starke Vertretung der Jugendlichen aus. Gen. Singer entwarf einen kurzen Ueberblick über die Arlxuten im vergangenen Jahre und betonte die Notwendigkeit, im kommenden Jahre, da uns große Aufgaben bevorstehen, so z. B. die Waiden zur Kultusgemeinde, unsere Organisation zu festigen und1 auszubauen. In der Debatte, die den Berichten folgte, kam der frische Geist und Willen, an den Orgauisationsarbeiteu mehr Auteil zu nehmen, als es bisher der Fall, recht kräftig zum Ausdruck. Die Wahloii, die dann folgten, ergaben folgendes Resultat: Obmann: S i n go r; Stellvertreter und Org.-Referent: Dr. B.H i r s c h 1; Schriftführer: Dr. G i n s b e r g; Bildungsreferent: Doktor Glanz;-Kassier: N. We i c hs e 1 bau m. Außerdem wurden in die Organisationsleitung gewählt: S. Schapira, K. Liebsteiu, E, Liudenbaum, Sch. Katz, W. Horowitz, D>ktor Sokal, .S. Muycr, J. Brand und Ch. Hoff mann. Mit der Zuversicht, daß die neuen Kräfte, die jetzt zur Verfügung stehen/ eine der Stärke der Juden in Wien entsprechende Poale-Zi'on-Oi'ganisation aufbauen werden, wurde die Versammlung knapp vor Mitternacht geschlossen. S. II. Mitgliedsbeiträge. Der Mitgliedsbeitrag wurde mit 50 Groschen pro Monat festgesetzt. Die GehosSeri, die bei der Einkassierung, die vorige Woche stattgefunden hat, nicht zu Haus© angetroffen wurden, werden ersucht, ihre Mitgliedskarten samt den Marken für Januar und Februar 1925 im Sekretariate, IL, Blurnauergasse 1, Dienstag Tind Donnerstag, 6 bis 8 Uhr abends, zu beheben. Arbeitslose sind von der Beitragsleistung befreit. * Freitag, den 24. d., 8 Uhr a.bends, findet im Cafe Neptun, XX., Gaußplatz, die Eröffnung der Gruppe Brigittenau der i'oale Zion statt. Programm: Chor der jüdischjsozialistischcn Arbeiterjugend; Vortrag von Gen. Singer und Lindenfeld; Rezitationen. Die Genossen werden ersucht, zu dieser Versammlung zu erscheinen. * Unsere Leitung hat beschlossen, zur Stärkung des Wahlfnnds für die kommendem Wahlen zur Kultusgemeindo W a h 1 b 1 o c k s zu 10, 20 und f>() Groschen herauszugeben. Die Genossen werden ersucht, die Blocks eifrigst zu vertreiben. PICK NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Siickunterrtcht FAHRRÄDER 1928 Auch gegen Teilzahlung!! Ui.'iJ!.II,1:M!,'!:'i'i'I;'l:I.)U! Reparaturannähme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Tolephon 16-5-64, 16-5*65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpresseri und Zugehör. Sport- und Touristenartikel Lebens versi eher ungs^Ges ellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Rieiriergasse Nr. 2 Voll eingezahltes Aktlenkapital: 8 4,000.000-- Versicherungsbestand 30. Juni 1927: H 1,300,000 000*- Prämien-Einnahme 1 Jahre 1926: H 54,000.000*— TÄTIGKEITSGEBIET: Oesierreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien. Spanien, cech68lov. Republik, Polen, Ungarn; jügoslävieh, Bulgarieh,Grie«.henland Türke«,Aegypten, Palästina. Pensions-Versicherung jjgli; mit Rentenansämmlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERÜFS-UNFÄHlGREIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs^Ak: ien*» Gesellschaft früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I, Scheilinggasse Nr. 1 Sie Sie Sonflersdian „Die Elebtrizitäf im niefäliüepapbeitenden Gewerbe41 Eletiipis(beNasdiininy t Apparate and Geräte, Qeihmotoren WIENER STÄDTISCHE EljEKTRIZITäTSUERKE WIEN, IX., NHRIHNNEaGnSSE MR. 4 Besimfigung u. Vorffihrung von 8 bis 18 Uhr T E I & Z H HO U N 6 E R Kigentnmer, Verleger, Herausgober u. vei-uutwortl. Kedaktcur: Jasof Goldstaub, Haixdolsangcstclitor, -Wieu, IL, Tabörstraße 61. — Druck: „Adria", Wien, IL, Tabörstraße 52 b.

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