Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 14 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 34 /.JJffljjfi^jgote; Arbeiter Nr..-. 14 aus eingewanderten Genossen aus Rußland besteht, bemerkbai\ Der I. Parteitag der Poale-Zion! in Palästina wird abgehalten. 1907. \ Gründung der Partei in Rumänien. In Palästina erscheint der „anfang". In „Rischan L'Zion" findet ein Streik der Arbeiter1 der Weinkellereien statt. Die österreichischen' Poale-Zion beschließen, in jenen Städten, in denen keine jüdischmationalen Kandidaten ins Parlament aufgestellt werden, für die Sozialdemokratie einzutreten. Im Monate März überreichen die Poole-Zion-Parteien Oesterreichs, Riißlands und Amerikas ein Memorandum an das internationale sozialistische Büro über die Gründung einer jüdischen Sektion in der Sozialistischen Internationale. .. Im August wird im Haag der Weltverband Poale- Zion gegründet. 1908. Der IV. Parteitag der österreichischen Poale-Zion beschließt das von Dr. Max Rosenfeld vorgeschlagene Programm für die jüdischen Gemeinden. Die Poale-Zion in Galizien und. der Bukowina tragen viel zur Abhaltung der Konferenz für die jiddische Sprache in Czernowitz bei. In Palästina werden die Schriftsetzer ausgesperrt. 1909. Im September beschließt die Parteikonferenz der Poale- Zion1 'Rußlands am Zionistenkongresse keine Anteil zu nehmen. Auf der II. Weltkonferenz in Krakau wird der Palästina- Arbeiterfonds ins Leben gerufen. Die „Sejmisten" mit Dr. Slrytlowsky. und die .Territorialisten mit Dr. Syrkin an der Spitze treten der Partei der Poale-Zion in Amerika bei. 1910. Die österreichischen P. Z. veranstalten zahlreiche Massenversammlungen und Demonstrationen für das Angeben von Jiddisch' als Umgangssprache bei der Volkszählung. In Palästina werden mehrere gewerkschaftliche Organisationen geschaffen, auch, die Wächterorganisation ,/Hasobomer" wird ins Lebein gerufen. Das Wochenblatt „Haachduth" erscheint. In Amerika wird der „Nationale Arbeiterverband" aurf! Initiative der Poale-Zion geschaffen.; es entstehen auch in Amerika die ersten national-radikalen Schulen mit Jiddisch' als Unterrichtssprache. Die Partei beschließt bei den Wahlen die sozialistischen Kandidaten zu unterstützen. Leon Chasanowitsch macht viel Aufsehen mit seinen Enthüllungen über die furchtbare Zustände der Kolonien der „Ika" in Argentinien. In Bulgarien erscheint eine poalezipnistiscihe Monatsschrift in bulgarischer Sprache unter dem Namen: „Probuda". 1911. . Die österreichischen P. Z. beschließen, bei den Wahlen ins Parlament überall die Sozialdemokraten zui unterstützen, nur im III. Wahlkreis© in Lemberg unterstützen sie den demokratischen Jüdischnationalen Adolf Stand gegen den Vertreter der P. P, S. Dr. Diamond. Gründung der Siedlungsgenösseixsch'aft „Merchawjah". „Territorialisten" und „Sejmisten" unterstützen die Forderung der P. Z. nach' einer jüdischen Sektion in'cleir Sozialistischen Internationale, der „Bund" tritt dagegen auf. m: s. Zum zehnten Todestage Ber Borochows. Genossen! Jüdische Arbeiter! Am 14. Dezember 1927 sind es 10 Jahre gewesen, seit unser Genösse und Führer Ber Borochow durch seinen frühzeitigen Tod von uns schied. Die Zeit hat diesen Schmerz nicht gemildert. Heute wie vor zelin Jahren fülüen wir in unseren Herzen, in unseren Reihen die Wunde, die uns sein Abgang geschlagen. Eine kurze Zeit, kaum 13 Jahre, hat Borochow in der jüdischen sozialdemokratischen Bewegung gewirkt, aber seine Wirkung war tief, dauerhaft, revolutionierend. Er schuf eine neue Schule das jüdischen sozialdemokratischen Gedankens', er erzog eine neu© sozialistische Generation, im jüdischen' Volke. In einem Zeitabschnitte ideologischer Inningen in der proletariso.h'-'zionistisohen Bewegung, die durch den „Territorialismus" und „Sejmismus" zerklüftet wurde, gab er unserer russischen Mutterpa.rtei das marxistischideologische Fundament, ward er der Lehrer und Organisator der jüdischen soa.-dem. Arbeiterpartei Poale-Zion in Rußland und der Mitschöpfer unseres Weltverbandes. Er war sein Pate im Jahre 1907 im Haag und führte ihn in Stockholm im Jahre 1917, knapp vor seinem frühzeitigen Tode, bis an die Tore der Internationale. In diesem Jahrzehnte, seit wir ohne Borochows Führung geblieben, haben große Ereignisse und Erschütterungen die Welt, das jüdische Volk, die internationale und die jüdisch© Arbeiterklasse aufgewühlt. Im unaufhörlichen Kampfe auf allen Positionen des jüdischen Lebens hat der WTeltverband Poale-Zion seine Mission als Vorkämpfer des jüdischen Sozialismus erfüllt und die Waffen, die uns Borochow hinterlassen, vervollkommnet. Das Jahrzehnt des Weltkrieges und des imperialistischen Friedens, der Revolution und der Gegenrevolution, der Siege und Niederlagen des Weltsozialismus haben vollauf bestätigt die Grundsätze von Borochows Lebenswerk: die Verknüpfung des Befreiungskampfes des jüdischen Volkes und der jüdischen Arbeiterklasse mit dem Schicksal und dem Kampfe des Weltproletariats und der historische Zusammenhang zwi* sehen dem revolutionären Kampfe der jüdischen Arbeiter in der Diaspora und der jüdischen Revolution in Palästina. Die zehn Jahre vertieften das Bewußtsein der jüdischen Arbeiterbewegung als Trägerin der sozialen-und .nationalen Erneuerung des jüdischen Volkes, viele Losungein unserer Bewegungen wurden Gemeingut der gesamten jüdischen Arbeiterschaft, sie stellen den Anfang der Verwirklichung unserer Ziele in Palästina dar. Durah' unseren Kampf vollzog sich1 vor unseren Augen das historische Ereignis .— es entstand in Palästina eine jüdische Arbeiterklasse ans zehutausenden Männern und Frauen, die, gestützt auf ihre Klassen- Organisation, die „Histadraith", ihre Institutionen und kollektivistischen Unternehmuingen in Stadt und Dorf,-bereits heute den Grundstock der neuen jüdischen Gesellschaft der Arbeit und Freiheit, die in Palästina, entsteint, bildet. In diesem monumentalen Be&eiungs werke, das die jüdische Arbeiterschaft errichtet, wird Ber Boroo'h'öws Andenken verewigt werden. Anläßlich des zelmten Sterbetages Bor Borochows rufen wir euch, Genossen aller Länder, auf, sich im Zeichen seines Andenkens zu vereinigen, um uns allen im Erinnerung zu bringen, was er für uns und für den jüdischen Sozialismus gewesen. Wir wollen seine geistige Erbscliaft beleben und erneuem imseren felsenfesten Entschluß, im Geiste Borochows für die Regenerierung und Automomisierung desjüdischen Lebens auf der Grundlage der Arbeit und der jüdischen .sozialistischen Gesellschaft in Palästina zu kämpfen. ♦ Das Verbandsbüro beschloß den Sterbetag Boiwhows als den Anfang unserer Aktion in allen Ländern für ein Archiv der jüdischen Arbeiterbe wegung, das die letzte Verbandsberatuug beschlossen hat, anläßlich des 20jährigen Jubiläums unseres Weltverbandes in Palästina zu schaffen. Tel-Aviv, Dezember 1927. Büro des Weltverbandes jüdischer sozialistischer Arbeiter Poale Zion (vereinigt mit dem z. s. Verband.)