Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 14 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 14 Der. jüdische Arbeiter Seite '25 Aus. dorn jüdischen Arbeiterleben. Jüdische Handwerker ixt Rußland. (Dr.. S. 0. Gruzenbergs statistische Tabelle über' die im Ansiedlumgsrayon wohnhaften jüdischen Handwerker, entnommen aus der Denkschirift an die Ica.)Die israelitische Kunst- und Gewerbeschule in Straßbui-g i. Eis. (Rechenschaftsbericht 1897.) Die neue Millionenstiftung. (Bedeutung' der von. der Baronin Hirsch gestifteten Industrie- und Wirtschaf tsschulen für die Produktivierung der weiblicehii Jugend.) Eine Näherinnensclmle. (Im jüdischen Zentrum Krakaus ist eine solche gegründet worden, aber nur für Christen, während die Krakauer Kiütusgemeinde ein Gleiches für Juden noch nicht getan hat.) Berichte. Wien. (Kritik das Protokolls zum II. Zionistenkongreß.) Krakaal. (Bericht über eine von der sozialdemokratischen Partei am 10. Dezember abgehaltene Versammlung gegen den Zionismus, bei der die zionistische Organisation der jüdischen Handlungsgehilfen einen Gegenredner stellte.) Literatur. Rosa Pomeranz: „An die jüdischen Erauen". (Kurze Besprechung.) Im Londoner „Graphic", (erschien am 3. Dezember ein Aufsatz Lazares über den Eall .Dreyfus nebst einer Porträtracliea-uug Lazares von Renouarcl.) „Neue Zeit". (Inhaltsamigabe dieser New-Yorker jüdischen Monatsschrift.) „Deutsche Worte". (Das Dezemberheft derselben enthält 3 Erwiderungen auf Syrkins Artikel „Zur Judenfrage".) Feuilleton. Abraham 'Goklfadcm. Vion R. A. Blandes. — Antworten der Redaktion. II. Jahrgang. Nr. 2—5. Wien, 1. März 1899. In eigener Sache. (Erklärung der Redaktion über die Lag1© der Zeitschrift.) — Und Nördau sprach. Gez. L. (Hervorgehoben wird sein© Stellung zu den jüdischen Arbeiterfragen.) — Die Arbeiterfrage und ihre Bedeutung für den Zionismus. Yon Oberingenieur Josef Lau. Jüdische Wirtschaftsgeschichte. Von Prof. Dr. G-. Rnhkimd. — Konferenz der jüdischem Gewerkschaften in Lescls. (Beschluß der Gründung eines Gewerkschaftsblattes in jiddischer Sprache.) Aus dem jüdischen Arbeiterleben. Russisch-jüdische Arbeiter in Paris. (Bericht des Pariser russischen Generalkonsuls über die Anzahl (10.000) der jüdischen Emigranten und ihre Berufe, ferner über das Studium russischer Juden an Pariser Fakultäten.) Ueber die Samstagschule in Charkow. (Wiedergabe eines Wiener Zeitungsberichtes.) Für die jüdischen Haaidwerkergehilfen. (Ueber die Abendkurse an der Odessaer jüdischen Abendschule „Trud", entnommen dortigen Blättern.) — Korrespondenzen. Wien (Ueber die freiwillige Auflösung der „Achwah" nach vorangegangenen Kämpfen« zwischen ihren einzelnen Führern.) ßexiin. (Rechenschaftsbericht des, Vereines: für Arbeitsnachweis.) München. (Nachruf auf den Gelehrten Max Grünbaum.) Literatur. „Deutsche Worte". (Auszugsweise Wiedergabe der drei Erwiderungen auf Syrkins Artikel.) Feuilleton. Samuel Frug als Jargondichter. Von R. Brainin. (Berlin). — Antworten der Redaktion. — Preßfonds. II. - Jahrg. (ohne Nummer), Wien, 1. Juni 1899. " Deputierter Ronane t für das algierische Judenprolotariat. (Würdigung dieser aaisizugsweise wiedergegebenen Rede des Sprechers der französischem Sozialisten, in dendie Haltung der französischen Partei in der algierischen Judenfrage festgelegt ist.) — Monatsrundsehau. Die „Kolonialbank".. (Kurze kritische Notiz über die Inaktivität der zionistischen Leitung in den Fragen des jüdischen Proletariats.) Die Katastrophe (wirft der Leitung im besonderen Untätigkeit in der Rettungsaktion für die Boryslawer jüdischen Arbeiter vor.) Der „Ahavas Zion" (hat im Gegensatz liiezu Boryslawer Familien nach Palästina geschickt). Das Aktionskomitee (Anführung der Wolfsohnschen Auslassungen über Arbeiterfragen aois dem Protokoll des II. Kongresses.) Bernard Laaare (Nachricht von dem Austritt Lazares aus dem Aktionskomitee und vollständige Wiedergabe seines ans diesem Anlaß geschriebenen Briefes. „Das Aktionskomitee nimmt sich heraus, die jüdische Masse wie ein. unwissendes Kind zu leiten, ohne nach ihren Bedürfnissen eder ihren Wünschen zu fragen, ohne sich über ihren ökonomischen, intellektuellen und moralischen Zustand Rechenschaft zu geben. Es ist dies eine Auffassung, die mit allen meinen politischen und sozialen Anschauungen direkt in Widerspruch und für welche ich daher die Verantwortung nicht auf mich, nehmen kann.") Michael von Newlinski. (Kritische Betrachtung über die durch Newlinski bei der Pforte durchgeführten diplomatischen Versuche des Aktionskomitees.) Abraham und Saul Rafael. (Persönliche Notiz gegen die „Welt".) M'eine Beziehungen zu Dr. Herzl. (Dai-stellung Dr. S. R. Lanciaais über die Entwicklung seines Verhältnisses zu Dr. Herzl von den ersten Anfängen an.) Die zionistische Jugend von Witebsk an den „Jüdischen Arbeiter". (Sympatliiekundgebung der Witebsker Jugend für den proletarischen Zionismus und für Dr. S. R. Landau. Die Zuschrift schildert die Lage der. jüdischen Jugend in Witebsk und den größeren russischen Städten.) Literatur. „Zionismus oder Sozialismus." (Anzeige dieser polemischen Broschüre des „Bund" gegen den Zionismus.) Ghettolieder. (Songs fnom the Ghetto.) von Morris Rosenfekl. (Besprechung der englischen Ausgabe von Prof. Wiener.) — Feuilleton. Fortschritt... Skizzen aus dem Leben. Von Rosa Pomeranz. — Preßfonds. — Antworten der Redaktion. Die Anfänge der jüdischen Arbeiterbewegung in Oesterreich. Erinnerungen von Dr. S, R. Landau. I. Die erste Voraussetzung' einer selbständigen jüdischen Arbeiterbewegung war das jüdische, richtiger jüdisch-nationale Selbstbewußtsein der jüdischen Arbeitermassen. Diese Eikenntnis einer nationalen Zusammengehörigkeit konnte aber nur dort entstehen, wo die jüdischen Arbeiter in Massen zusammenlebten und zusammen arbeiteten, wo sie als Arbeiter und Juden neben der sozialen Not auch die politische Entrechtung, die „Judennot" ertragen mußten. Da war die Organisation dieser Arbeiter in eigenen jüdischen Gruppen auch ein sehr gutes taktisches und agitatorisches Mittel für sozialistische Parteizwecke. Kein Wunder, daß die erste jüdische Arbeiterpartei im Lande des jüdischen Massenelends, des numerus' clausus und des Ansiedlungsrayons, im ehemaligen Rußland, entstanden ist: Allgemeiner jüdischer Arbeiterbund von Polen, Litauen und Rußland, kurz genannt „Der Bund" (1897). Auch' in den Vereinigten Staaten von Nordamerika Und in England — wo die aus den Osten Europas eingewanderten jüdischen Arbeitermassen in eigenen Zentren zusammengepfercht lebten und in den sweit-shops zwölf Stunden und länger ein Stück Lebenskraft für trockenes Brot verkauften, finden wir bereits zu Beginn der 90er Jahre jüdische Gewerkschaften (hebrew-trade-Unions), denen die Aufgabe oblag, für ihre Mitglieder bessere Arbeitsbedingungen durch' engen Zusammenschluß an die einheimischen Gewerkschaften mit gewerkschaftlichen Mitteln zu erkämpfen. Nun gab es aber innerliialb der alten österreichischen Monarchie jüdische Ai-beitermassen nur in Galizien. Sie haben gewisse Berufszweige allein oder vorzugsweise beherrscht: als Zündhölzchen-Arbeiter, Borstensortierer, Gerber, Erdwachisarbeiter usw. Sie waren die ausgebeutetsten Arbeiter, denn ihre Löhne waren äußerst gering, die Arbeitszeit lang und 'ihre Arbeit — mit Ausnahme der Talesweber —t äußerst gesundheitsschädlich. Trotzdem kam ihnen von keiner . Seite Hilfe. Die polnischen Sozialdemokraten waren noch' zu schwach —, die „Glaubensgenossen" hielten sich' nicht für berufen, den Ausbeutern dieser armen Leute