Mannheim
Compact Memory

Der Jüdische Arbeiter · 1927-12-01 · Heft 14 (Dezember 1927) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
4 (1927)
Issue
Heft 14 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2641551-2641552-2641566--081-2641993
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. U Der jüdisch!© Arbeiter Seit© 13 Nach1 trag: K S. V—VI. Die Aufstellung betreffend Moses Lwow, des Vater der Eva Marx, erfährt durch den Hinweis Freudenthals in Monatsschrift f. Gesch. und Wiss. d. Judent. 1924, S. 84 eine volle Bestätigung. In der von Kaufmann in Friedberg, Luchath Sikkaron, 1. Aufl., S. 87 nach dem Trierer Gedenkbuche mitgeteilten Notiz wird Moses Lwow ausdrücklich' als Sohn des Heschel Lwow bezeichnet. Nach dieser Quelle starb Moses Lwow nach einer zweiundzwanzigjährigen Wirksamkeit in Trier und Umgebung am 1. Ab 548 (4. August 1788), seine Frau Bella, Tochter „ des Gaon R. Meir Eger sei. Andenkens" am 28. Ijjar 550 (12. Mai 1790). Diese Quelle verifiziert also nicht nur das bisher Vermutete, sondern bringt auch neue genealogische Daten. Wir erfahren den Namen von Karl Marx' Urgroßmutter und den ihres Vaters, der als talmtidische Kapazität (Gaon) bezeichnet wird. Ein hervorragender Gelehrter dieses Namens ist wohl nicht bekannt, entschließt man sich aber, die Titulatur „Gaon" der kindlichen Liebe, die den Eintrag im Nekrologium veranlaßt,'zuzuschreiben, so könnte man in Meir Eger den Bruder Akiba Egers des Aelt. sehen, welch ersterer im Vorwort zu Akiba Egers Mischnath d'Rabbi Akiba, Fürth 1781, als noch lebend erwähnt wird. Dort ist Meir Eger bloß; „ein ausgezeichnet gelehrter Mann". Einen Stammbaum der Familie Eger (-Giesmann), der Meir entstammte, s. Auerbach, Gesch. d. Juden in Halberstadt, S. 33. Die Vermutung, daß die erste Frau Ahron Lwows das Verbindungsglied zwischen Katzenellenbogen-Cohen und Lwow bildet, muß fallen gelassen werden. Ich bin nun über die Herkunft der ersten Frau Ahron Lwows, der Stammutter von Karl Marx auf deutschem Boden, völlig unterrichtet. In der vom 26. Okt. 1699 gezeichneten Approbation zu dem bei Caspar Steen in Amsterdam 1699—1700 mit jüdisch-deutscher Paraphrase u. d. T. „Agtidath Sch'muel" erschienenen Bibelwerke läßt sich unser Ahron Lwow folgendermaßen aus: „...da ich noch jung an Jahren bin und gar geringe Einsicht besitze, bin ich im Approbieren von Büchern zurückhaltend. Im gegebenen Falle jedoch, wo bereits mein Herr, mein Lehrer und Meister, mein Schwiegervater, der berühmte Gaon, der Lehrer der Diaspora R. Samuel, der Oberrabbiner der Gemeinde Frankfurt a. M. und ebenso mein zukünftiger ■Schwiegervater, der berühmte Gaon R. Gabriel das Buch bereits approbiert haben..." Wir hören also deutlich, daß die erste Frau Ahrons eine Tochter des Frankfurter Oberrabbiners Samuels, d. i. des bekannten Glossators der Frankfurter Talmudedition Josef' Samuel b. Zebi Hirsch (gest. 9. Nov. 1704) war. Rätselhaft muß es mir jetzt erscheinen, wie dies Approbation, die von mir in meinem Wiener Inschriften- . werke, II, S. 347 n. 1 zur Deutung der Grabschrift Nr. 901. herangezogen wurde, schon damals nicht nach 'dem ganzen Inhalte ausgenützt wurde. Wenn nun auch der Wortlaut ganz klar ist, so sei doch hier, da in der Literatur immerhin Beispiele vorhanden sind, wo „Chami" in der Bedeutung von Stiefschwiegervater oder Großschwiegervater (allerdings mit beigefügtem „Sekeni") gebraucht wird, eine subsidiäre Quelle herangezogen, zumal sie in anderer Hinsicht über die Deszendenz Ahron Lwows Licht verbreitet. Von den Söhnen Ahron Lwows wurden in dieser Studie erwähnt: Josiia Heschel Lwow, der als Sohn erster Ehe erschlossen wurde, und der mährische Landrabbiner Moses Lwow, der der zweiten Ehe entstammte (s. Wachstein II, S. 363—364 et passim). Ein dritter Sohn ist Josef Lwow (ibidem S. 93 ff. et passim; Eisenstädter Grabsteines. 88, n. 8; Urk. u. Akt. zur Gesch. d. J. in E. u. den Siebengemeinden, Index). Daß dieser Sohn der ersten Ehe entstammte, kann aus dem Testamente des Berusch Eskeles (Taglicht, Nachlässe der Wiener Juden, S. 227 ff.) geschlossen werden. Während der freigebige Testator auch weitläufige Verwandte mit Legaten bedenkt, fehlt der Name Josef Lwows im Testamente. Dieser Josef Lwow wird nun von Jechiel Auerbach, dem Herausgeber des Werkes „Halacha berura", Wilhermsdorf 1917, als Mäzen erwähnt und bei dieser Gelegenheit als Sohn seiner Tante (ben dodathi) bezeichnet. Die Hervorhebung der mütterlichen Abstammung des Mäzens beweist, daß hier die Blutverwandtschaft hervorgehoben werden soll. Nun war der Vater des Herausgebers, der Autor des Werkes „Halacha berura", Pinchas b. Simeon Auerbach ein Schwiegersohn des Frankfurter Oberrabbiners Josef Samuel b. Zebi. Mit Zuhilfenahme der ersten Quelle können wir nun „dodathi" eindeutig bestimmen, wie folgendes Schema zeigt: Die Mutter des Herausgebers war eine Schwester der Mutter des Mäzen, beide Töchter des Frankfurter Gelehrten Josef Samuel b. Zebi. Hat uns die Approbation Ahrons wichtige Aufschlüsse über die Aszendenz seiner Frau vermittelt, so mache uns die Unterschrift mit einem weiteren Ahnen der Familie Lwow bekannt, ohne daß ich in der Lage wäre die Identität festzustellen oder nur eine begründete Vermutung auszusprechen. Er unterschreibt diesmal: „Worte des Ahron, Sohnes des mhrr (des gelehrten Herrn) Moses, Sohnes des Gaon maharaM aus Lwow (Lemberg). Der Großvater ist also eine hervorragende Persönlichkeit. Wie ist aber M, das den Anfang von Meir, Mordechai oder Moses sein kann, zu ergänzen? Sollte M. mit Meir b. Abraham, gest. gegen Ende des Jahres 1613 als Oberrabbiner von Lemberg (Buba, Ansehe Schern, S. 134 ff.) identisch sein? Der einzige Anhaltspunkt wäre, daß er einen Sohn namens Moses gehabt haben soll, der kein Rabbiner war.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.