Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 14 (Dezember 1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. JL4 Der jüdische Arbeiter Seite 11 ha-Cohen, den Verfasser der RGA „Scheerith Josef", und nennt ihn bei dieser Gelegenheit seinen Ahnen. Auf Blatt 77b benennt er den berühmten Gelehrten Meir Katzenellenbogen (mah'araM Padua) mit derselben Bezeichnung -opT. Auf Bl. 71a wird als Verwandter (:nt>) der Amsterdamer Rabbiner Saul, der damals noch' am Leben war, erwähnt. Vom letzten, einem Urenkel des berühmten Gelehrten R. Heschel, wissen wir, daß, er zur Generation der Katzenellenbogen gehörte (vgl. die Nachweise bei Wachstein II, S. 359 et passim), wir haben es also mit drei Familien zu tun, die einander durch' Verschwägerung nähergetreten sind. Dieser Fall kann zunächst bei den Katzenellenbogen und Cohen konstatiert werden. - Meir Katzenellenbogen, der berühmte Rabbiner und Vorsteher der talmudischen Hochschule in Padua, gest. das. 1565, hatte einen Sohn Samuel Juda, der dem Vater in den Aemtern nachfolgte, gest. 1597. Ein Sohn des Samuel Juda war der weitbekannte Saul Wahl-Katzenellenbogen in Brest-Litowsk, den die Sage ob seines großen Einflusses eine Nacht lang König von Polen sein läßt. Sauls Sohn war Meir, Rabbiner in Brest-Litowsk. 1 ' Neßla, eine Tochter Meir Wahl-Katzenellenbogens, heiratete Moses Cohen, Rabbiner in Luck in Polen. Der Vater des Moses war Pessach, dieser ein' Sohn des Tanchum. Tanchum hinwiederum war der Sohn Josef b. Gerson Cohens, des Verfassers der Responsensammlungi „Scheerit Josef", gestorben1 als Oberhaupt des Lehrhauses in Krakau 1591. Nachkommen aus der Ehe der Neßla, geb. Katzenellenbogein, mit Moses Cohen hätten demnach zu Ahnen die beiden berühmten Männer: Meir Katzenellenbogen und Josef Cohen. Nehmen wir nun an, daß eine Tochter von Moses und Neßla die uns unbekannte erste Frau Ah'ron Lwows war, so konnte Josua Heschel beide Männer als Ahnen bezeichnen. Chronologisch läßt sich', wie dies aus der beigegebenen Skizze ersehen werden kann, dagegen nichts einwenden. Möglich ist allerdings auch', daß, diese supponierte Tochter die Frau des Moses in Lemberg ist, Wie dem auch sei, die Angabe eines Mannes vom Range des Josua Heschel Lwow selbst zu bezweifeln, liegt kein Grund vor. Haben wir nun einmal die Tatsache festgestellt, daß Karl Marx ein Nachkomme des mah'araM. Padua ist, so können wir die Stufenleiter der Generationen noch' weiter hinaufklettern. Wir wissen nämlich, daß Chana, die Ehefrau Meir Katzenellenbogens, gest. 1564, eine Tochter des Abraham ha-Levi Minz, gest. etwa 1525 als Rabbiner in Padua, war. Der Vater Abrahams, Jehuda b. Elieser ha-Levi Minz, eine der ersten Koryphäen sowohl der deutschen als der italienischen Judenheit, geb. etwa 1408, hatte die deutsche Heimat infolge der in der Mitte des 15. Jahrhunderts ausgebrochenen Verfolgungen verlassen und kam etwa 1456 nach' Padua. Jehuda Minz beschäftigte sich auch mit wissenschaftlichen Problemen und hat sogar eine Lehrtätigkeit an der Universität in Padua entwickelt. Sein Bildnis ist im Stiegenraum der Universität mit einer ihn ehrenden Inschrift angebracht (Nepi-Ghirondi S. 122). Er starb" im Alter von 100 Jahren etwa 1508. Fünf Tage später starb ein anderer berühmter Emigrant in Venedig und fand seine letzte Ruhe in Padua in der Nähe Jehudas, Don Isak Abravanel, der fruchtbare Schriftsteller und Finanzminister Ferdinand des Katholischen. Die Gräber sind nicht mehr erhalten. Die Namen der beiden italienischen Ahnen von Karl Marx halten die Erinnerung wach an die beiden deutschen Gemeinden, Katzenellenbogen in Hessen und Mainz,1) die Stadt am Rhein. Einige wenige Nachweise seien hier beigegeben. Bei der Notorität der Gelehrten ans den Häusern K. tiüd M. kann ich1 mich auf die Quellen für die genealogischen' Aufstellungen beschränken'. Für die Verschwägerung' Cohen:- Katzenellenbogen vgl. Vorwort' zui Pi Sch'enaim, Altona 1735 und Edelmann, Gedulath' Saul, London 1854, Bl. 24b. Die Grabschrift Josef b. Gersonl Cohens zuletzt bei Friedberg, Luchot Sikaronl S. 4, für die Generationsfolge s. Dembitzer; Kelilath' Jofi I, Bl. 7b, Anmerkung. Die Grabschriften der Familie Katzenellenbogen von Luzzatto korrekt in Kochbe Jitzohak XV, S. 14—16, und bei Edelmann 1. c, S. XII—XIV veröffentlicht. Die Quellen zu Saul Wahl siehe bei Wachstein II, S. 360, Note. Zu Katzenellenbogcn- Miniz s. Wiener in Eisenstadt, Da'at Kedoschim Anhang* Dinn pDB sowie dortselbst S. 42 ff., 63, 82 ff. Eine andere noch' jetzt in Dänemark blühende Deszendenz Minz- Katzenellenbogen erschloß Josef Fischer in seinem J. C. E. Michaelsen og Husfcrus Forfaedi^e, Kopenhagen 1913. l) V^Ki ist sicher in alter Zeit Menz gelesen worden, wie ja überhaupt e durch! ' größtenteils transkribiert zu wei-den pflegt. Belege für Menz, Menth1 in alter Zeit s. Oesterley, Hist.-geogr. Wörterb. d. deutschen Mittelalters S. 422. In der beigefügten genealogischen Skizze ist der Name, weil inl der Literatur so eingebürgert, mit „Minfc" wiedergegeben.