Mannheim
Compact Memory

Der Jüdische Arbeiter · 1927-12-09 · Heft 13 (9.12.1927) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
4 (1927)
Issue
Heft 13 (9.12.1927)
Date
1927-12-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2641551-2641552-2641565--066-2641977
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

, fcl - "J*r ■ V iä&i / Der jüdische Arbeiter M öesckiohtei, äes jüdischen. kttltureltea Lebens bewegen. Die Ä^öfgßötaltung' soll bezwecken, die Schließung des. Ringes jcter^judischmi Volksschule einerseits durch die Gründung •von?' Kindergfirten, andererseits von Mittelschulen. :i ,.' Insbesondere betrachtet die Konferenz den Zeitpunkt aü« gekömmeu, in welchem die jüdische Volksschule nicht mehr.eint» Nächmittags- -oder Ergamungsschule des jüdischein Kitidos, .stwidern seiine einzige Volksschule, in welcher es iimtar pädagogischer Aufsicht seine jüdische und allgemeine Erziehung erhalten, werden soll. Auf diese Weise wird dem fcmespä.lt, der Verschiedenheit, dem Gegensätzlichen der gegenwärtigen jüdisch-amerikanischen Erziehung abgeholfen werden. '.-Bio Konferenz spricht ihre vollste Anerkennung dem jüdischen Lehrerseminar, als Institution für jüdische Lehrer und einer höheren' jüdischen und allgemeinen Bildung übeftisaupt, aus \ind solidarisiert sich: mit den Bemühungen der Führer des »Seminars, dasselbe zu, einer jüdischen! Hochscihule auszugestalten. Die Konferenz fordert alle Genossen und befreundete Organisationen zur wärmsten Unterstützung der Leitung dos Seminars auf. Bio Konferenz begrüßte mit Freude die Gründung und die Tätigkeit des zentralen Schuikomitces, verspricht ihm die wärmste Unterstütmng und solidarisiert sich mit den i»c«chlüssen. seiner letzten Beratung in Petersen. Insbesondere begrüßt die Konferenz den Beschluß, Schrittet einzuleiten, um das zentrale Schulkomitee mit dem jüdischen 'I/etoerseminar zu vereinigen, wie auch' dein Beschluß, in «4er bevorstehenden Ghanukawoche eilno SchulwDche mit / ■ •dem Zwecke einer verstärkten Tätigkeit für eine Geldfswnmlung und einer Aufklärung über unser Schulwesen zu •veranstalten. Bio Konferenz beauftragt die Parteileitung, dafür Sorge zu tragen, daß sich die Schultätigkeit unserer Genossein auf die Volksschulen der Partei und des jüdischnatioinalen Ajbj&itervorbaudes konzentrieren soll. H Aus der jüdischen Gemeinde J Bio glorreiche Einmännermehrheit der Union hat in der Sitzung vom 30. November die Debatte über das Wahlrecht verhindert. Damit glauben die Herren sich Buhe verschafft zu liaben. Sie, werden sich gründlich täuschen. Schon der Verlauf dieser einen Sitzung wird! sie belehren, daß es kein Totschweigen dieser Frage gibt.' Die jüdische Bevölkerung Wiens wird sich gegen' die „Union" noch Itehör zu verschaffen wissen. Nachstehend der Verlauf!der Sitzung. Eingangs* verlangt Genosse Moritz die Umstellung der Tagesordnung. Es gelangt sonach! die Interpellationsbeantwortung an die Spitze der Tagesordnung. Sie euthält eine .trockene Vorführung der Mätzchen, die sich die Unionisteu ixt der Behandlung dieser Frage geleistet haben. Sodann beantragt Gen. Dr. Bader die Eröffnung der Debatte über die Interpellationsbeiintwortiing, die mit der anrüchigen IRinrnännermehrheit abgeleltiit wurde. Dies entfesselte bei unseren Genossen einen Entrüstmigssturm. Unter den Rufen: Abzug, Scharide, Geht nach Hause, Ihr habt; nicht mehr das Vertrauen der Wäh'LersehaXfc, wurde den Herren zu Bewußtsein gebracht, daß sie sieh vor den Wählern:' werden rechül'ertigen müssen. In der weiteren Tagesordnuiug ergriffen, unsere Genossen \)r. Bader, Moritz und Dr, Glauz du« Wort und zeigten an jedem, einzelnen ' Yerhaindlungsgegenstand die Unfähigkeit der Unionisten in einer zielbewußten Verwaltung. Dr. Glanz z'oichnete die. ganze Bildungsfeindlichkeit der „Union", die zwar die Tradition im Munde führt, aber alle Biklungsmaßnahrnenaus früheren Zeiten .liquidiert hat, ferner die Kopflosigkeit der Fürsorge, die, ohne Existenzen aufzurichten 'oder zu sichern, Gelder austeilt, natürlich ohne die geringste Wirkung. Sie haben Einrichtungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Juden Wiens dienen, schloß der Redner, wenn Sie dazu nicht fällig sind, dann gehen Sie eben nach Hause und lassen Sie die Wähler entscheiden! v' Die ganze Programmlosigkeit der Merrscba-ftspartoi zeigte sich in der anschließenden üntorrichtsdeba.tte. Ihr «cid unfähig, Volksbildung oder .Jugenderziehung zu leisten, führten, unsere .Redner aus uind erhärteten ».lies :lureh ullu Beweise. Bio Herren patentierten Judentumshütev wußten sieh lönnon anderen Rat, als für ihre vollkommen verschlampte j-iigendomehung ntul. unterlassene Volksbildungsarbeit die Agitation d^jt? Freidenker — als Entschuldigung anzuführen. Weil. Freidenker agitieren, gibt es kein Bildungswesen für erwachsene Juden, kein jüdischen Lehrlingsbildungvsweseu, keine jüdische Ergünzuiigsschule, kein Volksuiul Jugendbibliothvkswesen und anderes mehr. Die (Jen. Dr. Bader und Dr. Glanz leuchteten den Herpon griuLdiicli hoim. Es wurde darauf verwiesen, daß alle unsere Anträge zur Volksbildung abgelehnt wurden, daß diese Mehrheiü die Stirn© hatte, auchi das Gemeindeblatti ttbziüehiK'n, .so daß sie nicht einmal, ein. Sprachrohr «ur IJevölkerimg besitzt. Nicht einmal eine gesellschaftliche Kundgebung des Wiener Judentums gegen die Austrittsbowegung haben diese im fähigen Gemeindebeherrscher zu •organisieren versucht oder vermocht, dafür soll ihnen aber <Jjfe Freidenkerbewegung die nächste Kultuswahl retten. Hie suchen jetzt krampfhaft nach einem Sinowjew-Brief. Wir werdou den Herren' die Lust noch versalzen. Die jüdische Bevölkerung: wird noch! lange veröden Wahlen zu reden h!aben und bei den Wahlen erst recht. ■ An imsereü> Genossen liegt es jetet, der Wahlrechtsschande ein Ende zu machen. Die jüdische Bevölkerung muß in intensiver Aufklärungsarbeit auf die Wahlen vorbereifet werden. In den kommenden Sitzungen des Gemeindevorstandes muß alles getan werden, um diese Aufklärung zu schaffen. .Die jüdische Bevölkerung muß das richtige Bild dieser Mehrheit, ihx*er ganzen Volksfeindl ich - keit, aus dem Kampf um das Wahlrecht) empfangen. Füi\das arbeitende Palästina. (Mitteilungen des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina, Wien.) 1. Im Sommer d. J. ist der „Verein der Freunde! des arbeitenden Palästina" mit führenden Genossen der Organisation „Werktätige Juden" zwecks Informierung über die Ziele des Vereines in Fühlung ge-. treten. Diese unverbindlichen Aussprachen haben nunmehr ein positives Ergebnis insoweit gezeitigt, als nach einigen im November d. J. stattgefundenen gemeinsamen Sitzungen, die Organisation „Werktätige Juden" dem Vereine der Freunde des arbeitenden Palästina kollektiv beitrat. ( Diezionistische Arbeitspartei Hitachduth hat ihren Beitritt im Oktober d. J. angemeldet. 2. Die regulären Eingänge des Vereines aus dem Titel der Organisations- und Einzelbeiträge haben die Durchführung der Bücheraktion sowie Geldüberweisungen an die Zentrale des Palästina-Arbeiter-Fonds in Tel Aviv ermöglicht. Nachdem jedoch Oesterreich hinsichtlich der Leistungen für den Palästina-Arbeiterfonds hinter den anderen Ländern zurückbleibt, hat sich der Verein entschlossen eine außerordentliche allgemeine Sammlung zu veranstalten. Der Verein wendet sich daher an alle Chawerim mit der Bitte, die m den kommenden- Wochen zur Durchführung gelangende Sammelaktion durch Spenden für den P. A. F. nach Kräften zu fördern. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, ,daß die Verhältnisse Palästinas, sowie der Umstand, daß jeder Beweis der Anteilnahme an der . Entwicklung der palästinensischen Arbeiterschaft für dieselbe eine Aufmunterung und moralische Stütze bedeutet, die Chawerim ohne Ausnahme veranlassen wird, dem Rufe zur Leistung einer einmaligen jährlichen Abgabe Folge zu leisten. Die Publikationen des jüdischen Wissenschaftlichen Instituts. „rinkas", eine Vierteljahrsschrift für jiddische- Literaturgeschichte, Folklor, Sprachforschung und Bibliographie. Band I. 176 •Seiten. New-York 1927. Der vorliegende Band ist der würdige Repräsentant der amerikanischen Sektion des Instituts, die damit die jüdische Wissenschaft mit eiaem neuen bedeutsamen, ständigen Organ beschenkt. In der Reihe der vom Institutgleichzeitig in Angriff genommenen großen I^ib'likationen, die wir-anläßlich'•■des Zweijahresberichtes mitgeteilt haben, ein ers ter rascher Schritt zur Verwirklichung! Die weite reu großen Bände der einzelinen Sektionen werden dem Institut gar bald die Führung vor allen andern Wissenschaftlichen Unternehmungen im heutigen Judentum verschaffen. An großen Arbeiten enthält der Band: J. L. Gahan, ■Neue Voiksliedexsavnmlungcn. In einer umfassenden Einleitung legt Gabun seine .Forschungsergebnisse über das "Liebesmotiv im jüdischen Volkslied dar, .seine Auffassung über das hohe Alter desselben im jüdischen Volksgesang stützt der Verfasser durch' einen Teil des aus 70 neu gesammelten Liedeni bestehenden Anhangs. Sch. Niger bringt in einer feinsinnigen Studie „.Elemente des Schblem- Alechlem-Ilumors vor Seholem-Alechcan". Er behandelt die "Volksbücher, die Sch. A. als "Knabe kennen gelernt hat, aus denen er die ersten Anlegungen zu humoristischen Eiteraturproduktionen schöpfte und! die der Dichter, dem die Namen dieser Bücher längst entschwunden waren, in hohem Mannesalter durch Zufall'wieder entdeckte. J. Schatzky gibt Beschreibung wie vollständige Entstehungsgeschichte eines jiddischen Buches ' gegen die Bmtbesehuldigurig aus der ersten Hälfte des 18. Jährhunderts, Die Arbeit zeigt uns die Größe des Bemühens, Material gegen die Blutbeschuldiguug auch aus fremden Ländern zu verschaffen. Ein. LublLncr Stadlan reist nach) Italien, um dort wirksame Waffen für einen Poseiner lUutbeschuldigungsprozeß zu gewinnen. Die Exaktheit, mit der die Arbeit die Erforschung der Einzelheiten durchführt, ist mustergültig. M. Weinreieh ergänzt seine anderweitigen1 Publikationen durch1 eine Besehreibung der jiddischen Handschriften in ^Cambridge, Px*of. J. Davidsohn! gibt Zusätze zu seiner Bibliographie der Parodienliteratur. J. Biwkind zeichnet einen Plan der Gesarnterfürschirng alles jiddischen Materials in den hebräischen Büchern und gibt den Anfang eines Verzeiclmisses der hebräischen Bücher vor 1648, die hiefür in Betracht kommen. Die Arbeit stellt, wenn erwogen wird, daß bisher nur die rabbinische .'Respönsenliteratur für diesen Zweck" heanngezogen wurde,' eitle ansehnliche Erweiterung des Forschungsgebietes dar. In einer äußerst reizvollen, die wichtigsten kulturgeschichtlichen Zusammenhänge entschleiernden Arbeit gibt K. Mariner die Entstehungsgeschichte des eisten jiddischen Buches in Amerika und der ersten jiddischen Zeitung Chicagos. Eine Reihe wertvoller sprach- und litean-turgeschichtiicher Arbeiten' rundet den Band ab, der in seinem Anhang' von Notizen nnd Buchyezensiönen auch auf die laufenden Ergebnisse der WisserjLSchaft zurückkommt undl sie kritisch beleuchtet. Im Vordergrund! steht hier Schafekys kriJbi«^ Gesamtübersicht übet neuen litemturgeschichidicfefi Arbeiten. -!' ■>' Die äußere Gestalt des Bandes^ ist bestes Ereeiigüifc' des jüdischen Buchdrucks, das Format das denkbar, gön^ stigste für eine Zeitschrift, eine Anzahl schöner; Abbildungen rundet den Eindruck ab und macht dasl Ganze äü einem harmonischen'.Werk/ das in der Wissenschaft volle- Befriedigung gewährt. Dr. Rudolf Glans. Börochow und -Jubiläumsfeier verschoben. Aus technischen; Gründen mußten che Boroctiow* und die Jubiläumsfeier verschoben werden. Die Boroctiowfeier findet Sonntag, den 18. De^ zembei, im großen Olympdasaal, I., Rotgasse 8, die Jubiläumsfeier Mittwoch, de!n 28. Dezember im „Bayrischen Hof", IL, Taborstraße statt. Aussprache mit österreichischen Genossen über Judenfrage und Zionismus, Im Oktoberhefte des „Kampf erschien ein Artikel des Genossen! Hannak über die Krise des Zionismus1. Dieser Artikel erregte in unseren Kreisen leibhaften' Widerspruch. Da Gen. Hannak nach Erscheinen seines Artikels von vielen sozialdemokratischen Organisationen eingeladen wurde, über dieses Thema zu referieren, haben unsere "Genossen an den Vorträgen: teilgenommen und sind dem Referenten entgegengetreten. Unsere Jugendlichen luden auch Gen. Hannak zu einem Vortrage ein und die Genossen Dr. Sokal, Hofmann, Dr. Glanz u. a. wiesen dem Referenten die Unrichtigkeit seines Standpunktes nach. J Die Aussprache, die bis gegen 1 Uhr nachts dauerte, erregte lebhaftes Interesse. Der große Saal des Arbeiterheimes war überfüllt. Die Ueberlegenheit unserer Genossein war außer Zweifel. Im Dezemberhefte des „Kampf" erschien ein' Artikel des Gen. Mendel Singer, der die Ausführungen- Hannaks gründlich widerlegt. . Festnummer „D^r jüdische Arbeiter"/ Anläßlich' unserer Jubiläumsfeier erscheint eine Festnummer unseres Organes, die u. a. Aufsätze folgender Autoren enthalten wird: Dr. Leo Ginsberg, Dr. Rudolf Glanz, Dr. Leo Goldhamm er, Chaiim H o f m a n n, S. K a-1 plansky, I. Kriibsch, Dr. S. R. Landau, B. Lock'er, S. Rudel-Adler, M. Singer, Dr. S. Sokal, Dr. B. Wachstein. ' " , Büchereinlauf. Hans K o h n, Robert W e 11 s' C h: Zionfetisch'e! Politik, eine Aufsatzreihe. 1927. Verlag Dr. R. Färber, Mährisch-Osirau. ' : Lej bl Paul.es: Talmudische Elemente im jüdi-; sehen Sprichwort/ (jiddisch) Wien. mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1927 Auch gegen Teilzahlung!!]! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 I Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sp rt- und Touristöhartikel Lebensvers ich er üngs«»Gesellschafj Zentrale: Wien, I., Rieriiergasäe Nr. 2 Voll eingezahltes Aktlenkapital: » 4.000.C00'- Veraicherungsbeatand 30. Juni 1927: 8 1,300,000 000'- Präniien-Einnahme 1 Jahre 1926: H 34,000.000'- TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reict Prankreich, Belgien, Holland, Italien, Spaniel dechoslov. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslaviet Bulgarien, Griei henland,Türkei, Aegypten, PalSstim Pensions-Versicherung fäßU" mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei fröhei er BERUFS-UNFÄH10KE1T. Monatliche Prämie. Sofortige Unveifallbarkeit.) i gemeinschaftlich mit der Versicherungs #A kr ien« Gesellschaf früher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerfri Wien, I, ScheUinggasse Nr. 1 Eigentümer, Verleger, Heraasgeber u. veraatw. Redakteur: Josef Goldstaub, Handelsangestellter, Wien, XIX.; (Jrinzinger Allee 7, B. 33. —* Druok: „Advria", Wien, II., Taborstr. 62b

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.