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Der Jüdische Arbeiter · 1927-07-28 · Heft 8 (28.7.1927) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
4 (1927)
Issue
Heft 8 (28.7.1927)
Date
1927-07-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Der jüffl^ Jbifcrter Nr. 8.. soll man aufs Neue wie 1922 das Schauspiel erleben, daß nur die bürgerlichen Minoritatenparteien sich zu einigen vermögen, während die Sozialisten ihre Kräfte zersplittern und einige sozialistische Parteien im Schlepptau, des „Ueberklassenblocks" in den iWah'lkampf ziehen? Der Delegiertentag der „Vereinigung". 0er 'diesjährige Delegiertentag der Vereinigung für soziale jüdische Tätigkeit fand am 3. Juli statt.. Es nahmen über 50 Delegierte der Ortsgruppen Wiens teil. Obmann Gen. Dr. Herzig berichtete über die Arbeit des abgelaufenen Jahres, worauf Gen. Dr. Bader über die Arbeit in der jüdischen Gemeinde referierte. Er gab eine Ueberskht über die von unseren Mandataren gestellten Anträge, besprach die IWahlrechtsfrage und forderte den Delegierten tag auf, die Arbeit für die kommenden (Wahlen aufzunehmen. Gen. Mendel Singer referierte über die Aufgaben der Vereinigung unter den Juden (Wiens, hob hervor, daß die Vereinigung der Sammelpunkt aller sozialgesinnten Juden werden müsse, besprach1 die wirtschaftliehe Lage der Juden, ihre kulturellen Bedürfnisse und forderte die Vereinigung auf, unablässig für die politische Aufklärung der jüdischen Bevölkerung tätig zu sein. In der Debatte sprachen die Vertreter, der einzelnen Ortsgruppen. Zu einer wicht-gen Entschließung kam der Delegfeortenteg. Es erfolgte eine Namensänderung dahin, daß nunmehr die Vereinigung „Vereinigung werktätiger Juden" heißt. Diese Namensänderung war nötig, um die zahlreichen neuen Mitglieder, die wir zur .Wahlzeit im „Wahlkomitee der werktätigen Juden" konzentriert hatten, auch' in unsere Vereinigung aufzunehmen. Zu diesem Zwecke blieb das Wan'lkomitee der werktätigen Juden noch bis zum Delegiiertentag in Permanenz,. der dann die Namensänderung beschloß. In die neue Exekutive wurden auch die leitenden Personen des Wah'lkomitees', soweit sie der Vereinigung noch1 nicht angehört hatten, gewählt. Die neue Leitung hat sich1 bereits konstituiert und Gen. Dr. Edwin Bader zum Präsidenten, die Gen. . Dr. Herzig und Arnold Pick zu Vizepräsidenten ge^ wählt. »Wir sind überzeugt, daß es unserer neuen Exekutive gelingen wird, die breiten Schichten der jüdischen Bevölkerung Wiens für unsere Ziele zu gewinnen und in unseren; Ortsgruppen einen Sammelpunkt aller sozial progressiven Kräfte des .Wiener Judentum aufzudich'ten. Die III. Konferenz der „Histadruth". Am 5. Juli wurde in Del-Aviv die III. Konferenz der Allgemeinen Jüdischen Arboiterorgataisation („Histadruth") eröffnet. An der Konferenz nahmen 201 Delegierte, die 22.837 Mitglieder vertreten, teil. Auf die verschiedenen •Richtungen verteilen sich die vea-schiedetaen Delegierten wie folgt: Acliduth Haawo^ah (Poale Zion) 108; Hapoll Hazair 54; Linke Poale Zion 14; Linker Block 8; KwuzaMiste 8; Linke Opposition 4; Unparteiisch' 3; Revisionisten 2. i)ie Eröffnung fand in Gegenwart von 8000 Anwesenden statt. Nach der Eröffnungsrede Ben-Our jons sprach S.prihzah. Der Dichter Oh. N. Bialik sprach Worte voll Begeisterung und Bewunderung über die Leistungen der jüdischen Arbeiter. Begrüßungen hielten auch Vertreter arabischer Arbeiter. Der weitere Verlauf der Beratungen zeugt, trotz der oft heftigen Zusammenstösse unter dem verschiedenen Richtungen, vom höhen Niveau der organisierten Arbeiterschaft in Palästina. Wir werden über die Konferenz noch ausführlich berichten, Die Organisation der jüdischen Wissenschaft. „Zwei Jahre Arbeit für das jüdische, wissenschaftliche Institut", so nennt sich ein 100 Seiten starker Organisatiohsberieht des genannten Instituts, der uns als Juden wie als Anhänger einer, mit Leidenschaft nach dem Wesen des Volkstums forschenden Wissenschaft in gleicher Weis«? tief befriedigt und freudige Hoffnung schöpfen. läßt. Es ist der erste Beginn einer organisierten- Gemeinschaft der jüdischen Wissenschaft, die auE das Ganze der geistigai Volkskraft geht, im Umfaug des i'orschungsobjektes wie in der Heranziehung der Hilfsmittel unjd der gesamten Volksintelligenz, zur Erreichung der gesetzten Aufgaben. AVie dem Institut kein Gebiet jüdischen Volkslebens und Volksschaffens fremd bleibt, so kann auch jeder geistiger Arbeiter . die ihm nachstehenden Tatsachen cles jüdischen Volkslebens für das Institut aufsammeln und. dortselbst wird es verarbeitet. Darin beruht das Geheimnis der Anziehungskraft dieses geistfgen Sammelpunktes für die große Zahl von wissenschaftlichen Arbeitern aus dem Volke, aller Berufe, die das jüdische wissenschaftliche Institut zu den seinen zählt. Die Unternehmungen des Instituts zeichnen sich durch einen Umfang aus, der nur durch' ein Kollektivum in so kurzer Zeit erreicht werden kann. Die umfassenden volkskundlichen Institutsönqueten haben das wertvollste Gut ans Tageslicht gezogen und vielfach das erhalten, was sonst spurlos verschwindet. Die Auswertung dieser Schätze wird geeignet sein, das Volkstum der Juden in allen seinen geistgen Bindungen darzustellen und zu überblicken. Für alle künftigen Arbeiten auf diesem Gebiete bleiben die Ma.terialsaanmlungen des Instituts unentbehrliche Voraussetzung. Mit ebensolcher Gründlichkeit wird, die jüdische Volkssprache behandelt, wie auch auf allen anderen Gebieten jüdischen Volksdaseins die organisierte Arbeit beginnt. Das alles Unternehmen spezieller Sektionen und Kommissionen für einzelne Wissenszweige, deren das Institut zählt: Eine philologische, mit volkskundlicher Unterabteilung, eine historische, ökonomisch-statistische und eine pädagogische Sektion. Eine bibliographische Zentrale, Archiv und Bibliothek geben allen diesen Arbete» Stütze. Die bisherigen Institutsveröffentlichungeln, vor agilem das grandiose Landaubuch, sind bekannt. Hier seien die weiteren 8, vom Institut gleichzeitig vorbereiteten Ausgaben mitgeteilt: Ein zweiter Band der philologischen Serie,, enthaltend auch eine Reihe von Arbeiten aus und über das Sprach-Liteiaturgebiet der Juden in Deutschland und Oesterreich, ein Band der ökonomischstatistischen Serie, (auch Judenstatistik Deutschlands1 und Oesterreich enthaltend), ein Band, der historischen Sektion zur Kultur- und Sozialgeschichte der Ostjuden und ihrer Bewegungen, ein selbständiges Vierteljahrbuch der amerikanischen Zweigstelle, das speziell Volkskunde pflegen' wird, das bibliogi-aphische Jahrbuch des Instituts für das Jahr 1926, das erste' Heft der Enqueteveröffentlichungen, enthaltend die "Feiertage, ferner einen 3. Band; der philologischen Serie, ausschließlich Folklore behandelt, sodann ein vierter derselben, die Theatergeschichte der Juden. Dieses große Beginnen kanja nur aus der Leideinschaft \mä Begeisterung der Mitarbeiter begriffen werden. Denn die Mittel des Instituts sind noch klein, kaum 3.000 Dollar ha* das Institut bisher aufgebracht. Eine Unsumme von Zeit-, Geld- und Materialaufwand haben die' Mitarbeiter aus Eigenem geleistet. Auch die Wiener Freunde des Instituts werden darangehen, den Bestand und Ausbau des Instituts sichern zu helfen. Eröffnet sich doch hier den Freunden der jüdischen Wissenschaft die Möglichkeit, aktiv ein Werk mitgestalten zu helfen, das vom Volke ausgeht und die Flüchte seiner Tätigkeit dem Volke zuwendet. •Der ZweiJahresbericht' wird überall, wo Juden sich der jüdischen Wissenschaft verbunden fühlen, frohe Hoffnung geben einer jüdischen Jugend die nach Wissen vom und über das Volk strebt, wird er mächtige Anziehung sein, sich mit den Tatsachen unseres Volkslebens im Lichte der Wissenschaft zu beschäftigen und vori daher Belehrung, Mut zu nationalem Leben zu schöpfen und jüdische Eigenart zu verwirklichen. In diesem Sinne begrüßen wir das Kulturwerk echter, schaffender Volksintelligehz und wünschen dem Institut, es möge mit allen seinen Freundein in der ganzen Welt die Wege normaler, gesicherter Existenz und Ausbreitung finden. Dr. Rudolf Glanz. Die Wahlen zum 15. Zionistenkongreß. Die Hauptwahlkommission 'tfa'f besdhlossen: Die »Wahl der Kongreßdelegierten wird für Dienstag, 'den 9. August, in! der Zeit zwischen' 6 und 9 Uhr abends festgesetzt. (Im Wahllokal 2. Bezirk, Malzgasse 12, von 4 bis1 9 Uhr.) Die Hauptwahlkommission 'hat folgende Wahllokale in den Wiener Bezirken festgesetzt: 1. Bezirk, I^Limtnersfraß« 25 (Zionistisches Bureau); 2. Bezirk, Malzgasse 12—14 (Seudath' Sabath); 2. Bezirk, Jungstraße 8 (Zionistische Sektion Prater); 3. Bezirk, Löwengasse 36, Cafe Lovrana (Souterrain); 4. Bezirk, Margaretenplatz 4, Terrassen-Cafe; 6. Bezirk, Bennoplatz la (Zionistische Sektion 6—8); 9. Bezirk, Berggasse 33, Cafe Metropol (Souterrain); 10. Bezirk, Humboldtgasse 25 (Wintertempel); 14. Bezirk, Herklotzgasse 21; 16. und 17. Bezirk, folgt; 18. Bezirk, folgt; 19. Bezirk, Billroth'straße 49, Cafe Döblingerhof; 20. Bezirk, Jägerstraße 30, (Zionistische Sektion Unsere Agitationslokale sind; Poale-Zion, IL, Blumauergasse 1 „Hechaluz«, IL, Czerningasse 7 Stimmet für die Liste Nr. 41 20); 20. Bezirk, Leystraße 83 (Zionistische Sektion Zwischenbrücken). Die Hauptwahlkommission. •J.Aus unserer Weltbewegung. J. Die Kongreßwahlen in Deutschland. Unsere Genossen in Deutschland gelang es, gemeinsam mit dem Jung-Jüdischen Wa-nderbund zum Kongresse zu kandidieren. Die Liste lautet wie folgt: 1. Alfred Beiger, Berlin. 2. Dr. Georg Lubinski, Berlin. 3. Joseph Wa.lil. Berlin. 4. Dr. Hermann Gradnauer, Berlin. o. Else Ester Eisen mann, Frankfurt a. M. 6. Karl Stein, Berlin. 7. Elias Seiinger, Leipzig. Die VIII. Weltkonferenz in Berlin. Die VIII. Weltkonfercnz wird in Berlin atogtetnalteii werden. Die Eröffnung ist für dem 18. August festgesetzt worden. Polen. Unsere Partei in Polen steht in den letztein Wooh<e© in einem Wahlkampf in den Ciemeindeverwaltutngen \md Krankenkassen in mehreren Städtein, Trotz des absolute» Geldmangels, welcher die Wahlaktion sehr stark behin-; dert, kann die Partei eine Reihe von Erfolgen verzeichnen'. Bis jetzt haben wir Mandate erhalten: in Kobrin, Soclüstlin, Mogelnize (2), Radomsk, Mlance, Minsk-Massnievski, Luniez, Wloslomek (Krankenkasse) usw. In einer Reihe von Orten sind dank der Wahlkampagne unsere Organisationen frisch belebt oder gar neue geschaffen worden. So z. B. in Lublin, wo die Partei zum! erstenmal im politischen Kampf eingriff und sofort 600 Stimmen erhalten hat-, die zwar nicht ausreichten, um ein Mandat zu erobern, von Freund und Feind, aber als echter Erfolg hoch eingeschätzt werden. Für wichtige Grganisationszwecke benötigen wir folgende Nummern: Jahrgang 1921 Nr. 9 und 11; 1925 Nr. 12 und 1926 Nr. 8. Wir bitten alle Genossen und Organisationen die über diese Nummern verfügen, sie uns zur Verfügung zu .stellen. Die Administration. Lebensversicherungs^Ges ellschaft PHÖNIX Zentrale: Wien, I., Riemergasse Nr. 2 Voll «Ingezahltes Aktlenkapital: 8 4.000.000«- Versicherungsbestand Ende 1926: 900 Millionen Scnillins Prämien-Einnahme i. Jahre 1926: 46 „ „ TÄTIGKEITSGEBIET: Oesterreich, Deutsches Reich, Frankreich, Belgien, Holland, Italien, Spanien, cechoBlor. Republik, Polen, Ungarn, Jugoslawen, Bulgarlen,GriechenIand,Türkei,Aegypten,PalästIna. Pensions-Versicherung HCIK mit Rentenansammlung (Rentenbezug beim 55., 60. oder 65. Lebensjahr oder bei früherer BERUFS-UNFÄHIGKEIT. Monatliche Prämie. Sofortige Unverfallbarkeit.) gemeinschaftlich mit der Versicherungs ^Aktien* Gesellschaft iriiher PENSIONS-VEREIN für Handel, Industrie und Gewerbe Wien, I., Schellinggasse Nr. 1 Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen S. Meister Wien, I., Salzgries Nr. 7. 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