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Der Jüdische Arbeiter · 1927-03-21 · Heft 3 (21.3.1927) · page 4

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Journal
Der Jüdische Arbeiter
Volume
4 (1927)
Issue
Heft 3 (21.3.1927)
Date
1927-03-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Der judische Arbeiter Nf. 8. Üigtefi.; r Ättf der Rückreise aus Pari9 besuchte Genosse Locker Antwerpen, w0 et am 16. Februar über „Die Lag© in 'fiSÖästina und die Aufgaben der Arbeiterklasse" sprach. An demselben Tage fand eine Beratung mit Vertretern Organisationen in Antwerpen, Brüssel und Gent statt. Sa wurde ein Arbeitsplan festgesetzt und ein provisorisches äakretariat. gewählt. MorgenÄitung" Ihrer Nummer 15 vom 22. Dez. 1926 mitgeteilten Tatsachen: 1. Bs ist unrichtig, daß „die freundlichen Beziehungen des Herrn Dr. Plaschkes mit dem neuesten Mietling im Kampf gegen die Sozialdemokratie stadtbekannt sind," richtig jedoch, daß alle wahrheitsgemäß Informierten davon Kenntnis haben, daß ich Herrn Alexander Weiß wohl seit mehr als 37 Jahren kenne, nämlich noch aus der Zeit, bevor wir die erste Volksschulklasse besuchten, und daß zwischen ihm und mir keine anderen Beziehungen bestehen, als daß ich als Rechtsanwalt über Wunsch seiner Eltern die Vertretung in zwei Angelegenheiten übernommen habe, die mit der bekannten Strafsache nicht zusammenhängen. 2. Völlig unwahr ist, daß „Weiß durch Plaschkes in engster Verbindung mit der „Wiener Morgen- Izeitung" und Jmit allen bürgerlichen Geschäftemacher^ de£ Wiener Jüdischnationalen" steht, wahr vielmehr, daß Herr Weiß durch mich weder mit der „Wiener Morgenzeitung", noch mit irgendeinem Wiener Jüdischnationalen in Verbindung stand oder steht. , Achtungsvoll Dr. Leopold Plaschkes. Eine persönliche Angelegenheit. Dr. Leopold Plaschkes, jüdisch-nationaler Gemeinderat von Wien, sendet mir folgendes Schreiben: In Sachen: Dr. Plaschkes gegen Dr. Glanz und unbekannte Täter. Wien, am 15. Jänner 1927. An Herrn Dr. Rudolf Glanz, Rechtsanwaltanwärter,' verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift „Unsere Tribüne" („Der jüdische Arbeiter") in Wien, XVIII., eimarerstr. 19/10. Geehrter Herr Doktor! Um in Zukunft dem Vorwurf der Hinterhältigkeit nicht ausgesetzt zu sein, verständige ich Sie davon, daß ich, obwohl ich überzeugt bin, daß Sie persönlich der Schreiber der Artikel sind, welche ich inkriminiere und Ihnen nachweisen kann, daß Sie dieselben vor Drucklegung gelesen haben, vorläufig cjie Strafanzeige wegen Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre gegen Sie und unbekannt« Täter icr* stattet habe. 1 Gleichzeitig diene Ihnen zur Kenntnis, daß ich den Fall pflichtgemäß dem Disziplinarrat der Rechtsanwaltskammer zur Kenntnis gebracht habe. Hochachtungsvoll Dr. Plaschkes. Herr Dr. Plaschkes mag der Meinung sein,, daß er aus irgendwelchen Veröffentlichungen im „Jüdischen Arbeiter", als dessen verantwortlicher Redakteur ich bisher zeichnete, Rechte gegen mich ableiten kann. Dann muß er eben seine vermeintlichen Rechte so verfolgen wie alle anderen Menschen. Herr Doktor Plaschkes konnte mir Berichtigungen einsenden1, die der „Jüdische Arbeiter" bringen muß, wenn sie dem Gesetz entsprechen, das Recht aber, in persönlicher Korrespondenz zur Verfolgung seiner vermenitlichen Ansprüche an mich heranzutreten, hat er niemals. Wenn Dr. Plaschkes trotzdem es1 mit einem sol7 chen Einsen üchterungsbrief versucht, zu dem er nicht das geringste Recht hat, so beweist er damit, daß er von den Methoden des von Herrn Weiß geleiteten „Tribunal" manches gelernt hat. Der Inhalt dieses Drohbriefes bleibt unter anständigen Menschen auch dann eine Ehrenbeleidigung, wenn er aus Vorsicht rekommandiert aufgegeben worden ist. Abgesehen von seiner politischen Tätigkeit als jüdisch-nationaler Mandatar habe ich mich mit der Person des Herrn Dr. Plaschkes niemals beschäftigt. Den mannigfach gebotenen Gelegenheiten — noch zuletzt bei der Versammlung im ersten Bezirk — diesen Herrn wegen Ehrenbeleidigung gerichtlich verurteilt zu sehen, bin ich mit andern Genossen immer gerne ausgewichen, weil, wie gesagt, außer der Tatsache, daß er jüdisch-nationaler Mandatar ist, ich gar keinen Anlaß hätte, mich mit seiner Persönlichkeit je zu beschäftigen.. Indem ich den oben wiedergegebenen Einschüchterungsversuch hier zur Charakteristik dieses jüdischnationalen Mandatars wiedergebe, überlasse ich seine Beurteilung getrost allen jenen Menschen, die Herrin! Dr. Leopold Plaschkes bisher noch nicht gekannt haben. ' Dr. Rudolf Glanz» Edle Seelen . . . Wir erhalten folgende Berichtigung: »Gemäß § 23 des Bundesgesetzes vom 7. April IQB2, BGBl. Nr. 218 (Preßgesetz), fordere ich Sie aa$t den in Ihrer Nummer 15 vom 22. Dez. 1926 enthaltenen Artikel: „Edler Seelen..." bezüglich folgender darin mitgeteilter Tatsachen, in der gesetzftttßigen Form zu berichtigen: 1. Es ist unwahr, daß „ein überwiesener Erpresser-Journalist (mir) dem Herold der Jüdisch-natiotklen, nicht nur persönlich, sondern auch geistig x Mir nahe zu stehen das Glück" hat, wahr ist, daß $& 'Herrn Alexander Weiß und seine Familie seit mehr als 37 Jahre kenne und daß trotzdem meine ß&iehungen zu ihm lediglich in der Rechtsvertretung ÖÖStehen, die ich seinen Eltern und ihm in zwei zivil- Nächtlichen Angelegenheiten zuteil werden lasse. 2. Sie schreiben weiter: „Der Erpresser bringt tlt großer Aufmachung Juden und Sozialdemokraten', .'tferr Dr. Plaschkes macht einen jüdisch-nationalen jyjecsammlungsfeldzug gegen die Sozialdemokratie dara«st." Das ist unwahr. Wahr ist, daß ich auf die P&iberufung der einzigen in Betracht kommenden räensammlung und auf die Wahl des Vortragstitels keinerlei Einfluß genommen habe, da dies Sache der Zionistischen Bezirksorganisation für den I. Bezirk; war;, wahr ist weiter, daß ich das Thema meines Vortlages erst aus der „Morgenzeirung" erfahren habe. Achtungsvoll Dr. Leopold Plaschkes. ,. Eine Frage an einen Mitinhaber der „Wiener ^Morgenzeitung": iHiezu ist folgende Berichtigung eingelangt: ' „Ich verlange im Sinne des § 23 des BundesgSäletzes vom 7. April 1922 BGBl. Nr. 218 (Preß,- ^getz), die Berichtigung folgender in dem Artikel yäe Frage an tönen Mitinhaber der „Wiener . <fijä eine scharfe Antwort Ben Gorions hervorruft. Die 2Jfcbiiistisoh!e Organisation versteht die Lage nicht. Zwanzig Kölche Zioinisten können das gegenwärtig benötigte Geld täföht aufbringen. ■!>-.'. *• - Im „Dawar" vom 22. Februar beklagt M. Beilin- ,söhn, daß, obwohl seit der Mozah der Histadruth1 schon tatst ein Monat verflossen sei, keine Aenderung der Arbeitslage, noch Bemühungen in dieser Richtung zu verzeichnen warfen. Die Regierung stehe nach wie vor gegenüber dem jödisoheh Arbeiter auf dem alten Standpunkt» als ob die Not' der Einwohner des Landes sie nicht anginge. TIeber die Tätigkeit der von der Moazah eingesetzten Kommission für Regierungsarbeiten habe die Oeffentlichkeit nichts gehört. Der neue „Angriff" zur Erlangung von Regierungsarbeiten, den die Moazah gefordert hatte, könne nur dann gelingen, wenn er methodisch und nach vielen Seiten hin geführt werde, d. h. technisch, organisatorisch und politisch. Auf politischem Gebiete können war uns auf zwei Kräfte stützen: Auf die Jewish Agency; -und die britische Arbeiterpartei. Der Verfasser empfiehlt, daß die Arbeiterscliaft auf tafe^raphischem Wege an die englischen Abgeordneten Wedgwood und Kenworthy und das Colonial Office mit der Bütte um Lösung des Problems der Regierungsarboiten wende. Die Forderungen der Moazah gegenüber dem Jischuw haben ebensowenig wie die Forderungen au die Arbeiter- -.«rohaft die erwünschte Resonanz gefundeu. * Die für den Bau des Lehrerseminars in Jerusalem veranstaltete öffentliche Ausschreibung brachte als niedipgates Angebot die Offerte eines privaten Bauunternehmers mit 40.000 Pfund, während der Solei Boneh ein um 6000 -Pfand höheres Angebob einreichte. In den Vergebungsbedingungen war die Beschäftigung organisier ter Arbeit irtcht vorgeschrieben. Im Dawar" vom 21. Februar nimmt H. M. dazu Stellung uud behauptet, daß die Ausschreibung einen Äßhweren Angriff auf das Recht des organisierten Arbeiters hedeutet, der von dem Mangel an Verständnis1 bei den für die Uebergabe der Arbeit verantwörtlichen Stelleu zeuge. Kann heute, in einer Stunde der Verbitterung und der Verzweiflung in breiten Massen des Jisohuw, das t»31igata Angebot der Unternehmer der einzige Maßstab -«wer öffentlichen Ausschreibung sein? Die Krise ist so schwer und hat so weitgreifende und tiefe Folgen, daß man sie unmöglich ohne Konzentration und Führung* des Kampfes durch bestimmte öffentliche Organe überwinden kann. Es steht uns im gesamten öffentlichen Leben nur eine Kraft zur Verfügung, die es vermag, in gewissem Maße den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu organisieren. Diese Kraft ist das Arbeitsbüro der Histadruth. Die Arbeitsbüros haben die Verteilung der Arbeitstage und der Unterstützungen durchgeführt und Hunderte und Tausende, die außerhalb der Histadruth stehen, sehen in dem Arbeitsbüro die einzige Stelle, die ihnen ihren dürftigen Arbeitstag verschafft. Man kann vielleicht darüber diskutieren, ob im Lande ein Arbeitsnachweis von der Histadruth^ den Städten, der Regierung oder dem Jischuw errichtet werden soll. Aber irgendeine Organisation dieser Art ist in jeder organisierten Gesellschaft unerläßlich. Der Verfasser meint, daß ■ die Vertreter der Zionistischen Organisation, die in der Baukommission säßen, verpflichtet wären, allen privaten Stellen, die versuchten, die Lage für sich auszunützen, ein Muster an! sozialem Verständnis1 zu geben und zu erklären, daß es in Palästina keine unorganisierte Arbeit geben darf. * Der Waad Plachaklauth hat sich letzthin1 mit der Frage der Verträge zwischen Keren Hajessod und den landwirtschaftlichen Siedlern beschäftigt. Es handelt sich hauptsächlich um die Klärung folgender Punkts: 1. Wer sind die Vertragspartner? 2. Wie hoch ist der Zinsfuß? 3. Wie wird die Schuldsumme festgesetzt? und 4. welches sind die Zahlungsbedingungen? Der Waad Hachaklauth hat im Verlaufe der Verhandlungen mit Stimmenmehrheit sich dahin ausgesprochen, daß von der einen Seite der K. H. und auf der anderen: der Siedler und die Gesellschaft „Nir" Vertragsschließende seien. Ebenso kam man zu dem Schluß, die Schuldsumme nicht nach den Büchern der Zionistischen Exekutive, sondern in Uebereinstimmung mit einem Schlüssel der Zionistischen Exekutive mit einem Betrage festzusetzen, der für die Errichtung eines landwirtschaftlichen Betriebsobjektivs erforderlich ist. Man einigte sich ferner auf einen Zinsfuß van zwei Prozent und auf Zahlungsbedingungen in der Form, daß das; Darlehen innerhalb 50 Jahren, die vom fünften Jahr nach der Darlehensnahme an gerechnet werden, getilgt werden soll. Dem K. H. der Gesellschaft „Nir" steht nach zehn Jahren das Recht zu, eine Revision der Zahlungsfristen zu. fordern. Darüber hinaus hat der Waad Hachaklauth empfohlen, denjenigen Wirtschaften,' die noch keine festen Wohnbauten haben, besondere Anleihen zur Errichtung von Wohngebäuden zu gewähren. Besondere Erleichterungen1 seien gegenüber den trockenen Getreidewirtschaften („dry farming") am Platze. Die Stellungnahme des Waad Hachaklauth dient dem A. 0. als Material für die endgültige Beschlußfassung in der Frage der Verträge. I * Im „Dawar" vom 15. Februar erklärte Frumkia, den Vorbereitungsarbeiten für die Kommission der Jewish Agency . müsse die größte Bedeutung zugemessen werden. Es besteht die Gefahr, daß die Kommission der Agency und damit auch andere Kreise in der Judenheit ein falsches Bild von den Aufnahmefähigkeiten Palästinas erhalten. Wenn wir kein ernsthaftes und grundlegendes Material über alle Möglichkeiten des Landes, in der Landwirtschaft und im Pflanzungsbau, in Klein- und Großindustrie, in der Ausbeutung; der natürlichen Schätze des Laudes vorbereiten, so wird es sehr leicht möglich sein, daß die Kommission! in der Hauptsache von der heutigen schweren Lage beeinflußt werden und in ihr Programm nur begrenzte Pläne für die Entwicklung des Landes aufnehmen wird. Eine andere Gefahr besteht darin, daß das Projekt der Kommission unsere nationalen und sozialen Errungenschaften zerstören könne. Die Sicherungen, die in der Verein- Ijarung von Dr. Weizmann mit Marshall vorgesehen seien, seien demgegenüber zu allgemein gehalten und böten praktisch keine Garantie dafür, daß nicht in kurzer Zeit Dinge geschehen, die den 'Beschlüssen des Kongressen widersprechen. Wir wissen ja, daß auch innerhalb des Zionismus nicht wenige eine derartige Entwicklung begrüßen werden. Die Zionistische Exekutive müsse deshalb den „Wirtschaftsrat" zu beschleunigter Tätigkeit anspornen. Auf ihm ruhe die Aufgabe, durch die besten Kräfte der zionistischen Bewegung in- und außerhalb des Landes die erforderlichen Vorarbeiten vornehmeii zu" lassen. Wenn der Kommission nicht umfassendes Material vorgelegt werde, werde es bestimmt dahin kommen, daß sie ihre Informationen aus unsicheren Quellen schöpfen und unter den Einfluß unverantwortlicher Kreise geraten werde. , Eigentümer, Verleger, Herausgeber u. verantw. Redakteur: Josef Goldstaub, Handelsangestellter, Wien, XIX., Grinzinger Allee 7, B. 33. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstr. 52b. I

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