Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 2 (22.2.1927)
- Date
- 1927-02-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2641551-2641552-2641554--008-2641908- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
V.B. II« - .^l 99 *6H DER JUDISCHE ARBEITER Organ der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisation Poale Zion, Wien Erscheint zweimal monatlich Redaktion und Administration; Wien, IL, Blumauergasse 1/11 Postscheckkonto Nr. 38.042 Bezugspreis.4 vierteljährig. S 1.20 halbjährig . . , 2.40 Einzelne Nummer 20 Groschen Nr. 2. Wien, 22. Februar 1927. 4. Jahrgang. Wahlsignal Christlichsoziale, Hakenkreuzler — der Erpresser und die bürgerlichen Jüdischnationalen — Die Aufgabe der jüdischen Sozialisten. * Die Wahlvorbereitungen werden nun überall gemacht. Die Christlichsozialen haben das Reden und Schreiben über den Abbau des1 Mieterschutzes eingestellt. Die „Wiener Morgenzeitung" stellt nicht mehr fest,; daß die Tatsachen stärker sind als die Dogmen der sozialdemokratischen Parteiführer. Die Deutschnationalen schicken ihre hakenkreuzlerischen Buben auf die Ringstraße und auf der Universität: haben die akademischen Raufbolde den „Kampf" , für den Antijudaismus eröffnet. Eine demokratischbürgerliche- Partei kündigt ihre Auferstehung durch große Plakate^ an. Die Wiener Jüdischnationalen haschluckt," daß er trotz Zureden; der „Anleihe-Spezialisten" der Wiener Jüdischnationalen keine Schulden machen will. Die Zahl der Anhänger der Jüdischnationalen hat sich wohl seit der letztem Wahl bedeutend iverringert, aber wir dürfen jiicht ruhen und rasten, bis nicht der letzte arbci^;.M lüde die Reihen dieser unverantwortlichen Politiker . verlassen hat, bis den Herren. Plaschkes und Stricker jeder Schein einer Berechtigung, sich als Vertreter der Juden aufzudrängen, entrissen wird. - * Das Bürgertum rüstehztr einem großen Kampfe, ben einep Pa'rteirat einberufen, auf der Tagesordnim^jj^ie Arbeiterschaft' holt ihre'bewährten Waffen der steht der'Punkt: Unsere Stellung zu den kommenden sozialdemokratischen Aufklärung1 hervor. Das jüdi- Wählen. Referent ist — Dr. Leopold Plaschkes. - 0,nCische Bürgertum schreif schön" jetzt so laut, beinahe V/ Das Wählsignal der J.üdischnationalen ist eigentv^zulaut» in^^bürgerh'clien^Ghbr'^mit. Nun müssen auch lieh etwas zu früh gegebenr'worden. Sie haben siclj.v-wir unsere KampfpositioneriV beziehen, halt;von einem bezaubernden Schlager hinreißen las- ^Getreu-unseremjahrelangenpolitischen Wirken se-n:'"E)er--Erpresser-Weiß hat in seinern; „Tri^bunaiV,^ ' I e n w.y\;, d i e-a r'be^en d en J u d e n auf? und durch große Plakate den Schlager,^Judenv-un3,• -r;ulenum in^tiin^ereJii:-R:eihen Schulter Sozialdemokraten" hinausposaunt. Das 'durfte man - sich nicht entgehen lassen. Ist ja dieser widerliche Erpresser der journalistische Wortführer der „antimarxistischen Einheitsfront", tritt ja die „Wiener Morgenzeitung" alle seine Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie breit, warum nun diesen „Typ" nicht aufgreifen? Mit der Tagesordnung: „Juden und Sozialdemokraten" berief man die erste Wahlversammlung ein, die Referenten waren die mandathungrigen Herren: Oberbaurat Robert Stricker und Dr. Leopold Plaschkes. . " Es hat im .jüdischnationaleii Lager Leichtgläubige gegeben, die der Ansicht waren, daß die Wiener Jüdischnatipnalen heuer die Tragikomödie der Aufstellung eigener Kandidaten nicht aufführen werden. Diese Naiven! Sie geben sich wohl noch immer der Täuschung hin, als ob es sich diesen L.ü icspolitikeni um den Kampf für jüdische Interes'sen handeln würde. Sie haben noch immer nicht erkannt, daj^ wenn sie vom „roten Antisemitismus" reden, meinen sie* die „dumme Politik" des' Breitner, daß er „den Kai arr S ch uj/ter mi t d em Österreich isch en Pro 1 eiariat, in1 den Kam~Pf f ü r i h re-Rech te a 1 s B ü r g &ir. d i;e s e s S t a a t e s > als e i n T e i 1 des jüdischen; V:o 1 ke se i n z u t r e t e n. Diese Pflicht werden wir als-jüdische Sozialisten erfüllen müssen. Aber, um den Anschluß der jüdischen Masse an die Arbeiterschaft des Landes lückenlos durchführen zu können, müssen wir die Heuchelei - der bürgerlichen Jüdischnationalen, den reaktionären Charakter ihrer Politik in autonom-jüdischen, wie in landespolitischen Fragen beleuchetn. Wir werden aufzuzeigen haben, daß diese „jüdischen Politiker" ihre nationale Phraseologie dazu mißbrauchen, um der christlichsozial-hakenkreuzlerischen Reaktion -Helfersdienste zu leisten. D i e a r b e itende jüdische Bevölkerung soll und wird erfahren, welche Unterstützung diese „j ü d is c h e n Wo r tf ü h r e r" den größten Feinden unseres Volkes leisten. M. S. Der Palästina-Aufbau-Fonds (Einige. Bemerkungen zur Keren-Haj.essod-Aktion in Oesterreich.) In Oesterreich wird jetzt eine Aktion für den Keren-Hajes'sod durchgeführt. Es ist selbstverständlich, daß es' Pflicht aller Genossen und. Freunde ist, an . dieser Aktion teilzunehmen. Nicht' nur, - weil wir . durch die Beschlüsse unserer Weltkanferenz und 4es Zionistenkongresses gebunden sind, sondern, weil -auch die Lage in Palästina den Zusammenschluß) ■aller.-.-Kräfte für die Beschaffung .von Geldmitteln für den Aufbau, zur brennenden Notwendigkeit macht. •Letzten Endes sind ja unsere tapferen Genossen in Palästina jene, die am unmittelbarsten unter der Krise in' Palästina zu leiden haben und es 'darf deshalb keine Gelegenheit, die ihre Lage zu erleichtern imstande ist, unäusgenützt verstreichen. Das gilt für unsere Genossen und Freunde ohne jede Einschränkung. < . Aber die Aktien in Oesterreich zwingt uns. zu .einigen grundsätzlichen Bemerkungen: Es wird wohl so manchem Freund des Palästina- Aufbaues aufgefallen sein, daß von einer Jahresaktion des K. H. zur zweiten eine. Verschiebung nach o b e n wahrzunehmen ist. Der. Schwerpunkt der Werbetätigkeit wird immer mehr und mehr in die Kreise der reichen und reichsten Juden verlegt. Aus sogenannten reinen geschäftlich-technischen Gründen mag es ja eine gewisse Berechtigung haben. Bei einer geringen Zahl reicher Juden größere Beträge einzutreiben verlangt unter gewissen'Voraussetzungen keine gVoßen Anstrengungen und Ausgaben. Aber dieser Standpunkt ist nicht nur unzionistisch, sondern auch unkaufmännisch, wenn man so sagen darf. Unziön istisch: das Aufbauwerk in'Palästina soll und darf nicht von einigen Plutokraten abhängig gemacht werden, es muß vielmehr vom Willen der breiten Schichten des jüdischen Volkes getragen werden. ■U nkauf nr'ännisch: weil die wenigen, die -die großen Beträge liefern, viel leichter abfallen können als eine große Zahl von Zeichnern, die denselben Betrag leisten. Wir dürfen aber dem österreichischen K. H. nicht unrecht, tun. Diese Tendenz ist auch in tfen anderen Ländern zu merken (schon die Tatsache, daß die geringste Zeichnung 1 Pfund jährlich betragen □nooooaooooopaoaDona Samstag, den 26. Februar um & Uhr abends im Arbeiterheim Blumauergasse Jehoasdis 6e0enbabend mit reichhaltigem Programm Erscheinen aller Mitglieder Pflicht! Führet Freunde ein! □□□□□□□□□□□□□□□□□□DO muß, ist hiefür bezeichnend, das 'erschwert auch eine Tätigkeit für .den K. H. innerhalb unserer Organisation); nur tritt sie. in Oesterreich besonders kraß,, in Erscheinung. In diesem Lande, in welchem ein. Herr Dr. Plaschkes und ein Herr Stricker die lautesten Wortführer .der Zionisten sind, mußte eine tiefe .Kluft. zwischen der jüdischen Masse und dein Palästinaaufbaue entstehen. Da nun die Zionisten. durch die unverantwortliche Politik einiger Fühjer^ jeden Kon~ takt mit der. jüdischen Volksmasse verloren. haben.».?, blieb ihnen,, wenn sie überhaupt etwas für,- Palästina . tun wollen, nur ^noch der' ^jfeg -zu Röthschild'iuhS'Ä Benedikt offen. Ein trauriges Fazit für eine Partei, die es einst als ihre Aufgabe betrachtet hat, den Willen des jüdischen Volkes zu repräsentieren. Leider hat darunter das Palästina-Aufbauwerk viel zii leiden." Das soll insbesondere in den Wochen der Kefen- Hajessod-Aktionfestgestellt werden. Vielleicht entschließt man sich noch zu einer Umkehr. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. ■ ■ L. K. Die fünfte Konferenz der „Achduth Haawodah". Von M. Neustadt (Tel-Aviv.) ' I. Es war vorauszusehen, daß die fünfte Konferenz, unserer palästinensischen Partei „Achduth Haawodah" großes Interesse im Lande selbst und auch im Aus-- | Arbeiter und Angestellte versichern ausschließlich bei der Feuer- und EinbruchversicherungfürWohnungen — Unfall- und Haftpflichtversicherung - Glasbruchversicherung — Lebensversicherung ohne ärztl. Untersuchung bis zu 4000 Schilling oder in jeder gewünschten Währung Direktion: Wien, I., Tuchlauben 8 Telephon 67-540 Serif