Der Jüdische Arbeiter
- Journal
- Der Jüdische Arbeiter
- Volume
- 4 (1927)
- Issue
- Heft 1 (12.1.1927)
- Date
- 1927-01-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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* me% Ott* jiMfeche Arbiter m \ gBWMdnsöm: das ist die KLossensolidarität gegen das pätech» ,imd nichtjüdische Proletariat. Zwischen Dr. Plaöchbes \m<3 Öen Sozialdemokraten gibt es aber wirklich garnichts gemedneames. Er sieht in der Wiener Gemeindeverwaltung, mit Recht, einen unerbittlichen Gegner jener Politik, die Ihn und seine .,Gegner" von der „Union", wie auch die ßhristlichsozialen und Deutschnationalen zu einer einheitlichen „antimarxistischen Front" zusammenschweißt. Die arbeitende jüdische Bevölkerung wird aus dieser Politik die richtigen Schlüsse ziehen und Herrn Dr. Plaschlees ,znm — — Schwarzenbergplatz jagen. Jiddischer Kulturkreis. Die Konzentration aller gesellschaftlichen Kreise, tiie mit der jiddischen Sprache verbunden sind, hat äru der Gründung dieses Kreises geführt. Seine Aufgabe ist eine große. Die bisherigen Veranstaltungen geben die besten Hoffnungen. Alles, was irgendwie mit jiddischer Literatur, Theater, Volksmusik verbunden ist, findet dort seine Pflege. Wir werden über tiie größeren Veranstaltungen des Kreises berichten. [Bemerkenswert ist, daß gerade die jüdische Arbeiterjugend bei den Veranstaltungen des Kulturkreises stark vertreten ist. Hohe Anerkennung verdienen die (Künstler der Wiener jüdischen Bühnen, die ihr ganzes Können selbstlos in den Dienst dieser gesellschaftlichen Aufgaben stellen. lieber den Reisen-Abend vom 5. Jänner werden (wir noch berichten. Borochow- Abend. Der Borochow-Abend am 14. Dezember nahm einen .vorzüglichen Verlauf. Der große Saal war für die zahlreichen Teilnehmer viel zu klein. Die jugendlichen Genossen und Genossinnen waren besonders zahlreich vertreten. Der Jugeudchor führte sich mit dein Liede „Man zewueh" gut ein. Wenn auch das Lampenfieber dieses erste Debüt etwas beeinträchtigt hat, war die Mühe des .Dirigenten Gen. Kochda nicht vergeblich.' Gen, Dr. Sokal entwarf in seiner Festrede ein vortreffliches Bild von der Persönlichkeit und vom Wirken Ber Borochows. Die . musikalischen Darbietungen des Frl. Haar (Klavier) und des Freidenker-Orchesters, sowie die Vorlesung des Gen. Singer wurden durch reichen Beifall belohnt. Der Borochow-Abend war eine würdige Kundgebung. Fabriksniederlage in Herren- und Damen- Modestoffen Meister Wien, I., Salzgries Nr. 7. Telephon Nr. 69-402 MITTEILUNGEN des Verbandes der jüdischsozialistischen Arbeiterjugend Oesterreichs, Wien, I., Blumauergasse 1. Bezirksgruppe Ost: Blumauergasse 1. Vereinsabend jeden Donnerstag. Donnerstag, den 13. Rost: Politische Tagesfragen. Donnerstag, den 20. Fleminger: Die Bedeutung des Arbeiterschutzes im Klassenkampf. Donnerstag, den 27. Ginsberg: Entwicklung der Gesellschaft bis zum flochkapitnlismus. Heimabende: Samstag, deu 22. Leirin-Luxemburg-'Liebknecht. BeziTksgruppe West: UeTklotzgas.se 21. Vereinsabend jeden Montag. Montag, den 17. Dr. Groß: Der Kommunismus im platonischen Staat. Montag, den 24. Lindenbaum: Politische und soziale Demokratie. Montag, den 31. Ten nenha.ua: Alkohol und Proletariat. Heimabende: Samstag, den 15. Körperkultur. Samstag, den 29. Musik und Gesang. Wanderungen: Sonntag, den 16. Herrnannskogel. Treffpunkt: Sievering 8,3(1 Uhr. Führer: Ginsberg. Sonntag, den IG. Skitour. Treffpunkt: Mauer 8,40 Uhr. Führer: Spielmann. Sonntag, den 23. Paunzen. Treffpunkt: Mauer 8.40 Uhr. Führer: Metzger. Sonntag, den 23. Skitour. Sofienalpe. Treffpunkt: Neuwaldegg 8,30 Uhr. Führer: Schüler. Sonntag, den 30. Freie Wanderung. Treffpunkt: .Nußdorf 8,30 Uhr. Führer: Adlerstein. Sonntag, den 30. Skitour. Treffpunkt: Mauer 8,40 Uhr. Führer: Spielmann. Plen arver Sammlungen: Die konstituierenden Plenarversammhingen der Ortsgruppen finden statt: Für die Ortsgruppe Ost, Samstag, den 15. Jänner, 8 Uhr abends, Blumauergasse 1. Für die Ortsgruppe West, Samstag, den 29. Jänner, 7 Uhr abends, Herklotagasse 21. Die Genossen und Genossinnen werden aufgefordert, zu diesen wichtigen Versammlungen zuverläßig zu erscheinen. Arbeitsgemeinschaften: In der Blumauergasse 1. finden statt: l. Eine Arbeitsgemeinschaft für jüdische Geschichte und Literatur. Leietr Singer. Jeden Freitag, halb 8 Uhr abends. Teilnahme auch für Nichtmitgliedör. 2. Eine Arbeitsgemeinschaft für sozialistische Weltanschauung. Jeden Donnerstag (nur für Mitglieder des Verbandes). Beginn drei Viertel 7 Uhr abends. 3. Chorproben, jeden Samstag, punkt halb 7 Uhr abends (auch für Nichtmitgb'eder). Mandolineukurs: Mitte Jänner eröffnen wir einen Mandolinenkurs. Genossen Tind Genossinnen, welche hiefür Interesse haben, werden ersucht, sich im Sekretariat zu melden. Anmeldungen werden bis zum 15 d.s. entgegengenommen. Sehachgruppe : Es besteht die Absicht, in unserem Heime, Blumaue*- gasse. eine Scliachgruppe zu gründen. Interessenten werde* ersucht, sich bis zum 31. ds. im Sekretariat anmelden. Wir beabsichtigen einen Kurs für Rhythmisches T&nas« zu veranstalten. Interessenten werden ersucht, sich ifn Sekretariate zu melden. Kaufet Bücher bei der Kolportage! Die Jännernummer des Mitteilungsblattes des Verbandes der Jüchsch-sorialistischen Arbeiterjugend ist soeben erschienen und enthält u. a. eine Uebereicht übe» die Entwicklung unseres Verbandes, sowie eine Reih© toä Artikeln über internationale Arbeiterbewegung. Diskn*- sionen usw. Das Mitteilungsblatt. welches sicherlieh auch bei Nichtmitgliedern Anklang finden.^ wird, ist zum Preis© von 1(i Gro.schen im Sekretariate tax haben. - An Genossen und Freunde! Wir benötigen dringend folgende Nummern der „Tribüne": 1. Jahrgang 1924. Nr. 9. 11 und 12; 3. Jahrgang 1926, Nr. 8. - Wir ersuchen, uns genannte Nummern zur Verfügung zu stellen. Die Administration. mmammmmmmm ,.i)ti)u,",«n)iin,".nmtnC Ab Jänner 1927 erscheint in Warschau die erste sozialistische Monatsschrift in jiddischer Sprache „Die naje Geseilsdiafr Herausgeber: Vor 1 ag ,.Bef ra jung". Redakteur: J eo h i e 1 II a 1 p e r n. Preis für das Ausland: vierteljährig 35 nmerik. Cent. Adresse der Redaktion : Warszawa, ul. Prosta 17/8. Adresse der Administration: Warszawa Sw. Jerska 36/34.; NÄHMASCHINEN mit kostenlosem Stickunterricht FAHRRÄDER 1927 Hl CK Auch gegen Teilzahlung!! Reparaturannahme aller Systeme! IX., Liechtensteinstr. 27, IV., Wiedner Hauptstr. 8 Telephon 16-5-64, 16-5-65, 57-109 Schreibmaschinen, Knopfpressen und Zugehör. Sport- und Touristenartikel B6e^^ der Umwandlung der Histadruth in eine internationale Organisation, ferner mit dem Vorschlag der Wiedereingliederung der „Frakzia" in die Histadruth. Bei der Eröffnung gab es einen Zwischenfall dadurch, daß die arabischen Delegierten forderten, daß ihnen die Mehrheit der Sitze des Präsidiums. eingeräumt wurde, da sie Vertreter der Mehrheit im Lande seien. Im „Dawar" vom 21. Dezember kommentiert M. B. die Vorgänge.der Tagung u. a. folgendermaßen: Dieser kleine Zwischenfall, der sofort beigelegt wurde, lehrt vielerlei, vor allem dies: Während die jüdischen Mitglieder der „Ichud" energisch jeden Nationalismus von sich weisen und a.ls palästinensische Arbeiter zu sprechen sich bemühen, für die es keine jüdische und arabische Nation gibt, sind die Araber nicht bereit, so leichten Herzens auf ihr Arabertum zu verzichten. Sie fühlen sich als Vertreter einer großen Nation . . . Die internationale und klassenmäßige Erkenntnis dieser Ai-aber, die durch die Leute der „Ichud" zu der Tagung gebracht worden sind, ist derart, daß sie bereits bei der ersten Tagung in der feierlichen Eröffnungssitzung einen schweren Zwischenfall hervorgerufen, wegen - der Zahl der Juden im Präsidium... Der Verzicht der Juden, der den Zwischenfall beilegte, geschah axis der Erkenntnis der Lage heraus; denn die Araber, die sich au der Tagungbeteiligten, sind der Stolz der „Ichud" uud die Rechtfertigung ihrer ganzen Existenz nach innen und außen. Die Leute der „Ichud" sind bereit, dafür jeden geforderten Preis zu zahlen. Aber nicht, darin liegt der Grund für ihren leichten Verzicht gegenüber den Arabern, sondern vor allem darin, daß die Araber nach der Logik der ..Ichud" mit ihrer Forderung an jenem Abend recht hallen . . . Die „Ichud" kann sich nicht der These bedienen, daß sie die Vertreterin der gesamten jüdischen Arbeiterschaft darstellt, auch soweit sie außerhalb des Landes ist, und so muß sie natürlich die arabische Rechnung, die auf den Vergleich der beiderseitigen Bevölkerungszahlen aufgebaut ist, anerkennen. Die ..Official Gazette'- vom 1. l)ezemlx;r enthält den endgültigen, rechtskräftigen Wortlaut des neuen palästinensischen Gemaindewa.lil-Gesetzes. Nachdem alle Abänderungsvorschläge unberücksichtigtgeblieben sind, unterscheidet sich der endgültige Text fast in nichts von dem vor ungefähr 0 AY'ochen veröffentlichten vorläufigen Textentwurf. Gewisse Erleichterungen l>ei Berechnung der Hausbesitzer-.Steuern werden, da der Jerusalemer Hausbesitz größtenteils in arabischen Händen ist, die Zahl der arabischen Wähler in Jerusalem erhöhen. Die jüdische Presse nimmt in ihren Aeußerungen wiederum scharf gegen die Regierung »Stellung', deren Verhalten in den einzelneu Fragen der Wahl unverkennbar auf eine schwere Benachteiligung der jüdischen Wähler hinauslaufe. So findet der „Haaretz" vom 19. Dezember die Ansicht verständlich, •daß es unter diesen Bedingungen für die Juden kaum zweckmäßig ist, sich an den allgemeinen Wahlen zu beteiligen und damit die offenkundige Absicht zu unterstützen, die politische und tatsächliche Bedeutung desjüdischen Jischuw im Lande herabzumindern. Unter den neueren Maßnahmen der llegierung, die heftig kritisiert werden, stehen an erster Stelle die Wahlkreiseinteilung in Jerusalem und die Annullierung des Wahlrechtes der Einwohner von Tel-Aviv bei den Wahlen in Jaffa, in Jerusalem hat der Bezirksgouverneur die (xrenzeu des städtischen Wahlkreises so festgesetzt, daß sie gerade bis au die Häuser der jüdischen Siedlungen Talpioth und Beth-Hakorem reichen, diese selbst aber aus dem Wahlkreis ausgeschlossen sind. Ist das nicht eine ausgesprochene und wahre „Wahlgeographie", die einzig nach den Wünschen der arabischen Notabein aufgestellt ist und nur bezweckt, den Juden soweit als möglich das Wahlrecht zu rauben? Der „Dawar" vom 21. Dezember schreibt ül>er die Lage in Jerusalem, daJi die Wahlrechtsberaubung dort so -klar zu tage liege, daß die Regierung sich kaum die Mühe gebe, ihn zu verschleiern. Gegenüber der Forderung \ der jüdischen Vertreter, die jüdischen Villen-Viertel Talpioth und Beth-Hakerem, die in dauernden, unmittelbaren Beziehungen zu Jerusalem stehen, in den städtischen Wahlkreis Jerusalem einzubeziehen, hat man gedroht, auch die ai*abischen Dörfer, in der Nähe von Jerusalem in den Wahlbezirk einzubeziehen, obwohl diese Dörfer weder administrativ noch munizipal-wirtschaftliche Beziehungen zu Jerusalem haben. Schließlich ha.t man die jüdischen Delegierten wissen lassen, daß die Vorordnung über die Wahlkreiseinteilung ans dem Büro des High Commissioner stamme und ein Einspruch gegen sie daher zwecklos wäre. 'Wenn wir alles zusammenfassen, was bis heute geschehen ist. dann können wir ruhigen .Herzeins die einzige» Folgerung ziehen: nicht wir müssen die Wahlen jetzt noch boykottieren, sondern sie boykottieren uns. So gewinnt immer mehr die Ansicht Raum, daß es untersagt sein sollte, durch Teilnahme auch nur einer kleinen Anzahl von Juden an den Wahlen dieser „Fiktion" legalen Charakter zu vorleihen. * Der „Dawar" vom 17. Dezember berichtet über eins Unterredung seines Jcrusalemer Korrespondenten mit Gen. Kaplansky, dein Leiter des Kolonisationsdepartements der Exekutive, über die Frage der Siedlungen im Kischonblock und andere folgende Einzelheiten: Nach etwa einen Monat dauernden Verhandlungen kam man in der Zion. Exekutive bezüglich des neuen Kolo- .nisationsprojektes zu einem üebereinkommen, das den vom Ivolonisationsdepardement vorgeschlagenen Plan nicht voll akzeptiert. An Stelle der vorgeschlagenen L. E. 190.000 wurden nur Ii. E. 1G5.00Ö vorgesehen, von denen in diesem Jahr nur L. E. 25.000 zur Auszahlung gelangen, weitere L. E. 140.000 jedoch auf die nächsten drei Jahre verteilt werden sollen. Aus diesen Mitteln werden 2G0 Familien, darunter 6Ü chassidische Familien, denen nach einjähriger Probezeit An Siedlung versprochen wurde, angesiedelt werden. . . . .. Das Kolonisationsdepartement führt wegen des Budgets für Vorbereitungsarbeiten durch organisierte Gruppen, denen im Kischonblock Boden zugeteilt war, die aber jetzt in dem Kolonisationsplan nicht berücksichtigt worden sind, noch Verhandlungen. Kiisrentümer, Verleger, Herausgeher Tod verantwortlicher Redakteur: Dr. Rud. Glanz, R,-A.-Anwärter, Wien, XVIIL, Weimaxerstr. 19/10. — Druck: „Adria", Wien, II., Taborstr. 52b.