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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
31/32 (1929)
Issue
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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AUS DEM JÜDISCHEN KOCHBUCH 41 förmig, die Spitze in Knopfform, in Warschau wird diese Art „Vogel" genannt. In Kaulne heißt der Knopf „Dzubek" (Schnäbelchen, polnisch: dziöb Schnabel). An Purim wird der Koiletsch mit Safran und Rosinen bereitet (Purim-Koiletsch). Man kennt auch Schales ss'udes-Koiletsch, Kwatter-Koiletsch. Wenn das Brautpaar von der Chuppe kommt, tanzt ihm eine alte Muhme mit einem Koiletsch entgegen oder dem Bräutigam allein mit der Frage: „Was willst du? Die Kalle oder die Challe?" Bei den Spaniolen in Bosnien ißt man am Freitagabend nicht Challoth, sondern „spanisches Brot" (aus Eiweiß und Zucker), in Saloniki bei Wohlhabenden innen hohles Brot aus feinem Mehl, mit Ei bestrichen und Mohn bestreut. „Barche s" (Deutschland, Sukzessionsstaaten), Berches (Hamburg), von bergita Bretzel aus zwei Flechten, bei den Spaniolen (runde und viereckige) „Challoth" (auch bei persischen Juden) oder „Lechem hapani m", im slawischen Osten und den westlichen Grenzgebieten Challe (Plural: Challois), zur Erinnerung an das Manna mit Möhn bestreut, in Westdeutschland „Taatscher" (Torte). In Deutschland meist länglich, zwischen Roschhaschanah und Hoschanah rabba rund (so soll ohne Anstoß das neue Jahr abrollen), an Schabuoth mit Milch, nicht, wie am Sabbat, mit Fett bereitet, bei B'rith mit Ei bestrichen, an Roschhaschanah Einprägungen wie Ringe oder Münzen, zu Jörn Kippur wie Taube oder Leiter, zu Hoschanah rabba wie Schlüssel. Sprichwörtlich: „Men tor nit essen di Challe for der Moize." „Gehat derfon wasser oif challe." „Die ganze challe gejt awek oif a moize" u. a. Bei den arabischen Juden wird Kiddusch gemacht, dann nicht Challot (wie bei den serbischen Spaniolen, siehe oben), sondern verschiedene Sorten Obst gegessen, dazwischen in Wein Gesundheit ausgebracht, hierauf Fleisch aufgetragen, nachher Ingwer, Datteln, Mandeln, Rosinen und Konfekt. In orientalischen Gemeinden wird die Abendmahlzeit am Freitag nachmittag bei Tage eingenommen. Aus der Synagoge heimgekehrt, macht man Kiddusch und Mozi und verrichtet das Tischgebet. In den ersten Jahrhunderten der christlichen Ära nannten die Juden die Freitagabendmahlzeit: cena pura, was nach Dölger Ichthys 539 einfach Festmahl bedeuten würde. Daß Fisch dazu gehörte, ist sehr wahrscheinlich. SABBAT Kugel (Kigl). In Ungarn: Apfelkugel (wie auch Apfelscholet), Erdäpfel-Kugel, Semmelkugel. Sie besteht aus Mittelfett, Wasserbrötchen, Mehl, Salz, Zucker, Pfeffer oder Ingwer, hie und da auch Ei. Obenauf muß sie einen braunen Kopf haben und fett sein („as man mit ihr redt, wabbelt sie vor Fett") oder aus Mehl, Nudeln, Eier, Fett, einem mit Fleisch und Fett gefüllten Gänsehals. Man stellt sie eventuell mit einem Teller in den Schalet. In Hessen: Brühkugel. In Böhmen auch Sirup in der Kugel. Leber- Kugel (Mähren), aus Kalbsleber. M i 1 z -K ug e 1 (Böhmen): in die ausgeschabte Milz Eier, Semmel, Zwiebel, Pfeffer, Salz. Sie wird mit Sauerkraut gegessen. Gries-Kugel (Böhmen) . Magen-Kugel: Magen gefüllt mit Mehl, Fett, gehacktem Fleisch. Lokschen- K u gel: Lokschen (Nudeln) mit Rosinen und Gewürz oder Reis, Kartoffeln, Rüben. Sprichwörtlich: „Eß ka Kigl im trink ka Bronew (Brantwein)"; „der Kigl liegt ihm oifri punim"; „mit a jid is nor git Kigl zi essen''. In Ungarn beliebt Hälsel (Gänsehals mit Mehl und rotem Paprika oder faschiertem Fleisch gefüllt). In Rumänien ißt man entweder am Sabbatvormittag zum Fisch oder mit Honig bestrichen ein mit Germ gemachtes Maisbrot: M a 1 a i. Lokschen (aus dem dem Persischen entlehnten und ins Slawische übernommenen türkischen: ,,Laktsche" — Nudeln). „Lokschen mit Jauch" (Hühner-Nudelsuppe). Sprichwörtlich: „eß nit Lokschen far Schabbes!"; „a ssach s'mires in wenig Lokschen"; „ot asoj kocht men die Lokschen"; „toires Lokschen" (für Toire-loschen); „a langer Loksch". Freitagabend (bassar w'dagim): Fische, Suppe, Fleisch mit „Eingemachts",

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