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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 37

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 37 (sequence 43)
Language
German
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SCHIBCHE HA-ZADD1KIM 37 trübt. Die Frau beruhigt ihn und überreicht ihm ihre Juwelen, damit er sie verpfände. Aus dem Ertrag soll die Bewirtung and Belohnung der Gelehrten erfolgen. Der Fromme befragt seine Gattin, die ihn tröstet und ihm mit Rat und Tat beisteht. Ähnliche Züge findet man bereits in der altrabbinischen Legende. Ich erwähne: 1. Maassijoth Bagdad (— MB. Nr. 15), wto der Chasid sich mit seiner Frau berät; 2. Die Geschichte des R. Simon b. Chalafta MPs. ed. Buber, S. 407; Midrasch Haschkem. 11. Der Fromme kennt jedes Geheimnis Nr. 11 enthält folgende niedliche Geschichte: Tayyab erkrankte und war drei Wochen vom Lehrhaus abwesend. Basis und seine Schüler sammelten untereinander 50 Gerusch und schickten sie durch zwrei Gelehrtenschüler dem Kranken, damit er sich während seiner Krankheit ernähren könne. Als die Jünger zum Kranken kamen, fanden sie ihn außerhalb des Hauses einhergehend und dachten, daß 25 Gerusch für einen Rekonvaleszenten auch genug wären. Sie begrüßten den Kranken und überreichten ihm 25 Gerusch. Hierauf erwiderte der Fromme: ,,Warum muß ein Rekonvaleszent 25 Gerusch einbüßen? Habt Ihr denn nicht 50 Gerusch gesammelt? Weil Ihr mich außerhalb des Hauses gesehen habt, deshalb gebt Ihr mir 25 Gerusch weniger?" Als die Jünger dies hörten, da fielen sie auf ihr Antlitz vor ihm und sagten: ,,Wahrlich es ist so, wie du gesagt hast! Verzeihe unsere Sünde!" Das Motiv dieser Erzählung ist, daß es vor dem Frommen kein Geheimnis gibt. Die Erzählung gehört zum Kreise der Legenden, die das überirdische Wissen der Heiligen zum Gegenstande haben. 12. Bene David Eine zweite Sammlung von Erzählungen und Parabeln, ebenfalls hebräisch und arabisch, ist in einem Buche Bene David (Gjerba, David Eidan, 1916) zu finden. Der Verfasser ist Kaifun Cohen. Die erste Erzählung (S. 14 a) führt uns in den Kreis von Vorstellungen, die wir bereits im vorigen Abschnitt besprochen haben. Der Zaddik kennt das. Verborgene und besitzt Kenntnisse von Dingen, die im Geheimen geschehen. Kalifah ha-Cohen handelte mit Kleidern, die von Kabes nach Gjerba gesandt wurden. Der Händler in Kabes notierte gewöhnlich den Preis, den er für die Ware bezahlt hatte, nicht weniger und nicht mehr. Einst fand der Händler eine besonders schöne Ware und erlaubte sich für jedes Stück einen kleineren oder größeren Preis hinzuzufügen. Als es zur Abrechnung kam, konnte der Händler vom Zaddik über die letzte Sendung keinen Bescheid erhalten. Er ging nach Gjerba, wo der Fromme selbst seiner Verwunderung Ausdruck verlieh, daß die Kleider keinen Käufer fanden, und seine Vermutung dahin äußerte, daß hier irgend eine unredliche Handlung oder ein Betrug vorliege. Der Händler gesteht seine Schuld und die Ware wird darauf mit einem Nutzen verkauft.

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