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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1927-01-01 · 1 (1927) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
30 (1927)
Issue
1 (1927)
Date
1927-01-01
Page
Seite 5 (sequence 11)
Language
German
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DAS JIDDISCHE THEATER IN NEW YORK 5 seine glänzende Laufbahn als Sänger im Synagogenchor der Dukes Places Synagogue begonnen. Er erfreute sich in Paris der Protektion einer Josephine Beauharnais. Eine Szene in Webers ,,Oberon" ist eigens für ihn geschrieben worden. Seine gemeinsam mit einem Freunde 1815 herausgegebene Hebrew Melodies regten Byron zu dem gleichbetitelten Werke an. In Deutschland feierte man wenige Jahrzehnte später Dawison, in Paris die Rac h e 1, in New York B e 11 a s c o. Ein Wiener Purimspieler schrieb ein jüdisch-deutsches Drama „Moses", das auf dem damals neube- Abraham Goldfaden gründeten jüdischen Theater in Warschau 1838 aufgeführt wurde. Aus dem Jahre 1864 hören wir von einem anderen jüdischen Theater in Odessa. Aksenfeld, Gottlober, Ettinger, Abramowitsch, der bekannte Badcheu Eljukim Zunser und andere schrieben seit den Dreißigerjahren Jargondramen. Doch das eigentliche ständige jüdische Theater beginnt erst mit Abraham Goldfaden, der jetzt in N. Ausländer und U. Finkel seine Biographen gefunden hat. Ein poetisch und musikalisch begabter unternehmender Geist, begründete er das jüdische Theater in Jassy im Jahre 1876, also vor 50 Jahren. Er war als Kaufmann in Rußland zugrunde gegangen und hierauf nach Jassy gezogen, wo er in einer volkstümlichen Singspielhalle, in einem Weinkeller, seine eigenen Lieder vortrug, die bereits in Rumänien durch die ,,Broders Singer", etwa den Stettiner Sängern", dem „Udel-Quartett" u. clergl. entsprechend, weit verbreitet worden waren. Von dieser Tätigkeit unbefriedigt, beschloß er, ein jüdisches Theater zu gründen. Der Wurf glückte und er übersiedelte kurze Zeit darauf nach Bukarest, das durch den Russisch- Türkischen Krieg einen bedeutenden Aufschwung genommen hatte. Der Bukarester Oberkantor Kupfer, mit dem er sich beriet, empfahl ihm als Mitarbeiter an dem neuen Unternehmen Mogulesco, der später der bedeutendste Komiker im New Yorker Ghetto wurde. Mogulesco war, ein musikalisches Wunderkind, von Kupfer nach Bukarest gebracht worden. Mit 14 Jahren leitete er einen Chor von 20 Sängern.

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