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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1926-01-01 · Heft 1 · p. Seite 569

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
29 (1926)
Issue
Heft 1
Date
1926-01-01
Page
Seite 569 (sequence 27)
Language
German
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DER BÖSE BLICK 569 Meharscha zu En Jakob z. St. — 70) Targ. Kohel. 26. — 71) Nu. r. 12,4 Ende. Peß. r. 5. Midr. ag. Buber 89. Statt wschaleta bahem 'ajin ra'a muß es weschaleta bah heißen, da von der Königstocher die Rede ist. Auch Ex 39, «, „Mose segnete sie" soll der Segensspruch gelautet haben: Wollte Gott, daß weder der böse Blick noch der Feind dem Werke Eurer Hände schade! Midr. Ag. Buber I 191. — 72) Tanch. Zaw 18 Lubl. Targ. übersetzt iththa schefirtha; auch der Zahlenwert von jefath mareh beträgt kuschith 736. Raschi z. St. — 73) Sukka 53a kuschaj. Kanaan a. O. 31. — 74) B. Mez. 84b. — 75) Sefer ta'ame haminhagim 81a, Sohar III 211b. — 78) j. Az. I 40b 2 Ls abasqanta j. Ber. IX 13c. 2. Krauss, Liv. s. v. — ohne Neid, eigentlich: unbeschrien. Grünbaum, Sprach- und Sagenkunde 111. — 77) chumra d'qetiftha Sabb. 57b bedeutet nach Raschi Knoten, nach R. Chananel Perlenschnüre, die zur Abwehr des bösen Blickes dienen. Sch. Ar. Or. Chaj. 303, 15. Nach Obadja aus Bertinoro bedeutet es eine Stirnbinde. — 7Ö) Güdemanh7~Efziehungsw. II 215. — 7Ö) Ber. 55b J. Low. Die Finger, Festschr. Levy 17. Diese Geste mit dem Daumen ist heidnischen Ursprunges. Die Feige und ähnliche obszöne Figuren, besonders die verschiedenen Stellungen des Phallus gehen alle auf das heidnische Altertum zurück und haben sich als Hilfsmittel gegen Zauberer, also auch gegen den bösen Blick, zum Teil bis auf den heutigen Tag erhalten. Blau, Zauberw. 138. Seligmann a. O. verschiedene Abbildungen. Grünbaum A. O. — 86) Supplemente zum Sohar II 273b. Statt „jod" liest er „deve" — Krankheit. — 81) Ch. J. D. Azulai, Abodath hakodesch 64a. — 82) Siddur Der. Chaj. 230. — 83) Sohar I 17b. Die andere Seite ist die linke, das böse Prinzip. — 64) Das. II 134a, Zweimal „echad" würde den bösen Blick heraufbeschwören.—85) Sch. Ar. Or. Chaj. 141. 6 Tanch. Buber 99b, 102a. Eben haezer 62, 3. Zwei Schwestern soll man auch nicht zusammen trauen, aber nicht wegen des bösen Blitkes. Ma'ne lason, Levy. Pest 53. — 86) B. Mez. 30a. Peß. 26b, Krauss, Talm. Arch. III 46. — 87) Sohar Chad. 63d. Die Formel zil zil domi a'adi qetor d'qetara lo lakh lo Ii. Dies läßt sich wohl übersetzen, gibt aber keinen Sinn: Geh, geh, schweige, hebe auf den Knoten, gebunden nicht dir, nicht mir. — 88) Ch. J. D. Azulai a. O. 172. Midr. Ag. Buber II 142, „schelo" zu streichen und kede schethischlot bähen 'ajin ra'a zu lesen ist. Bileams Absicht vereitelte Gott, indem er über Israel seinen Geist ausbreitete. Nu 24, 2. Es ruhte auf ihm der Geist Gottes, d. h. auf Israel. Sohar III 211b. — 89) Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1900, 121, s. oben. — 90) B. bath. 2b Peßach 50b Sabb. 53a. Sch. Ar. Or. jChaj. 305, 11, Wenn man aber einen Baum, von dem die Früchte abfielen^ mit roter Farbe bestrich und mit Steinen belud, so geschah dies nicht, wie Seligmann a. a. O. II 248, meint, um den Baum vom übel, das ihm der böse Blick verursacht, zu heilen, sondern, wie der Talmud ausdrücklich sagt, um die Aufmerksamkeit der Leute auf ihn zu lenken, damit sie für ihn beteten. Mit dem bösen Blick hat dies nichts zu tun. Sabb. 67a Chul. 77b j. Maas. S. V 55d. Krauss, Talm. Arch. II 212. — 91) Taan. 8b b. Mez. 42a. Dort liegen zwei Versionen vor: en haberakha metsuja ela b'dabar hassemuja min ha'ajin und en haberakha metsuja ela b'dabar sch'en ha 'ajin scholeteth bo. Beide berufen sich auf dieselbe Bibelstelle, hassemuja min ha 'ajin stützt sich natürlich auf assmikh und bedeutet ungezähltes Gut, das aber gesehen werden darf, während en ha'ajin scholeteth bo heißt: daß es keinem Blick ausgesetzt ist. — 92) kol zeman schenimnu jisrael l'tsorekh lo chasseru schelo l'tsorekh chasseru Jalk. Ex. Jalk. Sam. 165 Raschi zu Ex 30, i2:schehaminjan scholet bo 'ejn ha-ra' Ber. r. Theodor 706. — 93) Sohar II 225 f. — 94) Mitteilungen zur jüd. Volksk. 1902, 91. — 95) Busch, Deutscher Volksgl. 309. — 96) Zeitschr. f. Ethnol. 1886, 676. Die den Arabern und Juden gemeinsamen Gebräuche hat Kanaan a. a. O. gesammelt. S. auch Mitteil. f. jüd. Volksk. 1906, 136; 1907, 1908 usw. J. H. Weiss, zur Gesch. der jüd. Tradition, II, 15 behauptet, der Glaube an den bösen Blick stamme von den Persern oder sei es aus Persien zu den Juden gedrungen. — 97) Midr. Ag. Buber 191. Nu. r. 12, 4. — 98) Mitteil. f. jüd. Volksk. 1900, 42. Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. II 457, 465, 473. — ") Hennecke, Neutest. Apokr. 433. — 10°) j. Sabb. XIV 14c, 47 lochaschin l'ajin kann nur eine durch den bösen Blick entstandene Krankheit bedeuten, denn für ein krankes Auge wird ja sogleich nachher gesorgt, ma 'abirin 'al ha'ajin b'schabbath. — 101) Sefer Charedim 13a. — i02) Ch. J. D. Azulai a. O. 206. — 103) hamagrim b'schethita kol schehu zehu 'ajin ra'a Seder Elija r. 73. Friedm. Dies gibt einen Sinn, wenn man 'ajin ra'a im einfachen Sinne: schlechtes Auge auffaßt. Wer beim Schächten eine unbedeutende Hagramah macht, der hat ein schlechtes Auge, d. h. er sieht nicht gut. Somit hätte dies mit dem bösen Blick nichts zu tun.

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