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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · Heft 4 · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
Heft 4
Date
1913-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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— 34 — schuldigen, dass die Verfasserin ihren Gegenstand einzig und allein aus antisemitischen „Witz"blättern zu kennen scheint. Ein Trost, dass auch das sonstige Wiener Milieu nicht viel besser davonkommt. M. M. W. Rapaport, Das religiöseRecht und dessen Charakterisierung als R e c h t s t h e o 1 o g i e. Geleitwort von Jos. Kohler. Berlin 1913, Dr. Walther Rothschild. M. 2,80. — Eine scharfsinnige Abgrenzung und Gegenüberstellung des modernen und des religiösen Rechtes, die auch auf die jüdische Religionsgeschichte manches wertvolle Streiflicht wirft. Besonders überzeugend ist (S. 39 fg.) die Polemik gegen die alttestamentliche Auffassung Gottes als Nationalgottes und gegen das Reden von einer Theokratie im Judentum. L. M. Maeterlinck, Vom Tode. Deutsch von Fr. v. Oppeln-Bronikowski. Jena 1913, Eugen Diederichs. M. 2,50, geb. 3,50. — Ein wahrer Lebensmehrer und Gespensterbanner, entkräftigt hier M. die Angst vor dem Tode, und mit der unwiderstehlichen Wärme innerster Ueberzeugung reisst er uns mit empor zu den Höhen eines Glaubens an ein verklärtes und veredeltes Dasein nach dem Scheiden von dieser Erde, wie es ja auch der Optimismus der jüdischen Eschatologie projiziert. Dass „unsere edelsten Gedanken uns am andern Ufer des Seins empfangen'4 (100), stimmt ebenfalls mit der jüdischen Anschauung überein. Die Darstellung der theosophischen und spiritistischen Hypothesen über die letzten Dinge wird vielen Neues und Ueberraschendes bringen. M. Dreyfuss J. H„ Sermons et a 11 o c u t i o n s. 2. serie. Paris 1913, Durlacher. — War auch der hauptsächlichste Zweck dieser Reden erbaulicher Natur, so enthalten sie, z. B. die Predigten über die jüdische Pietät, über Wissenschaft und Religion, doch wertvolle Beiträge zur Psychologie des Judentums. M. Lazarus, Aus meiner Jugend. Herausg. von Nah. Lazar u s. Frankfurt a. M„ 1913, M. 2,50. Ein Buch voller Charme und reicher Belehrung weit über das Biographische hinaus, das bei einer so prominenten Persönlichkeit an sich schon aller Beachtung wert wäre, für die jüdische Volkskunde eine wahre Fundgrube. M. Bischoff, E., Die Elemente der Kabbalah. I. Teil. Berlin 1913, Herrn. Barsdorf. M. 6, geb. 7,50. — Mit bewundernswerter Ausdauer hat sich Bischoff in diesen zähen Stoff eingearbeitet. Wir wüssten nach dem heutigen Stand der Kabbalah-Forschung kein Buch zu nennen, das an Uebersichtlichkeit und Klarheit der Darstellung dieses dunklen Gebietes %mit dem vorliegenden messen könnte. Ueberraschend sind nicht minder die Nachsichtlichkeit und Klarheit der Darstellung dieses dunklen Gebietes sich mit dem modernen Philosophemen. Nur schiesst die Wärme für den Gegenstand übers Ziel, wenn B. von den Juden die Bekehrung zur Dreieinigkeit als Ueberwindung des starren Monotheismus fordert. Dass auch für die Erkenntnis manches in jüdischen Kreisen verbreiteten Volksglaubens das Buch von Wert ist, ergibt schon der Gegenstand. S. Micha Josef bin Gorion, Die Sagen der Juden. Von der Urzeit. Frankfurt a. M., 1913. Rütten & Loening. M. 6. Ein grossangelegtes wertvolles Unternehmen, dem wir die weiteste Verbreitung wünschen.

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