Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 3 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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26. Aus dem Sturmjahr 4 8. A. Gedr. Protokoll der Sitzung der konstituierenden Reichsversammlung vom 30. Juli 1848. (Man drang auf Rückkehr des Kaisers nach Wien.) Ein Amendement wurde u. a. von Fischhof gestellt, aus dessen Besitz das Stück an das Museum gelangt ist. B. „Ein Wort zur Zeit an unsere christlichen Brüder im gemeinsamen Vaterlande. Von S. R. Hirsch, mährisch-schlesischem Ober-Landes-Rabbiner. Nikolsburg, 20. März 1848." (Aufforderung, auch den Juden Oesterreichs die rechtliche Gleichstellung zu gewähren. Geschenk des Hn. Dr. J. S. Bloch.) C. „Die eingetretenen Umstände, durch welche Ruhe und Ordnung in dieser Stadt gestört worden sind, haben die S'tadtbehörde hier bestimmt, dass alle im Gebiete der Stadt ausserhalb des Gatters wohnenden Juden binnen 24 Stunden aus der Stadt ausziehen müssen, ferner, dass alle, ebenfalls ausserhalb des Gatters in der Stadt befindlichen Judengewölber allsogleich unabänderlich gesperrt werden und geschlossen bleiben, dass somit die Juden samt Gewölbern bloss innerhalb des Gatters auf dem Schlossberge beschränkt bleiben. Da diese Verordnung auf die allgemeine Forderung der hiesigen Einwohner sich gründet, somit die Wünsche befriediget* vertraut die Stadtbehörde die Herstellung und Aufrechthaltung der gesetzlichen Ruhe und Ordnung dem Biedersinn der ganzen Einwohnerschaft, und fordert sie auf, sich unter Kommando ihrer betreffenden Vorgesetzten allsogleich bewaffnet einzufinden, und die weiteren diesseitigen Anordnungen zu vollziehen. Pressburg, den 24. April 1848. Der Magistrat." Bücherschau. Ehrmann H. (Judaeus), Eine un gekannte Welt. Frankfurt a. M. 1904 und 1913, Sänger & Friedberg. M. 2 — u. 2,50. — So oder gar nicht! Das war mein Eindruck beim Lesen dieser beiden Bände, die wie eine rettende Insel aus der Sintflut einer gewissen jüdischen Belletristik herausragen. Um zwei Pole bewegt sich das positive, praktische Judentum. Der eine ist das altüberlieferte jüdische Haus, der andere 'Palästina. Ohne jeden fanatischen Ausfall, rein aus dem naiven. Vollgefühl der Begeisterung für altes jüdisches Familien- und Gemeindeleben heraus ist diese „,ungekannte Weif hier mit spannender Erzählerkunst und tiefgreifender, werbender Wärme dargestellt. Auch der Sehnsucht nach dem Lande der Väter wird Rechnung getragen und wird es wohl in den zu erwartenden weiteren Leistungen des Verfassers noch mehr, Wir freuen uns dieser Bereicherung unserer Jugendliteratur. G,