Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 2 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- 6 - Un is's ach nit, was tut's? Hemm mer a bissle kehabt mit sie unser Utz! Ahasveros: Wohlan! Du machst mir wieder Mut; Dein Vorschlag gefallt mir gut. Geh, lass die Dekret schreiben, Ich will die Zeit mit Jagen mir vertreiben. (Beide auf verschiedenen Seiten ab.) (Charbona's Wohnstube. Recka sitzt und klaubt Linsen. Z e t u 1 p e sitzt am Klavier, ein kleines Kind hinterm Tisch, mehrere Kinder beschäftigen sich lärmend im Zimmer.) Recka: Mer wäss gar nimmer, was mer soll kochen, Mer kummt unbeschrie rum. Ein Kind : Memme! S' Araxtaxerkele hot mich gestochen! Recka: Sag: s' kriegt, wenn ich übern kumm! Zetulpe: Senn gewiss wieder übern Klavier gewesen, die Qassenjunges! Dass schon wieder ein Seit gesprungen is. (Sie spielt und singt, alle Kinder stimmen mit ein.) „Madie, was hostu denn gessn, Dass dich so jämmerlich tascht? ' Nix as a Leffele Suppe Un a paar Leffelech Wascht/' Charbona (kommt zur Türe herein): Das is jo chasser (hier: verboten) nit derläbt, Mer mänt doch chas wescholaum, mer vertäbt. Worim seid ihr Gassenjungen nit in Cheder (Schule)? Watt, ich sags euer Rebbe b'li neder (eurem Lehrer mit Vorbehalt)! (zu Recka): Du, mach, tuh wek dein S'chaure (Ware)! Recka: Oj! heint is sie un-bechesed (ungnädig) die Srore (Herrschaft), Ich — der is ebbes widerwattik! Kennst an Agenblick watten, ich bin gleich do fattik. Charbona: Geh zu, breng mir ans geschwind Dint un Feder, Ich muss do schreiben a paar Dekreten — Recka: Nu — was watt ihr do wieder nein stellen? Das mir in der Schul nit schmussen seilen?