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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1913-01-01 · 1 (1913) · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
16 (1913)
Issue
1 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 32 (sequence 39)
Language
German
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— 32 — Arthur Schopenhauer, Gedanken und Aussprüche. Leipzig 1912, Julius Zeitler. M. 5. — . Dieser neueste Band der von Robert Rehlen herausgegebenen Gedanken und Aussprüche führender Geister ist vortrefflich geeignet,^ in das innerste Geistes- und Gemütsleben Schopenhauers einen Einblick zu bieten. Daß selbst diese Auswahl Ausbrüche flammenden Judenhasses (Nr. 156, 228, 652) nicht umgehen mochte, beweist nur, einen wie integrierenden Bestandteil im Geistesbilde Schopenhauers dieses Moment bildet. L. Hieronymus Lorm, Ausgewählte Briefe. Berlin 1912, Karl Siegismund. M. 4.—. Die Einleitung von E. Friedegg, aus der wir u. a. das folkloristisch interessante Faktum erfahren, daß Lorms Vater den bei einem Juden auffallenden Vornamen Christian getragen, entwirft von dem als Künstler wie als Mensch bedeutenden Dichter ein sympathisches Charakterbild. Diese „ausgewählten Briefe", die zum Teil an Juden (wie Berthold Auerbach, Emil Kuh, Oscar Blumenthal) gerichtet sind, zum Teil von jüdischen Zeitgenossen (wie Kompert, Adalbert von Goldschmidt, Rosenthal, Heine, Saphir, der Rachel, Ehrlich) handeln, spiegeln dieses Bild eines modernen Hiob in prächtigen Farben wider. R. B. Sellin, Der alttestamentliche Prophetismus. Leipzig 1912, A. Deichert. M. 4.80. Das Endergebnis dieser lichtvollen Vorträge, die zum Teil im Hause des deutschen Reichskanzlers gehalten worden sind, gipfelt in den Worten Sellins (S. 249), daß die moderne religionsgeschichtliche Methode der Behandlung biblischer Gegenstände, in diesem Fälle des Prophetismus, anstatt die Bibel zu gefährden, vielmehr -„dahin führt, die ganz eigenartige Offenbarung, deren Israel gewürdigt ist, noch viel klarer zu erkennen und tiefer zu erfassen, als es früher war". Er erwartet von ihr geradezu eine Apologie der biblischen Religion. Sellin selbst hat aber, auch in diesem Buche von neuem dieses Ziel wirksam gefördert. Den Ursprung der ganzen alttestamentlichen Eschatologie" findet er „in der Offenbaremgstat vom Sinai, durch die der Keim zu der Hoffnung eines künftigen analogen Erscheinens Gottes zwecks Antritts des schrankenlosen Weltregimentes in das Herz des Volkes hinein gesenkt wurde" (148). Das Buch verdient die weiteste Verbreitung. M. Franz Drexl, Die Befreiungskriege 1813—1815. Buchschmuck von A. Reich. Regensburg 1912, J. Habbel. M. 4.—. Diese Kriege, in denen die Judenheit Deutschlands zum ersten Male das alte Erbgut der Makkabäer, die Tapferkeit vor dem Feinde, in großem Maßstabe wieder zu Ehren gebracht hat, sind hier nach den besten Quellen und mit wertvollen Bildern illustriert volkstümlich bearbeitet. M. Druck von Max Schmergow, Kirchhain N.-L.

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