Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 16 (1913)
- Issue
- 1 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 - jedes Studium des Kunsthandwerks. Die Behandlung ist eine im besten Sinne des Wortes populäre. Unter den Abbildungen bemerken wir eine wenig bekannte Darstellung des Unterganges Pharaos von Skovgaard. K. Budde, Geschichte der althebräischen Literatur. 2. Ausgabe. Leipzig 1909, C. F. Ameiang. M. 8.50. Schon das Vorwort vergegenwärtigt dem Leser die ungeheuren Schwierigkeiten, die einer althebräischen Literaturgeschichte im Wege stehen. Auf den ersten Blick erscheint alles auf den Flugsand gewisser Hypothesen gebaut. Und wie wenig ist uns z. B. von der sicherlich blühenden Literatur des Nordreiches erhalten? Einen breiten Kaum nehmen bei dem Standpunkt des Verfassers ganz natürlich die kritischen Grundfragen (S. 43fF.), aber auch die Untersuchungen im einzelnen ein, die ja der Charakter des Buches, als eines wissenschaftlichen Beitrages, erfordert. Wirkungsvoll sind die Zeichnungen des politischen Hintergrundes, wie S- 68 die der Stellung des Prophetentums als Stütze von Thron und Altar. Das Buch Hiob sieht, nach Budde, den Zweck der Leiden seines Helden in der Läuterung von jeglichem Hochmut (321). Flüssig lesen sich die Uebersetzungsproben. Die gleichen Vorzüge zeigt der Anhang Bertholets, der die Apokryphen und Pseudoepigraphen behandelt. E. Gottfr. Traub, Ich suchte Dich Gott. Jena 1912, Eugen Diederichs. M. 3.—, geb. 4.—. „Ich möchte das Staunen nicht verlernen und anderen die Fähigkeit zum Staunen erhalten." So bezeichnet der Verfasser, dessen Kampf mit der vorgesetzten Kirchenbehörde alle gebildeten Kreise beschäftigt, den roten Faden, der sich durch diese „Andachten" zieht. Also das gerade Gegenteil des „Nil admirari1,4, unseres modernen Snobismus. Seine meisterhaften Skizzen sind tatsächlich Perlen, in deren Glanz uns das Alltäglichste neu und bedeutsam eritgegenleuchtet. Das Ganze ist von einem Geiste durchweht, der an die großen Gottsucher des Alten Testamentes erinnert, weil in der Anforderung an sich selbst voller Milde gegen die anderen. L. M. Jerem. Gotthelf, Der Besenbinder von Rychiswyl. Wiesbadener Volksbücher. Wiesbaden, Heinr. Staadt. M. —.30. Eine gelungene Probe des verdienstlichen Unternehmens. Ihr Wert wird wesentlich durch die mächtigen Bilder von L.Richter erhöht. O. Hauser, 1. Biblische Novellen (Ruth, Jona, Esther). 2. Das Hohe Lied- Weimar 1911/12, Alex. Duncker. Je M. —.50. Diese Uebersetzungen lesen sich wie Originale. „Esther" für die persische Literatur in Anspruch zu nehmen, ist originell, die Erklärungen mitunter gewagt. Der „ehrliche jüdische Handelsmann" (1..S. 40) hätte ohne Gerahr fehlen dürfen. Die Ziegen sind in der Tat in Palästina fast immer schwarz (2. S. 19).