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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 61

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
14 (1911)
Issue
Heft 2
Date
1911-01-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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— 61 - zu geben, daß man die Herbergen bei wiederholten Keisen nicht verändern soll1). 13 6 nnv r\2U/b p«n cr,\\% MW fcOl. Das Land war nicht ausgiebig genug, um Abrahams und Loths zahlreiche Herden mit Nahrung versorgen zu können2). 13 7 ^JH ITH TP1. Und es war Streit zwischen den Hirten Abrahams und Loths. Die Hirten Loths ließen ihre Herden unredlicherweise auf fremden Feldern weiden. Abrahams Hirten stellten sie darob zur Kede. Jene erwiderten, daß ja nach Gottes Versicherung Abraham einst das ganze Land angehören werde, und da Loth der einzige Verwandte und Erbe Abrahams sei, so könnte er sich schon jetzt dieser Weiden bedienen TN ^nsm ^Jttrm. Und der Kenaan und der Perisi wohnten damals im Lande. Die kenaanitischen Völker, die nicht alle Raum im Lande hatten, wechselten in dessen Besitze ab, und damals hatten gerade diese beiden Volksstämme das Land inne. Abraham bedeutete nun dem Loth, daß noch der Kenaani und Perisi Besitzer des Landes seien, und niemand das Eecht habe, ihr Eigentum zu schädigen, und er möge, um Zwist zu vermeiden, sich andere Weiden suchen. Darauf wählte sich Loth das fruchtbare, gesegnete Jardental3). 13 12.13 C\NEm CTjn Ü~D ^'jNI G"D "1J? br\W\ Er schlug sein Zelt auf bis Sedoni und die Bewohner Sedoms waren böse und sündhaft. Loth schloß sich den lasterhaften und verderbten Einwohnern Sedoms an, mit denen er in seinem Sinne harmonierte. Der Talmud erzählt: Die Einwohner Sedoms und Amoras waren reich an Gold. Silber und Getreide, geizig und ungastlich gegen den Fremden, verrucht in ihren Rechtsprüchen. Der Wanderer, der die in die Stadt führende Brücke überschreiten wollte, mußte vier Goldstücke zahlen, doch wer, um dies zu sparen, den Fluß durchwatete, mußte die doppelte Summe entrichten. Wer im Streite verwundet wurde, mußte den Schläger bezahlen, weil er ihm einen Aderlaß erspart. Einst geschah es Elieser, dem Knechte Abrahams, daß auch ihm in diesem Falle ein gleiches Urteil gesprochen wurde. Da schleuderte er gegen den Richter einen großen Stein, so daß dieser aus einer großen Wunde blutete. „Gib mir mein Geld für den Aderlaß," sprach Elieser, „damit auch ich meine Schulden bezahlen kann." Wer einen Fremdling zu Gaste lud, mußte diese Guttat mit dem Verluste seines Mantels büßen. Einst kam Elieser zu einem Hochzettsmahle und setzte sich an das Ende der Tafel. Da frug ihn einer, wer ihn geladen. Du selber, war die Antwort. Dieser nahm schleunigst seinen Mantel und lief davon. Und allen gab er dieselbe Antwort und alle entfernten sich eiligst, aus Furcht, den Mantel zu ver- J) Basctii z. St. 2) Kasein z. St. 8) Bech. z. St. u. GK K. 50.

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