Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 14 (1911)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 59 — denn, was er von den Fürsten zu erwarten hatte, hatte er schon bei Nimrod, der ihm nach dem Leben getrachtet, erfahren78). 12 8 mnn DtPD pnjPl Er rückte von dort ins Gebirge. Dort hatte er den Arm jenes Königs nicht mehr zu fürchten. "PI CtSQ N^pvi "rb n21ü CW Er baute einen Altar und rief an den Namen des Ewigen. Dort verkündete er ohne Furcht und Eückhalt die Größe und Allmacht des Ewig-Einzigen1). 12 10 HDnHE ClZStf TW m&C 2m Tn. Es war Hungersnot im Lande und Abram zog hinab nach Mizraim. Da das Volk ihm hätte vorwerfen können, daß die Hungersnot eine Strafe für die Ausbreitung eines neuen Glaubens sein müsse, entfernte er sich aus dem Lande2). 12 11 rix DET» m£\x O snjn\ Ich weiß, daß du eine Frau von schönem Ansehen bist. So sprach Abraham zu seinem Weibe auf der Eeise nach Mizraim. Nun sehe ich, daß deine Schönheit eine dauernde ist, da selbst die Mühseligkeiten der Reise sie nicht beeinträchtigen konnten. Hfrs Tin^ frG "HEN. Sage doch, daß du meine Schwester seist. Abraham fürchtete, daß ihre Schönheit die lüsternen Einwohner Mizraims veranlassen könnte, ihn aus dem Wege zu räumen, um sie zu besitzen, daher nahm er zu diesem Mittel seine Zuflucht. Er verging sich, daß er nicht auf Gott sein Vertrauen setzte, der ihn auch ohne dies aus dieser Gefahr hätte erretten können, er hatte ihr jedoch, um nicht die Unwahrheit sagen zu müssen, vorher den Scheidebrief gegeben3). 12 14 Don^E D-JUN «133 Wi. Und es war, als Abram nach Mizraim kam. Sara wird hier nicht erwähnt, da er scheinbar allein dort eintraf. Er hatte sie nämlich, um sie zu schützen, in einem Kasten sich aufhalten lassen, wurde jedoch am Zolihause gezwungen, denselben zu öffnen und ihre Schönheit den Bewunderern preiszugeben4). 12 15 HjnD rTQ nwan npim. Und die Frau wurde in Pharaos Haus gebracht. Das Werk "fiJPTW "»p"1D rechnet die zehn Versuchungen auf, durch die Abrahams Standhaftigkeit und Gottesfurcht geprüft wurde. . Die erste: Nach seiner Geburt trachteten die götzendienerischen Sterndeuter, die seine ihren Kultus gefährdende Zukunft voraussahen, nach seinem Leben. Er war darauf 13 Jahre in einer Höhle verborgen und schöpfte dort, frühreif, aus eigenem Geiste Gotteserkenntnis und Verachtung des Götzendienstes. Die zweite: Er schmachtete später zehn Jahre im Gefängnis, ward, wie berichtet, von Nimrod in den Kalkofen geworfen, aus dem ihn Gottes mächtige Hand errettete. Die dritte Prüfung: Er mußte gleich wie ein Büßender aus der Heimat *) Beech. z. St. 2) Beck. z. St. 3) Raschi z. St. 4j Pirke dRE. K. 26ff.—31.