Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 13 (1910)
- Issue
- 1 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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— 17 — von Arnstein abzuhaltenden Trauerfeyerlichkeit.« An erster Stelle hat sich »Herr Mayer Adam Arnsteiner« unterschrieben. Ihm folgen Benedict David Ärnsteiner und Maximilian Arnstein er, ferner: Noe Ascher, Jacob Altenberg, Med. Dr., M. L. Biedermann,1) M. M. Baumgarten, Hirsch Barach, Moyses Bunzel, Aron Bodanzky, Michael Cohen, Salomen Comonöo, B. Ritter von Eskeles, Eppinger Gebrüder, Emanuel Engel, Ignaz Beer, J. Frankenstein, Jacob Fleckeies, Markus Fein, Isak Figdor, Samuel Oottlieb, Joseph Goidschmidt, Bernhard Grünebaum, M. Edler von Hönigsberg,2) Sal. Edler von Herz, *) 1817 zur Zeit der Hungersnot, auf die Homberg in seiner Trauerrede auf F. v. A. Bezug nimmt, lieh B. dem Kaiser Franz zinsfrei 300.000 iL (Vgl. Wolf, Vom ersten bis zum zweiten Tempel S, 53.) Über ihn auch Husseri, öründungsgeschichte des Stadttempels 63,115 u. Steiner, Sal. Sulzer S. 7. 2) Im Archiv der isr. Kultusgemeinde Wien findet sich die Abschrift des Hönigsbergsehen Addspatenfes vom 2. September 1769. Darin heißt es: . . . »die adelichen guten Sitten, Vernunft, Geschicklichkeit und andere rühmliche Eigenschaften, mit welchen uns Unser k. Gestern Regierungsrath, dann Bankal u. Tabackgefäilendirektor u. lieber Getreuer Israel Hönig begabt zu seyn angerühmet worden ist und hier gnädigst zu Gemüthe geführt haben, dass schon sein Vater Low Hönig 1741 während des ersten Kriegs mit Preussen und Frankreich für die österreichisches Truppen beträchtliche Naiurallieferungen geliefert . . . er Israel Hönig selbst aber in Gesellschaft seines nun verstorbenen Vaters und Bruders i. J. 1752 den Tabackappalto und den ständischen Tabackgränzaufschlag in Böheim in Pacht genommen und während der bis in das J. 1763 fürgedauerten Kontraktzeit durch genaue Erfüllung der festgestellten Bedingnisse durch gute Bedienung des Publikums und seine durchgängige rechtschaffene Handlungen sich ein allgemeines Zutrauen und einen dergestaltigen Kredit erworben, daß ihm von den böhmischen Ständen selbst bey dem Ausbruche des siebenjährigen preussischen Kriegs für die Armee beträchtliche Naturalien- Heferungen kontraktmäßig überlassen worden sind, mit denen er auch jedesmal in der bestimmten Zeit richtig zugehalten .. .« Schon Maria Theresia hat ihm die Erlaubnis erteilt, ohne besondere Abgaben überall, wo Juden wohnen dürfen, Häuser zu kaufen und zu erben, Nach dem siebenjährigen Kriege übernahm er die Verpflegung der Truppen in Böhmen »in Admodiation«. Nach dem Verfall der »dechanischen« Tabakspachtung 1763 überließ man ihm auf 10 Jahre das Tabaksgefäil für Böhmen und Oesterreich, das sehr gesunken war. Er brachte es wieder in die Höhe, indem er einen neuen Manipulationsplan einführte, der den Geist der Bevölkerung gegen die Anstalt besänftigte. Schon im ersten Pachtjahr betrug das ärarische Viertel am Gewinn 100.000 fl. 1769 wurde in seinen Kontrakt Innerösterreich, 1778 Oalizien und Lodomerien einbezogen, 1783 auf Wunsch der Regierung das Gefäll wieder an den Staat abgetreten, der nach Honigs Plan weiter arbeitete. In demselben Jahr wurde H., der von Maria Theresia oft belobigt worden war, zum Tabakgefällsdirektor, 1784 zum Bancaigefäli-Direktor und Regierungsrat ernannt. Das Grenzzollwesen verdankte ihm einige »nutzbare Einleitungen«, er hatte in Begleitung eines Hofrates zu diesem Zwecke die Grenzen bereist. Er wird in den erblichen Adel als Eülei von Hönigsberg erhoben. Sein Wappenschild ist ein Löwe mit einer Tabakspflanze in den Pranken. (Über Hönig vgl. Jahrbuch für Israeliten 1847 u» Erinnerungen von L, A. Franki (Ausg. Hock) 32 ff. Über die Verleihung des kaiserlichen Bildnisses, an goidnener Kette zu tragen, an einen anderen jüdischen Lieferanten, Samuel Julius in Altona, s. Lessings sämtl. Werke, 33. Bd. Wien 1804, S. 228).