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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 4 (1908) · p. Seite 130

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
4 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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1ÖV Gerecht, unparteiisch, nicht ohne kritische Begabung, dabei unterstützt von tiefen, umfangreichen Kenntnissen in litteris Judaicis, unterscheidet sich Wolf vorteilhaft von den platten Vielschreibern seiner Zeit, die sich meist nur zum Zwecke der Mission mit jüdischer Wissenschaft und Literatur befaßt haben. Wolf veröffentlichte in den Jahren 1715—33 die vier umfangreichen Bände seiner „Bibliotheca Hebraea", nachdem er vorher, wie Fürst berichtet1), in Hannover di^ berühmte, jetzt in der Bodleiana zu Oxford befindliche Bibliothek des David Oppenheimer besichtigt und studiert hatte. Und wenn auch sein Werk schon längst durch die neuesten minutiösen Forschungen namentlich Steinschneiders und anderer Bibliographen veraltet und überholt ist, so dürfte es doch als grundlegende Quelle wichtig sein, deren wir uns stets zum Vergleich zu bedienen haben werden. In dieser „Bibliotheca Hebraea" teilt uns Wolf folgendes über die poetischen Bearbeitungen der Bücher Samuelis mit2): 1. Liber Samuelis uterque Germanice per Nathan filium Elieser Michelbach, quem Gl. le Long3) decurtate Michel appellat, in 4. Cracoviae 1593 et Basileae 372, anno Christi 1612, in 4. apud Conrad Waldkirch pp. 71; item Pragae anno 369, anno Christi 1609, per Jacob ben Gerschon. Versio non est literalis, sed rhythmica, et moralibusxeferta, et talis, quae simul explicationis loco inservire possit4). 2. Samuelis liber uterque rhythmis Judaeo-Germanicis tum alias, tum Pragae 369, anno Christi 1609, 4. apud Jacob ben Gerschon. Vide Partem II, p. 456 ubi interpretem appellari Nathanem filium Elieser Michelbach, exemplo E. Schabtai in d^W» ^mölD pag. 86, num. 72 tradidi, quamvis nomen eins in titulo editionis Pragensis non invenerim. Initium ita habet: Wer mit gantzem Hertzen sein Sinn hat gekehrt Zu unsern liehen Herrn, wie oft er ihn dernehrt: Sein Gnad und Sicherheit noch nie gelag, Er hilft seinen Knechten, es sei Nacht oder Tag. Sein Loh kan niemand enden weder Frau noch Mann, Darum sol man schweigen, wenn man es nicht wol enden kan, Er hat uns geholfen oft aus unser Noht Und hat uns vergehen unser Sünd und Missethat. Tota haec versio absolvitur philyris octodecim5). 1) Fürst, Bibl Jud., S. LXXXUI 2) Abkürzungen sind zum größten Teil aufgelöst worden. 3) Le Long, Bibl Sacra, S. 272. *) Wolf, Bibl Hebr. II, S. 456; ygl. ebenda I, S. 920. 5) Wolf, Bibl Hebr. IV, 8. 200.

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