Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 11 (1908)
- Issue
- 2 (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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— 88 — glücklich vollbracht. Die zuvor bereiteten, auf dem Berge gesammelten bitteren Kräuter wurden von dem Hohenpriester auf die Lämmer verteilt und nachher in gleicher Weise das ungesäuerte Brot. Als alles fertig war, standen die Leute gruppenweise um die Lämmer herum und sprachen ein kurzes Gebet. Jetzt war die ersehnte Zeit gekommen und alle gingen gierig auf die Lämmer los. Stücke des Fleisches wurden herumgereicht oder auf grossen Tellern in die Zelte zu den Frauen und Kindern gebracht. In kurzer Frist, vielleicht 20 Minuten, war alles ausser den Knochen verzehrt. Darauf brachte man alle Geräte, die Bahre, Stangen usw. samt den Knochen und dem übriggebliebenen Brote in die Abfallgrube, und zwei Männer arbeiteten eifrig, um die Vernichtung von allen für die Feier gebrauchten Gegenständen vollständig zu machen, ehe der Morgen eintrat. Nach dem Essen und der darauffolgenden Reinigung fing die Gemeinde das Morgengebet an. Dr. S. Weissenberg. Magyar Zsidö Szemle. Juli 1907. Prof. Blau behandelt sehr belehrend: Die Assuaui Aram. Papyri, Aus dem ungar. Landesarchiv (von Dr. A. Büchler): 1. Die Hofkammer erkundigt sich bei der Pozsonyer Kammer über die ungarischen Bestimmungen hinsichtlich der Duldung der Juden. Wien, 1718, 6. April. 2. Bittgesuch der privilegierten Juden zu Buda an die Hofka'inmer um Bekräftigung ihrer alten Rechte. Buda 1718, 27. Juni. 3. Die ung. Kanzlei unterbreitet der Hofkammer die Klageschrift des Budaer Stadtrats gegen die Juden. Wien 1719, 27. April. 4. Fürstprimas August Keresztelv gestattet den Juden zu Buda, ihren Gottesdienst in einem Privathause geräuschlos zu verrichten. Nagy-Szombat 1713, 30. Dez. 5. Konskribierung der Juden zu Buda im Jahre 1735, 12. November. 6. Die Juden zu Pest betrauen Wolf Boskowitz mit Verrichtung der Rabbinatsagenden. Pest 1796, 8. Mai. L. Schlosz. ««Allgemeine Geschichte der Juden" nach Dr. H. Graetz, ungarisch bearbeitet von Max Szabolcsi, Redakteur des „Egyenlöseg" (Ung. jüdische Wochenschrift). Yerlag Phönix. Budapest. Subskript. 96 Kr. Band II. In diesem Bande wird die biblische Geschichte von der „Babylonischen Gefangenschaft" (552 vor der regelmässigen Zeitrechnung) bis zum Tode Agrippa's (44 nach der üblichen Zeitrechnung) geboten. In emeui Anhang bringt Dr. Arnim Frisch eine sehr lesenswerte Betrachtung. Die Vorzüge des Werkes sind an dieser Stelle bereits gewürdigt worden. L. Schlosz. Jahrbuch des Isr. Ung. Literarischen Vereins (J. M. J. T.) 1907. Redigiert von Lehrer-Seminar-Direktor Dr. Josef Bänöczi, Budapest. Der Verein hat dieses Jahr die ungarische Ausgabe der „Heiligen Schrift" abgeschlossen. Aus den letzten Bänden des Jahrbuches seien hervorgehoben: Dr. Bacher: Raschi und Maimuni. Dr. Gabriel Schwarz: Die Ragusaer Blutbeschuldigung 1622. Dr. Ludw. Blau: Die Weltkultur und die Juden. Ignacz Gabor: Leben und Poesie Manoello's. Dr. Julius Fischer: Dr. Gabriel Riesser (1806—1863). Dr. Mich. Guttmann: Pflichten und Rechte des Vaters vom Standpunkte des Talmuds. Dr. Bela Vajda: Die Juden und ihr Heimatsland. Dr. Arm. Schnitzer: Der Traum in der jüdischen Literatur. Dr. Ludw. Venetianer: Apikores. L. Schlosz.