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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 40

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
11 (1908)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 40 (sequence 42)
Language
German
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Verhältnisse, auf das Rasseneigentümlichkeiten, wenn überhaupt, nur in ---- -~ TTT __1____ Verhältnisse, auf das Rasseneigentümlichkeiten, wenn überhaupt, nur in einem ganz geringen Masse einwirken." Dr. S. Weissenberg. Prof. Dr. E. Dagsbert Schoenf eld. DieHalbinsel des Sinai in ihrer Bedeutung nach Erdkunde und Geschichte auf Grund eigener Forschung an Ort und Stelle. Mit einer Karte, 3 Textabbildungen und 16 Lichtdrucktafeln, enthaltend 20 Abbildungen. Dietrich Reimer, Berlin 1907. VIII u. 196 S. Gr. 8°. M. 8.— geb. Prof. Schoenf eld stellt sich die Aufgaben: das Verfolgen der Wanderlinie des Volkes Israel, die Auffindung seiner Lagerplätze und ganz besonders die Gewinnung eines Bildes, aus dem sich die Möglichkeit ergeben könnte, für die Anschauung der Lebensführung Israels auf der peträischen Halbinsel, während jener 38 Jahre, über deren historischen Inhalt die biblische Urkunde ein so tiefes Schweigen bewahrt, irgend welche festen Linien zu finden. Nun ist Prof. Schoenfeld kein Pfadfinder auf diesem Gebiete, er lehrt keine neuen Wege. Die peträische Halbinsel ist schon mehrmals vor ihm gründlich durchforscht worden, hauptsächlich mit Beziehung auf die biblische Erzählung vom Auszuge der Israeliten aus Ägypten. Was aber sein Buch wertvoll macht, ist eben der Vergleich mit jenen vor Jahrzehnten ausgeführten Eeisen. Dieser Vergleich zeigt uns, dass erstens der Kulturzustand der Bewohner derselbe geblieben ist, wie er vor Jahrtausenden zur Zeit der Wanderung der Israeliten war, andererseits aber geriet das Land in eine allmähliche Verwüstung. Diese beiden Faktoren berücksichtigend, glaubt Schoenfeld, behaupten zu dürfen, dass auf der Sinai-Halbinsel eine Million Leute, zu welcher Zahl die Gesamtziffer der Israeliten während der Wanderung sich reduziert haben sollte, durch Ackerbau und Viehzucht ihre Ernährung finden konnte. Dieser Schluss ist nicht nur historisch, sondern auch für die jetzigen Verhältnisse in Palästina und den Nebenländern wichtig, indem diese Gebiete bei einer gesteigerten Kultur ohne Zweifel auch eine bedeutend gesteigerte Volkszahl ernähren könnten. Besonders anziehend macht ferner das Buch die Liebe, mit der der Reisende sein Ziel verfolgt, sowie die Unparteilichkeit, mit der er das Leben der Moslemim schildert. So ist ihm z. B. die Abgeschlossenheit des Weibes nicht eine Barbarei, sondern eine von Achtung getragene Zurückhaltung gegen das schwächere Geschlecht. Auf den meisten Widerspruch wird wohl das letzte Kapitel, Moses und der Pentateuch, stossen, indem die Wenigsten die dort gebrachten Deduktionen teilen werden. Man 'muss aber berücksichtigen, dass dieses Kapitel ein Ausfluss der geistigen Veranlagung des Verfassers ist, wogegen sich nicht streiten lässt. Die Ausstattung des Buches ist eine vortreffliche. Dr. S. Weissenberg. Bemerkung. Zu den „Mitteilungen" Heft XXIII, S. 66. Der ungarische Dichter Michael Csokonay (1773—1805) erwähnt in der Vorrede seines komischen Epos (herausg. von J. Bänöczi, Bpest 1905) nicht nur die jüdischen Musikanten in Toponar, sondern es war ihm auch das Vorhandensein solcher Truppen in Keszthely und N a g y - K a h i r ö bekannt (1. c. p. 195). Ich darf wohl noch ergänzend zu dem bereits in den „Mitt." Gesagten hinzufügen, dass die Kunstleistungen der Toponarer Musikanten, die der Dichter „die Asafiten von Toponar" (p. 213) nennt und als deren Anführer er einen Isak namhaft macht, immer nur mit vollem Lobe erwähnt werden. Über jüd. Kapellen in anderen Ländern ist mir nur die Notiz über die Kempner Musikanten (Brüll, Monatsblätter. XIX. 1899, 59) gegen-; wärtig.*) Dr. A. Marmorstein, Jamnitz. *) Ausführliches über diesen Gegenstand in einem der nächsten Hefte. (Anm. d. Herausg.)

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