Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 611 (sequence 638)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Fl e s ch, Der Pinax von Austerlitz. 611 Tage erschien der große, ausgezeichnete Gelehrte mhrr Chajim Ahron, Sohn des verstorbenen frommen Rabbiners mhrr Abraham Gerschon1), Abgesandter aus Jerusalem der heiligen Stadt, sie möge bald in unsern Tagen erbaut werden, um die Spenden, welche für Jerusalem gelobt und die alljährlich zu schicken, unsre Gemeinde sich verpflichtet, einzuheben. Nachdem nun das erste Buch, in welchem der zu erlegende Betrag verzeichnet war, verloren gegangen, er aber genügende Vollmachten seitens der Männer Jerusalems und ihrer Weisen besitzt, so haben sich die Gemeindevorstände mit ihm ausgeglichen und geben ihm für das Vergangene bis auf den heutigen Tag vier Gulden, sowie auch einen Gulden Wegzehrung. Somit sind die Angehörigen unserer Gemeinde der Pflicht ihrer Gelübde bis auf den heutigen Tag enthoben. Von heute ab und weiters verpflichten sich die Gemeindevorstände, alljährlich am Rüsttage des Versöhnungstages vor Kolnidre (dem Abendgebete) Spenden zu geben und jeder ist verpflichtet seine Spende zu nennen und gleich zu Händen des Cassiers zu erlegen. Das Geld bleibt in den Händen der Cassiere, bis Abgesandte mit dem Sammelbuche kommen, um das Geld für die Armen Jerusalems und des heiligen Landes einzuheben, dann soll es diesen ausgefolgt werden. Im Beisein des Abgesandten mhrr Chajim, Ahron wurden zu Cassierern ernannt: R. IsakLöb, Vorsteher, und der gelehrte mhrr Josef Bär. Dies zur Erinnerung für ewige Zeiten, damit die Wahrheit anerkannt wird, zeichnet im Auftrage des Gemeindevorstehers Mittwoch, 6. Kislew 529 (= 16. November 1769), Naftali b. hrr Juda Reis Auerbach aus Brod, Schammasch weneeman (= Gemeindediener und Beglaubigter) hier in Austerlitz2). Zum Gedenken verzeichnet, daß am Rüsttage des Versöhnungstages im Jahre 530 gespendet wurde und die Spenden 2 Gulden 1) Dieser Abgesandte ist ein Neffe des Israel baal Schern, des Begründers des Chassidismus; vgl. Grätz, Geschichte der Juden Bd. XI, S. 593, es soll dort heißen \w\* omaa. 2) Vgl. auch Gb. S. 83b. Der auf S. 392a genannte Abgesandte aus Tiberias, Jechiel Michl b. harab mhr Chajim Ahron scheint ein Sohn des Chajim Ahron b. Gerschon Abraham gewesen zu sein. Jechiel Michl war am 18. Schebat des Jahres 541 ( 13. Feb. 1781) in Austerlitz. 39*