Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 595 (sequence 620)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--3097-2640471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
F1 e s c h, Der Pinax von Austerlitz. 595 Gleiwitz, von seinem Vater m"hrr Schelomoh, den er *) (Efrati) nennt —wolil sefardisclier Abstammung —ins Talmudstudium eingeführt, kam er in jugen Jahren nach Austerlitz, um den Lehrvorträgen des Privatgelehrten Moseheh Zwi ha-Lewi zu lauschen, welch letzterer als Schwiegersohn des begüterten R. Heschel dem Thorastudium oblag und Schüler um sich schaarte. Im Jahre 1754 war Moseheh Zwi ha-Lewi bereits Rabbiner in Bisenz2). Gleiwitz zog mit ihm. Am 7. Januar 1756 erscheint Jakob G. als Schwiegersohn des Bisenzer Rabbiners3). Er schließt einen Vergleich mit der Austerlitzer Gemeinde und verpflichtet sich, für das Jahr 1756—57 einen Betrag von 38 rheinischen Gulden zu zahlen, wodurch er von jeder weiteren Kopf-, Kaiser- und Gemeindesteuer befreit. Die Steuer, die er für die Gemeindezugehörigkeit zu entrichten hat — so wird ausdrücklich bemerkt — entfällt auch nicht, wenn er seinen Wohnsitz nach A. verlegen sollte. Im Jahre 17624) lebt er bereits in Austerlitz und schließt, um den 3 Mädchen, die nach dem Tode seines Schwiegervaters verwaist zurückge- 1) So auf dem Titelblatte seines Ateret Schelomoh, Brünn 1788. 2) S. 141a des Gb. lautet: „Nachdem der Rabbiner Zwi, der Schwiegersohn des vornehmen R. Heschl s. 1. seine Zelte hier abgebrochen, um als Rabbiner nach Bisenz zu übersiedeln, so verpflichtet sich sein Schwager Wolf (Freistadt) für ihn Garantie zu leisten und für all die Steuern zu bürgen, welche die Gemeinde dem genannten R. Zwi auferlegen wird und zwar für die ganze Zeit, welche er außerhalb unserer Gemeinde verleben sollte." Diese Eintragung ist undatiert. Am 28. Tebet 514 (= 22. Jänner 1754) wurde folgender Ausgleich geschlossen: „Am heutigen Tage erscheint Rabbiner Zwi Hirsch aus Bisenz und verpflichtet sich jährlich 26 rheinische Gulden Steuern zu entrichten, dann ist er von allen Steuern, auch von denen, die neuerdings von der Kaiserin angeordnet, befreit. Dieser Ausgleich gilt für 2 aufeinander folgende Jahre. Nach dieser Zeit können beide Parteien diesen Ausgleich weiter bestehen lassen oder einen neuen anstreben. Gefertigt von Moseheh Zwi ha-Levi, Rabbiner in Bisenz, zeichnet in Austerlitz." 3) Gmdb. S. 172a. 4) Gbd.ibid. Gleiwitz wohnt schon vor 1762 in Austerlitz, denn im Jahre 1761 als Wolf Freistadt (Schwager des Moseheh Zwi ha-Levi) mit dem Tode abging, steht G. schon mit ihm in Geschäftsverbindung und erscheint in der Verlassenschaftsabhandlung vom 22. Sivan 521 (= 24. Juni 1761) mit einer Schuld von 89 fl. 5SV2 Kreuzer belastet. 38*