Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 585 (sequence 610)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Fl e s ch, Der Pinax von Austerlitz. 585 werden. Stillschweigen bedeutet, daß er seine Stelle verlassen müsse. Dieser Rabbinatsbrief ist vollgültig, sollte etwas fehlen oder nach zwei Seiten hin ausgelegt werden können, so darf es nur zu Gunsten des Rabbiners ausgelegt werden; seine Hand soll immer oben und die der Gegner unten sein.u * * * Seite 340 a. Der hebr. Rabbinatsbrief für GersonBuchheim1) Rabbiner in Kojetein, ist von Montag, dem 25. Tebet 571 (= 21. Jänner 1811) datirt und mit dem des Asriel b. Mordechai gleichlautend; eine genaue Copie des altern ist der später abgefaßte Rabbinatsbrief des G. Buchheim. Gehalt und Taxen nur sind höher bemessen. B. erhält einen Wochenlohn von 20 fl. u. z. 6 Gulden aus der Gemeindecassa und 14 Gulden aus der Zdokohkassa. Für Kaufbrief bei Hausverkauf sind 5 Gülden, für Synagogensitz-Verkauf 1 Gulden zu entrichten. Die Taxe für Verleihung eines Chaber beträgt 10 fl., für die Morenuwürde sind 15 fl. zu erlegen. Die ersten Ehepakte kosten 5 fl. Austerlitzer Famiiianten zahlen von je 100 fl. der Mitgift 1 Gulden, Auswärtige zahlen eine Trauungstaxe von Anläßlich der Neuwahl erhält der Rabbiner 5 Gulden. Für die Predigten bmrt mff und fDW raff zahlt die Gemeinde für jede Predigt 8 Gulden und die 5 Vereine, wie dies in deren Statuten vermerkt. Der Rabbinatsbrief trägt folgende Unterschriften: „Chajim b. Heschel Kadisch, Vorsteher; Simon Grünhut; Isak Löb ha-Levi; Aron Zevi Hirsch; Josef Tuschak (später Duschak); Moscheh Zwi 1) Im Gemeindebuche S. 342 a findet sieh die Kopie eines hebr. Briefes vom Tebet 573 ( Dezember 1812), den die Gemeinde an den Landesrabbiner Markus Benedikt in Nikolsburg richtet wegen einer schweren Beleidigung, welche der Austerlitzer Gemeindeinsasse R. Selig Prostitz ( Prossnitz) dem Rabbiner Buchheim zugefügt. S. Prossnitz ging als Rabbinatsverweser nach Koritschan, konnte sich aber dort nicht halten, weil er keine Autorisation hatte. Prossnitz widersetzte sich den Entscheidungen des Rabbiners, erwies ihm nicht die nötige Ehrerbietung und beschimpfte den Rabbiner in Anwesenheit des Gemeindevorstandes. Später scheint er dem Rabbiner Abbitte geleistet zu haben, denn er erscheint in den Jahren 1815—1825 unter den von der Gemeinde mit Ostermehl Bedachten und rangiert als Morenu an 3. Stelle, unmittelbar nach dem Kantor.