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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 473

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 473 (sequence 493)
Language
German
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Grunwald, Mattersdorf. 473 2. Zwa sein Chossen we Kalle Masel und Broche of üns alle — ans is .... 3. Drei sein de Chasonem — zwa . .. 4. Vier sein de Mechittonem — drei ... Volksglaube. 150. Wenn die Hausfrau das Schmalz einer Gans maß, wurde dabei nicht gesprochen, damit „die Broche hineinkomme". 151. Kleine Kinder wurden, wenn man glaubte, daß sie infolge eines „bösen Blickes" erkrankt seien, mit dem selbstbenäßten Hemde siebenmal gewaschen, oder es wurde Wasser mit dem Harn des erkrankten Kindes gemengt, nachtsüber unter das Bett gestellt und das Kind des Morgens vor dem Frühstück damit gewaschen. 152. Um kleine Kinder vor dem „bösen Blick" zu behüten, reiße man ein Endchen vom Hemde des Kindes ab, schneide einen Holzspan von der Schwelle der Synagoge, umwickele beides mit einem Faden und verbrenne es im Kamine. 153. Will man sich überzeugen, ob eine Erkrankung infolge des bösen Blickes entstanden ist, so schlägt man folgendes' Verfahren ein. Man holt vom Bache stillschweigendes Wasser, das ist ein Wasser, bei dessen Abholen weder auf dem Hinnoch Rückwege gesprochen werden und das nur in der Richtung der Strömung geschöpft werden darf, und gibt 9 Stückchen glühende Holzkohle hinein. Sinkt auch nur eines von ihnen unter, dann liegt sicherlich eine Erkrankung infolge des bösen Blickes vor. Man holt dann bei einem Kinde ein Mesümentuch, d. i. ein Tischtuch, an welchem täglich Mesümen gebenscht wird, wickelt das Kind in dasselbe ein, und räuchert es dann über Kohle, in welcher mit Spänen von der Schwelle des Hauses oder Kleiderstücken der Person verbrannt wurden, von der vermutet wird, daß von ihr der böse Blick gekommen. Man läßt es dann im Mesümentuch schlafen. Auch pflegt man dem Kinde den Körper mit dem Dochte der Zündlichter einzureiben. 154. Dort, wo heute das Schay'sche1) Haus steht, befand 1) Familie Schay aus Güns. S. Mayer a. a. O. 365.

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