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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 416

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 416 (sequence 435)
Language
German
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416 Grunwald, Mattersdorf. wiedergeben, dann muß angenommen werden, daß im angeführten Vers die ersten 5 Buchstaben besonders gekennzeichnet waren, welche als Prat katan kaf jud dalet ergeben. Von der alten Schül fehlte das äußere Gitterwerk. Man kam über einige Stufen von der Straße direkt zum, Eingang. Beim Straßeneingang waren keine Türen angebracht. Sobald man die Schwelle überschritt, befand man sich in einem niederen, schmalen, kapellenartig gewölbten Vorraum. Die linke Seite dieses Vorraumes war nach dem Mühlberg zu durchbrochen, so daß man auch von Norden über einige Stufen in die Vorhalle gelangen konnte. Dieser zweite linke Eingang war dazu bestimmt, den Männern von einer andern Seite den Eingang zu gewähren, als den Frauen. Die rechte Seite der Vorhalle war tief eingebuchtet. Darin war eine Holzbank angebracht, die ungefähr zwei Sitzplätzen Raum. bot. Der Umstand, daß auf dieser Bank nur alte gebrechliche Leute Platz nahmen, brachte den Spruch in Schwang: „Der kümmt auf Jisches Bänkl". (Jische hieß ein M.er Schammes.) Noch übler daran war, wer nicht auf der Bank saß, sondern darauf stehen mußte; denn darüber befand sich das berüchtigte Halseisen1). Es war dies ein halbkreisförmiges Eisen, welches auf der einen Seite beweglich befestigt und auf der andern Seite mit einem Schlosse zu schließen war. Durchschritt man diese enge Vorhalle, so stand man vor dem Tore des Tempels, das aus einer Doppeltüre bestand. Vor dem Tore befanden sich beiderseits grün angestrichene Pfosten, die mit Falzen versehen waren. In diese Falze wurden bei Wassernot Bretter eingeschoben, um dergestalt dem Eindringen des Wassers zu wehren. Hinter der Türe war eine Rast, von der die Stufen in den Tempel hinunterführten, die sich naturgemäß etwas tempeleinwärts befanden. An der rechten Seite der Rast war ein Brunnen mit Holzrohr gleichfalls etwas tempeleinwärts verlegt. Stieg man die Stufen hinab, so befand man sich in der Polischen2), deren Längsseite von den Stufen bis dorthin ging, wo oben gegen das Innere die Weiberschül endete. Der unter 1) Ein solches noch heut in der alten Schul Lembergs. 2) Wohl aus „Palas" (Halle des Burgherrn in jeder Ritterburg),

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